Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 8 Die Opferlöhne beim Anlegen der Feuer, ihre Zahlen und die Deutung der vier Opfergaben für Agni Pavamāna, Pāvaka und Śuci.

sayonitvāya

zur Gleichheit des Ursprungs (Zusammengehörigkeit) [?].

sarvadevatyaṃ vāsas

Das Gewand gehört allen Göttern,

devatānām abhīṣṭyai

zur Erlangung der Götter (ihrer Gunst) [?].

vardhamānā dakṣiṇā deyā

Ein wachsender Opferlohn (dakṣiṇā) ist zu geben.

dakṣiṇāyā vai vṛddhiṃ yajamāno 'nuvardhate

Mit dem Wachstum des Opferlohns wächst nämlich der Opferherr mit.

upāharantī dakṣiṇā deyā

Ein herbeibringender Opferlohn (dakṣiṇā) ist zu geben.

dhenur vā upāharantī

Die Milchkuh ist nämlich die Herbeibringende.

upa hy eṣā paya āharati

Denn diese bringt Milch herbei.

nāsyāgnim ādadhānasya kanīyo bhavati

Dem, der das Feuer anlegt, wird nichts geringer.

dhenur hotre deyā

Eine Milchkuh ist dem Hotṛ zu geben,

āśiṣām avaruddhyai

zur Gewinnung der Wünsche (Segenssprüche).

vahny eva yajñasyāvarunddhe

den Zugträger des Opfers gewinnt er damit.

devaratho vā eṣa prayujyate yad yajñas

Der Götterwagen wird nämlich angeschirrt, das ist das Opfer.

manuṣyarathenaiva devaratham abhyātiṣṭhati

Mit dem Menschenwagen besteigt er eben den Götterwagen.

mithunau gāvau deyau

Ein Paar Rinder (männlich und weiblich) ist zu geben,

mithunasyāvaruddhyai

zur Gewinnung des Paares (der Paarung).

ṣaḍ vā ṛtavas

Sechs sind nämlich die Jahreszeiten.

ṛtuṣv eva pratitiṣṭhati

In den Jahreszeiten eben fasst er festen Stand.

dvādaśa māsās saṃvatsaras

Zwölf Monate sind das Jahr.

yadi dvādaśātipracyaveta caturvim̐śatiṃ dadyāt

Wenn er über zwölf hinaus (das Maß) überschreiten sollte, so soll er vierundzwanzig geben.

caturvim̐śatyakṣarā gāyatrī

Die Gāyatrī hat vierundzwanzig Silben.

gāyatrī yajñamukham

Die Gāyatrī ist der Mund des Opfers.

gāyatrīm eva yajñamukhaṃ nātikrāmati

Die Gāyatrī, den Mund des Opfers, überschreitet er eben nicht.

trīṇi havīm̐ṣi bhavanti

Drei Opfergaben (havis) sind es.

imān eva lokān āpnoti

Diese Welten eben erlangt er.

trir virāḍ vyakramata

Dreimal schritt die Virāj aus.

virāja evainaṃ vikrāntam anu vikramayati

Der Virāj, die ausgeschritten ist, lässt er ihn nachschreiten.

yat pavamānam

Dass es (die Gabe) dem Pavamāna (Läuternden) gilt,

yat pāvakam

Dass es dem Pāvaka (Reinigenden) gilt –

annaṃ vai pāvakam

Speise ist nämlich das Pāvaka –

annam evāsmai tena prayacchati

damit gibt er ihm eben Speise.

yac chucaye

Dass es dem Śuci (Leuchtenden, Reinen) gilt,

śucim evainaṃ medhyaṃ yajñiyaṃ tena karoti

damit macht er ihn eben rein, opferrein (medhya) (und) opferwürdig.

paśumān asāni prajāvān asāni tejasvy asānīti vā agnim ādhatte

„Reich an Vieh möge ich sein, reich an Nachkommen möge ich sein, glanzvoll möge ich sein“, (so denkend) legt er nämlich Agni an.

prāṇo vai pavamānaḥ

Der Lebenshauch ist nämlich der Pavamāna.

prāṇād adhi paśavaḥ prajāyante

Aus dem Lebenshauch werden die Tiere geboren.

paśūn evāsmai tena prajanayati

damit erzeugt er ihm eben Vieh.

