Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 9

Anuvāka 17 Opferregeln für die Indrāgni-Darbringung mit elf Schalen in verschiedenen Wünschen (Feinde, Gleichgeborene, Nachkommen, Kampf, Land).

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvaped bhrātṛvyavān

Wer einen Rivalen hat, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen darbringen;

ojo vai vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind ja Kraft und Manneskraft;

ojasaivainaṃ vīryeṇābhibhavati

mit Kraft und Manneskraft überwältigt er ihn also.

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet sajātakāmas

Wer sich Gleichgeborene (Anhänger) wünscht, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen darbringen;

ojo vai vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind ja Kraft und Manneskraft;

ojasaivainān vīryeṇādhastād upāsyate

mit Kraft und Manneskraft sind sie ihm also unterlegen [?], (so dass) er sie unter sich hält.

na vā eta etaṃ prayāntam akāmā anuprayānti

Nicht folgen diese ihm, wenn er auszieht, ohne Verlangen (d. h. sie folgen ihm gern),

ojo vīryam indrāgnī

(denn) Indra und Agni sind Kraft (und) Manneskraft;

yad aindrāgnas

dass (das Opfer) Indra und Agni gehört,

oja evaiṣāṃ vīryaṃ saṃgṛhma prayāti taṃ prayāntam akāmā anuprayānti

(bedeutet:) Kraft und Manneskraft von ihnen zusammenfassend zieht er aus; ihm folgen sie, wenn er auszieht, nicht ohne Verlangen [?].

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet prajākāmaḥ

Wer Nachkommenschaft wünscht, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen darbringen.

prajāpater vai prajās sisṛkṣamāṇasya tasyendrāgnī prajā apāgūhatām

Als Prajāpati Geschöpfe erschaffen wollte, verbargen Indra und Agni ihm die Geschöpfe.

so 'ved indrāgnī vai me prajā apāghukṣatām iti

Er erkannte: „Indra und Agni haben mir die Geschöpfe verborgen.“

sa etam aindrāgnam apaśyad ekādaśakapālam

Er sah dieses Indra-Agni-gehörige Opferbrot auf elf Schalen (und brachte es dar).

tato vai tasmai tau prajāḥ punar adattām

Daraufhin gaben die beiden ihm die Geschöpfe wieder zurück.

indrāgnī etasya prajām apagūhato yo 'laṃ prajāyai san prajāṃ na vindate

Indra und Agni verbergen dessen Nachkommenschaft, der zur Fortpflanzung fähig ist und (doch) keine Nachkommenschaft erlangt.

tā eva bhāgadheyenopadhāvati

Diese beiden geht er mit ihrem Anteil (bhāgadheya) an;

tā asmai prītau prajāṃ punardattaḥ

zufrieden geben sie ihm die Nachkommenschaft zurück.

punardātṛmatī yājyānuvākye bhavatas

Yājyā und Anuvākyā [Anm.: Opferverse zum Einladen bzw. Darbringen] sind solche, die das „Zurückgeben“ enthalten,

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet saṃgrāmam abhiprayān

Wer gegen ein Gefecht auszieht, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen darbringen;

ojo vai vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind ja Kraft und Manneskraft;

ojasaivainaṃ vīryeṇābhiprayāti

mit Kraft und Manneskraft zieht er also gegen ihn (den Feind) aus.

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet saṃgrāmam āgatya

Wer zum Gefecht gekommen ist, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen darbringen;

ojo vai vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind ja Kraft und Manneskraft;

ojasaivainaṃ vīryeṇa jayati

mit Kraft und Manneskraft siegt er also.

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet saṃgrāmaṃ jitvā

Wer das Gefecht gewonnen hat, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen darbringen.

ojasā vā eṣa vīryeṇa vyṛdhyate yas saṃgrāmaṃ jayati

Wer ein Gefecht gewinnt, der kommt nämlich um Kraft und Manneskraft zu kurz;

sarveṇa hīndriyeṇa sarveṇa vīryeṇa jayati

denn mit seiner ganzen Stärke und ganzen Manneskraft siegt er (und verbraucht sie).

ojo vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind Kraft (und) Manneskraft;

indrāgnī evainam ojasā vīryeṇa samardhayatas

(bedeutet:) Indra und Agni statten ihn mit Kraft und Manneskraft aus.

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet pauṣṇaṃ carum̐ saniṃ prayan

Wer auszieht, um Gewinn zu machen, soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen und einen Pūṣan-gehörigen Brei (caru) darbringen;

ojo vai vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind ja Kraft und Manneskraft;

ojasaiva vīryeṇa praiti

mit Kraft und Manneskraft zieht er also aus.

pūṣā vīryasyānupradātā

Pūṣan ist der Weitergeber der Manneskraft;

pūṣaivāsmai vīryam anuprayacchati

(bedeutet:) Pūṣan überreicht ihm die Manneskraft.

aindrāgnam ekādaśakapālaṃ nirvapet pauṣṇaṃ caruṃ kṣetrasya pataye caruṃ yaḥ kāmayetāsyāṃ me janatāyām ṛdhyeteti

Wer wünscht: „Möge ich in diesem Volk gedeihen“, der soll ein Indra-Agni-gehöriges Opferbrot auf elf Schalen, einen Pūṣan-gehörigen Brei und einen Brei für den Herrn des Feldes darbringen.

ojo vai vīryam indrāgnī

Indra und Agni sind ja Kraft und Manneskraft;

yad aindrāgnas

dass (das Opfer) Indra und Agni gehört,

indrāgnī evāsmā ojasā vīryeṇa lokaṃ vindataḥ

(bedeutet:) Indra und Agni verschaffen ihm mit Kraft und Manneskraft Raum.

pūṣā vīryasyānupradātā

Pūṣan ist der Weitergeber der Manneskraft;

pūṣaivāsmai vīryam anuprayacchati

(bedeutet:) Pūṣan überreicht ihm die Manneskraft.

iyaṃ kṣetrasya patnī

Diese (Erde) ist die Gattin des Herrn des Feldes;

yat kṣetrapatyas

dass (der Brei) dem Herrn des Feldes gehört,

asyām eva pratitiṣṭhati ‖

(bedeutet:) auf ihr fasst er Fuß.