athāto daśaprāṇāyatanīyamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die zehn Sitze des Lebensatems (prāṇāyatana, die Stätten, in denen der prāṇa – der Lebensatem, die Lebenskraft – verankert ist) erklären.
Caraka-Saṃhitā · Sutrasthana
Kapitel 29 ist kurz, aber programmatisch: Es benennt die zehn „Sitze des Lebensatems“ (prāṇāyatana) – beide Schläfen, die drei großen vitalen Punkte Kopf, Herz und Blase, Kehle, Blut, Same, Ojas und After –, deren Verletzung oder Störung lebensbedrohlich ist, und liefert damit einen frühen Baustein der später in der Śārīrasthāna-Tradition ausgebauten Marman-Lehre vitaler Körperpunkte. Der eigentliche Schwerpunkt des Kapitels liegt jedoch im Ethischen: Ātreya unterscheidet in eindringlicher, fast satirischer Sprache den wahrhaft gebildeten Arzt, der „Verbündeter des Lebens“ ist, vom scharlatanhaften Blender, der unter dem Deckmantel der Heilkunst nur Ansehen und Gewinn sucht – ein Kapitel über ärztliche Standesethik und Qualitätssicherung, das in seiner Schärfe der Kritik an falschen Autoritäten kaum ein Gegenstück in der übrigen Saṃhitā hat. Botanische Aspekte spielen hier praktisch keine Rolle; im Zentrum steht die Frage, wer überhaupt befugt sein sollte, mit Heilmitteln zu behandeln.
| Sitz (Sanskrit) | Bemerkung |
|---|---|
| śaṅkha (beide Schläfen) | zwei Sitze |
| śiras (Kopf) | einer der drei großen marman (marmatraya) |
| hṛdaya (Herz) | einer der drei großen marman |
| basti (Blase) | einer der drei großen marman |
| kaṇṭha (Kehle) | – |
| rakta (Blut) | – |
| śukra (Same) | – |
| ojas | feinste Vitalessenz des Körpers |
| guda (After) | – |
athāto daśaprāṇāyatanīyamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die zehn Sitze des Lebensatems (prāṇāyatana, die Stätten, in denen der prāṇa – der Lebensatem, die Lebenskraft – verankert ist) erklären.
iti ha smāha bhagavānātreyaḥ
So sprach der erhabene Ātreya.
daśaivāyatanānyāhuḥ prāṇā yeṣu pratiṣṭhitāḥ | śaṅkhau marmatrayaṃ kaṇṭho raktaṃ śukraujasī gudam
Zehn Sitze werden genannt, in denen die prāṇas verankert sind: die beiden Schläfen, das Dreiergespann der vitalen Punkte (marmatraya – Kopf, Herz und Blase, als besonders verletzliche und lebenswichtige Körperstellen, marman genannt), die Kehle, das Blut, Same (śukra) und Ojas (die feinste Vitalessenz des Körpers) sowie der After.
tānīndriyāṇi vijñānaṃ cetanāhetumāmayān| jānīte yaḥ sa vai vidvān prāṇābhisara ucyate
Wer diese Sitze, die Sinnesorgane (indriya), das Erkennen (vijñāna), die Ursache des Bewusstseins und die Krankheiten kennt, der ist wahrlich ein Wissender und wird ‚der dem Leben Verbündete‘ (prāṇābhisara) genannt.
dvividhāstu khalu bhiṣajo bhavantyagniveśa! prāṇānāmeke'bhisarā hantāro rogāṇāṃ, rogāṇāmeke'bhisarā hantāraḥprāṇānāmiti
Es gibt, Agniveśa, wahrlich zwei Arten von Ärzten: Die einen sind Verbündete des Lebens (prāṇa) und Zerstörer der Krankheiten, die anderen sind Verbündete der Krankheiten und Zerstörer des Lebens.
