Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 13 Der Anvāhārya-Reisbrei als Opferlohn und als Anteil Prajāpatis, Sieg der Götter über die Asuras, mit Spruch.

ahutādo vā etasya purā devās

Die Götter waren früher Nicht-Verzehrer von Opferspenden bei diesem (Opferherrn);

athaitad dhutāda upāvartate

nun aber wendet sich dies (Opfer) zu Verzehrern der Opferspende.

te 'syorjāpakrāmanti

Sie weichen mit der Kraft von ihm weg [?];

ūrjam evāvarunddhe

die Kraft gewinnt er eben (dadurch).

tān eva bhāginaḥ karoti

Eben diese macht er zu Anteilhabern.

yajanty amuṣmiñ juhvaty asmin pacanty amuṣmin

Sie opfern im jenen (Feuer), spenden in diesem, kochen in jenem;

anantarayāyaitasya

zur Lückenlosigkeit dieses (Opfers) [?].

atho vaiśvānaratāyām evainam upātiṣṭhipat

Außerdem ließ er ihn eben im Vaiśvānara-Sein Stellung nehmen [?].

ye vai yajñenāyajantārdhnuvam̐s te

Die, die mit dem Opfer opferten, gediehen;

na vai su vidur iva manuṣyā yajñam

die Menschen aber kennen das Opfer gleichsam nicht recht.

tasmān na sarva ivardhnoti

Darum gedeiht nicht gleichsam jeder.

dakṣiṇāvadbhyām̐ ha sma vai purā darśapūrṇamāsābhyāṃ yajante

Mit den beiden mit Opferlohn (dakṣiṇā) versehenen Darśapūrṇamāsa-Opfern opferten sie einst.

ya eṣa odanaḥ pacyate

Dieser Reisbrei (odana), der gekocht wird –

dakṣiṇām evaitāṃ dadāti

eben diesen Opferlohn (dakṣiṇā) gibt er;

iṣṭī vā etena yad yajate

Mit dem, was er opfert, hat er nämlich (nur) das Opfer (iṣṭi) vollbracht;

ya eṣa odanaḥ pacyate tena pūrtī

mit diesem Reisbrei, der gekocht wird, das Verdienst der Spende (pūrta).

eṣa vāveṣṭāpūrtī ya etaṃ pacati ‖

Der ist wahrhaft einer, der Opfer und Spende vollbracht hat (iṣṭāpūrtin), der diesen kocht.

prajāpatir vai devebhyo bhāgadheyāni vyādiśat

Prajāpati wies den Göttern ihre Anteile zu.

yajñam eva so 'manyatātmānam antaragām iti

Er dachte beim Opfer: „Ich habe mich selbst dazwischen (ausgelassen) gelassen [?].“

sa etam odanam apaśyat

Er sah diesen Reisbrei;

tam ātmane bhāgam akalpayat

den bestimmte er sich selbst als Anteil.

prajāpater vā eṣa bhāgas

Dies ist nämlich Prajāpatis Anteil;

mahāntam aparimitaṃ pacet

einen großen, unbemessenen soll er kochen.

aparimitaḥ prajāpatiḥ

Unbemessen ist Prajāpati;

prajāpatim evāpnoti

Prajāpati erlangt er eben.

devāś ca vā asurāś cāspardhanta

Götter und Asuras wetteiferten.

te devāḥ prajāpatim evābhyayajanta

Die Götter opferten Prajāpati selbst zu;

anyo 'nyasyāsann asurā ajuhavus

die Asuras opferten einander in den Mund.

te devā etam odanam apacan

Die Götter kochten diesen Reisbrei;

taṃ prajāpataye bhāgam anuniravapan

ihn streuten sie danach als Anteil für Prajāpati aus.

prajāpatir devān upāvartata

wandte sich Prajāpati den Göttern zu.

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Daraufhin wurden die Götter (siegreich), die Asuras unterlagen.

ya evaṃ vidvān anvāhāryam āharati bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati

Wer so wissend den Anvāhārya (Reisbrei) herbeibringt, der gedeiht selbst, sein Nebenbuhler unterliegt.

īḍyā vā anye devās saparyeṇyā anye

Die einen Götter nämlich sind zu preisen (īḍya), die anderen zu bedienen (saparyeṇya).

devā īḍyā brāhmaṇās saparyeṇyās

Die Götter sind die zu Preisenden, die Brahmanen die zu Bedienenden.

yajñenaiveḍyān prīṇāty anvāhāryeṇa saparyeṇyān

Durch das Opfer erfreut er die zu Preisenden, durch den Anvāhārya die zu Bedienenden.

tasyobhaye prītā yajñe bhavanti

Beide sind bei seinem Opfer erfreut.

prajāpater bhāgo 'sy ūrjasvān payasvān

Du bist Prajāpatis Anteil, kraftvoll, milchreich.

akṣito 'sy akṣityai tvā

Unvergänglich bist du; zur Unvergänglichkeit (nehme ich) dich.

prāṇāpānau me pāhi

Behüte mir Einatmung und Ausatmung!

samānavyānau me pāhi

Behüte mir Samāna und Vyāna!

udānarūpe me pāhi

Behüte mir Udāna und die Gestalt (rūpa)!

prajāpatim eva samakṣam ṛdhnoti ‖

Prajāpati fördert er so unmittelbar vor Augen.