Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 15

Hymne 15.3 Salbe (Āñjana) für Leben und Heil

āyuṣo 'si prataraṇaṃ / vipraṃ bheṣajam ucyase | / tad āñjana tvaṃ śantāte / 'si māyobhavaṃ kṛtam ||

Du bist die Hinüberführung des Lebens; / als weises Heilmittel wirst du gerühmt. / Darum, Salbe, [bist] du für dich Heil, / [du bist] das Glück Bringende, [das Gemachte].

yo harimā jāyānyo / aṅgabhedo visalpakaḥ | / sarvaṃ te yakṣmam aṅgebhyo / bahir nir hantv āñjanam ||

Was Gelbsucht (harimā), Jāyānya, / Gliederreißen, Visalpaka [ist]: / die ganze Auszehrung (yakṣma) aus deinen Gliedern / soll die Salbe nach außen wegschlagen.

āñjanaṃ pṛthivyāṃ jātaṃ / bhadraṃ puruṣajīvanam | / kṛṇotv atpramāyakaṃ / rathajūtim anāgasam ||

Die Salbe, auf der Erde geboren, / gut, das Leben des Menschen: / sie soll machen den, der nicht vorzeitig stirbt, / wagenschnell, schuldlos.

prāṇa prāṇaṃ trāyasvāso / asave mṛḍa | / nirṛte nirṛtyā naḥ / pāśebhyo muñca ||

Lebenshauch, schütze den Lebenshauch; / sei gnädig dem Lebenswillen. / Nirṛti, aus der Nirṛti [Schlinge] / löse uns von den Fesseln.

sindhor garbho 'si / vidyutāṃ puṣpam | / vātaḥ prāṇaḥ sūryaś / cakṣur divas payaḥ ||

Du bist der Keim des Stromes, / die Blüte der Blitze. / Der Wind [ist] Lebenshauch, die Sonne / das Auge, des Himmels Milch.

devāñjanaṃ traikakudaṃ / pari mā pāhi viśvataḥ | / na tvā taranty oṣadhayo / bāhyāḥ parvatīyā uta ||

Göttliche Salbe vom Traikakuda [-Berg], / schütze mich ringsum von allen Seiten. / Dich überwinden nicht die Kräuter, / die äußeren und die vom Gebirge.

vīdaṃ madhyam avāsṛjad / rakṣohāmīvacātanaḥ | / amīvāḥ sarvāś cātayan / nāśayad abhibhā itaḥ ||

Dies hat die Mitte ... entlassen, / der Rakṣas-Töter, der Krankheiten-Vertreiber; / alle Krankheiten vertreibend, / möge er die Bedränger von hier vernichten.

bahv idaṃ rājan varuṇa- / -anṛtam āha puruṣaḥ | / tasmāt sahasravīrya / muñca naḥ pary aṃhasaḥ ||

Viel dies, König Varuṇa, / Unwahres hat der Mensch gesprochen; / davon, du Tausendkräftiger, / löse uns von der Bedrängnis ringsum.

yad āpo aghnyā iti / varuṇeti yad ūcima | / tasmāt sahasravīrya / muñca naḥ pary aṃhasaḥ ||

Was wir mit ‘die Wasser, die unverletzlichen’ / und ‘Varuṇa’ gesagt haben: / davon, du Tausendkräftiger, / löse uns von der Bedrängnis ringsum.

mitraś ca tvā varuṇaś ca- / -anu preyatur āñjana | / tau tvānugatya dūraṃ / bhogāya puna rohatu ||

Mitra und Varuṇa sollen dir folgen, Salbe; / die beiden sollen dir weit nachgehen / und wieder für den Genuss [d. h. Nutzen] aufsteigen.