Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 4 Über die Gelübde der Stände beim Anlegen, die Reihenfolge der drei Feuer (Iḍā und Manu), die Vyāhṛtis bhūr bhuvaḥ svar und das Anlegen nach Westen.

aṅgirasāṃ tvā devānāṃ vratenādadha iti brāhmaṇenādheyas

„Nach dem Gelübde (vrata) der Aṅgirasen, der Götter, lege ich dich an“ – so ist (das Feuer) vom Brahmanen anzulegen.

ye vai devānām aṅgirasas te brāhmaṇasya pratyenaso 'gnir vāyur vāg bṛhaspatis

Die Aṅgirasen unter den Göttern sind dem Brahmanen zugehörig [pratyenasa: ?]: Agni, Vāyu, Vāc, Bṛhaspati.

tatobandhur asya yajñas tataāyanas

Sein Opfer hat von dort seinen Anschluss (bandhu), von dort seinen Zugang (āyana).

yatobandhur evāsya yajño yataāyanas

Sein Opfer hat eben dort seinen Anschluss, wo es seinen Zugang hat;

tata enaṃ pratīcchati

von dort nimmt es ihn entgegen.

indrasya tvā marutvato vratenādadha iti rājanyenādheyas

„Nach dem Gelübde des Indra Marutvant lege ich dich an“ – so ist es vom Rājanya anzulegen.

ye vai devānāṃ rājānas te rājanyasya pratyenasa indro varuṇo dhātā tvaṣṭā

Die Könige unter den Göttern sind dem Rājanya zugehörig [?]: Indra, Varuṇa, Dhātṛ, Tvaṣṭṛ.

tatobandhur asya yajñas tataāyanas

Sein Opfer hat von dort seinen Anschluss, von dort seinen Zugang.

yatobandhur evāsya yajño yataāyanas

Sein Opfer hat eben dort seinen Anschluss, wo es seinen Zugang hat;

tata enaṃ pratīcchati

von dort nimmt es ihn entgegen.

manos tvā grāmaṇyo vratenādadha iti vaiśyenādheyas

„Nach dem Gelübde des Manu, des Dorfvorstehers (grāmaṇī), lege ich dich an“ – so ist es vom Vaiśya anzulegen.

maruto vai devānāṃ viśas te vaiśyasya pratyenasas

Die Maruts sind nämlich die Stammesleute (viś) der Götter; sie sind dem Vaiśya zugehörig [?].

tatobandhur asya yajñas tataāyanas

Sein Opfer hat von dort seinen Anschluss, von dort seinen Zugang.

yatobandhur evāsya yajño yataāyanas

Sein Opfer hat eben dort seinen Anschluss, wo es seinen Zugang hat;

tata enaṃ pratīcchati

von dort nimmt es ihn entgegen.

iḍā vai manā āsīt

Iḍā war nämlich die des Manu [manā: ?].

sāsurān agnim ādadhānān agacchat

Sie ging zu den Asuras, die das Feuer anlegten.

ta āhavanīyam agra ādadhata

Diese legten zuerst den Āhavanīya an,

athaudanapacanam

dann den Odanapacana (Kochfeuer).

tān abravīd āptvā śriyaṃ pratyavārukṣan puṇyā bhaviṣyanti parā tu bhaviṣyantīti

Sie sprach von ihnen: „Nachdem sie Glück (śrī) erlangt haben, sind sie wieder herabgestiegen; heilvoll werden sie sein, aber sie werden zugrunde gehen [?].“

sā devān agnim ādadhānān agacchat

Sie ging zu den Göttern, die das Feuer anlegten.

ta odanapacanam agra ādadhata

Diese legten zuerst den Odanapacana an,

tān abravīd āpañ chriyaṃ vīmaṃ lokam acchindan puṇyā bhaviṣyanti prajā tv eṣāṃ na bhaviṣyatīti

Sie sprach von ihnen: „Sie haben Glück erlangt, haben diese Welt abgeschnitten [vīmam: ?]; heilvoll werden sie sein, aber Nachkommenschaft wird ihnen nicht werden.“

seḍaiva manor ādadhāt

Iḍā selbst legte (das Feuer) für Manu an.

sābravīt tathā te 'gnim ādhāsyāmi yathā manuṣyā devān upa prajaniṣyanta iti

Sie sprach: „So will ich dir das Feuer anlegen, dass die Menschen sich im Anschluss an die Götter fortpflanzen werden.“

sā gārhapatyam agra ādadhāt

Sie legte zuerst den Gārhapatya an,

anayor lokayor vyavagṛhītyai ‖

zur Auseinanderhaltung dieser beiden Welten.

tato manuṣyā devān upa prājāyanta

Daraufhin wurden die Menschen im Anschluss an die Götter geboren.

prajananāyaivam ādheyas

Zur Fortpflanzung ist es so anzulegen,

atho anayor eva lokayor vyavagṛhītyai

und zur Auseinanderhaltung eben dieser beiden Welten.

prajāpatir vai yad agre vyāharat sa satyam eva vyāharat

Was Prajāpati am Anfang aussprach, sprach er nur als Wahrheit aus.