āpo vai pāvakās

Die Wasser sind nämlich die Pāvaka.

adbhyaḥ prajāḥ prajāyante

Aus den Wassern werden die Geschöpfe geboren.

prajām evāsmai tena prajanayati

damit erzeugt er ihm eben Nachkommenschaft.

asau vā ādityaś śucis

Jener Āditya ist nämlich der Śuci.

eṣa tejasaḥ pradātā

Dieser ist der Geber des Glanzes.

asā evāsmā ādityas tejaḥ prayacchati

damit gibt jener Āditya ihm eben Glanz.

devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan

Die Götter und die Asuras waren nämlich im Kampf.

so 'gnir vijayam upayatsu tredhā tanvo vinyadhatta paśuṣu tṛtīyam apsu tṛtīyam amuṣminn āditye tṛtīyam

Als sie dem Sieg entgegenstritten, verteilte Agni seine Körper dreifach: ein Drittel im Vieh, ein Drittel in den Wassern, ein Drittel in jenem Āditya.

yad etāni havīm̐ṣi nirupyante

Dass diese Opfergaben ausgeschüttet werden,

tā evāsyaitat tanvas saṃbharati

damit sammelt er eben diese seine Körper zusammen.

satanūr evaitat satejā ādhīyate

Mit Körper versehen, mit Glanz versehen wird er (Agni) hierdurch angelegt.

ime vai lokā etāni havīm̐ṣi

Diese Welten sind nämlich diese Opfergaben.

nānābarhīm̐ṣi bhavanti

Sie haben je eigenes Barhis (Opferstreu).

imān eva lokān āpṛṇāti

Diese Welten eben füllt er an.

yan nānābarhīm̐ṣi syus

Wenn sie mit je eigenem Barhis wären,

lokaṃ prajananāya

(so wäre) die Welt zur Zeugung [?].

ūnaṃ vai prajā upaprajāyante

Als Mangelhaftes nämlich werden die Geschöpfe nachgeboren [?].

samānabarhiṣī uttare kārye

Die beiden späteren sind mit gemeinsamem Barhis zu machen.

lokam eva prajananāyākas

Die Welt eben hat er zur Zeugung gemacht [?].

tam upaprajāyate

Ihr gegenüber wird nachgeboren [?].

vidma vā imaṃ lokaṃ vidmemaṃ nāmuṃ paśyāmo vā tu na vā

„Wir kennen diese Welt, wir kennen diese, jene sehen wir aber nicht – oder doch?“ [?].

tasmāt samānabarhiṣī uttare kārye

Deshalb sind die beiden späteren mit gemeinsamem Barhis zu machen.

paśavo vā etāni havīm̐ṣi

Das Vieh sind nämlich diese Opfergaben.

ghṛtaṃ puroḍāśās

Die Opferkuchen (puroḍāśa) sind die Schmelzbutter.

yad amno 'nunirvaped rudrāya paśūn apidadhyād apaśus syāt

Wenn er (die Gaben) nach Ablauf (des Jahres) nachträglich ausschütten würde, so würde er Rudra das Vieh zudecken (überlassen), er würde ohne Vieh sein [?].

saṃvatsare 'nunirupyam

Nach einem Jahr ist nachträglich auszuschütten.

saṃvatsareṇaivainam̐ śamayati

Durch das Jahr eben besänftigt er ihn.

śithilaṃ vā etad yajñasya kriyate 'sayoni yat saṃvatsare 'nunirvapati

Locker (schlaff) und ohne Schoß (unverbunden) wird dies des Opfers gemacht, dass er nach einem Jahr nachträglich ausschüttet.

amna evānunirupyam

Nach Ablauf (amnas) [?] ist nachträglich auszuschütten.

aśithilatvāya sayonitvāya ‖

Zur Festigkeit, zur Zusammengehörigkeit.