Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 11 Agnihotra nach dem Anlegen, das volle Schmalzlöffel-Opfer an Prajāpati und die Deutung von Anlegen und Verzehr.

agniṃ vai sṛṣṭam agnihotram anvasṛjyata

Dem geschaffenen Agni wurde nämlich das Agnihotra nachgeschaffen.

tasmād agnim āhitam agnihotreṇānūddravanti

Deshalb laufen sie dem angelegten Feuer mit dem Agnihotra nach.

āgneyī sāyam āhutis saurī prātar

Abends ist die Spende für Agni, morgens die für Sūrya.

yad āgneyyā prātar juhuyāt prajananaṃ purastāt pariharet

Wenn er morgens mit der Agni-Spende opferte, würde er die Zeugung nach vorn weg tragen [?].

ayathāpūrvaṃ kuryāt

Er würde es nicht der früheren Ordnung gemäß tun.

pūrṇayā srucā manasā prajāpataye juhoti

Mit vollem Löffel (sruc) opfert er in Gedanken für Prajāpati.

pūrṇaḥ prajāpatiḥ

Voll ist Prajāpati.

prajāpatim evāpnoti

Prajāpati eben erlangt er.

pūrṇo vai prajāpatis samṛddhibhir ūno vyṛddhibhiḥ

Prajāpati ist nämlich voll an Erfolgen, mangelnd an Misserfolgen.

pūrṇaḥ puruṣaḥ kāmair ūnas samṛddhibhiḥ

Der Mensch ist voll an Wünschen, mangelnd an Erfolgen.

pūrṇayaiva pūrṇās samṛddhīr avarunddhe

Mit dem vollen (Löffel) eben gewinnt er volle Erfolge.

ānītā vā anyeṣāṃ devānām̐ smo 'nānītā anyeṣām

Wir sind nämlich von einigen Göttern hergeführt (übernommen), von anderen nicht hergeführt [?].

sam̐sparśenānyeṣāṃ jīvāmas sakāśenānyeṣām

Durch die Berührung mit einigen leben wir, durch die Nähe zu anderen [?].

pṛthivyā vātasyāpāṃ teṣām ānītās smas teṣām̐ sam̐sparśena jīvāmas

Von Erde, Wind und Wasser sind wir hergeführt; durch die Berührung mit ihnen leben wir.

agnes sūryasya divas teṣām anānītās smas teṣām̐ sakāśena jīvāmas

Von Agni, Sūrya und Himmel sind wir nicht hergeführt; durch die Nähe zu ihnen leben wir.

ta enam āneṣata

Sie haben ihn (zu sich) hergeführt.

śreyaso vrātasya bhavati

Er wird einer vom besseren Gelübde (Schar) [?].

nāsya manuṣyāḥ pāpavasīyasasyeśate ya evaṃ veda ‖

Über ihn gebieten Menschen nicht als über einen, der schlechter oder besser gestellt wäre [?], wer dies so weiß.

yad ātmanālabheta pramāyukas syāt

Wenn er (sie) mit dem eigenen Selbst ergriffe, so würde er dem Tod verfallen [?].

ājyena cauṣadhībhiś cālabhate

Mit Schmelzbutter und mit Kräutern ergreift er sie.

apramāyuko bhavati

Er wird einer, der nicht vorzeitig stirbt.

ānīto vā eṣa devānāṃ ya āhitāgnis

Hergeführt (aufgenommen) ist nämlich von den Göttern jener, der das Feuer angelegt hat.

pūrṇayā srucā juhoti

Mit vollem Löffel opfert er.

pūrṇayāgnaye 'lam akar

Mit dem vollen hat er Agni Genüge geleistet (ihn zufriedengestellt).

oṣadhayaś ca vai vanaspatayaś ca divā samadadhus

Die Pflanzen und die Bäume brachten am Tage (etwas) zusammen [?].

ta ito 'nyat sarvam abādhanta

Sie bedrängten alles andere außer diesem.

sa prajāpatir amanyateme vāvedam abhūvann iti

Prajāpati dachte: „Diese sind wahrlich dies (alles) geworden.“

so 'gnim̐ sṛṣṭvā tam ādhatta

Er schuf Agni und legte ihn an.

tenainān nyabhāvayat

Damit ließ er sie niedergehen (unterlag er sie) [?].

bhrātṛvyasahano vāvaiṣa ādhīyate hutādyāya

Dieser wird eben als Bezwinger des Nebenbuhlers angelegt, zum Essen des Geopferten.

eṣa vā ahutādyo 'lam agnyādheyāya sann anāhitāgnis

Dieser (Mensch) ist nämlich einer, der Ungeopfertes isst, obwohl er zum Anlegen des Feuers fähig ist, ohne angelegtes Feuer [?].

hutam evaitena svaditam atti ‖

Das Geopferte eben, wohlschmeckend gemacht, isst er hiermit.