Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 17

Anuvāka 19 Sautrāmaṇī-Sprüche: Aśvins, Sarasvatī und Indra trinken den Surā-Trank; Bitte um Nachkommenschaft und Herrschaft, Wege der Väter und Götter, Abwehr von Varuṇas Fesseln; Schlussformel des siebzehnten Sthānaka.

yuvam̐ surāmam aśvinā namucā āsure sacā |

Ihr habt, Aśvins, den Surā-Trank, bei Namuci, dem Asura, gemeinsam [angeeignet];

vipipānā śubhas patī indraṃ karmasv āvatam ‖

ihr, die ihn getrunken habt, ihr Herren des Schönen, habt Indra in [seinen] Taten geholfen.

hotā yakṣad aśvinā sarasvatīm indram̐ sutrāmāṇam̐ somānām̐ surāmṇāṃ juṣantāṃ vyantu pibantu somān surāmṇas

Der Hotṛ soll die Aśvins, die Sarasvatī, den Indra, den guten Schützer, verehren [mit den Opfergaben] der Soma-Tränke, der Surā-Tränke; sie sollen [sie] genießen, [sie] sich zu eigen machen, sie sollen die Soma-Tränke trinken, die Surā-Tränke –

putram iva pitarā aśvinobhendrāvataṃ kāvyair dam̐sanābhiḥ |

Wie Eltern den Sohn habt ihr beiden Aśvins den Indra geschützt mit Dichterkraft, mit Wundertaten;

yat surāmaṃ vyapibaś śacībhis sarasvatī tvā maghavann abhiṣṇak ‖

als du den Surā-Trank austrankst mit Kräften, hat Sarasvatī dich, Gabenreicher, geheilt [abhiṣṇak].

ā devo yātu savitā suratno 'ntarikṣaprā vahamāno aśvaiḥ |

Es komme der Gott Savitṛ, der Schöngeschenkte, den Luftraum erfüllend, von Rossen gefahren;

haste dadhāno naryā purūṇi niveśayañ ca prasuvañ ca bhūma ‖

in der Hand viele Mannesgaben haltend, [alles] zur Ruhe bringend und in Bewegung setzend, [gebietend] über das Dasein.

asmabhyaṃ tad divo adbhyaḥ pṛthivyās tvayā dattaṃ kāmyaṃ rādha āgāt |

Uns ist jener von dir gegebene erwünschte Reichtum zugekommen, vom Himmel, aus den Wassern, von der Erde;

śaṃ yat stotṛbhya āpaye bhavāty uruśam̐sāya savitar jaritre ‖

der den Lobsängern Heil, dem Freunde [?], dem weit Rühmenden, dem Sänger, o Savitṛ, sein soll.

evā vandasva varuṇaṃ bṛhantaṃ namasyā dhīram amṛtasya gopām |

So preise Varuṇa, den Großen, verehre den Weisen, den Hüter des Unsterblichen;

sa naś śarma trivarūthaṃ viyam̐sat pātaṃ no dyāvāpṛthivī upasthe ‖

er soll uns dreifach schützenden Schirm breiten; schützt uns, Himmel und Erde, im Schoß!

tat tvā yāmi ‖

Dies erbitte ich von dir [Anm.: Anfang eines Verses, angezitiert].

yad atra śiṣṭaṃ rasinas sutasya yasyendro apibac chacībhiḥ |

Was hier übrig ist vom saftreichen, gepressten [Trank], von dem Indra mit Kräften trank,

tenāham adya manasā sutasya somaṃ rājānam iha bhakṣayāmi ‖

damit genieße ich heute im Geist den Soma, den König, vom Gepressten hier.

iṣireṇa te manasā sutasya bhakṣīmahi pitryasyeva rāyaḥ |

Mit deinem regen Geist wollen wir vom Gepressten genießen wie vom väterlichen Reichtum;

ahānīva sūryo vāsarāṇi prā ṇa āyur jīvase soma tārīḥ ‖

wie die Sonne die Tage [verlängert], so verlängere uns, Soma, das Leben zum Leben!

