Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 37

Anuvāka 16 Ritualdeutung der Formeln von a=15: Niederlegen vor dem Neider, sieben Spenden, Salbung des Steines, Vergraben am Nabel der Vedi, Burgen der Götter.

yān vā asurā devebhyo nyadadhata tān devā anvapaśyan

Was die Asuras vor den Göttern verbargen, das spürten die Götter auf.

yān devā asurebhyas tān asurā nānvapaśyan

Was die Götter vor den Asuras (verbargen), das spürten die Asuras nicht auf.

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Danach wurden die Götter (was sie sind), die Asuras vernichtet.

yatrānyo nānupaśyet tad etān nidadhīta

Wo ein anderer nicht nachspürt, dort soll man diese niederlegen.

bhrātṛvyasyānanukśatyai

Damit der Neider nicht nachgräbt [?].

bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati

Er selbst gedeiht; sein Neider wird vernichtet.

pṛthivyai svāhāntarikṣāya svāhā dive svāheti

„Der Erde svāhā, dem Luftraum svāhā, dem Himmel svāhā“ –

ebhya evainaṃ lokebhyaḥ paridadāti

Diesen Welten eben vertraut er ihn an.

kāmāya svāheti

„Dem Wunsch svāhā“ –

āyur vai paramaḥ kāmas

das Leben ist ja der höchste Wunsch.

āyur eva tena spṛṇoti

Das Leben eben gewinnt er dadurch.

svapnāya svāheti

„Dem Schlaf svāhā“ –

yā evainam̐ svapantaṃ nāṣṭrā dipsanti svapna enaṃ tābhyaḥ pāti

Die Unholde (nāṣṭrā [?]), die ihn im Schlaf schädigen wollen, vor denen schützt ihn der Schlaf.

ahne svāhā rātryai svāheti

„Dem Tag svāhā, der Nacht svāhā“ –

dvau vā ṛtū ahaś ca rātrī ca

zwei sind die Zeiten (ṛtu): Tag und Nacht.

tābhyām evainaṃ paridadāti

Ihnen beiden vertraut er ihn an.

saptaitā āhutīr juhoti

Diese sieben Opfergüsse opfert er.

sapta prāṇās

Sieben sind die Lebenshauche (prāṇa).

tān asminn adhi viyātayati

Diese ordnet er in ihm an [?].

tān asmād anapagān karoti ‖

Er macht sie so, dass sie nicht von ihm weichen.

ghṛtenāśmānam anakti

Mit Ghee salbt er den Stein.

eṣa hy etarhy etasyātmā

Denn dieser ist jetzt dessen Selbst (ātman).

yāvān evāsyātmā taṃ tejasānakti

So groß sein Selbst ist, den salbt er mit Glanz.

sarvata evainaṃ tejasā samardhayati

Von allen Seiten lässt er ihn mit Glanz gedeihen.

tṛptas tvaṃ tṛpto 'ham iti

„Gesättigt bist du, gesättigt bin ich“ –

prāṇān evāsyaitan mahimno vyācaṣṭe

die Lebenshauche eben nennt er damit nach ihren Größen.

prāṇā hi mahimānas

Denn die Lebenshauche sind (seine) Größen.

dyaur me pitā pṛthivī me mātā sūryo me cakṣur vāto me prāṇa iti

„Der Himmel ist mein Vater, die Erde meine Mutter, die Sonne mein Auge, der Wind mein Atem“ –

etābhya eva devatābhya ātmānaṃ paridadāti

diesen Gottheiten eben vertraut er sich an.

astṛto nāmāham asmi sa idaṃ dyāvāpṛthivyor ātmānaṃ paridada iti

„Unbesiegt heiße ich; als solcher vertraue ich dieses mein Selbst Himmel und Erde an“ –

dyāvāpṛthivyor evātmānaṃ paridatte

Himmel und Erde eben vertraut er sich an.

tayoś śraye tayoḥ parākrama iti

„In ihrer Zuflucht, in ihrem Ausschreiten“ –

yo vā anayoḥ parākramate na sa vyathate

wer nämlich in diesen beiden ausschreitet, der wankt nicht.

anayor eva parākram̐sta

In diesen beiden eben hat er ausgeschritten.

gopīthāya pipṛtaṃ mā mā mā him̐siṣṭam iti

„Zum Schutz nährt mich, schädigt mich nicht“ –

ātmano 'him̐sāyai

zur Unversehrtheit seiner selbst.

pāhi dviṣaḥ pāhi riṣaḥ pāhy adevyā abhiśastyā iti

„Schütze vor dem Hasser, schütze vor dem Schädiger, schütze vor dem nicht göttlichen Fluch“ –

āśiṣam evāśāste ‖

einen Segenswunsch (āśiṣ) eben wünscht er.

sarvato 'śmānaṃ pariharati

Von allen Seiten trägt er den Stein herum.

eṣa hy etam̐ sarvataḥ pātīyāntaṃ loṣṭam udrujati

Denn dieser schützt ihn ringsum; einen herankommenden Erdklumpen (loṣṭa) bricht er heraus [?].

bāhumātram avaṭaṃ khanati

Eine armlange Grube gräbt er.

tam avadhāyāthāśmānam atha hiraṇyam

Nachdem er ihn hingelegt hat, dann den Stein, dann das Gold [?],

asyā evainam uttarārdhe nidadhāti

in der nördlichen Hälfte dieser (Vedi) legt er ihn nieder.

anikhāto bhavati

Er wird unbegraben [?] (unverletzt).

nābhiṃ prati nikhanati

Beim Nabel gräbt er ihn ein.

nābhir vai prāṇān dādhāra ye cordhvā ye cāvāñcaḥ

Der Nabel trägt die Lebenshauche, die aufwärts und die abwärts (gehenden).

hiraṇyena sam̐sparśayati

Mit Gold lässt er ihn in Berührung kommen.

amṛtaṃ vai hiraṇyam

Unsterblich(keit) ist ja das Gold.

amṛtenaivainam̐ saṃdadhāti

Mit Unsterblichem eben fügt er ihn zusammen.

ud vācam un manīṣām iti

„Empor die Stimme, empor die Einsicht“ –

etāni vā asya nikhanet tāny evoddharati

diese (Kräfte) von ihm würde man vergraben; eben diese hebt er heraus [?].

ātmamātrī vedir bhavati

Selbstgroß (von der Größe seines Körpers) wird die Vedi.

ātmamātram̐ hi varma

Denn ein Panzer ist selbstgroß.

yan nātmamātrī syān nātmane kriyeta

Wenn (die Vedi) nicht selbstgroß wäre, würde sie nicht für ihn selbst gemacht.

etāvatī pṛthivī yāvatī vedis

So groß wie die Erde ist, so groß ist die Vedi.

asyā evaitad anteṣu puro 'dhita

An den Rändern dieser (Erde) hat er hier Burgen gesetzt.

devapurā evākṛta

Götterburgen hat er gemacht.

atho etā eva devatā etāsāṃ diśāṃ paraspā akṛta

Und diese Gottheiten hat er zu Wächtern dieser Himmelsrichtungen gemacht.