athāto yajjaḥpuruṣīyamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun denn wollen wir das Kapitel „Yajjaḥpuruṣīya“ (Über das, wovon die Person, puruṣa, entstanden ist) erläutern.
Caraka-Saṃhitā · Sutrasthana
Kapitel 25 ist philosophisch das anspruchsvollste Stück dieses Buchabschnitts: In einer Versammlungsszene lässt Ātreya zehn Weise nacheinander vertreten, woraus der Mensch (puruṣa) und seine Krankheiten letztlich entstehen – aus dem Selbst, dem Geist, den Elementen, der Vererbung, dem Karma, der Eigennatur, der Zeit oder göttlichem Willen. Diese an sāṅkhya-Philosophie und andere Systeme der Zeit erinnernde Debatte löst Ātreya auf, indem er alle Positionen als Teilwahrheiten würdigt und die zuträgliche beziehungsweise unzuträgliche Ernährung (hitāhāra/ahitāhāra) als praktisch entscheidenden Faktor herausstellt. Es folgt eine berühmte Liste von 152 „Bestleistungen“ (agra) – etwa das beste Abführmittel, die beste Heilpflanzenregion – und eine Systematik der 84 traditionellen Gärgetränke (āsava). Botanisch tauchen dabei zahlreiche Referenzsubstanzen auf, von Śālī-Reis über Harītakī bis zu den Rinden von Tilvaka und Lodhra, mit denen die vielfältigen āsava-Grundlagen gebildet werden.
| Vertreter | Vertretene Ursache |
|---|---|
| Pārīkṣi Maudgalya | Das Selbst (ātman) |
| Śaralomā | Der Geist (manas) |
| Vāryovida | rasa (Saft-/Wasserprinzip) |
| Hiraṇyākṣa Kauśika | Die sechs Elemente (ṣaḍdhātu) |
| Kauśika | Vererbung von Vater und Mutter |
| Bhadrakāpya | Die Handlung (karma) |
| Bharadvāja | Die Eigennatur (svabhāva) |
| Kāṅkāyana | Göttlicher Wille (Brahmā/Prajāpati) |
| Bhikṣu Ātreya | Die Zeit (kāla) |
| Punarvasu Ātreya (Auflösung) | Zuträgliche bzw. unzuträgliche Nahrung (hitāhāra/ahitāhāra) als praktisch entscheidender Faktor |
| Kategorie | Zuträglichstes | Unzuträglichstes |
|---|---|---|
| Grannengetreide | Roter Reis (lohitaśāli) | Gerstenkörner (yavaka) |
| Hülsenfrüchte | Mungbohne (mudga) | Schwarze Bohne (māṣa) |
| Wasser | Regenwasser | Nicht zu sammelndes Regenwasser |
| Salz | Steinsalz (saindhava) | Salzbodensalz (ūṣara) |
| Blattgemüse | Jīvantī-Gemüse | Senfblattgemüse |
| Wildfleisch | Schwarzbock (aiṇeya) | Rindfleisch |
| Vögel | Wachtel (lāva) | Einäugige Taube |
| Höhlenbewohner | Waran (godhā) | Frosch |
| Fische | Rohita-Fisch | Cilicima-Fisch |
| Geklärte Butter (ghṛta) | Kuhbutter | Schafbutter |
| Milch | Kuhmilch | Schafmilch |
| Pflanzenöl | Sesamöl | Färberdistelöl (kusumbha) |
| Früchte | Weintraube | Nikuca-Frucht |
| Wurzelknollen | Ingwer (śṛṅgavera) | Yamswurzel (āluka) |
| Zuckerrohrprodukte | Kandiszucker (śarkarā) | Rohsirup (phāṇita) |
athāto yajjaḥpuruṣīyamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun denn wollen wir das Kapitel „Yajjaḥpuruṣīya“ (Über das, wovon die Person, puruṣa, entstanden ist) erläutern.
iti ha smāha bhagavānātreyaḥ
So sprach der ehrwürdige Ātreya:
purā pratyakṣadharmāṇaṃ bhagavantaṃ punarvasum| sametānāṃ maharṣīṇāṃ prādurāsīdiyaṃ kathā
Einst, als sich die großen Weisen versammelt hatten, entstand vor dem ehrwürdigen Punarvasu, dessen Lehre auf unmittelbarer Anschauung (pratyakṣa) der Wahrheit beruhte, folgendes Gespräch.
ātmendriyamanorthānāṃ yo'yaṃ puruṣasañjñakaḥ| rāśirasyāmayānāṃ ca prāgutpattiviniścaye
[Es ging um die Entscheidung darüber,] woraus ursprünglich jene Gesamtheit entsteht, die man „Person“ (puruṣa) nennt – die Verbindung von Selbst (ātman), Sinnesorganen (indriya), Geist (manas) und ihren Objekten –, sowie um die Ursache ihrer Krankheiten.
tadantaraṃ kāśipatirvāmako vākyamarthavit [1] | vyājahārarṣisamitimupasṛtyābhivādya ca
Da trat der Herrscher von Kāśī, Vāmaka, der Kundige der rechten Rede, an die Versammlung der Weisen heran, grüßte ehrerbietig und sprach:
kinnu bhoḥ puruṣo yajjastajjāstasyāmayāḥ smṛtāḥ| na vetyukte narendreṇa provācarṣīn punarvasuḥ
„Ihr Herren, ist die Person aus jenem entstanden, und sind auch ihre Krankheiten daraus entstanden, oder nicht?“ Als der Herrscher der Menschen so gefragt hatte, sprach Punarvasu zu den Weisen:
sarva evāmitajñānavijñānacchinnasaṃśayāḥ| bhavantaśchettumarhanti kāśirājasya saṃśayam
„Ihr alle habt durch euer unermessliches Wissen und Erkennen bereits jeden Zweifel durchtrennt; ihr seid es, die den Zweifel des Königs von Kāśī zerschneiden sollten.“
pārīkṣistatparīkṣyāgre maudgalyo vākyamabravīt| ātmajaḥ puruṣo rogāścātmajāḥ kāraṇaṃ hi saḥ
Da prüfte Pārīkṣi Maudgalya die Sache als erster und sprach: „Die Person ist aus dem Selbst (ātman) geboren, und auch die Krankheiten sind aus dem Selbst geboren, denn dieses ist die [eigentliche] Ursache.
sa cinotyupabhuṅkte ca karma karmaphalāni ca| nahyṛte cetanādhātoḥ pravṛttiḥ sukhaduḥkhayoḥ
Es häuft Handlung (karma) an und genießt auch die Früchte der Handlung; denn ohne das Prinzip des Bewusstseins (cetanā-dhātu) gibt es kein Entstehen von Glück und Leid.“
śaralomā tu netyāha na hyātmā''tmānamātmanā| yojayedvyādhibhirduḥkhairduḥkhadveṣī kadācana
Śaralomā aber sagte, dies sei nicht so: „Das Selbst würde sich selbst nicht aus eigenem Antrieb mit Krankheiten und Leiden verbinden, da es doch das Leid verabscheut.