evaṃvādinaṃ bhagavantamātreyamagniveśa uvāca- bhagavaṃste kathamasmābhirveditavyā bhaveyuriti
Zu dem so sprechenden erhabenen Ātreya sagte Agniveśa: ‚Erhabener, wie sollen wir diese (beiden Arten) erkennen können?‘
bhagavānuvāca- ya ime kulīnāḥ paryavadātaśrutāḥ paridṛṣṭakarmāṇo dakṣāḥ śucayo jitahastā jitātmānaḥ sarvopakaraṇavantaḥsarvendriyopapannāḥ prakṛtijñāḥ pratipattijñāśca te jñeyāḥ prāṇānāmabhisarā hantāro rogāṇāṃ; tathāvidhā hi kevale śarīrajñāneśarīrābhinirvṛttijñāne prakṛtivikārajñāne ca niḥsaṃśayāḥ, sukhasādhyakṛcchrasādhyayāpyapratyākhyeyānāṃ ca rogāṇāṃsamutthānapūrvarūpaliṅgavedanopaśayaviśeṣajñāne vyapagatasandehāḥ, trividhasyāyurvedasūtrasya sasaṅgrahavyākaraṇasyasatrividhauṣadhagrāmasya pravaktāraḥ , pañcatriṃśato mūlaphalānāṃ caturṇāṃ ca snehānāṃ pañcānāṃ ca lavaṇānāmaṣṭānāṃ ca mūtrāṇāmaṣṭānāṃca kṣīrāṇāṃ kṣīratvagvṛkṣāṇāṃ ca ṣaṇṇāṃ śirovirecanādeśca pañcakarmāśrayasyauṣadhagaṇasyāṣṭāviṃśateśca yavāgūnāṃdvātriṃśataścūrṇapradehānāṃ ṣaṇṇaṃ ca virecanaśatānāṃ pañcānāṃ ca kaṣāyaśatānāṃ prayoktāraḥ,svasthavṛttavihitabhojanapānaniyamasthānacaṅkramaṇaśayanāsanamātrādravyāñjanadhūmanāvanābhyañjana-parimārjanavegāvidhāraṇavidhāraṇavyāyāmasātmyendriyaparīkṣopakramaṇasadvṛttakuśalāḥ , catuṣpādopagṛhīte ca bheṣaje ṣoḍaśakalesaviniścaye satriparyeṣaṇe savātakalākalajñāne vyapagatasandehāḥ, caturvidhasya ca snehasya caturviṃśatyupanayasyopakalpanīyasya catuḥṣaṣṭiparyantasya ca vyavasthāpayitāraḥ, bahuvidhavidhānayuktānāṃ ca snehyasvedyavamyavirecyavividhauṣadhopacārāṇāṃ cakuśalāḥ, śirorogāderdoṣāṃśavikalpajasya ca vyādhisaṅgrahasya sakṣayapiḍakāvidradhestrayāṇāṃ ca śophānāṃbahuvidhaśophānubandhānāmaṣṭacatvāriṃśataśca rogādhikaraṇānāṃ catvāriṃśaduttarasya ca nānātmajasya vyādhiśatasya tathāvigarhitātisthūlātikṛśānāṃ sahetulakṣaṇopakramāṇāṃ svapnasya ca hitāhitasyāsvapnātisvapnasya ca sahetūpakramasya ṣaṇṇāṃ calaṅghanādīnāmupakramāṇāṃ santarpaṇāpatarpaṇajānāṃ ca rogāṇāṃ sarūpapraśamanānāṃ śoṇitajānāṃ ca vyādhīnāṃ madamūrcchāyasannyāsānāṃca sakāraṇarūpauṣadhopacārāṇāṃ kuśalāḥ, kuśalāścāhāravidhiviniścayasya prakṛtyāhitāhitānāmāhāravikārāṇāmagryasaṅgrahasyāsavānāṃ ca caturaśīterdravyaguṇakarmaviniścayasya rasānurasasaṃśrayasyasavikalpavairodhikasya dvādaśavargāśrayasya cānnapānasya saguṇaprabhāvasya sānupānaguṇasya navavidhasyārthasaṅgrahasyāhāragateścahitāhitopayogaviśeṣātmakasya ca śubhāśubhaviśeṣasya dhātvāśrayāṇāṃ ca rogāṇāṃ sauṣadhasaṅgrahāṇāṃ daśānāṃ ca prāṇāyatanānāṃ yaṃ cavakṣyāmyarthedaśamahāmūlīye triṃśattamādhyāye tatra ca kṛtsnasya tantroddeśalakṣaṇasya tantrasya cagrahaṇadhāraṇavijñānaprayogakarmakāryakālakartṛkaraṇakuśalāḥ , kuśalāśca smṛtimatiśāstrayuktijñānasyātmanaḥśīlaguṇairavisaṃvādanena ca sampādanena sarvaprāṇiṣu cetaso maitrasya mātāpitṛbhrātṛbandhuvat, evaṃyuktā bhavantyagniveśa!prāṇānāmabhisarā hantāro rogāṇāmiti
