Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 17

Anuvāka 11 Beginn des Rudra-Hymnus (Śatarudrīya): Rudra-Gāyatrī und Verse an den Bogen und die Pfeile Rudras.

tat puruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi |

Diesen erkennen wir als Puruṣa, dem großen Gott sinnen wir nach;

tan no rudraḥ pracodayāt ‖

der soll uns Rudra antreiben.

namas te rudra manyave bāhubhyām uta te namaḥ |

Verehrung deinem Zorn, Rudra, und deinen beiden Armen Verehrung,

uto ta iṣave namaḥ ‖

und deinem Pfeil Verehrung.

yā te rudra śivā tanūr aghorāpāpakāśinī |

Deine glückbringende Gestalt, Rudra, die nicht schreckliche, nicht Übles zeigende,

tayā nas tanvā śaṃtamayā giriśantābhicākaśīhi ‖

mit dieser, der heilsamsten Gestalt, Bergbewohner, Heilbringer, blicke auf uns herab.

yām iṣuṃ giriśanta haste bibharṣy astave |

Den Pfeil, Bergbewohner, den du in der Hand trägst, um ihn zu schleudern,

śivāṃ giritra tāṃ kuru mā him̐sīḥ puruṣaṃ jagat ‖

mach ihn glückbringend, Bergbeschützer; verletze nicht den Menschen, nicht die Welt der Lebewesen.

śivena vacasā tvā giriśācchā vadāmasi |

Mit glückbringendem Wort reden wir dich an, Bergbewohner,

yathā nas sarvam ij jagad ayakṣmam̐ sumanā asat ‖

damit unsere ganze Welt der Lebewesen ohne Siechtum und wohlgesinnt sei.

adhyavocad adhivaktā prathamo daivyo bhiṣak |

Fürsprache hat eingelegt der erste Fürsprecher, der göttliche Arzt;

ahīm̐ś ca sarvāñ jambhaya sarvāś ca yātudhānyas

zermalme alle Schlangen und alle Zauberweiber (yātudhānī),

adharācīḥ parāsuva ‖

nach unten gewandt, treibe sie fort.

asau yas tāmro aruṇa uta babhrus sumaṅgalaḥ |

Der dort, der kupferrote, rötliche, auch braune, der sehr Heilvolle,

ye ceme rudrā abhito dikṣu śritās sahasraśas

und diese Rudras, die ringsum in den Himmelsrichtungen zu Tausenden verweilen –

avaiṣām̐ heḍa īmahe ‖

ihren Zorn bitten wir abzuwenden [?].

asau yo 'vasarpati nīlagrīvo vilohitaḥ |

Der dort, der herabkriecht, mit blauem Hals, tiefrot,

utainaṃ gopā adṛśrann utainam udahāryaḥ |

ihn haben die Kuhhirten gesehen, ihn auch die Wasserträgerinnen,

utainaṃ viśvā bhūtāni sa dṛṣṭo mṛḍayāti naḥ ‖

ihn auch alle Wesen; wenn er gesehen ist, möge er uns gnädig sein.

namo astu nīlagrīvāya sahasrākṣāya mīḍhuṣe |

Verehrung sei dem Blauhalsigen, dem Tausendäugigen, dem Spender (Bespritzer) [?];

atho ye asya satvāno 'haṃ tebhyo 'karaṃ namaḥ ‖

und seinen Gefolgsleuten habe ich Verehrung dargebracht.

pramuñca dhanvanas tvam ubhayor ārtnyor jyām |

Löse du die Sehne vom Bogen, von beiden Bogenenden;

yāś ca te hasta iṣavaḥ parā tā bhagavo vapa ‖

und die Pfeile in deiner Hand, herrlicher, wirf sie weg.

vijyaṃ dhanuḥ kapardino viśalyo bāṇavān uta |

Ohne Sehne sei der Bogen des Haarknotenträgers, pfeillos [?] auch der Köcherträger;

aneśann asyeṣava ābhūr asya niṣaṅgathiḥ ‖

nicht verlierend [?] seine Pfeile, der Köcher (ābhū) bereit [?], sein Schwertgehänge (niṣaṅgathi) [?].

yā te hetir mīḍhuṣṭama haste babhūva te dhanuḥ |

Dein Geschoß, du reichster Spender, das in deiner Hand ist, dein Bogen –

tayāsmān viśvatas tvam ayakṣmeṇa paribhuja ‖

damit umfasse du uns ringsum, ohne Siechtum.

pari te dhanvano hetir asmān vṛṇaktu viśvataḥ |

Das Geschoß deines Bogens soll uns ringsum meiden;

atho ya iṣudhis tavāre asman nidhehi tam ‖

und den Köcher, der dir gehört, lege fern von uns nieder.

namām̐si ta āyudhāyānātatāya dhṛṣṇave |

Verehrungen dir, dem Waffenträger mit ungespanntem (Bogen), dem Kühnen;

ubhābhyām uta te namo bāhubhyāṃ tava dhanvane ‖

beiden Armen Verehrung von dir aus, deinem Bogen Verehrung.

avatatya dhanus tvam̐ sahasrākṣa śateṣudhe |

Nachdem du den Bogen entspannt hast, Tausendäugiger, Hundertköcheriger,

niśīrya śalyānāṃ mukham̐ śivo nas sumanā bhava ‖

und die Spitzen der Pfeile zerbrochen hast, sei uns glückbringend und wohlgesinnt.

yā ta iṣuś śivatamā śivaṃ babhūva te dhanuḥ |

Dein Pfeil, der glückbringendste, und dein Bogen, der glückbringend geworden ist,

śivā śaravyā yā tava tayā no mṛḍa jīvase ‖

und dein Geschoß, das heilvoll ist – damit sei uns gnädig, damit wir leben.