rajastamobhyāṃ tu manaḥ parītaṃ sattvasañjñakam| śarīrasya samutpattau vikārāṇāṃ ca kāraṇam
Vielmehr ist der Geist (manas) – der auch sattva genannt wird –, wenn er von rajas und tamas [den Qualitäten der Leidenschaft und der Trägheit] durchdrungen ist, die Ursache sowohl für das Entstehen des Körpers als auch für dessen krankhafte Veränderungen.“
vāryovidastu netyāha na hyekaṃ kāraṇaṃ manaḥ | narte śarīrācchārīrarogā na manasaḥ sthitiḥ
Vāryovida aber sagte, dies sei nicht so: „Der Geist ist nicht die alleinige Ursache; denn ohne den Körper gibt es keine körperlichen Krankheiten, und der Geist hat ohne den Körper keinen eigenen Bestand.
rasajāni tu bhūtāni vyādhayaśca pṛthagvidhāḥ| āpo hi rasavatyastāḥ smṛtā nirvṛttihetavaḥ
Vielmehr entstehen die Elemente ebenso wie die mannigfaltigen Krankheiten aus rasa [dem Saft-, dem Wasserprinzip]; denn das Wasser, das den rasa trägt, gilt als Ursache ihres Entstehens.“
hiraṇyākṣastu netyāha na hyātmā rasajaḥ smṛtaḥ| nātīndriyaṃ manaḥ santi rogāḥ śabdādijāstathā
Hiraṇyākṣa aber sagte, dies sei nicht so: „Weder gilt das Selbst als aus rasa entstanden, noch der Geist, der die Sinne übersteigt; und es gibt auch Krankheiten, die aus den Sinnesobjekten wie Schall (śabda) und dergleichen entstehen.
ṣaḍdhātujastu puruṣo rogāḥ ṣaḍdhātujāstathā| rāśiḥ ṣaḍdhātujo hyeṣa sāṅkhyairādyaiḥ prakīrtitaḥ
Vielmehr ist die Person aus den sechs [elementaren] Bestandteilen (ṣaḍdhātu) entstanden, und ebenso auch die Krankheiten; denn diese Gesamtheit gilt, wie sie von den ersten Sāṅkhya-Lehrern verkündet wurde, als aus den sechs dhātus entstanden.“
tathā bruvāṇaṃ kuśikamāha tanneti kauśikaḥ| kasmānmātāpitṛbhyāṃ hi vinā ṣaḍdhātujo bhavet
Zu Kuśika, der so sprach, sagte Kauśika: „Das ist nicht so. Denn wie könnte [eine Person] ohne Vater und Mutter aus den sechs dhātus entstehen?
puruṣaḥ puruṣādgaurgoraśvādaśvaḥ prajāyate| pitryā mehādayaścoktā rogāstāvatra kāraṇam
Der Mensch wird vom Menschen geboren, das Rind vom Rind, das Pferd vom Pferd; und Krankheiten wie meha [Harnleiden] und dergleichen werden als vom Vater ererbt bezeichnet – eben dies ist hier die Ursache.“
bhadrakāpyastu netyāha nahyandho'ndhāt prajāyate| mātāpitrorapi ca te prāgutpattirna yujyate
Bhadrakāpya aber sagte, dies sei nicht so: „Denn nicht jeder Blinde wird von einem Blinden geboren; und auch die Annahme, dass jene [Krankheiten] stets aus Vater und Mutter entstünden, ist nicht folgerichtig.
karmajastu mato jantuḥ karmajāstasya cāmayāḥ| nahyṛte karmaṇo janma rogāṇāṃ puruṣasya vā
Vielmehr gilt das Lebewesen als aus der Handlung (karma) entstanden, und ebenso seine Krankheiten aus der Handlung; denn ohne Handlung gibt es weder eine Entstehung der Krankheiten noch der Person.“
bharadvājastu netyāha kartā pūrvaṃ hi karmaṇaḥ| dṛṣṭaṃ na cākṛtaṃ karma yasya syāt puruṣaḥ phalam
Bharadvāja aber sagte, dies sei nicht so: „Denn der Handelnde geht der Handlung voraus, und es ist nicht ersichtlich, dass eine Handlung ohne einen [bereits bestehenden] Handelnden vollzogen würde, dessen Frucht die Person wäre.
bhāvahetuḥ svabhāvastu vyādhīnāṃ puruṣasya ca| kharadravacaloṣṇatvaṃ tejontānāṃ yathaiva hi
Vielmehr ist die Eigennatur (svabhāva) die Ursache für das Entstehen sowohl der Krankheiten als auch der Person – so wie Härte, Flüssigkeit, Beweglichkeit und Hitze den aus tejas [Feuer] bestehenden Dingen von Natur aus eigen sind.“
kāṅkāyanastu netyāha na hyārambhaphalaṃ bhavet| bhavet svabhāvādbhāvānāmasiddhiḥ siddhireva vā
Kāṅkāyana aber sagte, dies sei nicht so: „Denn dann gäbe es keine Frucht des zielgerichteten Bemühens; wären die Dinge allein durch ihre Eigennatur bestimmt, so gäbe es unabhängig vom Handeln entweder stets Misslingen oder stets Gelingen.
sraṣṭā tvamitasaṅkalpo brahmāpatyaṃ prajāpatiḥ| cetanācetanasyāsya jagataḥ sukhaduḥkhayoḥ
Vielmehr ist Brahmā, dessen Wille unermesslich ist – in Gestalt des Prajāpati –, der Schöpfer dieser aus Belebtem und Unbelebtem bestehenden Welt sowie von Glück und Leid.“
tanneti bhikṣurātreyo na hyapatyaṃ prajāpatiḥ| prajāhitaiṣī satataṃ duḥkhairyuñjyādasādhuvat
Bhikṣu Ātreya aber sagte, dies sei nicht so: „Denn Prajāpati, der als Sprössling [Brahmās] gilt und der stets das Wohl der Geschöpfe sucht, würde sie nicht wie ein Übeltäter beständig mit Leiden verbinden.
kālajastveva puruṣaḥ kālajāstasya cāmayāḥ| jagat kālavaśaṃ sarvaṃ kālaḥ sarvatra kāraṇam
Vielmehr entsteht die Person allein aus der Zeit (kāla), und ebenso entstehen ihre Krankheiten aus der Zeit; die ganze Welt untersteht der Zeit, die Zeit ist überall die Ursache.“
tatharṣīṇāṃ vivadatāmuvācedaṃ punarvasuḥ| maivaṃ vocata tattvaṃ hi duṣprāpaṃ pakṣasaṃśrayāt
Als die Weisen so miteinander stritten, sprach Punarvasu: „Redet nicht so! Denn die Wahrheit ist schwer zu erlangen, wenn man sich [nur] an eine einzelne Position hält.
vādān saprativādān hi vadanto niścitāniva| pakṣāntaṃ naiva gacchanti tilapīḍakavadgatau
Wer nur Behauptungen samt Gegenbehauptungen vorbringt, als wären sie bereits entschieden, gelangt niemals zum Ende seiner Position, sondern bewegt sich [im Kreis] wie eine Ölpresse [um ihre Achse].
muktvaivaṃ vādasaṅghaṭṭamadhyātmamanucintyatām| nāvidhūte tamaḥskandhe jñeye jñānaṃ pravartate
Lasst also dieses Aufeinanderprallen der Lehrmeinungen und bedenkt vielmehr das, was das Selbst betrifft (adhyātma); denn solange die Masse der Dunkelheit (tamas) nicht vertrieben ist, kommt am Erkennbaren keine wahre Erkenntnis zustande.