etad vāva sa trir vyāharad bhūr bhuvas svar iti

Dies sprach er dreimal aus: „bhūḥ, bhuvaḥ, svar“.

etad vai vācas satyam

Dies ist nämlich des Wortes Wahrheit.

yad eva vācas satyaṃ tenādhatte

Mit der Wahrheit des Wortes legt er an.

bhūṣṇu vai satyam

Gedeihenreich (bhūṣṇu) ist die Wahrheit.

ya evaṃ vidvān etenādhatte bhavaty eva

Wer so wissend hiermit anlegt, der wird eben (wirklich).

ayaṃ vā aparo bhūr asau pūrvo bhuvas

Dieser ist das spätere „bhūḥ“, jener das frühere „bhuvaḥ“.

bhūr bhuvar ity apara ādheyas

Mit „bhūr bhuvaḥ“ ist der spätere anzulegen,

satyasyānanugatyai

damit man der Wahrheit nicht nachgeht [?].

bhūr bhuvas svar iti pūrvas

Mit „bhūr bhuvaḥ svar“ der frühere;

tat puras sarvam āpyate

damit wird vorab alles erlangt.

vāg vai devatāṃ niravadata

Vāc schmähte (verwarf) nämlich eine Gottheit [?].

niruditadevatā hi vai vāk

Vāc ist nämlich eine, deren Gottheit ausgesprochen (verworfen) ist [?].

atha tat sarvaṃ na satyaṃ yad vācā śapate yat prāśūr bhavati

Dann ist all das nicht wahr, was man mit dem Wort beschwört, was man ‚prāśū‘ wird [?].

yāṃ vai tāṃ vāg devatāṃ niravadataiṣā vāva sā yad etā vyāhṛtayas

Diejenige Gottheit, die Vāc verwarf, eben die ist diese, nämlich diese Aussprüche (vyāhṛti).

etad vai vācas sadevam

Dies ist nämlich das Götterbehaftete (sadeva) des Wortes.

yad eva vācas sadevaṃ tenādhatte

Mit dem Götterbehafteten des Wortes legt er an.

ayaṃ vā aparo bhūr asau pūrvo bhuvas

Dieser ist das spätere „bhūḥ“, jener das frühere „bhuvaḥ“.

bhūr bhuvar ity apara ādheyas

Mit „bhūr bhuvaḥ“ ist der spätere anzulegen.

etasmād dhy eṣo 'dhisṛjyate

denn aus diesem wird dieser hervorgebracht.

ayaṃ vāvāgnir yo 'yam antaragni yo 'sau pūrvo 'sā āditya eṣa yo 'sā amuṣmād adhisṛjyate yad dvitīyaṃ jyotis tad eva tat

Dies ist eben jenes Feuer, das Innenfeuer hier; jener frühere, der da, ist der Āditya; und dieser, der aus jenem hervorgebracht wird, welcher das zweite Licht ist, ist eben dieses.

bhūr bhuvas svar iti pūrva ādheyas

Mit „bhūr bhuvaḥ svar“ ist der frühere anzulegen.

etasmād dhy eṣo 'dhi prahriyate

denn aus diesem wird dieser hervorgesandt.

yo 'sā amuṣmād adhi prahriyate yat tṛtīyaṃ jyotis tad eva tenāpyate

Der, der aus jenem hervorgesandt wird, welcher das dritte Licht ist, eben dieses wird damit erlangt.

asau vāvaiṣa ādityaḥ pratyaṅṅ ādhīyate

Jener Āditya selbst wird nach Westen gewandt angelegt.

tasmād eṣa sarvāḥ prajāḥ pratyaṅ

Deshalb ist dieser allen Geschöpfen zugewandt (westwärts).

agninā vai devā annam adanti

Mit Agni essen die Götter Speise;

pratyag vā annam adyate

nach Westen gewandt wird Speise gegessen.

yat pratyaṅṅ ādhīyate

Dass er nach Westen gewandt angelegt wird,

prāco vai devān prajāpatir asṛjatāpāco 'surān

Nach Osten hin schuf Prajāpati die Götter, nach Westen hin die Asuras.

so 'surān brahmaṇāpānudata

Er trieb die Asuras mit dem Brahman (heiligen Wort) fort.

yat pratyaṅṅ ādhīyate

Dass er nach Westen gewandt angelegt wird,

bhrātṛvyasyāpanuttyai

dient der Wegtreibung des Nebenbuhlers.

imam ardham agninā pariyantīmam ardham upacaranti

Diese Hälfte umgehen sie mit Agni, dieser Hälfte dienen sie.

devānām evārdhaṃ pariyanti devānām ardham upacaranti

Der Götter Hälfte umgehen sie, der Götter Hälfte dienen sie.

imāṃ diśam abhyāvṛtya juhoti

Dieser Himmelsrichtung zugewandt opfert er.

etasyāṃ vai devā diśi

In dieser Himmelsrichtung sind nämlich die Götter;

yasyām eva devā diśi tāṃ diśam abhyāvṛtya juhoti ‖

in welcher Himmelsrichtung die Götter sind, dieser zugewandt opfert er.