Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 9

Anuvāka 3 Über die Wahl des Puroḍāśa auf fünf Schalen beim Punarādheya und die Einrichtung des Feuers durch die Ādityas.

yajñena vā eṣa vyṛdhyate yo 'gnim utsādayate

Um das Opfer kommt, wer das Feuer ausgehen lässt.

yat pañcakapālas

dass (der Puroḍāśa) auf fünf Schalen [Anm.: kapāla, Tonschalen zum Backen des Opferkuchens] ist,

yajñam evālabhate

dadurch ergreift er nur das Opfer (wieder).

aṣṭākapāla eva kāryo na pañcakapāla iti

„Nur auf acht Schalen soll man ihn machen, nicht auf fünf“;

aṣṭākṣarā gāyatrī gāyatro 'gnir gāyatracchandās

die Gāyatrī hat acht Silben, Agni gehört der Gāyatrī, hat die Gāyatrī zum Vers;

āgneyam etat kriyate yat punarādheyam

für Agni wird dies gemacht, nämlich die Wiedereinrichtung;

tasmād aṣṭākapālas

deshalb (sei er) auf acht Schalen.

tat tan na sūrkṣyam

Das aber ist nicht zu beachten [?].

pañcakapāla eva kāryas

Nur auf fünf Schalen soll man ihn machen.

agnir vā utsīdan saṃvatsaram anūtsīdati

Wenn das Feuer ausgeht, geht das Jahr mit ihm zugrunde.

pañca vā ṛtavas saṃvatsaraḥ

Fünf Jahreszeiten hat das Jahr;

pañcathād vā adhy ṛtoṣ ṣaṣṭha ṛtur babhūva

aus dem Fünften der Jahreszeit ward die sechste Jahreszeit [Anm.: Lesart und Sinn unsicher] [?].

samānam etad yat pañcathaś carthuṣ ṣaṣṭhaś ca

Gleich ist dies: der fünfte und der sechste Jahreszeit-(Abschnitt) [?].

yat pañcakapālas

Dass (der Puroḍāśa) auf fünf Schalen ist,

saṃvatsarād evainam adhy avarunddhe

dadurch gewinnt er ihn aus dem Jahr zurück.

pañca vā ṛtavaḥ prajananam ṛtavas

Fünf Jahreszeiten gibt es; die Jahreszeiten sind Zeugung.

yat pañcakapālaḥ

Dass er auf fünf Schalen ist,

prajananaṃ vā ṛtavo 'gniḥ prajanayitā

Zeugung sind die Jahreszeiten, Agni ist der Erzeuger.

prajananād evainaṃ prajanayitā prajanayati

dadurch lässt ihn der Erzeuger aus der Zeugung hervorgehen.

ādityā vā itas sarveṇaiva sahāmuṃ lokam āyan

Die Ādityas gingen von hier mit allem zusammen in jene Welt.

te 'muṃ lokaṃ gatvā vyatṛṣyan

Als sie in jener Welt angekommen waren, dürsteten sie [Anm.: oder „kamen in Not“].

te 'vidur amutaḥpradānād vā ihājagāmeti

Sie erkannten: „Von der Darbringung dort (im Jenseits) ist er hierher gekommen“ [?].

ta etaṃ punar ādadhata

Sie richteten dieses (Feuer) wieder ein.

ādityā vā asmiṃl loka ṛddhā ādityā amuṣmin

Die Ādityas gediehen in dieser Welt, die Ādityas in jener.

paśavo 'sminn ṛtavo 'muṣminm

Das Vieh (ist) in dieser, die Jahreszeiten in jener.

ubhayor eva lokayor ṛdhnoti ya evaṃ vidvān etam ādhatte

In beiden Welten gedeiht, wer, dies wissend, dieses (Feuer) einrichtet.

ketas suketas saketas te na ādityā juṣāṇā asya haviṣo vyantu svāhā

Keta, Suketa, Saketa: sie, unsere Ādityas, sollen, wohlgefällig, dieser Opfergabe genießen. Svāhā!

salilas saligas sagaras te na ādityā juṣāṇā asya haviṣo vyantu svāhā

Salila, Saliga, Sagara: sie, unsere Ādityas, sollen, wohlgefällig, dieser Opfergabe genießen. Svāhā!

divo jyotir vivasva āditya te no devā deveṣu satyāṃ devahūtim āsuvadhvam

Himmelslicht, Vivasvat, Āditya: ihr, unsere Götter, lasst unter den Göttern den wahren Götterruf entstehen [?].

etair vai te tam ādadhata

Mit diesen richteten sie ihn (das Feuer) ein;

yadā vā etair ādhatte 'thāhitas

Sobald er mit diesen einrichtet, dann ist (das Feuer) eingerichtet.

ādityo hi punarādheyaḥ ‖

Denn der Āditya [Anm.: dem Āditya gehörend] ist das Punarādheya.