yeṣāmeva hi bhāvānāṃ sampat sañjanayennaram| teṣāmeva vipadvyādhīnvividhānsamudīrayet
Denn eben jene Faktoren, deren gutes Gedeihen den Menschen wohlgestalt entstehen lässt, bringen, wenn sie in Unordnung geraten, die mannigfaltigen Krankheiten hervor.“
bhagavan! sampannimittajasya puruṣasyavipannimittajānāṃ ca rogāṇāṃ kimabhivṛddhikāraṇamiti
[Die Schüler fragten:] „Ehrwürdiger, was ist die Ursache für das Wachstum der Person, die aus dem Zusammentreffen günstiger Umstände entsteht, und der Krankheiten, die aus ungünstigen Umständen entstehen?“
hitāhāropayoga eka eva puruṣavṛddhikaro bhavati, ahitāhāropayogaḥ punarvyādhinimittamiti [1]
[Ātreya antwortete:] „Allein der Gebrauch zuträglicher Nahrung (hitāhāra) lässt die Person wachsen; der Gebrauch unzuträglicher Nahrung hingegen ist die Ursache der Krankheit.“
hitāhitānāmāhārajātānāṃ lakṣaṇamanapavādamabhijānīmahe;hitasamākhyātānāmāhārajātānāmahitasamākhyātānāṃ ca mātrākālakriyābhūmidehadoṣapuruṣāvasthāntareṣuviparītakāritvamupalabhāmaha iti
[Die Schüler sprachen:] „Wir möchten das ausnahmslose Kennzeichen der zuträglichen und unzuträglichen Arten von Nahrung erfahren; denn wir beobachten, dass die als zuträglich bezeichneten und die als unzuträglich bezeichneten Arten von Nahrung je nach den Unterschieden in Menge (mātrā), Zeit (kāla), Zubereitung (kriyā), Ort (bhūmi), Körper (deha), doṣa und Zustand der Person entgegengesetzt wirken.“
tamuvāca bhagavānātreyaḥ- yadāhārajātamagniveśa! samāṃścaiva śarīradhātūn prakṛtau sthāpayati viṣamāṃśca samīkarotītyetaddhitaṃviddhi, viparītaṃ tvahitamiti; ityetaddhitāhitalakṣaṇamanapavādaṃ bhavati
Zu ihnen sprach der ehrwürdige Ātreya: „Agniveśa! Jene Art von Nahrung, die die im Gleichgewicht befindlichen Körperbestandteile (dhātu) in ihrem natürlichen Zustand erhält und die aus dem Gleichgewicht geratenen wieder ausgleicht, sollst du als zuträglich (hita) erkennen; das Gegenteil davon gilt als unzuträglich (ahita). Dies ist das ausnahmslose Kennzeichen von zuträglich und unzuträglich.“
bhagavan! na tvetadevamupadiṣṭaṃ bhūyiṣṭhakalpāḥ sarvabhiṣajo vijñāsyanti
„Ehrwürdiger, so wie es soeben gelehrt wurde, werden es die meisten, wenn auch nicht alle Ärzte kaum verstehen können.“
yeṣāṃ hi viditamāhāratattvamagniveśa! guṇato dravyataḥ karmataḥ sarvāvayavaśaśca mātrādayo bhāvāḥ, taetadevamupadiṣṭaṃ vijñātumutsahante| yathā tu khalvetadupadiṣṭaṃ bhūyiṣṭhakalpāḥ sarvabhiṣajo vijñāsyanti, tathaitadupadekṣyāmo mātrādīn bhāvānanudāharantaḥ; teṣāṃ hibahuvidhavikalpā bhavanti| āhāravidhiviśeṣāṃstu khalu lakṣaṇataścāvayavataścānuvyākhyāsyāmaḥ
„Agniveśa, diejenigen, denen das Wesen der Nahrung bekannt ist – nach Eigenschaft (guṇa), Substanz (dravya) und Wirkung (karma) – und denen alle Faktoren wie Menge und die übrigen in allen ihren Aspekten bekannt sind, jene vermögen es, das so Gelehrte zu verstehen. Damit es aber die meisten, ja fast alle Ärzte verstehen können, wollen wir es so lehren, dass wir Menge und die übrigen Faktoren nicht im Einzelnen aufzählen; denn diese haben vielfältige Abwandlungen. Die besonderen Vorschriften der Nahrung aber wollen wir sowohl nach ihrem allgemeinen Kennzeichen als auch nach ihren Bestandteilen im Einzelnen darlegen.
āhāratvamāhārasyaikavidhamarthābhedāt; sa punardviyoniḥ, sthāvarajaṅgamātmakatvāt; dvividhaprabhāvaḥ,hitāhitodarkaviśeṣāt; caturvidhopayogaḥ, pānāśanabhakṣyalehyopayogāt; ṣaḍāsvādaḥ, rasabhedataḥ ṣaḍvidhatvāt; viṃśatiguṇaḥ,gurulaghuśītoṣṇasnigdharūkṣamandatīkṣṇasthirasaramṛdukaṭhina- viśadapicchilaślakṣṇakharasūkṣmasthūlasāndradravānugamāt;aparisaṅkhyeyavikalpaḥ, dravyasaṃyogakaraṇabāhulyāt
Das Nahrungsein (āhāratva) der Nahrung ist von einer einzigen Art, da der Begriff an sich nicht verschieden ist; sie selbst aber hat zwei Ursprungsarten, da sie aus Unbeweglichem (Pflanzen) und Beweglichem (Tieren) besteht; sie hat eine zweifache Wirkkraft, je nach dem besonderen Ausgang, ob zuträglich oder unzuträglich; sie hat eine vierfache Anwendung, nämlich als Getränk, Speise, Kaubares und Schleckbares; sie hat sechs Geschmacksarten (āsvāda), da rasa sechsfach unterschieden ist; sie hat zwanzig Eigenschaften (guṇa), entsprechend den Paaren schwer–leicht, kalt–heiß, ölig–trocken, stumpf–scharf, fest–fließend, weich–hart, klar–schleimig, glatt–rau, fein–grob, dicht–flüssig; und sie hat unzählige Abwandlungen, wegen der Vielzahl der Möglichkeiten, Substanzen miteinander zu verbinden.
tasya khalu ye ye vikārāvayavā bhūyiṣṭhamupayujyante, bhūyiṣṭhakalpānāṃ ca manuṣyāṇāṃ prakṛtyaiva hitatamāścāhitatamāśca, tāṃstānyathāvadupadekṣyāmaḥ
Von ihren einzelnen Abwandlungsformen, die am häufigsten verwendet werden und die für die meisten Menschen von Natur aus am zuträglichsten oder am unzuträglichsten sind, wollen wir nun die jeweiligen der Reihe nach lehren.