Der Erhabene sprach: Diejenigen, die von guter Herkunft, von lauterem und umfassendem Wissen, von erprobter Praxis, geschickt, rein, geübter Hand, selbstbeherrscht sind, über alle Hilfsmittel verfügen, mit allen Sinnen begabt sind und die Natur der Dinge (prakṛti) wie das rechte Vorgehen kennen – diese sind als Verbündete des Lebens und Zerstörer der Krankheiten zu erkennen. Denn solche Ärzte sind ohne jeden Zweifel bewandert im bloßen Wissen um den Körper, im Wissen um die Entstehung des Körpers und im Wissen um Grundnatur (prakṛti) und Erkrankung (vikāra); sie sind frei von Zweifel im besonderen Wissen um Entstehung, Vorzeichen, Kennzeichen, Empfindung und günstige Behandlung jener Krankheiten, die leicht heilbar, schwer heilbar, nur lindernd behandelbar oder unheilbar sind. Sie sind Lehrer der dreifachen Grundsätze (sūtra) des Āyurveda (der Wissenschaft vom langen Leben) samt ihrer Zusammenfassung und Erläuterung sowie der dreifachen Gruppe der Heilmittel; sie wenden fachkundig an: die fünfunddreißig Wurzeln und Früchte, die vier öligen Substanzen (sneha), die fünf Salze, die acht Urinarten, die acht Milcharten, die sechs milchsafthaltigen Rindenbäume, die Heilmittelgruppe der fünf Reinigungsverfahren (pañcakarma) beginnend mit der Kopfreinigung, die achtundzwanzig Getreidebreie, die zweiunddreißig Pulver- und Salbenzubereitungen, die sechshundert Abführmittel und die fünfhundert Absude (kaṣāya). Sie sind kundig in der für die Gesunderhaltung vorgeschriebenen Speise- und Getränkeordnung, im rechten Maß von Stehen, Gehen, Liegen und Sitzen, im rechten Maß von Substanzen, Augensalben, Rauchbehandlungen, Nasenmitteln, Einölung, Abreibung, dem Nicht-Unterdrücken natürlicher Dränge und dem gebotenen Zurückhalten anderer Impulse, körperlicher Übung, Verträglichkeit, der Prüfung der Sinne und rechtem Verhalten. Sie sind frei von Zweifel hinsichtlich der viergliedrigen Grundlage der Heilbehandlung, ihrer sechzehnteiligen Bestimmung samt der dreifachen Suche und dem Wissen um Tauglichkeit und Untauglichkeit der Umstände. Sie ordnen fachgerecht die vierfache Ölbehandlung mit ihren vierundzwanzig Zubereitungsschritten bis hin zu vierundsechzig Anwendungsformen an und sind kundig in den vielfältigen, genau vorgeschriebenen Heilmaßnahmen der Ölung, Schwitzbehandlung, des Erbrechens, der Abführung und anderer Arzneianwendungen. Sie sind kundig in der Gruppe der Krankheiten beginnend mit den Kopfkrankheiten, die aus den verschiedenen Anteilen der doṣas entstehen, in Auszehrung, Geschwüren und Abszessen, in den drei Arten von Schwellungen mit ihren vielfältigen Begleiterscheinungen, in den achtundvierzig Krankheitsgruppen und den hundertvierzig aus verschiedenen Ursachen entstehenden Krankheiten; ebenso in den als verwerflich geltenden übermäßig fetten und übermäßig mageren Menschen samt Ursachen, Merkmalen und Behandlung, im zuträglichen und unzuträglichen Schlaf sowie in Schlaflosigkeit und übermäßigem Schlaf mit ihren Ursachen und Behandlungen, in den sechs Behandlungen wie dem Fasten und dergleichen, in den aus Über- und Unterernährung entstehenden Krankheiten samt Merkmalen und Linderung, in den aus dem Blut entstehenden Krankheiten sowie in Rauschzuständen, Ohnmacht und Bewusstlosigkeit mit ihren jeweiligen Ursachen, Erscheinungsformen und Arzneibehandlungen. Sie sind kundig in der