aṅgirasāṃ tvā devānāṃ vratenādadha iti brāhmaṇenādheyas
„Nach dem Gelübde (vrata) der Aṅgirasen, der Götter, lege ich dich an“ – so ist (das Feuer) vom Brahmanen anzulegen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8
aṅgirasāṃ tvā devānāṃ vratenādadha iti brāhmaṇenādheyas
„Nach dem Gelübde (vrata) der Aṅgirasen, der Götter, lege ich dich an“ – so ist (das Feuer) vom Brahmanen anzulegen.
ye vai devānām aṅgirasas te brāhmaṇasya pratyenaso 'gnir vāyur vāg bṛhaspatis
Die Aṅgirasen unter den Göttern sind dem Brahmanen zugehörig [pratyenasa: ?]: Agni, Vāyu, Vāc, Bṛhaspati.
tatobandhur asya yajñas tataāyanas
Sein Opfer hat von dort seinen Anschluss (bandhu), von dort seinen Zugang (āyana).
yatobandhur evāsya yajño yataāyanas
Sein Opfer hat eben dort seinen Anschluss, wo es seinen Zugang hat;
tata enaṃ pratīcchati
von dort nimmt es ihn entgegen.
indrasya tvā marutvato vratenādadha iti rājanyenādheyas
„Nach dem Gelübde des Indra Marutvant lege ich dich an“ – so ist es vom Rājanya anzulegen.
ye vai devānāṃ rājānas te rājanyasya pratyenasa indro varuṇo dhātā tvaṣṭā
Die Könige unter den Göttern sind dem Rājanya zugehörig [?]: Indra, Varuṇa, Dhātṛ, Tvaṣṭṛ.
tatobandhur asya yajñas tataāyanas
Sein Opfer hat von dort seinen Anschluss, von dort seinen Zugang.
yatobandhur evāsya yajño yataāyanas
Sein Opfer hat eben dort seinen Anschluss, wo es seinen Zugang hat;
tata enaṃ pratīcchati
von dort nimmt es ihn entgegen.
manos tvā grāmaṇyo vratenādadha iti vaiśyenādheyas
„Nach dem Gelübde des Manu, des Dorfvorstehers (grāmaṇī), lege ich dich an“ – so ist es vom Vaiśya anzulegen.
maruto vai devānāṃ viśas te vaiśyasya pratyenasas
Die Maruts sind nämlich die Stammesleute (viś) der Götter; sie sind dem Vaiśya zugehörig [?].
tatobandhur asya yajñas tataāyanas
Sein Opfer hat von dort seinen Anschluss, von dort seinen Zugang.
yatobandhur evāsya yajño yataāyanas
Sein Opfer hat eben dort seinen Anschluss, wo es seinen Zugang hat;
tata enaṃ pratīcchati
von dort nimmt es ihn entgegen.
iḍā vai manā āsīt
Iḍā war nämlich die des Manu [manā: ?].
sāsurān agnim ādadhānān agacchat
Sie ging zu den Asuras, die das Feuer anlegten.
ta āhavanīyam agra ādadhata
Diese legten zuerst den Āhavanīya an,
atha gārhapatyam
dann den Gārhapatya,
athaudanapacanam
dann den Odanapacana (Kochfeuer).
tān abravīd āptvā śriyaṃ pratyavārukṣan puṇyā bhaviṣyanti parā tu bhaviṣyantīti
Sie sprach von ihnen: „Nachdem sie Glück (śrī) erlangt haben, sind sie wieder herabgestiegen; heilvoll werden sie sein, aber sie werden zugrunde gehen [?].“
sā devān agnim ādadhānān agacchat
Sie ging zu den Göttern, die das Feuer anlegten.
ta odanapacanam agra ādadhata
Diese legten zuerst den Odanapacana an,
atha gārhapatyam
dann den Gārhapatya,
athāhavanīyam
dann den Āhavanīya.
tān abravīd āpañ chriyaṃ vīmaṃ lokam acchindan puṇyā bhaviṣyanti prajā tv eṣāṃ na bhaviṣyatīti
Sie sprach von ihnen: „Sie haben Glück erlangt, haben diese Welt abgeschnitten [vīmam: ?]; heilvoll werden sie sein, aber Nachkommenschaft wird ihnen nicht werden.“
seḍaiva manor ādadhāt
Iḍā selbst legte (das Feuer) für Manu an.
sābravīt tathā te 'gnim ādhāsyāmi yathā manuṣyā devān upa prajaniṣyanta iti
Sie sprach: „So will ich dir das Feuer anlegen, dass die Menschen sich im Anschluss an die Götter fortpflanzen werden.“
sā gārhapatyam agra ādadhāt
Sie legte zuerst den Gārhapatya an,
athaudanapacanam
dann den Odanapacana,
athāhavanīyam
dann den Āhavanīya,
anayor lokayor vyavagṛhītyai ‖
zur Auseinanderhaltung dieser beiden Welten.
tato manuṣyā devān upa prājāyanta
Daraufhin wurden die Menschen im Anschluss an die Götter geboren.
prajananāyaivam ādheyas
Zur Fortpflanzung ist es so anzulegen,
atho anayor eva lokayor vyavagṛhītyai
und zur Auseinanderhaltung eben dieser beiden Welten.
prajāpatir vai yad agre vyāharat sa satyam eva vyāharat
Was Prajāpati am Anfang aussprach, sprach er nur als Wahrheit aus.