tadyathā- lohitaśālayaḥ śūkadhānyānāṃ pathyatamatve śreṣṭhatamā bhavanti, mudgāḥ śamīdhānyānām, āntarikṣamudakānāṃ, saindhavaṃlavaṇānāṃ, jīvantīśākaṃ śākānām, aiṇeyaṃ mṛgamāṃsānāṃ, lāvaḥ pakṣiṇāṃ, godhā bileśayānāṃ, rohito matsyānāṃ, gavyaṃ sarpiḥsarpiṣāṃ, gokṣīraṃ kṣīrāṇāṃ, tilatailaṃ sthāvarajātānāṃ snehānāṃ, varāhavasā ānūpamṛgavasānāṃ, culukīvasā matsyavasānāṃ,pākahaṃsavasā jalacaravihaṅgavasānāṃ, kukkuṭavasā viṣkiraśakunivasānāṃ, ajamedaḥ śākhādamedasāṃ, śṛṅgaveraṃ kandānāṃ, mṛdvīkāphalānāṃ, śarkarekṣuvikārāṇām, iti prakṛtyaiva hitatamānāmāhāravikārāṇāṃ prādhānyato dravyāṇi vyākhyātāni bhavanti
Nämlich so: Unter den Grannengetreiden ist der rote Reis (lohitaśāli) hinsichtlich der höchsten Zuträglichkeit der beste; unter den Hülsenfrüchten die Mungbohne (mudga); unter den Wassern das Regenwasser; unter den Salzen das Steinsalz (saindhava); unter den Blattgemüsen das Jīvantī-Gemüse; unter dem Wildfleisch das des Schwarzbocks (aiṇeya); unter den Vögeln die Wachtel (lāva); unter den Höhlenbewohnern der Waran (godhā); unter den Fischen der Rohita-Fisch; unter der geklärten Butter (ghṛta) die Kuhbutter; unter den Milcharten die Kuhmilch; unter den pflanzlichen Ölen das Sesamöl; unter den Fetten von Sumpftieren das Fett des Wildschweins; unter den Fischfetten das Fett der Culukī-Schildkröte; unter den Fetten wasserlebender Vögel das Fett des Pāka-Schwans; unter den Fetten bodenscharrender Vögel das Fett des Haushahns; unter den Fetten von Astfressern das Fett der Ziege; unter den Wurzelknollen der Ingwer (śṛṅgavera); unter den Früchten die Weintraube; und unter den Zuckerrohrprodukten der Kandiszucker (śarkarā) – so sind, dem Range nach geordnet, die von Natur aus zuträglichsten Substanzen unter den Nahrungsarten dargelegt worden.
yavakāḥ śūkadhānyānāmapathyatamatvena prakṛṣṭatamā bhavanti, māṣāḥ śamīdhānyānāṃ,varṣānādeyamudakānām, ūṣaraṃ lavaṇānāṃ, sarṣapaśākaṃ śākānāṃ, gomāṃsaṃ mṛgamāṃsānāṃ, kāṇakapotaḥ pakṣiṇāṃ, bheko bileśayānāṃ,cilicimo matsyānām, āvikaṃ sarpiḥ sarpiṣām, avikṣīraṃ kṣīrāṇāṃ, kusumbhasnehaḥ sthāvarasnehānāṃ, mahiṣavasāānūpamṛgavasānāṃ, kumbhīravasā matsyavasānāṃ, kākamadguvasā jalacaravihaṅgavasānāṃ, caṭakavasā viṣkiraśukanivasānāṃ,hastimedaḥ śākhādamedasāṃ, nikucaṃ phalānām, ālukaṃ kandānāṃ, phāṇitamikṣuvikārāṇām, itiprakṛtyaivāhitatamānāmāhāravikārāṇāṃ prakṛṣṭatamāni dravyāṇi vyākhyātāni bhavanti; (iti) hitāhitāvayavo vyākhyātaāhāravikārāṇām
Die Gerstenkörner (yavaka) sind unter den Grannengetreiden hinsichtlich der Unzuträglichkeit die hervorstechendsten; unter den Hülsenfrüchten die schwarze Bohne (māṣa); unter den Wassern nicht zu sammelndes Regenwasser; unter den Salzen das Salzbodensalz (ūṣara); unter den Gemüsen das Senfblattgemüse; unter dem Wildfleisch das Rindfleisch; unter den Vögeln die einäugige Taube; unter den Höhlenbewohnern der Frosch; unter den Fischen der Cilicima-Fisch; unter der geklärten Butter die Schafbutter; unter den Milcharten die Schafmilch; unter den pflanzlichen Ölen das Färberdistelöl (kusumbha); unter den Fetten von Sumpftieren das Büffelfett; unter den Fischfetten das Krokodilfett; unter den Fetten wasserlebender Vögel das Fett von Krähe und Taucher; unter den Fetten bodenscharrender Vögel das Fett des Sperlings; unter den Fetten von Astfressern das Elefantenfett; unter den Früchten die Nikuca-Frucht; unter den Wurzelknollen die Yamswurzel (āluka); und unter den Zuckerrohrprodukten der Rohsirup (phāṇita) – so sind die von Natur aus unzuträglichsten Substanzen unter den Nahrungsarten dargelegt worden. Damit ist der Abschnitt über zuträglich und unzuträglich bei den Nahrungsarten dargelegt.
ato bhūyaḥ karmauṣadhānāṃ ca prādhānyataḥ sānubandhāni dravyāṇyanuvyākhyāsyāmaḥ| annaṃ vṛttikarāṇāṃ śreṣṭham, udakamāśvāsakarāṇāṃ (surā śramaharāṇāṃ), kṣīraṃ jīvanīyānāṃ, māṃsaṃ bṛṃhaṇīyānāṃ,rasastarpaṇīyānāṃ, lavaṇamannadravyarucikarāṇām, amlaṃ hṛdyānāṃ, kukkuṭo balyānāṃ, nakrareto vṛṣyāṇāṃ, madhuśleṣmapittapraśamanānāṃ, sarpirvātapittapraśamanānāṃ, tailaṃ vātaśleṣmapraśamanānāṃ, vamanaṃ śleṣmaharāṇāṃ, virecanaṃ pittaharāṇāṃ,bastirvātaharāṇāṃ, svedo mārdavakarāṇāṃ, vyāyāmaḥ sthairyakarāṇāṃ, kṣāraḥ puṃstvopaghātināṃ, (tindukamanannadravyarucikarāṇām ,)āmaṃ kapitthamakaṇṭhyānām, āvikaṃ sarpirahṛdyānām, ajākṣīraṃ śoṣaghnastanyasātmyaraktasāṅgrāhikaraktapittapraśamanānām,avikṣīraṃ śleṣmapittajananānāṃ, mahiṣīkṣīraṃ svapnajananānāṃ, mandakaṃ dadhyabhiṣyandakarāṇāṃ, gavedhukānnaṃ karśanīyānām,uddālakānnaṃ virūkṣaṇīyānām, ikṣurmūtrajananānāṃ, yavāḥ purīṣajananānāṃ, jāmbavaṃ vātajananānāṃ, śaṣkulyaḥ śleṣmapittajananānāṃ,kulatthā amlapittajananānāṃ, māṣāḥ śleṣmapittajananānāṃ, madanaphalaṃ vamanāsthāpanānuvāsanopayogināṃ, trivṛt sukhavirecanānāṃ,caturaṅgulo mṛduvirecanānāṃ, snukpayastīkṣṇavirecananāṃ, pratyakpuṣpā śirovirecanānāṃ, viḍaṅgaṃ krimighnānāṃ, śirīṣo viṣaghnānāṃ,khadiraḥ kuṣṭhaghnānāṃ, rāsnā vātaharāṇām, āmalakaṃ vayaḥsthāpanānāṃ, harītakī pathyānām, eraṇḍamūlaṃ vṛṣyavātaharāṇāṃ,pippalīmūlaṃ dīpanīyapācanīyānāhapraśamanānāṃ, citrakamūlaṃ dīpanīyapācanīyagudaśothārśaḥśūlaharāṇāṃ, puṣkaramūlaṃhikkāśvāsakāsapārśvaśūlaharāṇāṃ, mustaṃ sāṅgrāhikadīpanīyapācanīyānām, udīcyaṃnirvāpaṇadīpanīyapācanīyacchardyatīsāraharāṇāṃ, kaṭvaṅgaṃ sāṅgrāhikapācanīyadīpanīyānām, anantāsāṅgrāhikaraktapittapraśamanānām, amṛtā sāṅgrāhikavātaharadīpanīyaśleṣmaśoṇitavibandhapraśamanānāṃ, bilvaṃsāṅgrāhikadīpanīyavātakaphapraśamanānām, ativiṣā dīpanīyapācanīyasāṅgrāhikasarvadoṣaharāṇām,utpalakumudapadmakiñjalkaḥ sāṅgrāhikaraktapittapraśamanānāṃ, durālabhā