annaṃ vai caturhotāras
Speise sind die Caturhotṛ-Formeln;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 9
annaṃ vai caturhotāras
Speise sind die Caturhotṛ-Formeln;
annavān bhavati ya evaṃ veda
wer dies weiß, wird reich an Speise.
yad eka eva caturhotety āhuḥ kasmāt sarve caturhotāra ucyanta iti
Man sagt: „Es ist nur ein Caturhotṛ – warum werden alle ‚Caturhotṛ‘ genannt?“
catvāro vā ete yajñās
Vier sind diese Opfer,
teṣāṃ catvāro hotāras
von ihnen (gibt es) vier Hotṛ;
tad eṣāṃ caturhotṛtvam
das ist ihr Caturhotṛ-Sein.
saṃvatsaraṃ caturṇām eko nāśnīyāt
Ein Jahr lang soll man von den vieren eines nicht essen [?].
tad eṣāṃ vratam
Das ist ihr Gelübde.
eṣā vā anāhitāgner iṣṭir yac caturhotāras
Dies ist die Opferung dessen, der kein Feuer eingerichtet hat, nämlich die Caturhotṛ.
annādyāyaivaitāṃ vidus
Zur Speisekost kennt man sie eben.
tejase vīryāya
Zu Glanz und Manneskraft.
sarparājñyā ṛgbhir daśame 'hann udgātodgāyet
Mit den Versen der Sarparājñī [Anm.: Schlangenkönigin, hier Erde] soll der Udgātṛ am zehnten Tag singen.
iyaṃ vai sarparājñī
Die Sarparājñī ist diese (Erde).
annaṃ caturhotāras
Speise sind die Caturhotṛ.
annam evāptvānnam avarunddhe
Speise gewinnend erlangt er Speise.
aprayuktā vā ete 'navaruddhā yac caturhotāras
Diese Caturhotṛ sind nicht angewandt, nicht erobert.
yac caturhotṝn hotā vadati
Dass der Hotṛ die Caturhotṛ hersagt,
tān eva prayuṅkte
dadurch wendet er sie an,
tān avarunddhe
dadurch erobert er sie.
etad vai devānām̐ stotram aniruktaṃ yat sarparājñyā ṛcas
Dies ist der unausgesprochene Lobgesang der Götter, nämlich die Verse der Sarparājñī.
tasyai tad uktham aniruktaṃ yac caturhotāras
Das unausgesprochene Uktha [Anm.: Rezitation] von ihr sind die Caturhotṛ.
manasā prastauti manasodgāyati manasā pratiharati
Mit dem Geist stimmt er den Prastāva an, mit dem Geist singt er den Udgītha, mit dem Geist den Pratihāra [Anm.: Teile des Sāman-Gesangs].
reta evaitad udgātāraḥ prasiñcanti
Samen gießen da die Udgātṛs aus.
yac caturhotṝn hotā vadati
Dass der Hotṛ die Caturhotṛ hersagt,
reta eva prasiktam̐ hotā prajanayati
so lässt der Hotṛ den ausgegossenen Samen sich fortpflanzen.
agnyādheye vyācakṣīta
Bei der Feuereinrichtung (Agnyādheya) soll man sie auslegen.
brahmaṇo vā etad udaraṇaṃ yad agnyādheyam
Das ist die Ausgestaltung [?] des heiligen Wortes, nämlich der Agnyādheya.
brahmaṇa etad udaraṇaṃ yac caturhotāras
Das ist die Ausgestaltung des Brahman, nämlich die Caturhotṛ;
brahmaṇa etad udaraṇaṃ yad asā āditya udeti
das ist die Ausgestaltung des Brahman, dass jene Sonne aufgeht.
sarvam eva brahma sṛjate
Das ganze heilige Wort schafft er (so).
athaite saṃbhārās
Nun diese Saṃbhāras [Anm.: „Zusammentragungen“, zusammengebrachte Opferstoffe/-formeln].
