Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 15 Deutung der Punarādheya (Anteil Agnis, Requisiten, Gedeihen) und Erzählung von den Göttern, die ihre Leiber in Agni niederlegten; Punarvasu und Anūrādhā.

agner vai bhāgaḥ punarādheyam

Der Anteil Agnis ist nämlich die Wiederanlegung (punarādheya).

taṃ bhāgaṃ prepsan vyardhayati

Diesen Anteil zu erlangen suchend, verfehlt er (den Erfolg).

yady ādhāya manyeta vyṛdhyate 'syā iti punar ādadhīta

Wenn er nach der Anlegung meint: „Es ist ihm missglückt“, soll er (es) wieder anlegen.

yaṃ bhāgaṃ prepsan vyardhayati taṃ prāpyārdhayaty eva

Welchen Anteil er zu erlangen suchend verfehlte, den erlangend gedeiht er eben.

sarvam āgneyaṃ kriyate

Alles wird Agni gehörig gemacht.

yad kiṃca sarvam agnaye bhāgaṃ prādāt sarvām ṛdhhim ṛdhnoti

Was auch immer, alles hat er Agni als Anteil gegeben; er erlangt volles Gedeihen.

na saṃbhṛtyās saṃbhārā ity āhur na yajuṣ kāryam iti

„Nicht sind Requisiten (saṃbhāra) zusammenzutragen, nicht ist ein Opferspruch zu machen“, sagen sie.

saṃbhṛtasaṃbhāro hy eṣa kṛtayajus

Denn dieser hat die Requisiten (schon) zusammengetragen, den Opferspruch (schon) gemacht.

tat tan na sūrkṣyam

Das ist nicht zu beachten [?].

saṃbhṛtyā eva saṃbhārāḥ kāryaṃ yajuḥ

Zusammenzutragen sind die Requisiten, zu machen ist der Opferspruch.

punarutsyūtaṃ vāso deyaṃ punarutsṛṣṭo 'naḍvān punarniṣkṛto rathas

Ein wieder zusammengenähtes Gewand ist zu geben, ein wieder freigelassener Stier, ein wiederhergestellter Wagen.

etāni vai punarādheyasya rūpāṇi

Dies sind nämlich die Gestalten der Punarādheya;

rūpair evainat samardhayati

durch die Gestalten lässt er sie gelingen.

agnir vā utsīdann apa oṣadhīr anūtsīdati

Agni, wenn er verlischt, verschwindet den Wassern und Pflanzen nach.

āpa etā oṣadhayo yad darbhās

Die Wasser sind diese Pflanzen, nämlich die Darbha-Gräser;

yad darbhā upolapā bhavanti

dass Darbha-Gräser (und) weiche Ulapa-Gräser (verwendet) werden,

adbhya evainam oṣadhībhyo 'dhyavarunddhe ‖

so gewinnt er ihn eben von den Wassern und Pflanzen her.

devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan

Götter und Asuras standen im Kampf gegeneinander.

te devā vijayam upayanto 'gnau priyās tanvas saṃnyadadhata

Die Götter, dem Sieg entgegengehend, legten ihre lieben Leiber in Agni nieder.

yadi jayememā upāvartemahi yadi no jayeyur imā abhyupadhāvemeti

„Wenn wir siegen, wollen wir zu diesen zurückkehren; wenn sie uns besiegen, wollen wir zu diesen eilen.“

te 'bhijityānvaicchan sarveṣāṃ nas saheti

Nachdem sie gesiegt hatten, suchten sie (sie): „(Sie sei) für uns alle gemeinsam.“ [?]

so 'gnir abravīd yo mā maddevatyam ādadhātai sa etābhis tanūbhis saṃbhavād iti

Agni sagte: „Wer mich anlegt, mich zur Gottheit habend, der soll sich mit diesen Leibern vereinigen.“

taṃ devā ādadhata

Ihn legten die Götter an;

ta etābhis tanūbhis samabhavan

sie vereinigten sich mit diesen Leibern.

etābhir eva tanūbhis saṃbhavati ya evaṃ vidvān etam ādhatte

Mit diesen Leibern vereinigt sich, wer so wissend ihn anlegt.

tvaṣṭā paśukāma ādhatta

Tvaṣṭṛ legte ihn an, Vieh wünschend;

ta ime tvāṣṭrāḥ paśavas

dies sind diese Tvaṣṭṛ gehörigen Tiere;

manuḥ puṣṭikāma ādhatta

Manu legte ihn an, Gedeihen wünschend;

sa imān poṣān apuṣyat

er gedieh in diesen Wohlständen;

prajāpatiḥ prajākāma ādhatta

Prajāpati legte ihn an, Nachkommen wünschend;

tā imāḥ prājāpatyāḥ prajāḥ prājāyanta

diese Prajāpati gehörigen Geschöpfe wurden geboren;

yo vai tam ādhatta sa tena vasunā samabhavat

Wer ihn anlegte, der vereinigte sich damit mit Gut (vasu).

tasmāt punarvasus

Darum (heißt die Konstellation) Punarvasu (wieder Gut).

tasmāt punarvasā ādheyas

Darum ist er unter Punarvasu anzulegen.

ārdhnod vai sa yas tam ādhatta

Es gedieh nämlich der, der ihn anlegte;

tasmād anūrādhās

darum (heißt die Konstellation) Anūrādhā (dem Gedeihen folgend).

tasmād anūrādheṣv ādheyaḥ ‖

Darum ist er unter Anūrādhā anzulegen.