etad vāva sa trir vyāharad bhūr bhuvas svar iti
Dies sprach er dreimal aus: „bhūḥ, bhuvaḥ, svar“.
etad vai vācas satyam
Dies ist nämlich des Wortes Wahrheit.
yad eva vācas satyaṃ tenādhatte
Mit der Wahrheit des Wortes legt er an.
bhūṣṇu vai satyam
Gedeihenreich (bhūṣṇu) ist die Wahrheit.
ya evaṃ vidvān etenādhatte bhavaty eva
Wer so wissend hiermit anlegt, der wird eben (wirklich).
ayaṃ vā aparo bhūr asau pūrvo bhuvas
Dieser ist das spätere „bhūḥ“, jener das frühere „bhuvaḥ“.
bhūr bhuvar ity apara ādheyas
Mit „bhūr bhuvaḥ“ ist der spätere anzulegen,
satyasyānanugatyai
damit man der Wahrheit nicht nachgeht [?].
bhūr bhuvas svar iti pūrvas
Mit „bhūr bhuvaḥ svar“ der frühere;
tat puras sarvam āpyate
damit wird vorab alles erlangt.
vāg vai devatāṃ niravadata
Vāc schmähte (verwarf) nämlich eine Gottheit [?].
niruditadevatā hi vai vāk
Vāc ist nämlich eine, deren Gottheit ausgesprochen (verworfen) ist [?].
atha tat sarvaṃ na satyaṃ yad vācā śapate yat prāśūr bhavati
Dann ist all das nicht wahr, was man mit dem Wort beschwört, was man ‚prāśū‘ wird [?].
yāṃ vai tāṃ vāg devatāṃ niravadataiṣā vāva sā yad etā vyāhṛtayas
Diejenige Gottheit, die Vāc verwarf, eben die ist diese, nämlich diese Aussprüche (vyāhṛti).
etad vai vācas sadevam
Dies ist nämlich das Götterbehaftete (sadeva) des Wortes.
yad eva vācas sadevaṃ tenādhatte
Mit dem Götterbehafteten des Wortes legt er an.
ayaṃ vā aparo bhūr asau pūrvo bhuvas
Dieser ist das spätere „bhūḥ“, jener das frühere „bhuvaḥ“.
bhūr bhuvar ity apara ādheyas
Mit „bhūr bhuvaḥ“ ist der spätere anzulegen.
ubhā evainau sahādhatte
Beide legt er zusammen an.
eṣa hy etasya yonis
Denn dieser ist jenes Schoß,
etasmād dhy eṣo 'dhisṛjyate
denn aus diesem wird dieser hervorgebracht.
ayaṃ vāvāgnir yo 'yam antaragni yo 'sau pūrvo 'sā āditya eṣa yo 'sā amuṣmād adhisṛjyate yad dvitīyaṃ jyotis tad eva tat
Dies ist eben jenes Feuer, das Innenfeuer hier; jener frühere, der da, ist der Āditya; und dieser, der aus jenem hervorgebracht wird, welcher das zweite Licht ist, ist eben dieses.
bhūr bhuvas svar iti pūrva ādheyas
Mit „bhūr bhuvaḥ svar“ ist der frühere anzulegen.
ubhā evainau sahādhatte
Beide legt er zusammen an.
eṣa hy etasya yonis
Denn dieser ist jenes Schoß,
etasmād dhy eṣo 'dhi prahriyate
denn aus diesem wird dieser hervorgesandt.
yo 'sā amuṣmād adhi prahriyate yat tṛtīyaṃ jyotis tad eva tenāpyate
Der, der aus jenem hervorgesandt wird, welcher das dritte Licht ist, eben dieses wird damit erlangt.
asau vāvaiṣa ādityaḥ pratyaṅṅ ādhīyate
Jener Āditya selbst wird nach Westen gewandt angelegt.
tasmād eṣa sarvāḥ prajāḥ pratyaṅ
Deshalb ist dieser allen Geschöpfen zugewandt (westwärts).
agninā vai devā annam adanti
Mit Agni essen die Götter Speise;
pratyag vā annam adyate
nach Westen gewandt wird Speise gegessen.
yat pratyaṅṅ ādhīyate
Dass er nach Westen gewandt angelegt wird,
annādyāya
dient dem Speisegenuss (annādya).
prāco vai devān prajāpatir asṛjatāpāco 'surān
Nach Osten hin schuf Prajāpati die Götter, nach Westen hin die Asuras.
so 'surān brahmaṇāpānudata
Er trieb die Asuras mit dem Brahman (heiligen Wort) fort.
agnir brahma
Agni ist das Brahman.
yat pratyaṅṅ ādhīyate
Dass er nach Westen gewandt angelegt wird,
bhrātṛvyasyāpanuttyai
dient der Wegtreibung des Nebenbuhlers.
imam ardham agninā pariyantīmam ardham upacaranti
Diese Hälfte umgehen sie mit Agni, dieser Hälfte dienen sie.
devānām evārdhaṃ pariyanti devānām ardham upacaranti
Der Götter Hälfte umgehen sie, der Götter Hälfte dienen sie.
imāṃ diśam abhyāvṛtya juhoti
Dieser Himmelsrichtung zugewandt opfert er.
etasyāṃ vai devā diśi
In dieser Himmelsrichtung sind nämlich die Götter;
yasyām eva devā diśi tāṃ diśam abhyāvṛtya juhoti ‖
in welcher Himmelsrichtung die Götter sind, dieser zugewandt opfert er.