Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 6

Hymne 6.3 Preis und Anrufung der Gewässer

ko vaḥ paścāt prāvicchāyat / kaḥ puraḥ prākhanat pathaḥ | / yadaita tvaramāṇā / varuṇaprasūtā āpaḥ ||

Wer hat hinter euch [die Bahn] ... [?], wer vorn die Wege gegraben, / als ihr eiltet, / ihr Wasser, von Varuṇa angetrieben?

prajāpatir asṛjata / sa puraḥ prākhanat pathaḥ | / sa u no anv avāsṛjat / tena sṛṣṭāḥ kṣarāmasi ||

Prajāpati ließ [euch] los; / er grub vorn die Wege. / Er ließ auch uns nachströmen; / von ihm entlassen fließen wir.

punānā āpo bahudhā sravanti- / -imāṃś ca lokān pradiśaś ca sarvāḥ | / punantv asmān duritād avadyān / muñcantu mṛtyor nirṛter upasthāt ||

Reinigend strömen die Wasser vielfach / in diese Welten und in alle Himmelsrichtungen. / Sie sollen uns vom Übel, vom Tadelnswerten läutern / und uns aus dem Schoß des Todes und der Nirṛti lösen.

āpo asmān mātaraḥ sūdayantu / ghṛtena no ghṛtapuvaḥ punantu | / viśvaṃ hi ripraṃ pravahanti devīr / ud id ābhyaḥ śucir ā pūta emi ||

Die Wasser, die Mütter, sollen uns zurechtbringen (laben); / mit Schmalz sollen uns die Schmalz-Läuterer reinigen. / Denn alles Unreine tragen die göttlichen [Wasser] fort; / aus ihnen steige ich rein, gereinigt, empor.

āpo devīr mātaraḥ sūdayiṣṇavo / ghṛtaścuto madhunā saṃ papṛcre | / tā asmabhyaṃ sūrayo viśvam āyuḥ / kṣapa usrā varivasyantu śubhrāḥ ||

Die Wasser, göttliche Mütter, Labende, / schmalztriefend, haben sich mit Honig vermischt. / Diese Gönnerinnen sollen uns das ganze Leben, / bei Nacht und Morgenröte, die Strahlenden, weitreichend verschaffen.

udakasyodakatamā / revattamā revatīnām | / śundhantām āpaḥ / śundhantv asmān ||

Vom Wasser das wasserreichste, / reichste unter den Reichen: / es sollen läutern die Wasser, / es sollen uns läutern.

yūyam āpo vīraśriyo / yūyaṃ sūdayathā śucīn | / yuṣmākam id diśo mahīr / īyante pradiśaḥ pṛthak ||

Ihr Wasser, die ihr Männern Glanz verleiht, / ihr macht die Reinen zu Labenden; / euch gehören die großen Himmelsrichtungen; / sie gehen getrennt auseinander, die Zwischenrichtungen.

yūyaṃ mitrasya varuṇasya yonir / yūyaṃ somasya dhenavo madhiṣṭhāḥ | / yuṣmān devīr deva ā kṣiyatīndur / yūyaṃ jinvata brahmakṣatram āpaḥ ||

Ihr seid der Schoß Mitras und Varuṇas, / ihr die honigreichsten Milchkühe Somas. / In euch, den Göttinnen, wohnt der Gott, der Tropfen (indu); / ihr belebt, Wasser, Brahmanentum und Kriegsadel.

śaśvad ābhiḥ śāśadānāḥ / śamanānvayāmasi | / āpo viśvasya sūdanīr / yā devā manave dadhuḥ ||

Stets mit ihnen wollen wir bestehen; / Besänftigungen erlangen wir [?] – / die Wasser, die des ganzen Alls Labende sind, / die die Götter dem Manu gaben.

yad dhāvanti punate tad āpo / yat tiṣṭhanti śuddhā it tad bhavanti | / nāsām avadyam avidaṃ na ripraṃ / sanād eva madhunā saṃ papṛcre ||

Wenn sie laufen, so reinigen die Wasser; / wenn sie stehen, so werden sie rein, eben dies. / Weder Tadelnswertes noch Unreines fanden wir an ihnen; / von jeher haben sie sich mit Honig vermischt.

hiraṇyavarṇāḥ śucayaḥ pāvakāḥ / pra cakramur hitvāvadyam āpaḥ | / śataṃ ca vaḥ prasravaṇeṣu devīḥ / sahasraṃ ca pavitāraḥ punanti ||

Goldfarbig, rein, läuternd / sind die Wasser fortgegangen, das Tadelnswerte zurücklassend. / Und hundert Läuternde, ihr Göttinnen, in euren Strömen, / und tausend reinigen.

tās tādṛśīr brahmāṇaṃ sūdayanty / aṅgoṣṭhyā stotryā jīvadhanyāḥ | / yā viśvasya śucikṛto ayātor / gāva iva payasā sthā sujātāḥ ||

Solche [Wasser] laben den Brahmanen; / [sie sind] der Lobpreisung würdig [?], reich an Lebensgut, / die ihr [Wasser] des ganzen Alls, des Reinmachers, des Nicht-Zauberers [?] – / wie Kühe mit Milch seid ihr wohlgeboren. [?]

viśvād riprān muñcata sindhavo no / yāny enāṃsi cakṛmā tanūbhiḥ | / indrapraśiṣṭā varuṇaprasūtā / ā siñcatāpo madhv ā samudre ||

Von allem Unreinen löst uns, ihr Ströme, / von den Vergehen, die wir mit unseren Leibern begangen haben. / Von Indra geheißen, von Varuṇa angetrieben, / gießt, ihr Wasser, Honig ins Meer.