Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 16 Sammlung von Indra-Versen (Preis des Gharma, der Indra-Kräfte, des Vṛtra-Tötens und Bitte um Schutz).

gharmaṃ na sāman tapatā suvṛktibhir juṣṭaṃ girvaṇase bṛhat |

Erhitzt wie den Gharma (Heißtrank) das Sāman mit guten Preisliedern, das große, das dem Lieder-Liebenden gefällt!

āmāsu pakvam airaya ā sūryaṃ rohayo divi ‖

Das Gekochte hast du in die rohen (Kühe) getrieben; die Sonne ließest du am Himmel aufsteigen.

ā yasmin sapta vāsavā rohanti pūrvyā ruhaḥ |

Auf den (hin) die sieben Vasu-gemäßen (Aufstiege) aufsteigen, die früheren Aufstiege [?],

ṛṣir ha dīrghaśruttama indrasya gharmo atithiḥ ‖

(ist) der Seher, der weithin Berühmteste, Indras Gharma, sein Gast.

indriyāṇi śatakrato yā te janeṣu pañcasu |

Die Indra-Kräfte, Hundertkräftiger, die dir unter den fünf Stämmen zu eigen sind,

indra tāni ta āvṛṇe ‖

Indra, die wähle ich für dich aus.

anu te dāyi maha indriyāya satrā te viśvam anu vṛtrahatye |

Zu deiner großen Indra-Kraft ist (dir) gewährt worden; dir gehört gänzlich alles im Vṛtra-Töten.

anu kṣatram anu saho yajatendra devebhir anu te nṛṣahye ‖

Zu Herrschaft, zu Macht, Verehrungswürdiger, Indra, (gewährten) dir die Götter im Männer-Bezwingen.

indram id gāthino bṛhad indram arkebhir arkiṇaḥ |

Indra haben die Gāthā-Sänger mit dem Brhat (Sāman), Indra die Liedsänger mit Liedern,

indraṃ vāṇīr anūṣata ‖

Indra haben die Stimmen besungen.

eved indraṃ vṛṣaṇaṃ vajrabāhuṃ vasiṣṭhāso abhyarcanty arkaiḥ |

So preisen den Stier Indra, den Keulenarmigen, die Vasiṣṭhas mit Liedern.

sa nas stuto vīravad dhātu gomad yūyaṃ pāta svastibhis sadā naḥ ‖

Gepriesen gebe er uns heldenreich, rinderreich; ihr aber schützt uns stets mit Heilsmitteln.

saṃ yat ta indra manyavas saṃ cakrāṇi dadhanvire |

Als deine Zorneskräfte, Indra, zusammenkamen, als die Räder zusammengefügt wurden [?],

adha tve adha sūrye ‖

da (war es) in dir, da in der Sonne [?].

ā te maha indroty ugra samanyavo yat samaranta senāḥ |

Zu deiner großen Hilfe, Indra, Gewaltiger, (kam es), als die zornerfüllten Heere zusammenstießen:

patāti didyun naryasya bāhvor mā te mano viṣvadryag vicārīt ‖

Der Blitz möge aus den Armen des Mannes fliegen; dein Sinn soll nicht nach allen Seiten auseinanderschweifen.

sthiraṃ manaś cakṛṣe jāta indra veṣīd eko yudhaye bhūyasaś cit |

Festen Sinn hast du gemacht, kaum geboren, Indra; allein stürmtest du zum Kampf, selbst gegen Mehrere.

aśmānaṃ cic chavasā didyuto vi vido gavām ūrvam usriyāṇām ‖

Auch den Stein hast du mit Kraft, Blitzender, gespalten und die Umschließung der rötlichen Kühe erschlossen.

yo jāta eva prathamo manasvān devo devān kratunā paryabhūṣat |

Der, kaum geboren, als erster, der Verständige, der Gott, die Götter durch Willenskraft übertraf,

yasya śuṣmād rodasī abhyasetāṃ nṛmṇasya mahnā sa janāsa indraḥ ‖

vor dessen Ungestüm die beiden Welten bebten durch die Größe seiner Mannhaftigkeit – der, ihr Leute, ist Indra.

indras sutrāmā svavām̐ avobhis sumṛḍīko bhavatu viśvavedāḥ |

Indra, der gute Beschützer, der hilfreiche, sei mit (seinen) Hilfen sehr gnädig, der Allwissende;

bādhatāṃ dveṣo abhayaṃ kṛṇotu suvīryasya patayas syāma ‖

Feindschaft dränge er zurück, Furchtlosigkeit schaffe er; wir wollen Herren guter Manneskraft sein.

tasya vayam̐ sumatau yajñiyasyāpi bhadre saumanase syāma |

In der Huld dessen, des Opferwürdigen, wollen wir sein, auch in (seiner) glücklichen Gesinnung.

sa sutrāmā svavām̐ indro asme ārāc cid dveṣas sanutar yuyotu ‖

Er, der gute Beschützer, der hilfreiche Indra, halte von uns Feindschaft fern, weithin verborgen (?) [?].