pittaśleṣmapraśamanānāṃ, gandhapriyaṅguḥśoṇitapittātiyogapraśamanānāṃ, kuṭajatvak śleṣmapittaraktasāṅgrāhikopaśoṣaṇānāṃ, kāśmaryaphalaṃraktasāṅgrāhikaraktapittapraśamanānāṃ, pṛśniparṇī sāṅgrāhikavātaharadīpanīyavṛṣyāṇāṃ, vidārigandhā vṛṣyasarvadoṣaharāṇāṃ, balāsāṅgrāhikabalyavātaharāṇāṃ, gokṣurako mūtrakṛcchrānilaharāṇāṃ, hiṅguniryāsaśchedanīyadīpanīyānulomikavātakaphapraśamanānām,amlavetaso bhedanīyadīpanīyānulomikavātaśleṣmaharāṇāṃ, yāvaśūkaḥ sraṃsanīyapācanīyārśoghnānāṃ, takrābhyāsograhaṇīdoṣaśophārśoghṛtavyāpatpraśamanānāṃ, kravyānmāṃsarasābhyāso grahaṇīdoṣaśoṣārśoghnānāṃ, kṣīraghṛtābhyāso rasāyanānāṃ,samaghṛtasaktuprāśābhyāso vṛṣyodāvartaharāṇāṃ, tailagaṇḍūṣābhyāso dantabalarucikarāṇāṃ, candanaṃ durgandhaharadāhanirvāpaṇalepanānāṃ,rāsnāguruṇī śītāpanayanapralepanānāṃ, lāmajjakośīraṃ dāhatvagdoṣasvedāpanayanapralepanānāṃ, kuṣṭhaṃvātaharābhyaṅgopanāhopayogināṃ, madhukaṃ cakṣuṣyavṛṣyakeśyakaṇṭhyavarṇyavirajanīyaropaṇīyānāṃ, vāyuḥ prāṇasañjñāpradānahetūnām,agnirāmastambhaśītaśūlodvepanapraśamanānāṃ, jalaṃ stambhanīyānāṃ, mṛdbhṛṣṭaloṣṭranirvāpitamudakaṃtṛṣṇācchardyatiyogapraśamanānām, atimātrāśanamāmapradoṣahetūnāṃ, yathāgnyabhyavahāro'gnisandhukṣaṇānāṃ, yathāsātmyaṃceṣṭābhyavahārau sevyānāṃ, kālabhojanamārogyakarāṇāṃ, tṛptirāhāraguṇānāṃ, vegasandhāraṇamanārogyakarāṇāṃ, madyaṃsaumanasyajananānāṃ, madyākṣepo dhīdhṛtismṛtiharāṇāṃ, gurubhojanaṃ durvipākakarāṇām, ekāśanabhojanaṃ sukhapariṇāmakarāṇāṃ,strīṣvatiprasaṅgaḥ śoṣakarāṇāṃ, śukraveganigrahaḥ ṣāṇḍyakarāṇāṃ, parāghātanamannāśraddhājananānām, anaśanamāyuṣo hrāsakarāṇāṃ,pramitāśanaṃ karśanīyānām, ajīrṇādhyaśanaṃ grahaṇīdūṣaṇānāṃ, viṣamāśanamagnivaiṣamyakarāṇāṃ, viruddhavīryāśanaṃninditavyādhikarāṇāṃ, praśamaḥ pathyānāṃ, āyāsaḥ sarvāpathyānāṃ, mithyāyogo vyādhikarāṇāṃ, rajasvalābhigamanamalakṣmīmukhānāṃ,brahmacaryamāyuṣyāṇāṃ, paradārābhigamanamanāyuṣyāṇāṃ, saṅkalpo vṛṣyāṇāṃ, daurmanasyamavṛṣyāṇām, ayathābalamārambhaḥprāṇoparodhināṃ, viṣādo rogavardhanānāṃ, snānaṃ śramaharāṇāṃ, harṣaḥ prīṇanānāṃ, śokaḥ śoṣaṇānāṃ, nivṛttiḥ puṣṭikarāṇāṃ,puṣṭiḥsvapnakarāṇām, atisvapnastandrākarāṇāṃ, sarvarasābhyāso balakarāṇām, ekarasābhyāso daurbalyakarāṇāṃ,garbhaśalyamāhāryāṇām, ajīrṇamuddhāryāṇāṃ, bālo mṛdubheṣajīyānāṃ, vṛddho yāpyānāṃ, garbhiṇītīkṣṇauṣadhavyavāyavyāyāmavarjanīyānāṃ, saumanasyaṃ garbhadhāraṇānāṃ, sannipāto duścikitsyānām, āmo viṣamacikitsyānāṃ ,jvaro rogāṇāṃ, kuṣṭhaṃ dīrgharogāṇāṃ, rājayakṣmā rogasamūhānāṃ, prameho'nuṣaṅgiṇāṃ, jalaukaso'nuśastrāṇāṃ, bastistantrāṇāṃ,himavānauṣadhibhūmīnāṃ, soma oṣadhīnāṃ, marubhūmirārogyadeśānām, anūpo'hitadeśānām, nirdeśakāritvamāturaguṇānāṃ, bhiṣakcikitsāṅgānāṃ, nāstikovarjyānāṃ, laulyaṃ kleśakarāṇām, anirdeśakāritvamariṣṭānāṃ, anirvedo vārtalakṣaṇānāṃ, vaidyasamūhoniḥsaṃśayakarāṇaṃ, yogo vaidyaguṇānāṃ, vijñānamauṣadhīnāṃ, śāstrasahitastarkaḥ sādhanānāṃ, sampratipattiḥ kālajñānaprayojanānām,avyavasāyaḥ kālātipattihetūnāṃ, dṛṣṭakarmatā niḥsaṃśayakarāṇām, asamarthatā bhayakarāṇāṃ, tadvidyasambhāṣā buddhivardhanānām,ācāryaḥ śāstrādhigamahetūnām, āyurvedo'mṛtānāṃ, sadvacanamanuṣṭheyānām, asadgrahaṇaṃ sarvāhitānāṃ, sarvasannyāsaḥsukhānāmiti
Nun wollen wir ferner, in erster Linie nach der Wirkung von Heilmitteln geordnet, die jeweils dazugehörigen Substanzen darlegen. Speise ist das Beste unter dem, was den Lebensunterhalt sichert; Wasser das Beste unter dem, was erquickt (Branntwein/Bier das Beste unter dem, was Erschöpfung beseitigt); Milch das Beste unter den lebenskraftspendenden Mitteln; Fleisch das Beste unter den aufbauenden Mitteln; Fleischsaft das Beste unter den sättigenden Mitteln; Salz das Beste unter dem, was den Speisen Geschmack verleiht; Saures das Beste unter dem, was dem Herzen zuträglich ist; der Haushahn das Beste unter den kräftespendenden Fleischsorten; Krokodilsekret das Beste unter den aphrodisischen Mitteln; Honig das Beste unter dem, was kapha und pitta besänftigt; Ghee das Beste unter dem, was vāta und pitta besänftigt; Öl das Beste unter dem, was vāta und kapha besänftigt; Erbrechenstherapie das Beste unter dem, was kapha entfernt; Abführen das Beste unter dem, was pitta entfernt; das Klistier (basti) das Beste unter dem, was vāta entfernt; Schwitzen das Beste unter dem, was Weichheit bewirkt; körperliche Übung das Beste unter dem, was Festigkeit bewirkt; Lauge (kṣāra) das Schlimmste unter dem, was die Manneskraft schädigt (die Tinduka-Frucht das Schlimmste unter dem, was Speisen den Geschmack nimmt); die unreife Holzapfelfrucht (kapittha) das Schlimmste unter dem, was der Kehle schadet; Schafghee das Schlimmste unter dem, was dem Herzen unzuträglich ist; Ziegenmilch das Beste unter dem, was Auszehrung heilt, der Muttermilch zuträglich ist, dem Blut zuträglich ist, zusammenziehend wirkt und raktapitta [eine Blutungsstörung] besänftigt; Schafmilch das Stärkste unter dem, was kapha und pitta hervorbringt; Büffelmilch das Stärkste unter dem, was Schlaf hervorbringt; leicht gesäuerter Joghurt das Stärkste unter dem, was Verstopfung der Kanäle (abhiṣyanda) bewirkt; Speise aus Gavedhuka-Gras das Stärkste unter dem, was abmagern lässt; Speise aus Uddālaka das Stärkste unter dem, was austrocknet; Zuckerrohr das Stärkste unter dem, was Urin hervorbringt; Gerste das Stärkste unter dem, was Stuhl hervorbringt; die Jambu-Frucht das Stärkste unter dem, was vāta hervorbringt; Śaṣkulī-Gebäck das Stärkste unter dem, was kapha und pitta hervorbringt; Pferdebohnen das Stärkste unter dem, was amlapitta [Sodbrennen] hervorbringt; schwarze Bohnen das Stärkste unter dem, was kapha und pitta hervorbringt; die Madana-Frucht