saha vai devānāṃ cāsurāṇāṃ ca yajñau pratatā āstām
Zusammen waren die Opfer der Götter und der Asuras ausgespannt.
yad eva devā akurvata tad asurā akurvata
Was die Götter taten, das taten auch die Asuras.
te devā yajñam ādāya vyakrāman
Die Götter nahmen das Opfer und gingen weg.
tam upari samabharan
Sie brachten es oben zusammen.
tenāsurān parābhāvayan
Damit besiegten sie die Asuras.
yat samabharam̐s tat saṃbhārāṇām̐ saṃbhāratvam
Dass sie (es) zusammentrugen, das ist das Saṃbhāra-Sein der Saṃbhāras.
samṛtasoma eteṣāṃ caturbhiścaturbhiḥ pracariṣyañ juhuyāt
Wenn der Soma zusammengebracht ist, soll er, wenn er (die Opferhandlung) vollziehen will, mit je vier von diesen opfern [?].
pūrva eva yajñaṃ pūrvo devatā gṛhṇāti
Der Frühere ergreift das Opfer, der Frühere die Gottheiten.
sayajño bhavaty ayajña itaras
Der eine ist mit Opfer versehen, der andere ohne Opfer.
dīkṣāyāṃ vācayet
Bei der Weihe (dīkṣā) soll er (sie) sprechen lassen.
etāvān vai yajñas
So groß ist das Opfer;
yāvān eva yajñas taṃ gṛhītvā dīkṣate
so groß das Opfer ist, das ergreifend lässt er sich weihen.
dvādaśāhe vācayet
Beim Dvādaśāha [Anm.: zwölftägiges Soma-Opfer] soll er (sie) sprechen lassen.
etāvān vai yajño yāvān dvādaśāhas
So groß ist das Opfer, wie der Dvādaśāha.
yāvān eva yajño yāvān dvādaśāhas taṃ gṛhītvā dīkṣate
So groß das Opfer, so groß der Dvādaśāha ist, den ergreifend lässt er sich weihen.
athaitāḥ patnyas
Nun diese Gattinnen (der Götter).
dakṣiṇato vai devānām asurā yajñam abhyajayan
Von der rechten (südlichen) Seite her gewannen die Asuras den Göttern das Opfer ab.
teṣām āgnīdhram anabhijitam āsīt
Den Āgnīdhra-Raum [Anm.: Sitz des Agnīdh] hatten sie nicht erobert.
tad devāḥ patnībhis saṃprāpadyanta
Dorthin gelangten die Götter mit den Gattinnen.
te 'surā hlīkāḥ patnīḥ prakhyāya punar āvartanta
Die Asuras, als sie die Gattinnen erblickten, kehrten beschämt [?] wieder um.
tān devās tato 'nūtthāya mādhyaṃdinena pavamānenābhyajayan
Die Götter standen von dort auf, verfolgten sie und besiegten sie mit dem Mittags-Pavamāna.
yasya patnīr vidvān agnid bhavati
Wessen Gattinnen ein wissender Agnīdh (dient) –
abhi bhrātṛvyasya gṛhān abhi paśūn ārohati
der steigt über die Häuser und das Vieh seines Nebenbuhlers hinauf.
nāsya bhrātṛvyo gṛhān na paśūn abhyārohati
Nicht steigt sein Nebenbuhler über seine Häuser und sein Vieh hinauf.
yasya patnīr vidvān agnit pātnīvatasya yajati
Wessen Gattinnen ein wissender Agnīdh (dient), der opfert die Pātnīvata-Spende [Anm.: Opfer für die Gattinnen der Götter].
vidvān patnīṃ tarpayati
Wissend sättigt er die Gattin.
tṛptā patnī reto dhatte
Die gesättigte Gattin empfängt den Samen.
retasaḥ prajāḥ prajāyante
Aus dem Samen werden Nachkommen geboren.
prajaniṣṇuḥ prajayā ca paśubhiś ca bhavati ‖
Er wird zeugungsfähig an Nachkommenschaft und an Vieh.