ye rāṣṭrabhṛto ye rāṣṭrasyānubhartāras tebhyo rāṣṭrīyaḥ parideyas
Den Reichsträgern (rāṣṭrabhṛt), den Nachträgern des Reiches – ihnen ist der Rāṣṭrīya (der zum Reich Gehörige, der Reichsinhaber [?]) anzuvertrauen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 37
ye rāṣṭrabhṛto ye rāṣṭrasyānubhartāras tebhyo rāṣṭrīyaḥ parideyas
Den Reichsträgern (rāṣṭrabhṛt), den Nachträgern des Reiches – ihnen ist der Rāṣṭrīya (der zum Reich Gehörige, der Reichsinhaber [?]) anzuvertrauen.
ime vāva te prāṇās
Diese sind ja jene Lebenshauche (prāṇa).
tebhya evainaṃ paridadāti
Ihnen eben vertraut er ihn an.
teṣām etāḥ patnyas tān etā anu tābhyo 'trāpi kāryam
Deren Gattinnen sind diese; jene (Männer) begleiten diese; für sie ist hierbei auch (etwas) zu tun.
tābhya evaitat kriyate
Für sie eben wird dies getan.
tā hy etā anu
Denn diese folgen (jenen) nach.
purodhākāmaḥ kurvīta
Wer das Amt des Hauspriesters (purodhā) wünscht, soll es vollziehen.
brahma caiva kṣatraṃ ca sayujau karoti
Brahman und Kṣatra (Priestertum und Adel) macht er zu Verbündeten.
yadi kṣatram abhicaret sa na idaṃ brahma pātv iti brūyān na kṣatram
Wenn der Kṣatra (Adel) Zauber übt, soll er sagen: „Dieses Brahman soll uns schützen“ – nicht das Kṣatra.
api brahmaṇi vai kṣatraṃ pratiṣṭhitam
Im Brahman ist ja das Kṣatra gegründet.
brahmaṇa eva kṣatram antareti tājak pradhanvati
Wenn das Kṣatra vom Brahman sich entfernt, so eilt es jäh davon [?].
aparurutsyamānaḥ kurvīta
Wer sich abgeschnitten (eingeschlossen) glaubt [?], soll es vollziehen.
saṃgrāme kurvīta
Im Kampf soll er es vollziehen.
ye rāṣṭrabhṛto ye rāṣṭrasyānubhartāras tān evopāsarat
Die Reichsträger, die Nachträger des Reiches, eben diese suchte er auf.
te 'smai rāṣṭram anubibhrati
Sie tragen ihm das Reich nach.
ya eṣāṃ lokānāṃ dvandvaṃ rāṣṭrabhṛto veda nāsya rāṣṭraṃ vyathate ‖
Wer das Paar dieser Welten und die Reichsträger kennt, dessen Reich wankt nicht.
agniś cāsyā manaś ca vāyuś cāntarikṣasya yajñaś ca sūryaś ca divaś candramāś ca rathas saptathas
Agni und der Geist (manas) dieser (Erde), Vāyu und das Opfer des Luftraums, Sūrya und der Mond des Himmels, und der Wagen als Siebenter (saptatha) [?].
sa hi bhayād apavahati
Denn er führt (den Opferherrn) aus der Furcht hinweg.
triṣaptāḥ kavacinas triṣaptā niṣaṅgiṇas triṣaptā āyudhinas
Dreimal sieben Gepanzerte, dreimal sieben Köcherträger, dreimal sieben Waffenträger.
tebhyo rāṣṭrīyaḥ parideyas
Ihnen ist der Rāṣṭrīya anzuvertrauen.
ime vāva te prāṇās
Diese sind ja jene Lebenshauche.
tebhya evainaṃ paridadāti
Ihnen eben vertraut er ihn an.
abhito vā agniṣṭomaṃ devāsurā yattā āsann agniṣṭome devā uktheṣv asurās
Rings um den Agniṣṭoma standen Götter und Asuras kampfbereit: im Agniṣṭoma die Götter, in den Ukthas die Asuras.
te devā yadokthāny āgacchan yadokthāny abhyajayann athendro 'bravīt kaś cāhaṃ cedam āhariṣyāva iti
Als diese Götter zu den Ukthas kamen, als sie die Ukthas eroberten, da sprach Indra: „Wer (von euch) und ich wollen dies herbeiholen?“
ahaṃ cety abravīd varuṇas
„Ich“, sprach Varuṇa.
taṃ varuṇo 'nvatiṣṭhata
Ihm folgte Varuṇa.
indra āharat
Indra holte (es) herbei.
so 'bravīt kaś cāhaṃ cedam āhariṣyāva iti
Er sprach: „Wer (von euch) und ich wollen dies herbeiholen?“
ahaṃ cety abravīd bṛhaspatis
„Ich“, sprach Bṛhaspati.
taṃ bṛhaspatir anvatiṣṭhata
Ihm folgte Bṛhaspati.
indra āharat
Indra holte (es) herbei.
so 'bravīt kaś cāhaṃ cedam āhariṣyāva iti
Er sprach: „Wer (von euch) und ich wollen dies herbeiholen?“
ahaṃ cety abravīd viṣṇus
„Ich“, sprach Viṣṇu.
taṃ viṣṇur anvatiṣṭhata
Ihm folgte Viṣṇu.
indra āharat
Indra holte (es) herbei.
etābhir vai devatābhis sāyujyena devā asurāṇāṃ rāṣṭram ādadata
Mit diesen Gottheiten, in Verbundenheit, nahmen die Götter den Asuras das Reich.
etābhir eva devatābhis sāyujyena bhrātṛvyād rāṣṭram ādāya tad rāṣṭraṃ kṛtvā ye rāṣṭrabhṛto ye rāṣṭrasyānubhartāras tebhya enat saṃprayacchati
Ebenso nimmt er mit diesen Gottheiten in Verbundenheit dem Neider (bhrātṛvya) das Reich, macht es zu seinem Reich und übergibt es den Reichsträgern, den Nachträgern des Reiches.
etad bibhṛtaitan mā riṣad iti
„Tragt dies; dies soll nicht Schaden leiden“ – so.
asau vā ādityo rāṣṭram ṛtavo rāṣṭrabhṛtas
Jener Āditya ist das Reich, die Jahreszeiten sind die Reichsträger.
tebhya evainat saṃprayacchati
Ihnen eben übergibt er es.
etad bibhṛtaitan mā riṣad iti
„Tragt dies; dies soll nicht Schaden leiden“ – so.
ya eṣa saptathaḥ prajāpatir evaiṣa
Dieser Siebente, das ist eben Prajāpati.
yan madhye juhuyād vyavadhūnvītainam
Wenn man in der Mitte opfern würde, würde man ihn abschütteln.
parogavyūti hotavyas
Jenseits einer Gavyūti (Wegmaß [Anm.: gavyūti, ein Längenmaß, „Rufweite einer Kuh“]) ist zu opfern [?].
tathā hainaṃ na vyavadhūnute
So schüttelt er ihn nicht ab.
ūrdhvas tiṣṭhañ juhoti
Aufrecht stehend opfert er.
ūrdhvo hi tiṣṭhan vīryāvattaraḥ
Denn aufrecht stehend ist man manneskräftiger.
pūrṇayā srucā juhoti
Mit gefüllter Opferkelle (sruc) opfert er.
pūrṇaḥ prajāpatiḥ
Voll ist Prajāpati.
prajāpatim evāpnoti ‖
Prajāpati eben erlangt er.