die vorzüglichste bei Brechmitteln sowie stopfenden und öligen Klistieren; Trivṛt das vorzüglichste unter den sanften Abführmitteln; Caturaṅgula das vorzüglichste unter den milden Abführmitteln; der Milchsaft des Snuhī das vorzüglichste unter den scharfen Abführmitteln; Pratyakpuṣpā das vorzüglichste unter dem, was den Kopf reinigt; Viḍaṅga das Beste unter den wurmtötenden Mitteln; Śirīṣa das Beste unter den giftvertreibenden Mitteln; Khadira das Beste unter den hautheilenden Mitteln (gegen kuṣṭha); Rāsnā das Beste unter dem, was vāta entfernt; Āmalaka das Beste unter dem, was die Jugend bewahrt; Harītakī die beste unter den zuträglichen Mitteln; die Rizinuswurzel die beste unter dem, was aphrodisisch wirkt und vāta entfernt; die Wurzel des langen Pfeffers die beste unter dem, was das Verdauungsfeuer anregt, verdaut und Blähungen besänftigt; die Wurzel von Citraka die beste unter dem, was das Verdauungsfeuer anregt, verdaut sowie Afterschwellungen, Hämorrhoiden und Schmerzen beseitigt; die Wurzel von Puṣkara die beste unter dem, was Schluckauf, Atemnot, Husten und Flankenschmerzen beseitigt; Mustā das beste unter dem, was zusammenziehend wirkt, das Verdauungsfeuer anregt und verdaut; Udīcya das beste unter dem, was kühlt, das Verdauungsfeuer anregt, verdaut sowie Erbrechen und Durchfall beseitigt; Kaṭvaṅga das beste unter dem, was zusammenziehend wirkt, verdaut und das Verdauungsfeuer anregt; Anantā die beste unter dem, was zusammenziehend wirkt und raktapitta besänftigt; Amṛtā (Guḍūcī) die beste unter dem, was zusammenziehend wirkt, vāta entfernt, das Verdauungsfeuer anregt und Verstopfungen von kapha und Blut besänftigt; Bilva das beste unter dem, was zusammenziehend wirkt, das Verdauungsfeuer anregt und vāta sowie kapha besänftigt; Ativiṣā die beste unter dem, was das Verdauungsfeuer anregt, verdaut, zusammenziehend wirkt und alle drei doṣas entfernt; der Blütenstaub von blauem Lotus, Seerose und rotem Lotus der beste unter dem, was zusammenziehend wirkt und raktapitta besänftigt; Durālabhā die beste unter dem, was pitta und kapha besänftigt; Gandhapriyaṅgu das beste unter dem, was ein Übermaß von Blut und pitta besänftigt; die Rinde von Kuṭaja die beste unter dem, was kapha, pitta und Blut zusammenzieht und austrocknet; die Frucht von Kāśmarya die beste unter dem, was das Blut zusammenzieht und raktapitta besänftigt; Pṛśniparṇī die beste unter dem, was zusammenziehend wirkt, vāta entfernt, das Verdauungsfeuer anregt und aphrodisisch wirkt; Vidārigandhā die beste unter dem, was aphrodisisch wirkt und alle doṣas entfernt; Balā die beste unter dem, was zusammenziehend wirkt, Kraft verleiht und vāta entfernt; Gokṣura der beste unter dem, was Harnbeschwerden und vāta beseitigt; das Harz von Hiṅgu das beste unter dem, was löst, das Verdauungsfeuer anregt, die Winde in ihre natürliche Richtung lenkt und vāta sowie kapha besänftigt; Amlavetasa das beste unter dem, was abführend wirkt, das Verdauungsfeuer anregt, die Winde in ihre natürliche Richtung lenkt und vāta sowie kapha entfernt; Yāvaśūka das beste unter dem, was lösend wirkt, verdaut und Hämorrhoiden heilt; regelmäßiger Genuss von Buttermilch (takra) das beste unter dem, was Störungen der Verdauungskraft (grahaṇī), Schwellungen, Hämorrhoiden und Schäden durch übermäßiges Ghee besänftigt; regelmäßiger Genuss von Fleischsaft fleischfressender Tiere das beste unter dem, was Störungen der Verdauungskraft, Auszehrung und Hämorrhoiden heilt; regelmäßiger Genuss von Milch und Ghee das beste unter den verjüngenden (rasāyana) Mitteln; regelmäßiger Genuss von mit gleichviel Ghee vermischtem Gerstenmehl das beste unter dem, was aphrodisisch wirkt und udāvarta [aufgestaute Winde] beseitigt; regelmäßiges Mundspülen mit Öl das beste unter dem, was den Zähnen Kraft und Geschmackssinn verleiht; Sandelholz das beste unter den Salben, die üblen Geruch beseitigen und Brennen kühlen; Rāsnā und Aguru zusammen die besten unter den Salben, die Kälte vertreiben; Lāmajjaka und Uśīra (Vetiver) die besten unter den Salben, die Brennen, Hautleiden und übermäßiges Schwitzen vertreiben; Kuṣṭha [Costus] das beste bei vāta-entfernenden Ölmassagen und Umschlägen; Süßholz (madhuka) das beste unter dem, was den Augen, der Zeugungskraft, dem Haar, der Kehle und dem Teint zuträglich ist, was reinigt und Wunden heilt; der Wind (vāyu) die vorzüglichste Ursache dessen, was Lebensatem und Bewusstsein hervorbringt; Feuer/Wärme das beste unter dem, was Unverdautes (āma), Erstarrung, Kälte, Schmerzen und Zittern besänftigt; Wasser das beste unter den stopfenden Mitteln; Wasser, das mit einem erhitzten Erdklumpen abgelöscht wurde, das beste unter dem, was übermäßigen Durst und Erbrechen besänftigt; übermäßiges Essen die schlimmste Ursache für die Verderbnis von āma; Essen entsprechend der eigenen Verdauungskraft das beste unter dem, was das Verdauungsfeuer anfacht; Tätigkeit und Nahrungsaufnahme entsprechend der individuellen Gewöhnung (sātmya) die besten unter dem, was gepflegt werden soll; Essen zur rechten Zeit das beste unter dem, was Gesundheit bewirkt; Sättigung, ohne Übermaß, die beste unter den guten Eigenschaften der Nahrungsaufnahme; das Zurückhalten natürlicher Bedürfnisse das schlimmste unter dem, was Krankheit bewirkt; Wein der beste unter dem, was Wohlgemutheit hervorbringt; übermäßiger Alkoholgenuss der schlimmste unter dem, was Verstand, Selbstbeherrschung und Erinnerung raubt; schwere Kost die schlimmste unter dem, was schlechte Verdauung bewirkt; einmaliges