Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 17

Anuvāka 17 Sprüche an Agni und die Götter: Bitte um Kraft, Abwendung der feindlichen Geschosse, Hinwendung des reinigenden Agni zum Heil, Vaṣaṭ-Rufe und Anrufung der Götter, die Lebenshauch spenden.

aśmann ūrjaṃ parvate śiśriyāṇām adbhya oṣadhībhyo vanaspatibhyo 'dhi saṃbhṛtām |

Im Stein [ist] die Kraft, im Berg, die bei den [dort] Ruhenden [?], aus den Wassern, den Pflanzen, den Bäumen zusammengetragen ist;

tāṃ na ūrjaṃ dhatta marutas saṃrarāṇā aśman te kṣud yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatu ‖

diese Kraft verleiht uns, Maruts, ihr Gewährenden! Im Stein sei dein Hunger [?]; wen wir hassen, den soll dein Leid treffen.

samudrasya tvāvakayāgne parivyayāmasi |

Mit der Wasserpflanze [avakā] des Meeres umhüllen wir dich, Agni;

anyām̐s te asmat tapantu hetayaḥ pāvako asmabhyam̐ śivo bhava ‖

andere als uns sollen deine Geschosse [er]hitzen; sei uns ein Reinigender, sei uns gnädig!

himasya tvā jarāyuṇāgne parivyayāmasi |

Mit der Haut [wörtl. Nachgeburt] des Schnees umhüllen wir dich, Agni;

anyām̐s te asmat tapantu hetayaḥ pāvako asmabhyam̐ śivo bhava ‖

andere als uns sollen deine Geschosse [er]hitzen; sei uns ein Reinigender, sei uns gnädig!

upa jmann upa vetase 'vatara nadīṣv ā |

Zur Erde hin, zum Rohr hin steige hinab, hinein in die Flüsse!

agne pittam apām asi maṇḍūki tābhir āgahi |

Agni, du bist die Galle [pitta ?, d. h. das Hitzige] der Wasser; o Fröschin, mit ihnen komm herbei!

semaṃ no yajñaṃ pāvakavarṇam̐ śivaṃ kṛdhi ‖

Mach dieses unser Opfer von reinigender Farbe [?] und gnädig!

apām idaṃ nyayanam̐ samudrasya vimocanam |

Dies ist der Hinabgang der Wasser, des Meeres Entlassung;

anyām̐s te asmat tapantu hetayaḥ pāvako asmabhyam̐ śivo bhava ‖

andere als uns sollen deine Geschosse [er]hitzen; sei uns ein Reinigender, sei uns gnädig!

agne pāvaka rociṣā mandrayā deva jihvayā |

Agni, Reiniger, mit deinem Licht, mit erfreuender Zunge, o Gott,

ā devān vakṣi yakṣi ca ‖

führe die Götter herbei und opfere [ihnen]!

pāvakayā yaś citayantyā kṛpā kṣāmā ruruca uṣaso na ketunā |

Der [Agni], der mit reinigender, aufleuchtender Gestalt [kṛpā ?] die Erde erhellt hat wie das Banner der Morgenröten,

turo na yāmann etaśasya nū raṇa ā yo ghṛṇe na tatṛṣāṇo ajaraḥ ‖

wie der Eilende auf der Fahrt des Etaśa [Anm.: Sonnenross], nun in der Schlacht [?]; der [ist] unalternd, wie einer, der in der Glut dürstet [?].

namas te harase śociṣe namas te astv arciṣe |

Verehrung deiner Glut, deiner Flamme; Verehrung sei deinem Strahl!

anyām̐s te asmat tapantu hetayaḥ pāvako asmabhyam̐ śivo bhava ‖

Andere als uns sollen deine Geschosse [er]hitzen; sei uns ein Reinigender, sei uns gnädig!

nṛṣade veṭ

Dem unter den Männern Sitzenden – veṭ [Anm.: Opferruf, „Vaṣaṭ“-artig, „Es gelte!“ [?]]!

vanṛṣade veṭ

Dem im Holz [?] Sitzenden – veṭ!

apsuṣade veṭ

Dem in den Wassern Sitzenden – veṭ!

barhiṣade veṭ

Dem auf der Opferstreu Sitzenden – veṭ!

svarvide veṭ ‖

Dem den Himmel Findenden – veṭ!

ye devā devānāṃ yajñiyā yajñiyānām̐ saṃvatsarīṇam upa bhāgam āsate |

Die Götter, die unter den Göttern opferwürdig sind, unter den Opferwürdigen, die den jährlichen Anteil erwarten [wörtl. bei ihm sitzen],

ahutādo haviṣo yajñe asmin svayaṃ pibantu madhuno ghṛtasya ‖

die nicht Geopfertes Essenden – sie sollen bei diesem Opfer selbst von der Opfergabe trinken, vom Honig, vom Schmalz.

ye devā devebhyo adhi devatvam āyan ye brahmaṇaḥ puraetāro asya |

Die Götter, die von den Göttern her zur Gottheit gelangt sind, die diesem heiligen Wort [brahman ?] Vorangänger sind,

yebhyo narte pavate dhāma kiṃcana na te divo na pṛthivyā adhi snuṣu ‖

ohne die keine Stätte irgendwie rein wird – sie sind nicht auf den Rücken des Himmels, nicht der Erde [?].

prāṇadā vyānadā apānadā varcodā varivodāḥ |

Lebenshauch-Spender, Zwischenhauch-Spender, Abhauch-Spender, Glanzspender, Weiträumigkeit-Spender!

anyām̐s te asmat tapantu hetayaḥ pāvako asmabhyam̐ śivo bhava ‖

Andere als uns sollen deine Geschosse [er]hitzen; sei uns ein Reinigender, sei uns gnädig!