nānā hi devaiś cakṛpe sado vāṃ mā sam̐sṛkṣāthāṃ parame vyoman |

Denn getrennt von den Göttern habt ihr beide euren Sitz eingerichtet; vermischt euch nicht im höchsten Himmelsraum!

surā tvam asi śuṣmiṇī soma eṣa mā mām̐ him̐siṣṭaṃ yat svaṃ yonim āviśāthaḥ ‖

Du [f.] bist Surā, die Kraftvolle, dies [m.] ist Soma; tut mir nichts zuleide, wenn ihr in euren eigenen Schoß eingeht!

tvam̐ soma surayā saṃvidānaḥ prajām anyaḥ kṣatram anyaḥ pipartu |

Du, Soma, mit Surā einträchtig: der eine soll Nachkommenschaft, der andere Herrschaft [kṣatra] erfüllen;

yuvaṃ no atra varivaḥ kṛṇutaṃ vayam̐ syāma patayo rayīṇām ‖

ihr beiden schafft uns hier Weite; wir wollen Herren der Reichtümer sein.

indrāgnī maitaṃ nirhvethāṃ yam̐ somaṃ papimā vayam |

Indra und Agni, laßt den nicht [von uns] weichen, den Soma, den wir getrunken haben;

ihaiṣo astu bhakṣitaś śivaś śivābhir ūtibhiḥ ‖

hier soll er, genossen, gnädig sein mit gnädigen Hilfen.

dve sṛtī aśṛṇavaṃ pitṝṇām ahaṃ devānām uta martyānām |

Zwei Wege habe ich gehört, [den] der Väter, der Götter und der Sterblichen [d. h. den der Väter und den der Götter, und den der Sterblichen] [?];

tābhyām idaṃ viśvaṃ bhuvanam̐ sameti yad antarā pitaraṃ mātaraṃ ca ‖

auf ihnen geht dieses ganze Wesen zusammen, was zwischen Vater und Mutter [Himmel und Erde] ist.

yas te rājan varuṇa druhaḥ pāśo gāyatracchandāḥ pṛthivīm anvāviveśa brahmaṇi pratiṣṭhitas taṃ ta etad avayaje tasmai svāhā

Deine Fessel, König Varuṇa, [die] des Trugs, die im Gāyatrī-Metrum [Anm.: Gāyatra-Metrum] in die Erde eingedrungen ist, im heiligen Wort [Brahman] gegründet, diese löse ich dir hiermit durch Opfer ab; ihr Svāhā!

yas te rājan varuṇa druhaḥ pāśas triṣṭupchandā antarikṣam anvāviveśa kṣatre pratiṣṭhitas taṃ ta etad avayaje tasmai svāhā

Deine Fessel, König Varuṇa, [die] des Trugs, die im Triṣṭubh-Metrum in den Luftraum eingedrungen ist, in der Herrschaft [kṣatra] gegründet, diese löse ich dir hiermit durch Opfer ab; ihr Svāhā!

yas te rājan varuṇa druhaḥ pāśo jagacchandā divam anvāviveśa viśi pratiṣṭhitas taṃ ta etad avayaje tasmai svāhā

Deine Fessel, König Varuṇa, [die] des Trugs, die im Jagatī-Metrum in den Himmel eingedrungen ist, im Volk [viś] gegründet, diese löse ich dir hiermit durch Opfer ab; ihr Svāhā!

yas te rājan varuṇa druhaḥ pāśo 'nuṣṭupchandā diśo 'nvāviveśa paśuṣu pratiṣṭhitas taṃ ta etad avayaje tasmai svāhā ‖

Deine Fessel, König Varuṇa, [die] des Trugs, die im Anuṣṭubh-Metrum in die Himmelsrichtungen eingedrungen ist, im Vieh gegründet, diese löse ich dir hiermit durch Opfer ab; ihr Svāhā!

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyāṃ dhruvakṣitir nāma saptādaśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Schlussvermerk: Damit ist im ehrwürdigen Yajus der Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Iṭhimikā, das siebzehnte Sthānaka mit dem Namen Dhruvakṣiti vollendet.