Essen am Tag das beste unter dem, was eine leichte Verdauung bewirkt; übermäßiger Geschlechtsverkehr mit Frauen der schlimmste unter dem, was Auszehrung bewirkt; das Zurückhalten des Samendrangs das schlimmste unter dem, was Impotenz bewirkt; sich beim Essen von anderen drängen zu lassen das schlimmste unter dem, was Widerwillen gegen Speise erzeugt; dauerndes Fasten das schlimmste unter dem, was die Lebensspanne verkürzt; zu knapp bemessenes Essen das schlimmste unter dem, was abmagern lässt; Essen bei noch bestehender Unverdautheit das schlimmste unter dem, was die Verdauungskraft (grahaṇī) verdirbt; unregelmäßiges Essen das schlimmste unter dem, was das Verdauungsfeuer aus dem Gleichgewicht bringt; das Essen von in ihrer Wirkkraft unverträglichen Speisen das schlimmste unter dem, was tadelnswerte Krankheiten hervorbringt; Gelassenheit die beste unter den zuträglichen Verhaltensweisen; Überanstrengung das schlimmste unter allem Unzuträglichen; der falsche Gebrauch [der Sinne, der Zeit und des Verstandes] das schlimmste unter dem, was Krankheit hervorbringt; der Verkehr mit einer menstruierenden Frau das erste unter dem, was Unglück einleitet; Enthaltsamkeit (brahmacarya) das beste unter dem, was die Lebensspanne fördert; der Verkehr mit der Frau eines anderen das schlimmste unter dem, was die Lebensspanne verkürzt; sinnliches Verlangen das beste unter dem, was aphrodisisch wirkt; Missmut das schlimmste unter dem, was die Zeugungskraft mindert; ein den eigenen Kräften nicht entsprechendes Unterfangen das schlimmste unter dem, was den Lebensatem bedroht; Verzagtheit das schlimmste unter dem, was Krankheit verstärkt; Baden das beste unter dem, was Erschöpfung beseitigt; Freude das beste unter dem, was erquickt; Kummer das schlimmste unter dem, was auszehrt; Ruhe das beste unter dem, was Gedeihen bewirkt; Wohlgenährtheit das beste unter dem, was Schlaf hervorbringt; übermäßiger Schlaf das schlimmste unter dem, was Mattigkeit hervorbringt; der regelmäßige Genuss aller sechs Geschmacksarten das beste unter dem, was Kraft verleiht; der ausschließliche Genuss nur eines Geschmacks das schlimmste unter dem, was Schwäche hervorbringt; ein [fehllagendes] Kind im Mutterleib steht an erster Stelle unter dem, was operativ entfernt werden muss; Unverdautes steht an erster Stelle unter dem, was ausgeleitet werden muss; das Kind steht an erster Stelle unter denen, die milde Arzneien benötigen; der Greis steht an erster Stelle unter denen, die nur palliativ behandelt werden können; die Schwangere steht an erster Stelle unter denen, die scharfe Arzneien, Geschlechtsverkehr und körperliche Anstrengung meiden müssen; Wohlgemutheit ist das beste unter dem, was das Austragen der Schwangerschaft fördert; sannipāta [das gleichzeitige Außer-Gleichgewicht-Geraten aller drei doṣas] steht an erster Stelle unter den schwer heilbaren Zuständen; āma [Unverdautes] steht an erster Stelle unter dem, was eine schwierige Behandlung erfordert; Fieber steht an erster Stelle unter den Krankheiten; kuṣṭha [Hautkrankheit] steht an erster Stelle unter den langwierigen Krankheiten; rājayakṣmā [Schwindsucht] steht an erster Stelle unter den Krankheitskomplexen; prameha [Harnleiden] steht an erster Stelle unter den Krankheiten, die andere nach sich ziehen; Blutegel stehen an erster Stelle unter den unblutigen Hilfsmitteln neben den [chirurgischen] Instrumenten; das Klistier (basti) steht an erster Stelle unter den Behandlungssystemen; der Himālaya steht an erster Stelle unter den Heilkräuterländern; Soma steht an erster Stelle unter den Heilkräutern; trockenes Weideland (jāṅgala) steht an erster Stelle unter den gesunden Landstrichen; Sumpfland (ānūpa) steht an erster Stelle unter den unzuträglichen Landstrichen; das Befolgen von Anweisungen steht an erster Stelle unter den guten Eigenschaften des Patienten; der Arzt steht an erster Stelle unter den Bestandteilen der Heilbehandlung; der Ungläubige steht an erster Stelle unter denen, die zu meiden sind; unbeherrschte Begierde steht an erster Stelle unter dem, was Leid bewirkt; die Unfähigkeit, Anweisungen zu befolgen, steht an erster Stelle unter den Todeszeichen (ariṣṭa); Unverzagtheit steht an erster Stelle unter den Kennzeichen von Wohlergehen; die Versammlung [mehrerer] Ärzte steht an erster Stelle unter dem, was Zweifel beseitigt; Geschicklichkeit im richtigen Anwenden steht an erster Stelle unter den guten Eigenschaften des Arztes; Kenntnis steht an erster Stelle unter dem, was Heilkräuter wirksam macht; auf die Lehrtexte gestützte Überlegung steht an erster Stelle unter den Hilfsmitteln der Erkenntnis; richtiges Verständnis der Lage steht an erster Stelle unter dem Nutzen der Kenntnis der rechten Zeit; Unentschlossenheit steht an erster Stelle unter den Ursachen für das Verstreichenlassen der rechten Zeit; Behandlung nach bereits erprobtem Vorgehen steht an erster Stelle unter dem, was Zweifel beseitigt; Unvermögen steht an erster Stelle unter dem, was Furcht hervorbringt; das Gespräch mit Fachkundigen steht an erster Stelle unter dem, was den Verstand mehrt; der Lehrer steht an erster Stelle unter den Ursachen für das Erlernen der Lehrtexte; der Āyurveda steht an erster Stelle unter dem, was Unsterblichkeit verleiht; die wahre Rede steht an erster Stelle unter dem, was befolgt werden soll; das Aufgreifen falscher Lehren steht an erster Stelle unter allem Unzuträglichen; und das Loslassen von allem (sarvasannyāsa) steht an erster Stelle unter dem, was Glück bewirkt.
