nānāgneyaṃ kriyata ity āhuḥ kasmād ājyabhāgau yajantīti
„Es wird (das Opfer) nicht nur für Agni gemacht“, sagt man: „Warum opfert man die beiden Ājyabhāgas [Anm.: zwei Butterspenden am Opferbeginn]?“
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 9
nānāgneyaṃ kriyata ity āhuḥ kasmād ājyabhāgau yajantīti
„Es wird (das Opfer) nicht nur für Agni gemacht“, sagt man: „Warum opfert man die beiden Ājyabhāgas [Anm.: zwei Butterspenden am Opferbeginn]?“
cakṣuṣī vā ete yajñasya yad ājyabhāgau
Die beiden Augen des Opfers sind diese, die beiden Ājyabhāgas.
yad ājyabhāgā antariyāc cakṣuṣī yajñasyāntariyāt
Wenn er die Ājyabhāgas übergehen ließe, ließe er die beiden Augen des Opfers übergehen.
agna āyūm̐ṣi pavasa ity etām̐ somasyājyabhāgasya loke kuryāt
„Agni, du läuterst die Lebensalter“ – diesen (Vers) soll er an die Stelle des Soma-Ājyabhāga setzen.
yad āgneyam
Dass er dem Agni gehört,
tenāgneyī
dadurch ist er agneyisch;
yat pāvamānam
dass er (dem) Pavamāna (dem sich Läuternden) gehört,
tena saumī
dadurch ist er somisch.
nānāgneyaṃ kriyate na somam antareti
So wird es nicht nur für Agni gemacht, und er geht nicht am Soma vorbei.
agnir mūrdhā divaḥ kakud ity etām̐ somasyājyabhāgasya loke kuryāt prajākāmasya vā paśukāmasya vā
„Agni ist das Haupt, der Gipfel des Himmels“ – diesen (Vers) soll er an die Stelle des Soma-Ājyabhāga setzen für den, der Nachkommenschaft oder Vieh wünscht.
yan mithunā
Dass (er) paarig ist,
tena prajananavatī
dadurch ist er der Zeugung förderlich;
yad retasvatī
dass er Samen hat,
tena saumī
dadurch ist er somisch.
nānāgneyaṃ kriyate na somam antareti ‖
So wird es nicht nur für Agni gemacht, und er geht nicht am Soma vorbei.
vīrahā vā eṣa devānāṃ yo 'gnim utsādayate
Ein Heldenmörder der Götter ist, wer das Feuer ausgehen lässt.
śatadāyo vīras
Hundertfach ist die Gabe des Helden [?];
yad etāś śatākṣarā akṣarapaṅktayas
dass diese (Verse) hundertsilbig sind, Silbenreihen,
vīram evaitad devānām avadayate
dadurch lässt er den Helden der Götter [?] (wieder) zuteilwerden.
anyasyai vai pramāyā ādheyo 'nyasyai punarādheyas
Für die eine Verstorbene gilt die (Erst-)Einrichtung, für eine andere die Wiedereinrichtung [Anm.: Deutung unsicher; vielleicht „für die eine Frau die Einrichtung, für die andere die Wiedereinrichtung“ o. ä.].
na vai tām ādheyena spṛṇoti yasyai punarādheyaḥ
Die, für die die Wiedereinrichtung gilt, erlangt er nicht durch die Erst-Einrichtung;
punarādheyena vāva tām̐ spṛṇoti
nur durch die Wiedereinrichtung erlangt er sie.
jarā vai devahitam āyus
Das Greisenalter ist das von den Göttern bestimmte Lebensalter;
tāvatīr hi samā jīvati
so viele Jahre nämlich lebt man.
tasmād āhuś śatadāyo vīra iti
Daher sagt man: „Hundertfach ist die Gabe des Helden.“
yad etāś śatākṣarā akṣarapaṅktayo bhavanti
Dass diese hundertsilbigen Silbenreihen da sind,
yāvad eva vīryaṃ tad āpnoti tat spṛṇoti
– so viel Manneskraft es gibt, die erlangt er, die gewinnt er.
āyuṣā vā eṣa vīryeṇa vyṛdhyate yo 'gnim utsādayate
Um Lebensdauer und Manneskraft kommt, wer das Feuer ausgehen lässt.
śatāyur vai puruṣaś śatavīryas
Hundertjährig ist der Mensch, hundertkräftig;
āyur vīryaṃ hiraṇyam
Lebensdauer und Manneskraft ist Gold.
yad dhiraṇyam̐ śatamānaṃ dadāti
Dass er Gold im Hundertmaß [Anm.: śatamāna, ein Gewicht von hundert Einheiten] gibt,
āyur eva vīryaṃ punar ālabhate ‖
dadurch erlangt er Lebensdauer und Manneskraft wieder.