Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 12

Hymne 12.12 Indras Sieg über Vṛtra

indrasya nu vīryāṇi pra vocaṃ / yāni cakāra prathamāni vajrī | / ahann ahim anv apas tatarda / pra vakṣaṇā abhinat parvatānām ||

Von Indras Heldentaten will ich nun verkünden, / die er als Erster tat, der Keulenträger: / er erschlug die Schlange, er erschloss die Wasser, / er spaltete die Bäuche der Berge.

ahann ahiṃ parvate śiśriyāṇaṃ / tvaṣṭāsmai vajraṃ svaryaṃ tatakṣa | / vāśrā iva dhenavaḥ syandamānā / añjaḥ samudram ava jagmur āpaḥ ||

Er erschlug die Schlange, die im Berg Zuflucht genommen hatte; / Tvaṣṭṛ zimmerte ihm die himmlische Keule; / wie brüllende Milchkühe strömend / flossen die Wasser rasch hinab zum Meer.

vṛṣāyamāṇo 'vṛṇīta somaṃ / trikadrukeṣv apibat sutasya | / ā sāyakaṃ maghavādatta vajram / ahann enaṃ prathamajām ahīnam ||

Stiergleich wählte er den Soma, / in den Trikadrukas trank er vom Gepressten; / der Gabenreiche nahm den Pfeil, die Keule; / er erschlug diese Erstgeborene der Schlangen.

yad indrāhan prathamajām ahīnām / ān māyinām amināḥ prota māyāḥ | / āt sūryaṃ janayan dyām uṣāsaṃ / tādītnā śatruṃ na kilā vivitse ||

Als du, Indra, die Erstgeborene der Schlangen erschlugst / und die Zauberkünste der Zauberer zunichte machtest, / da, Sonne, Himmel und Morgenröte erzeugend, / fandest du fürwahr keinen Feind mehr [?].

ahan vṛtraṃ vṛtrataraṃ vyaṃsam / indro vajreṇa mahatā vadhena | / skadhāṃsīva kuliśenā vivṛkṇā- / -ahiḥ śayad upapṛk pṛthivyāḥ ||

Er erschlug Vṛtra, den überaus vṛtra-gleichen, den Schulterlosen, / Indra mit der Keule, der großen tödlichen Waffe; / wie Stämme mit dem Beil abgehauen / lag die Schlange, die Erde berührend.

ayoddheva durmada ā hi juhve / mahāvīraṃ tu vibādham ṛjīṣam | / nātārīd asya samṛtiṃ vadhānāṃ / saṃ rujānāḥ pipiṣa indraśatruḥ ||

Wie ein Nichtkämpfer, ein Übermütiger, rief er ihn heraus, / den großen Helden, den Bedränger, den Ṛjīṣa-Trinker; / er entrann nicht dem Zusammentreffen mit seinen Waffenschlägen; / die Zerbrechenden [?] zermalmte / zerrieb sich der Indra-Feind.

apād ahasto apṛtanyad indram / āsya vajram adhi sānau jaghāna | / vṛṣṇo vadhriḥ pratimānaṃ babhūṣan / purutrā vṛtro aśayad vyastaḥ ||

Ohne Fuß und Hand bekämpfte er Indra; / [dieser] schlug ihm die Keule auf den Rücken; / der Entmannte, der dem Stier gleichkommen wollte, / lag Vṛtra vielfach zerstückelt da.

nadaṃ na bhinnam amuyā śayānaṃ / mano ruhāṇā ati yanty āpaḥ | / yāś cid vṛtro mahinā paryatiṣṭhat / tāsām ahiḥ patsutaḥśīr babhūva ||

Wie über ein zerbrochenes Rohr, das hier liegt, / gehen die Wasser hinweg, freudig aufsteigend; / die Vṛtra durch seine Macht umlagert hatte: / unter deren Füßen wurde die Schlange zum Liegenden.

nicāvayā abhavad vṛtraputra- / -indro asyā ava vadhar jabhāra | / uttarā sūr adharaḥ putra āsīd / dānuḥ śaye sahavatsā na dhenuḥ ||

Nīcāvayā, deren Sohn Vṛtra war, wurde [sie]; / Indra schlug ihr die Waffe hinab; / oben war die Mutter, unten der Sohn; / Dānu liegt da wie eine Kuh mit Kalb.

atiṣṭhantīnām aniveśanānāṃ / kāṣṭhānāṃ madhye nihitaṃ śarīram | / vṛkasya niṇyaṃ vi caranty āpo / dīrghaṃ tama āśayad indraśatruḥ ||

Inmitten der nicht stehenden, ruhelosen Fluten / ist der Körper hingelegt; / des Wolfes [?] verborgenen Ort durchziehen die Wasser; / lange Finsternis lag der Indra-Feind.