Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 5 Über das Ross, das dem Feuer vorausgeführt wird, und die Gaben: Ross, Zugtier, Gold; Agni und die Varuṇānīs.

agnir vai prāṅ udetuṃ nākāmayata

Agni wollte nicht nach Osten aufgehen.

tam aśvenodavahan

Sie führten ihn mit dem Ross hinauf.

yat pūrvam udavahaṃs tat pūrvavāhaḥ pūrvavāṭtvam

Dass sie ihn vorn hinaufführten, das ist der Vorausfahrer (pūrvavāh), das Vorausfahrer-Sein.

agnir vai prajāpatis tasyāśvaś cakṣur

Agni ist Prajāpati; dessen Auge ist das Ross.

yad aśvaṃ puro nayanti

Dass man das Ross vorausführt,

svam eva tac cakṣuḥ paśyann anūdeti

so geht er sein eigenes Auge sehend hinterher auf.

stomapurogā vai devā ebhyo lokebhyo 'surān prāṇudanta

Die Götter, den Stoma an der Spitze, stießen die Asuras aus diesen Welten.

stomād aśvas saṃbhūtas

Aus dem Stoma ist das Ross entstanden.

yad aśvaṃ puro nayanti

Dass man das Ross vorausführt,

stomapurogā evaibhyo lokebhyo bhrātṛvyaṃ praṇudate

so stößt man, den Stoma an der Spitze, den Nebenbuhler aus diesen Welten.

agniṃ vai jātaṃ rakṣāṃsy adhūrvan

Als Agni geboren war, bedrängten ihn die Rakṣas.

tāny aśvenāpāhata

Diese schlug er mit dem Ross weg.

yad aśvaṃ puro nayanti

Dass man das Ross vorausführt,

rakṣasām apahatyai

dient der Abwehr der Rakṣas.

aśvo vai bhūtvā yajño manuṣyān atyakrāmat

Als Ross geworden überschritt das Opfer die Menschen.

tam etad atikrāmantaṃ manyante

Dieses halten sie für das Überschreitende,

yad aśvam abhyāvartayanti

wenn sie das Ross herumwenden;

yajñam evaitad yajamānam abhyāvartayanti

das Opfer wenden sie damit dem Opferherrn zu.

agnir vā aśvaṃ prāviśat

Agni fuhr in das Ross.

kṛṣṇo bhūtvā so 'trāgacchad yatraiṣa mṛgaśapha iva

Schwarz geworden kam er dorthin, wo dieser gleichsam einen Hirschhuf (mṛgaśapha) hat [?].

yad aśvam ākramayati

Dass er das Ross auftreten lässt,

vāstu vā etat

Dies ist nämlich eine Wohnstätte (vāstu),

indro vai yatīn sālāvṛkeyebhyaḥ prāyacchat

Indra gab die Yatis den Sālāvṛkas (Wölfen) hin.

teṣām adyamānānām̐ syūmaraśmir ṛṣir aśvaṃ prāviśat

Als sie gefressen wurden, fuhr von ihnen der Ṛṣi Syūmaraśmi in das Ross.

tasmād aśvas svam̐ śakṛd upajighrati

Deshalb beschnuppert das Ross seinen eigenen Mist:

kaccid ṛṣiṃ cāgniṃ ca na nirāsthā3m iti

„Habe ich wohl den Ṛṣi und Agni nicht ausgeworfen?“

agniṃ vai vibhājaṃ nāśaknuvan

Agni konnten sie nicht verteilen.

tam aśvena vyabhajan

Sie verteilten ihn mit dem Ross.

yad aśvaṃ puro nayanti

Dass man das Ross vorausführt,

agner eva vibhaktyai ‖

dient eben der Verteilung Agnis.

yau vāva tā ṛṣiś cāgniś ca te evainaṃ taddevate vibhajatas

Was jener Ṛṣi und Agni sind, diese beiden teilen ihn zu, als deren Gottheiten [?].

prājāpatyo vā aśvas

Dem Prajāpati gehört nämlich das Ross.

sarvā evāsya tena devatā abhīṣṭāḥ prītā bhavanti

dadurch sind ihm alle Gottheiten gnädig gestimmt und erfreut.

paramā vā eṣā dakṣiṇā yad aśvas

Das ist nämlich der höchste Opferlohn (dakṣiṇā), das Ross.

vahino vai paśavo bhuñjanti

Vom Zugtier nämlich haben die Tiere Nutzen [?].

bhunakty enam agnir āhitas

der angelegte Agni schützt ihn [?].

śatamānam

Von hundert Maß (śatamāna) [ist es zu geben].

vīraṃ vā eṣa janayati yo 'gnim ādhatte

Einen Helden zeugt nämlich, wer das Feuer anlegt.

śatadāyo vīras

Ein Held ist hundertfach in der Gabe [?].

trim̐śanmāne pūrvayor haviṣor deye catvārim̐śanmānam uttame

Bei den beiden früheren Opfergaben ist Gold von dreißig Maß zu geben, von vierzig Maß bei der letzten.

abhikrāntena hi yajñasyardhnoti

denn durch Fortschreiten gedeiht man im Opfer.

ātmā vai haviḥ pavitram̐ hiraṇyam

Die Opfergabe ist das Selbst; ein Reinigungsmittel (pavitra) ist das Gold.

sarveṣv evainam̐ haviṣṣu punāti

In allen Opfergaben reinigt er ihn.

agnir vai varuṇānīr abhyakāmayata

Agni begehrte die Varuṇānīs (Gattinnen des Varuṇa).

svenaivainaṃ tejasā samardhayati

so lässt er ihn mit dessen eigenem Glanz gedeihen.

nopāsya punar ādadhīta

Ohne (Gold) hingelegt zu haben, soll man nicht wieder anlegen [?].

grasitam asya niṣkhidati

Das von ihm Verschlungene bricht heraus [?].

agniṃ vai varuṇānīr abhyakāmayanta

Die Varuṇānīs begehrten Agni.

tās samabhavad āpo varuṇānīr

Er vereinigte sich mit ihnen, den Wassern, den Varuṇānīs [?].

yad agne reto 'sicyata tad dharitam abhavat

Was von Agnis Samen ausgegossen wurde, das wurde gelbgrün (harita);

yad apāṃ tad rajatam

was von den Wassern, das (wurde) Silber (rajata).

tasmād dharitarajatābhyām ubhayāhiraṇyas

Daher ist das Gold gewissermaßen zweifach, aus Gelbgrünem und Silbrigem [?].

yad garbhasya śamalaṃ tad durvarṇam

Was des Keimes Schmutz (śamala), das ist das Missfarbene (durvarṇa).

tasmād brāhmaṇena durvarṇaṃ na bhartavyam

Deshalb soll ein Brahmane nichts Missfarbenes tragen.

svenaivainaṃ retasā samardhayati ‖

mit dessen eigenem Samen lässt er ihn gedeihen.