Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 9

Anuvāka 19 Schlussverse des Abschnitts an Indra, Soma, Sūrya, Agni und Bṛhaspati, mit der Schlussformel des neunten Sthānaka.

maruto yad dha vo divas

Maruts, wenn ihr vom Himmel (kommt) –

indraṃ vaḥ ‖

Indra (rufen wir) euch (zu) [Anm.: Anrufungsfragmente, nur Versanfänge zitiert; Deutung unsicher] [?].

ā te śuṣmo vṛṣabha etu paścād ottarād adharād ā purastāt |

Deine Stärke, Stier, komme von hinten her, von oben, von unten, von vorn;

ā viśvato abhi sametv arvāṅ indra dyumnam̐ svarvad dhehy asme ‖

von allen Seiten möge sie herbei uns entgegentreffen; Indra, verleihe uns lichtvollen Glanz.

tvā yujā tava tat soma sakhya indro apo manave sasrutas kaḥ |

Mit dir als Genossen, Soma, in deiner Freundschaft – Indra ließ für Manu die Wasser strömen;

ahann ahim ariṇāt sapta sindhūm̐r apāvṛṇod apihiteva khāni ‖

er erschlug die Schlange, ließ die sieben Ströme fließen, öffnete die wie verschlossenen Höhlungen.

ṛdūdareṇa sakhyā saceya yo mā na riṣyed dharyaśva pītaḥ |

Mit dem Weichbäuchigen (Soma) möchte ich in Freundschaft verbunden sein, der mir, getrunken, nicht schaden möge, Falbenrosser;

ayaṃ yas somo nyadhāyy asme tasmā indraṃ pratiram emy āyuḥ ‖

dieser Soma, der bei uns niedergelegt ist – für ihn (den Soma) gehe ich zu Indra [?] und bringe (ihm) Lebenskraft entgegen [?].

agne nakṣatram

„Agni, Gestirn“ [Anm.: Versanfang, ein Zitat; der Vers wird nur angedeutet];

agre bṛhan

„am Anfang der Große“ [Anm.: ebenso Versanfang];

ud u tyam

„Empor doch jener“ [Anm.: ebenso Versanfang];

citraṃ devānām ‖

„das bunte (Zeichen) der Götter“ [Anm.: ebenso Versanfang].

ayukta sapta śundhyuvas sūro rathasya naptyaḥ |

Angeschirrt hat Sūrya die sieben Reinen, die Enkelinnen [?] des Wagens;

tābhir yāti svayuktibhiḥ ‖

mit diesen von selbst Angeschirrten fährt er dahin.

sapta tvā harito rathe vahanti deva sūrya |

Sieben Falbinnen tragen dich auf dem Wagen, Gott Sūrya,

śociṣkeśaṃ vicakṣaṇa ‖

den Flammenhaarigen, Weitschauenden.

ayaṃ pūṣā rayir bhagas somaḥ punāno arṣati |

Dieser da, Pūṣan, Reichtum, Bhaga, Soma, sich läuternd, strömt dahin;

patir viśvasya bhūmano vyakhyad rodasī ubhe ‖

der Herr der ganzen Fülle hat beide Welten beleuchtet.

vayas suparṇā upasedur indraṃ priyamedhā ṛṣayo nādhamānāḥ |

Wie Vögel, gutgeflügelt, setzten sich die Priyamedha-Seher, bittend, zu Indra:

apa dhvāntam ūrṇuhi pūrdhi cakṣur mumugdhy asmān nidhayeva baddhān ‖

Decke das Dunkel auf, erfülle das Auge, löse uns wie in Fesseln Gebundene.

yathā ha tyad vasavaḥ ‖

„Wie einst, ihr Vasu“ [Anm.: Versanfang, ein Zitat; der Vers wird nur angedeutet].

cakṣur me dhehi cakṣuṣe cakṣur vikhyai tanūbhyaḥ |

Lege mir Sehkraft ein zum Sehen, Sehkraft zum Erblicken für die Leiber;

saṃ cedaṃ vi ca paśyema ‖

mögen wir dies zusammen und auseinander (im Einzelnen) sehen.

susaṃdṛśaṃ tvā vayaṃ pratipaśyema sūrya |

Dich, den gut Sichtbaren, mögen wir anschauen, Sūrya;

vipaśyema nṛcakṣasaḥ ‖

mögen wir (dich) durchschauen, die wir Männer erblicken.

agne trī te vājinā trī ṣadhasthā tisras te jihvā ṛtajāta pūrvīḥ |

Agni, dreifach sind deine Kraftspenden, dreifach deine Sitze; drei deiner Zungen, im Ṛta geboren, (sind) die ältesten;

tisra u te tanvo devavātās tābhir naḥ pāhi giro aprayucchan ‖

drei deiner Leiber, von den Göttern begehrt: mit diesen schütze uns, unsere Lieder unablässig (behütend).

vidmā te agne tredhā trayāṇi vidmā te sadma vibhṛtaṃ purutrā |

Wir kennen, Agni, deine dreifachen Dreiheiten; wir kennen deinen Sitz, der vielfältig verteilt ist;

vidmā te nāma paramaṃ guhā yad vidmā tam utsaṃ yata ājagantha ‖

wir kennen deinen höchsten Namen, der im Verborgenen ist; wir kennen jene Quelle, von der du hergekommen bist.

indra tridhātu śaraṇaṃ trivarūtham̐ svastimat |

Indra, (gib) einen dreifach geschichteten Schutz, dreifach abwehrend, heilbringend;

chardir yaccha maghavadbhyaś ca mahyaṃ ca yāvayā didyum ebhyaḥ ‖

gewähre Deckung den Freigebigen und mir; wehre von ihnen das Geschoss ab.

atividdhā vithureṇā cid astrā tris sapta sānu sam̐hitā girīṇām |

Durchbohrt, vom Erschütternden [?] wurden die Geschosse; dreimal sieben Gipfel der Berge (sind) zusammengefügt.

na tad devo na martyas tuturyād yāni pravṛddho vṛṣabhaś cakāra ‖

Nicht vermag das ein Gott, nicht ein Sterblicher zu überbieten, was der erstarkte Stier getan hat.

yas tastambha sahasā vi jmo antān bṛhaspatis triṣadhastho raveṇa |

Der mit Gewalt die Ränder der Erde auseinanderstützte, Bṛhaspati, der Dreisitzige, durch sein Brüllen;

taṃ pratnāsa ṛṣayo dīdhyānāḥ puro viprā dadhire mandrajihvam ‖

ihn, den Süßzüngigen, setzten die alten Seher, nachsinnend, die Weisen, an die Spitze.

vibhidyā puram̐ śayathem apācīṃ nis trīṇi sākam udadher akṛntat |

Die Burg spaltend, die dort (im Berge) lag, die abgewandte [?], schnitt er drei (Dinge) zugleich aus dem Wasserbehälter heraus;

bṛhaspatir uṣasam̐ sūryaṃ gām arkaṃ viveda stanayann iva dyauḥ ‖

Bṛhaspati fand die Morgenröte, die Sonne, die Kuh, das Licht, wie der Himmel donnernd.

iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyām utsīdanaṃ nāma navamaṃ sthānakaṃ smāpūrṇam ‖

Damit ist im ruhmvollen Yajus, im Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Iṭhimikā, das neunte Sthānaka namens Utsīdana vollständig.