Bestimmung der Speiseordnung, in den von Natur aus zuträglichen und unzuträglichen Nahrungsabwandlungen, in der Zusammenfassung der besten Nahrungsmittel, in den vierundachtzig Gärgetränken samt Bestimmung ihrer Eigenschaften und Wirkungen, in der auf Geschmack (rasa) und Nachgeschmack beruhenden, mit Kombinationen und Unverträglichkeiten versehenen Lehre von Speise und Trank in ihren zwölf Gruppen samt Eigenschaften und Wirkungen, in den Eigenschaften der Nachgetränke, in der neunfachen Zusammenfassung ihres Sinngehalts, im Weg der Nahrung im Körper, in der besonderen zuträglichen und unzuträglichen Anwendung, im Unterschied von Gutem und Schlechtem, in den auf die Körpergewebe (dhātu) bezogenen Krankheiten samt ihrer Arzneizusammenfassung sowie in den zehn Sitzen des Lebensatems, von denen ich im dreißigsten Kapitel, dem über die zehn großen Wurzeln, noch sprechen werde. Und sie sind dort kundig in der vollständigen Übersicht und Begriffsbestimmung der gesamten Lehre sowie im Erfassen, Bewahren, Verstehen, Anwenden und Ausführen dieser Lehre, in ihrem rechten Zweck, ihrer rechten Zeit, ihrem rechten Handelnden und Mittel. Sie sind ferner kundig darin, das Wissen von Gedächtnis, Verstand, Lehrtext und logischem Schluss durch die eigenen guten Charaktereigenschaften und durch verlässliches, widerspruchsfreies Handeln zu verwirklichen, und in einem allen Lebewesen gegenüber freundschaftlich gesinnten Herzen, wie es Mutter, Vater, Bruder und Verwandten gilt. So ausgestattet, Agniveśa, sind sie Verbündete des Lebens und Zerstörer der Krankheiten.
ato viparītā rogāṇāmabhisarā hantāraḥ prāṇānāṃ, bhiṣakchadmapraticchannāḥ kaṇṭakabhūtā lokasya pratirūpakasadharmāṇo rājñāṃpramādāccaranti rāṣṭrāṇi
Die diesen entgegengesetzten Ärzte hingegen sind Verbündete der Krankheiten und Zerstörer des Lebens; unter dem Deckmantel des Arztberufs verborgen, dem Volk wie ein Dorn, dem Anschein nach wie echte Ärzte, durchziehen sie, weil die Könige nachlässig sind, die Länder.
teṣāmidaṃ viśeṣavijñānaṃ bhavati- atyarthaṃ vaidyaveśena ślāghamānā viśikhāntaramanucaranti karmalobhāt, śrutvā cakasyacidāturyamabhitaḥ paripatanti, saṃśravaṇe cāsyātmano vaidyaguṇānuccairvadanti, yaścāsya vaidyaḥ pratikarma karoti tasya cadoṣānmuhurmuhurudāharanti, āturamitrāṇi ca praharṣaṇopajāpopasevādibhiricchantyātmīkartuṃ, svalpecchutāṃ cātmanaḥ khyāpayanti,karma cāsādya muhurmuhuravalokayanti dākṣyeṇājñānamātmanaḥ pracchādayitukāmāḥ, vyādhiṃ cāpāvartayitumaśaknuvatovyādhitamevānupakaraṇamaparicārakamanātmavantamupadiśanti , antagataṃ cainamabhisamīkṣyānyamāśrayanti deśamapadeśamātmanaḥkṛtvā, prākṛtajanasannipāte cātmanaḥ kauśalamakuśalavadvarṇayanti, adhīravacca dhairyamapavadanti dhīrāṇāṃ, vidvajjanasannipātaṃ(cābhisamīkṣya) pratibhayamiva kāntāramadhvagāḥ pariharanti dūrāt, yaścaiṣāṃ kaścit sūtrāvayavo bhavatyupayuktastamaprakṛteprakṛtāntare vā satatamudāharanti, na cānuyogamicchantyanuyoktuṃ vā, mṛtyoriva cānuyogādudvijante, na caiṣāmācāryaḥ śiṣyaḥsabrahmacārī vaivādiko vā kaścit prajñāyata iti