am̐homuce prabharemā manīṣāṃ bhūyiṣṭhadāvne sumatim āvṛṇānāḥ |

Dem Aus-der-Bedrängnis-Befreienden wollen wir das Gebet darbringen, dem reichlichst Gebenden, seine Huld erbittend.

idam indra prati havyaṃ juṣasva satyās santu yajamānasya kāmāḥ ‖

Dieses Opfergut, Indra, nimm gnädig an; wahr sollen die Wünsche des Opferherrn werden.

viveṣa yan mā dhiṣaṇā jajāna stavai purā pāryād indram ahnaḥ |

Als (sie) mich durchdrang, die Andacht, die mich gebar, wollte ich Indra preisen, ehe der Tag zu Ende geht [?].

am̐haso yatra pīparad yathā no nāveva yāntam ubhaye havante ‖

Wo er uns aus der Bedrängnis hinüberführt, wie man (auch) einen fahrenden Kahn von beiden Seiten anruft [?].

anavas te ratham aśvāya takṣan tvaṣṭā vajraṃ puruhūta dyumantam |

Die Anavas zimmerten deinen Wagen für das Ross, Tvaṣṭṛ die glänzende Keule, Vielgerufener.

brahmāṇa indraṃ mahayanto arkair avardhayann ahaye hantavā u ‖

Die Brahmanen, Indra mit Liedern erhöhend, ließen ihn wachsen, um die Schlange zu töten.

vṛṣṇe yat te vṛṣaṇo arkam arcān indra grāvāṇo aditis sajoṣāḥ |

Als dem Stier die Stiere dir das Lied sangen, Indra, die Pressteine und Aditi einträchtig,

anaśvāso ye pavayo 'rathā indreṣitā abhyavartanta dasyūn ‖

da wandten sich die rosselosen, wagenlosen Radschienen, von Indra getrieben, gegen die Dasyus [?].

anu tvāhighne adha deva devā madan viśve kavitamaṃ kavīnām |

Nach dir, Schlangentöter, dann, Gott, berauschten sich die Götter alle, den seherischsten der Seher,

karo yatra varivo bādhitāya dive janāya tanve gṛṇānaḥ ‖

als du dem Bedrängten weiten Raum schufst, dem himmlischen Volk und dem Leib, während er (dich) pries [?].

anu dyāvāpṛthivī tat ta ojo 'martyā jihata indra devāḥ |

Nach dir Himmel und Erde – diese deine Kraft; die unsterblichen Götter, Indra, beugen sich (ihr) [?].

kṛṣvā kṛtno akṛtaṃ yat te asty ukthaṃ navīyo janayasva yajñaiḥ ‖

Tu, Täter, das Ungetane, was dein ist; ein neues Lobgedicht bringe hervor durch die Opfer.

abhi prabhara dhṛṣatā dhṛṣanmanaś śravaś cit te asad bṛhat |

Trag kühn vor, kühnen Sinnes; auch dein Ruhm soll groß sein.

arṣantv āpo javasā vi mātaro hano vṛtraṃ jayā svaḥ ‖

Strömen sollen die Wasser, die Mütter, mit Eile auseinander; erschlage Vṛtra, gewinne das Licht (svar).

asmā id u prabharā tūtujāno vṛtrāya vajram īśānaḥ kiyedhāḥ |

Diesem trag (dar), antreibend, der Gebieter, wie viel Verstand besitzend, dem Vṛtra die Keule (?) [?],

gor na parva viradā tiraśceṣyann arṇām̐sy apāṃ caradhyai ‖

wie ein Rindergelenk zerschneide sie quer, (er) wollend, dass die Fluten der Wasser fließen [?].

uta bruvantu jantava ud agnir vṛtrahājani |

Auch sollen die Wesen sagen: Agni, der Vṛtra-Töter, ist aufgestanden,

dhanaṃjayo raṇeraṇe ‖

der Beute-Gewinner in jedem Kampf.

mamāgne varcaḥ ‖

Mein, Agni, ist der Glanz (varcas).

indra kṣatram abhi vāmam ojo 'jāyathā vṛṣabha carṣaṇīnām |

Indra, zu Herrschaft und prächtiger Kraft wurdest du geboren, Stier der Menschen;

apānudo janam amitrayantam uruṃ devebhyo akṛṇor u lokam ‖

den feindselig gesinnten Mann triebst du weg, den Göttern schufst du weiten Raum.

mṛgo na bhīmaḥ kucaro giriṣṭhāḥ parāvata ājaganthā parasyāḥ |

Wie ein schreckliches Wild, umherschweifend, auf dem Berge weilend, kamst du aus der Ferne, der fernsten,

sṛkam̐ sam̐śāya pavim indra tigmaṃ vi śatrūn tāḍhi vi mṛdho nudasva ‖

nachdem du den Speer und die scharfe Radschiene (Waffe) geschärft hast, Indra; zerschlage die Feinde, stoße die Widersacher auseinander.