aṣṭāsu prakrameṣu brāhmaṇenādheyas
Bei acht Schritten (Abstand) ist (das Feuer) vom Brahmanen anzulegen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8
aṣṭāsu prakrameṣu brāhmaṇenādheyas
Bei acht Schritten (Abstand) ist (das Feuer) vom Brahmanen anzulegen.
aṣṭākṣarā gāyatrī
Achtsilbig ist die Gāyatrī,
gāyatracchandā brāhmaṇas
das Gāyatrī-Metrum hat der Brahmane.
svasyaivainaṃ chandasaḥ prātyenasya ādhatte
Aus seinem eigenen Metrum, dem ihm zugehörigen [?], legt er es an.
yathā pitā putraṃ jinvaty evam evainam̐ svaṃ chando jinvati
Wie ein Vater den Sohn erquickt, so erquickt ihn sein eigenes Metrum.
ekādaśasu prakrameṣu rājanyenādheyas
Bei elf Schritten ist es vom Rājanya anzulegen.
ekādaśākṣarā triṣṭup
Elfsilbig ist die Triṣṭubh,
triṣṭupchandā rājanyas
das Triṣṭubh-Metrum hat der Rājanya.
svasyaivainaṃ chandasaḥ prātyenasya ādhatte
Aus seinem eigenen Metrum, dem ihm zugehörigen [?], legt er es an.
yathā pitā putraṃ jinvaty evam enam̐ svaṃ chando jinvati
Wie ein Vater den Sohn erquickt, so erquickt ihn sein eigenes Metrum.
dvādaśasu prakrameṣu vaiśyenādheyas
Bei zwölf Schritten ist es vom Vaiśya anzulegen.
dvādaśākṣarā jagatī
Zwölfsilbig ist die Jagatī,
jagacchandā vaiśyas
das Jagatī-Metrum hat der Vaiśya.
svasyaivainaṃ chandasaḥ prātyenasya ādhatte
Aus seinem eigenen Metrum, dem ihm zugehörigen [?], legt er es an.
yathā pitā putraṃ jinvaty evam enam̐ svaṃ chando jinvati
Wie ein Vater den Sohn erquickt, so erquickt ihn sein eigenes Metrum.
aparimitam avaruṇadhā iti vā agnim ādhatte
„Möge ich Unbegrenztes gewinnen“ – so legt man das Feuer an.
aparimita ādheyas
Unbemessen ist es anzulegen,
aparimitasyāvaruddhyai
zur Gewinnung des Unbegrenzten.
yāvati cakṣuṣā manyeta tāvaty ādadhīta
So weit er mit dem Auge zu erfassen meint, so weit soll er anlegen.
satyaṃ vai cakṣus
Wahrheit ist nämlich das Auge;
satya evainam ādhatte
in der Wahrheit legt er es an.
pūrvāhna ādheyas
Am Vormittag ist es anzulegen.
etad vai puṇyāham
Dies ist nämlich ein glückverheißender (Tages-Teil) (puṇyāha).
puṇyāha evainam ādhatte
Zu glückverheißender Zeit legt er es an.
vyuṣṭāyāṃ purā sūryasyodetor ādheyas
Nach der Morgenröte, ehe die Sonne aufgeht, ist es anzulegen.
etasmin vai loke prajāpatiḥ prajā asṛjata
In dieser Welt schuf Prajāpati die Geschöpfe;
tāḥ prājāyanta
diese wurden geboren.
prajananāyaivam ādheyas
Zur Fortpflanzung ist es so anzulegen.
āgneyī vai rātry aindram ahar
Dem Agni gehört die Nacht, dem Indra der Tag.
yad udite sūrya ādadhītāgneyād varṇād iyāt
Legte man an, wenn die Sonne aufgegangen ist, so käme man von Agnis Farbe (Art, varṇa) weg;
yad anudita aindrāt
legte man an, wenn sie nicht aufgegangen ist, von Indras.
anudite 'para ādheya udite pūrvas
Vor dem Aufgang ist der spätere [?] anzulegen, nach dem Aufgang der frühere [?].
ubhā evaindrāgnyor varṇā āpnoti
Beide Farben, die des Indra und die des Agni, gewinnt er also.
asuryā vai rātrī varṇena śukriyam ahar
Asurisch ist die Nacht der Farbe nach, hell (śukriya) der Tag.
śukriya ādhatte ya udite sūrya ādhatte
Im Hellen legt es an, wer nach Sonnenaufgang anlegt.
naktaṃ vā anuditena divoditena
Nachts ist es nämlich (vor dem Aufgang), tags nach dem Aufgang.
divādhatte ya udite sūrya ādhatte ‖
Bei Tag legt es an, wer nach Sonnenaufgang anlegt.
na vai su vidur iva manuṣyā nakṣatram
Nicht recht kennen nämlich die Menschen gleichsam das Sternbild;
mīmām̐santa iva hy uditena vāva puṇyāham
denn sie sind gleichsam am Erwägen; nur nach dem Aufgang ist ein glückverheißender Tag.
puṇyāha ādhatte ya udite sūrya ādhatte
An glückverheißendem Tag legt es an, wer nach Sonnenaufgang anlegt.
sapta te agne samidhas sapta jihvās saptarṣayas sapta dhāma priyāṇi
„Sieben sind deine Brennhölzer, Agni, sieben Zungen, sieben Ṛṣis, sieben liebe Stätten,
sapta hotrā anuvidvān sapta yonīm̐r āpṛṇasvā ghṛteneti
sieben Hotṛ-Ämter (hotrā) kennend, fülle die sieben Schöße mit Schmelzbutter (ghṛta).“
yāvatīr vā agnes tanvas
So viele Körper (Gestalten) hat Agni.
yo vā asya tā ādadhāno vitarṣayati vi ha tṛṣyati
Wer sie (für ihn) anlegt und sie dürsten lässt, der leidet gewiss Durst.
etāvatīr vā agnes tanvaḥ ṣoḍhā saptasapta
So viele Körper hat Agni: sechsmal je sieben.
tā evāsya prīṇāṭi
Diese erfreut er ihm.
na vitṛṣyati
Er leidet keinen Durst.
pūrṇayā srucā manasā prajāpataye juhoti
Mit gefülltem Opferlöffel (sruc) opfert er in Gedanken (manasā) dem Prajāpati.
pūrṇaḥ prajāpatiḥ
Voll ist Prajāpati;
prajāpatim evāpnoti ‖
Prajāpati gewinnt er eben.