Über sie gibt es folgendes besondere Erkennungsmerkmal: Aus Gewinnsucht rühmen sie sich über die Maßen im Gewand des Arztes und ziehen durch die Straßen; hören sie irgendwo von einem Kranken, so eilen sie von allen Seiten herbei; in Gesellschaft preisen sie laut ihre eigenen ärztlichen Vorzüge; welcher Arzt auch immer die Behandlung durchführt, dessen Fehler zählen sie immer wieder auf; die Freunde des Kranken suchen sie durch Freudebezeigungen, heimliches Zureden, Dienstbeflissenheit und dergleichen für sich zu gewinnen; sie geben vor, mit wenig zufrieden zu sein; haben sie einen Fall übernommen, so betrachten sie ihn immer wieder, in der Absicht, durch scheinbare Geschicklichkeit die eigene Unwissenheit zu verbergen; vermögen sie die Krankheit nicht abzuwenden, so überlassen sie den Kranken, ohne weitere Mittel und ohne Pfleger, sich selbst; sehen sie sein Ende nahen, so wenden sie sich, unter Vorwand eines anderen Ortes, einem anderen (Patienten) zu; in Versammlungen einfacher Leute rühmen sie ihre eigene Geschicklichkeit, als wäre sie vorhanden, obgleich sie keine ist; die Standhaftigkeit der Standhaften verunglimpfen sie feige; eine Versammlung von Gelehrten meiden sie von weitem wie Wanderer einen gefährlichen Wald; besitzen sie irgendeinen Bruchstück eines Lehrsatzes, so führen sie ihn ständig an, ob er nun am rechten oder am falschen Ort passt; eine Prüfung ihres Wissens wünschen sie weder selbst, noch lassen sie sich darauf ein, und vor einer solchen Befragung schrecken sie zurück wie vor dem Tod; und keiner von ihnen hat einen nachweisbaren Lehrer, Schüler, Mitschüler oder ebenbürtigen Gesprächspartner.
bhavanti cātra- bhiṣakchadma praviśyaivaṃ vyādhitāṃstarkayanti ye| vītaṃsamiva saṃśritya vane śākuntikā dvijān
Dazu gibt es folgende Verse: Die, welche, in das Gewand des Arztes geschlüpft, auf solche Weise über die Kranken sinnen – sie gleichen den Vogelfängern im Wald, die sich an einen Lockkäfig heranmachen, um die Vögel zu fangen.
śrutadṛṣṭakriyākālamātrājñānabahiṣkṛtāḥ| varjanīyā hi te mṛtyoścarantyanucarā bhuvi
Vom Wissen um überliefertes Wissen, um Beobachtung, um rechtes Handeln und um das rechte Maß der Zeit ausgeschlossen – sie sind zu meiden, denn sie wandeln auf Erden als Gefolgsleute des Todes.
vṛttihetorbhiṣaṅmānapūrṇān mūrkhaviśāradān| varjayedāturo vidvān sarpāste pītamārutāḥ
Um seines Lebens willen meide der kluge Kranke jene, die aus Erwerbsgründen von Arztdünkel erfüllt sind, törichte ‚Kenner‘ – sie gleichen Schlangen, die nur Wind verschluckt haben, aufgeblasen und ohne wahres Gift.
ye tu śāstravido dakṣāḥ śucayaḥ karmakovidāḥ| jitahastā jitātmānastebhyo nityaṃ kṛtaṃ namaḥ
Diejenigen aber, die die Lehrtexte kennen, geschickt, lauter und in ihrem Handeln bewandert sind, geübter Hand und selbstbeherrscht – ihnen sei immerdar Verehrung dargebracht.
tatra ślokaḥ- daśaprāṇāyatanike ślokasthānārthasaṅgrahaḥ| dvividhā bhiṣajaścoktāḥ prāṇasyāyatanāni ca
Dazu der Merkvers: Im Kapitel über die zehn Sitze des Lebensatems ist im Ślokasthāna der Sinngehalt zusammengefasst: Genannt wurden die zweifachen Ärzte sowie die Sitze des Lebensatems.