Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 6

Hymne 6.20 An die Nacht: Schutz vor Dieben und Wölfen

ā rātri pārthivaṃ rajaḥ / pitur aprāyi dhāmabhiḥ | / divaḥ sadāṃsi bṛhatī vi tiṣṭhasa / ā tveṣaṃ vartate tamaḥ ||

Die Nacht hat den Erdenraum erfüllt / mit den Stätten des Vaters; / als Erhabene breitest du dich über den Sitzen des Himmels aus – / [und] es kommt das grelle Dunkel heran.

na yasyāḥ pāraṃ dadṛśe na yoyuvad / viśvam asyāṃ ni viśate yad ejati | / ariṣṭāsas ta urvi tamasvati / rātri pāram aśīmahi / bhadre pāram aśīmahi ||

Sie, deren Ende man nicht sah [und die] nicht [uns] trennt [?] – / in ihr geht alles ein, was sich regt. / Unversehrt möchten wir, weite, finstere / Nacht, dein Ende erreichen, / [du] Gnädige, [dein] Ende erreichen.

ye te rātri nṛcakṣaso / draṣṭāro navatir nava | / aśītiḥ santy aṣṭā / uto te sapta saptatiḥ ||

Deine menschenschauenden Späher, Nacht, / die sind: neunzig und neun; / achtzig sind es und acht, / und deine siebzig und sieben.

ṣaṣṭiś ca ṣaṭ ca revati / pañcāśat pañca sumnayi | / catvāraś catvāriṃśac ca / trayas triṃśac ca vājini ||

Sechzig und sechs, Reiche; / fünfzig und fünf, Gunstvolle; / vier und vierzig, / und drei und dreißig, Kraftreiche.

dvā ca viṃśatiś ca te / rātry ekādaśāvamāḥ | / tebhir no 'dya pāyubhir / ni pāhi duhitar divaḥ ||

Zweiundzwanzig hast du, Nacht, / und elf als die geringsten. / Mit diesen deinen Hütern / behüte uns heute, Tochter des Himmels.

rakṣā mākir ṇo aghaśaṃsa īśata / mā no duḥśaṃsa īśata ||

Schütze [uns]: Kein Unheilverkünder soll über uns Macht haben, / kein Übelredner soll über uns Macht haben.

mā no adya gavāṃ steno / māvīnāṃ vṛka īśata | / māśvānāṃ bhadre taskaro / mā nṛṇāṃ yātudhānyaḥ ||

Nicht soll heute der Dieb der Rinder, / nicht der Wolf der Schafe über uns Macht haben; / nicht der Räuber der Pferde, Gnädige, / nicht die Yātudhānī-Dämonen [Macht] über die Männer.

paramebhiḥ pathibhi / steno dhāvatu taskaraḥ | / pareṇa datvatī rajjuḥ / pareṇāghāyur arṣatu ||

Auf den äußersten Pfaden / soll der Dieb, der Räuber, davonlaufen; / fern soll die zahnbewehrte Schnur [Schlange], / fern soll der Unheil-Sinnende davoneilen.

andhaṃ rātri tiṣṭhadhūmam / aśīrṣāṇam ahiṃ kṛṇu | / hanū vṛkasya jambhaya- / -ā stenaṃ drupade jahi ||

Mache, Nacht, die Schlange blind, [mit] stehendem Rauch [?], / kopflos. / Zermalme die beiden Kiefer des Wolfes; / den Dieb schlage in den Pfosten.

tvayi rātri vasāmasi / svapiṣyāmasi jāgṛhi | / gobhyo naḥ śarma yaccha- / -aśvebhyaḥ puruṣebhyaḥ ||

In dir, Nacht, wohnen wir, / wir werden schlafen – wache du. / Gewähre unseren Rindern, / Pferden [und] Menschen Schutz.