bhavanti cātra- agryāṇāṃ śatamuddiṣṭaṃ yaddvipañcāśaduttaram| alametadvikārāṇāṃ vighātāyopadiśyate
Und hierzu heißt es: Es wurde die Zahl von hundertzweiundfünfzig (100 plus 52) „Vorzüglichstem“ (agra) genannt; dies genügt und wird zur Abwehr der krankhaften Störungen gelehrt.
samānakāriṇo ye'rthāsteṣāṃ śreṣṭhasya lakṣaṇam| jyāyastvaṃ kāryakartṛtve varatvaṃ cāpyudāhṛtam
Von Dingen, die eine gleichartige Wirkung haben, ist dies das Kennzeichen des besten unter ihnen: seine Überlegenheit in der Ausführung der Wirkung wird als Vorzüglichkeit bezeichnet.
vātapittakaphānāṃ ca yadyat praśamane hitam| prādhānyataśca nirdiṣṭaṃ yadvyādhiharamuttamam
Und was auch immer zur Besänftigung von vāta, pitta und kapha zuträglich ist und vorrangig als das beste Mittel zur Beseitigung von Krankheit genannt wurde, [das gilt als agra].
etanniśamya nipuṇaṃ cikitsāṃ samprayojayet| evaṃ kurvan sadā vaidyo dharmakāmau samaśnute
Nachdem er dies genau erfasst hat, soll er die Behandlung geschickt anwenden; wer als Arzt stets so verfährt, erlangt sowohl dharma als auch die Erfüllung seiner Wünsche.
pathyaṃ patho'napetaṃ yadyaccoktaṃ manasaḥ priyam| yaccāpriyamapathyaṃ ca niyataṃ tanna lakṣayet
Was zuträglich (pathya) ist und nicht vom rechten Weg abweicht, wurde als dem Geist angenehm bezeichnet; was hingegen unangenehm und unzuträglich ist, das soll man keinesfalls [als Maßstab] ansehen.
mātrākālakriyābhūmidehadoṣaguṇāntaram | prāpya tattaddhi dṛśyante te te bhāvāstathā tathā
Je nachdem, welche Unterschiede in Menge, Zeit, Zubereitung, Ort, Körper, doṣa und Eigenschaft im Einzelfall vorliegen, zeigen sich die jeweiligen Faktoren dementsprechend in immer wieder anderer Weise.
tasmāt svabhāvo nirdiṣṭastathā mātrādirāśrayaḥ| tadapekṣyobhayaṃ karma prayojyaṃ siddhimicchatā
Deshalb wurde sowohl die Eigennatur [der Substanz] als auch ihre Grundlage in Menge und den übrigen Faktoren dargelegt; wer den Erfolg der Behandlung wünscht, soll beides berücksichtigen und sein Handeln danach ausrichten.
yathoddeśamabhinirdiṣṭaḥ kevalo'yamartho bhagavatā śrutaścāsmābhiḥ| āsavadravyāṇāmidānīmanapavādaṃ lakṣaṇamanatisaṅkṣepeṇopadiśyamānaṃ śuśrūṣāmaha iti
[Die Schüler sprachen:] „Dieser Gegenstand wurde vom Ehrwürdigen, wie zunächst angekündigt, dargelegt, und wir haben ihn vernommen. Nun möchten wir hören, wie das ausnahmslose Kennzeichen der Gärgetränke (āsava) dargelegt wird, ohne allzu große Kürze.“
dhānyaphalamūlasārapuṣpakāṇḍapatratvaco bhavantyāsavayonayo'gniveśa! saṅgraheṇāṣṭau śarkarānavamīkāḥ| tāsveva dravyasaṃyogakaraṇato'parisaṅkhyeyāsu yathāpathyatamānāmāsavānāṃ caturaśītiṃ nibodha| bhavataḥ,tilvakalodhrailavālukakramukacaturthāstvagāsavā bhavanti, śarkarāsava eka eveti| evameṣāmāsavānāṃ caturaśītiḥ paraspareṇāsaṃsṛṣṭānāmāsavadravyāṇāmupanirdiṣṭā bhavati| eṣāmāsavānāmāsutatvādāsavasañjñā| dravyasaṃyogavibhāgavistārastveṣāṃ bahuvidhakalpaḥ saṃskāraśca| yathāsvaṃ saṃyogasaṃskārasaṃskṛtā hyāsavāḥ svaṃ karma kurvanti| saṃyogasaṃskāradeśakālamātrādayaśca bhāvāsteṣāṃ teṣāmāsavānāṃ te te samupadiśyante tattatkāryamabhisamīkṣyeti
„Agniveśa! Die Grundlagen (yoni) der Gärgetränke sind Getreide, Früchte, Wurzeln, Pflanzenextrakt, Blüten, Stängel und Rinde – insgesamt acht, zählt man den Zuckerrohrsaft (śarkarā) hinzu. Innerhalb dieser Kategorien gibt es, je nach der Verbindung der Substanzen, unzählige Arten; vernimm nun die vierundachtzig davon, die am zuträglichsten sind. Es gibt Gärgetränke aus der Rinde von Tilvaka, Lodhra, Elā und Vālaka sowie, als vierte, aus Kramuka, und ein einziges aus Zuckerrohrsaft. So werden die vierundachtzig dieser Gärgetränke, gebildet aus untereinander nicht vermischten Ausgangsstoffen, dargelegt. Diese Gärgetränke tragen den Namen āsava, weil sie durch Vergärung (āsuta) entstehen. Die Vielfalt in der Verbindung und Aufteilung der Substanzen sowie ihre Zubereitung (saṃskāra) ist mannigfaltig; denn je nachdem, wie sie durch Verbindung und Zubereitung entsprechend hergestellt sind, entfalten die Gärgetränke ihre jeweilige Wirkung. Verbindung, Zubereitung, Ort, Zeit, Menge und die übrigen Faktoren werden für die jeweiligen Gärgetränke im Hinblick auf die jeweils angestrebte Wirkung gelehrt.“
manaḥśarīrāgnibalapradānāmasvapnaśokārucināśanānām| saṃharṣaṇānāṃ pravarāsavānāmaśītiruktā caturuttaraiṣā
Diese vierundachtzig vortrefflichen Gärgetränke, die Geist, Körper und Verdauungsfeuer Kraft verleihen, Schlaflosigkeit, Kummer und Appetitlosigkeit vertreiben und erfreuen, wurden hiermit genannt.
śarīrarogaprakṛtau matāni tattvena cāhāraviniścayaṃ ca| uvāca yajjaḥpuruṣādike'smin munistathā'gryāṇi varāsavāṃśca
So verkündete der Weise in diesem Kapitel, das mit „Yajjaḥpuruṣa“ beginnt, wahrheitsgemäß die Lehrmeinungen über die Natur von Körper und Krankheit sowie die Entscheidung über die rechte Nahrung, ebenso das Vorzüglichste (agra) und die besten Gärgetränke.