Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 37

Anuvāka 12 Götter und Asuras beim Opfer; die sechs Spenden der Reichsträger entziehen den Asuras alles; Anwendungen gegen Neider, im Krieg und bei gelockertem Reich (Wagenrad-Opfer).

devāś ca vā asurāś ca samāvad eva yajñe 'kurvata

Götter und Asuras taten beim Opfer genau das Gleiche.

yad eva devā akurvata tad asurā akurvata

Was die Götter taten, das taten die Asuras.

te devā etān rāṣṭrabhṛto 'paśyan

Diese Götter sahen diese Reichsträger-Spenden.

teṣām agniṃ cauṣadhīś ca prathamenāvṛñjata

Von jenen (Asuras) entzogen sie mit der ersten Agni und die Pflanzen.

sūryaṃ ca manām̐si ca dvitīyena

Sūrya und die Sinne (manas) mit der zweiten,

candramasaṃ ca nakṣatrāṇi ca tṛtīyena

den Mond und die Sternbilder mit der dritten,

yajñaṃ ca dakṣiṇāṃ ca caturthena

das Opfer und den Opferlohn (dakṣiṇā) mit der vierten.

te 'surā ayajñā adakṣiṇā anakṣatrā yat kiṃcākurvata tāṃ kṛtyām evākurvata

Diese Asuras, ohne Opfer, ohne Opferlohn, ohne Sternbilder, – was immer sie taten, das taten sie nur als Zauber (kṛtyā).

tasmān nādakṣiṇaṃ gṛhe haviṣ kurvīta

Daher soll man im Haus keine Opfergabe ohne Opferlohn darbringen.

yat kurute kṛtyāṃ kurute

Was man (so) tut, tut man als Zauber.

prajāpatiṃ carksāmāni ca pañcamena vāyum apa oṣadhīr ūrjam̐ ṣaṣṭhena

Prajāpati, Verse und Sāmans mit der fünften, Vāyu, die Wasser, die Pflanzen, die Nahrungskraft (ūrj) mit der sechsten.

yāvad evāsti tad eṣām etair avṛñjata

Alles, was es gibt, entzogen sie ihnen hiermit.

ya eṣa saptathaḥ prajāpatir evaiṣa tenainān prāṇudanta

Dieser Siebente, das ist eben Prajāpati; damit stießen sie sie fort.

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Danach wurden die Götter (was sie sind), die Asuras vernichtet.

etair yajeta bhrātṛvyavān

Hiermit soll opfern, wer einen Neider (bhrātṛvya) hat.

yāvad evāsti tad etair bhrātṛvyasya vṛṅkte

Alles, was es gibt, entzieht er hiermit dem Neider.

ya eṣa saptathaḥ prajāpatir evaiṣa tenainaṃ praṇudate

Dieser Siebente, das ist eben Prajāpati; damit stößt er ihn fort.

bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati

Er selbst gedeiht; sein Neider wird vernichtet.

etair yājayed rājānam̐ saṃgrāme saṃyatte

Hiermit soll man den König opfern lassen, wenn der Kampf im Anzug ist.

yāvad evāsti tad eṣām etair vṛṅkte

Alles, was es gibt, entzieht er ihnen hiermit.

ya eṣa saptathaḥ prajāpatir evaiṣa tenainān praṇudate

Dieser Siebente, das ist eben Prajāpati; damit stößt er sie fort.

etair yājayed yad rāṣṭram̐ śithilam ivāvahatam̐ syāt

Hiermit soll man opfern lassen, wenn das Reich gleichsam gelockert und geschlagen ist.

teṣāṃ yāvanto rathās syus tān sarvān yojayitvā yaś śreṣṭhas syāt tasya dakṣiṇaṃ rathacakraṃ pravṛhya nāḍyāṃ juhuyāt

Von diesen Wagen, so viele es sind, soll man alle anschirren; vom besten von ihnen das rechte Wagenrad abnehmen und in die Nabe (nāḍī) opfern.

vīryeṇaivaiṣāṃ rāṣṭraṃ visam̐śyati

Mit Manneskraft eben löst er ihr Reich auf [?].

rathacakraṃ vigṛhṇanti

Sie nehmen das Wagenrad auseinander.

vajro vai rathas

Der Wagen ist ja der Donnerkeil (vajra).

vajreṇaivaiṣāṃ pāpmānaṃ vigṛhṇanti

Mit dem Donnerkeil eben trennen sie ihr Unheil ab [?].

yadi kḷptāhutir atyeti kalpata ebhyo yasya nāḍyāṃ juhoti

Wenn die geordnete Opfergabe überschritten wird: es gelingt ihnen, in dessen Nabe er opfert.

sa dakṣiṇā

Der (Wagen) ist der Opferlohn (dakṣiṇā).