Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 16

Anuvāka 12 Mantras beim Lösen der Fesseln (Nirṛti), Pflügen und Furchenziehen sowie Segenssprüche an die Furche (Sītā).

yad asya pāre rajasaś citraṃ jyotir ajāyata |

Das bunte Licht, das jenseits dieses Luftraums entstanden ist,

tan naḥ parṣad ati dviṣo 'gne vaiśvānara dyumat ‖

das möge uns über die Feinde hinübertragen, o Agni Vaiśvānara, das leuchtende.

asunvantam ayajamānam iccha stenasyetyāṃ taskarasyānvihi |

Suche den, der nicht presst und nicht opfert; geh dem Weg des Diebes, dem Räuber nach.

anyam asmad iccha sā ta ityā namo devi nirṛte tubhyam astu ‖

Suche einen anderen als uns; das sei dein Weg. Verehrung dir, göttliche Nirṛti.

yat te asmin ghora āsan juhomy eṣāṃ bandhānām avasarjanāya kam |

Was dir in diesem Furchtbaren im Mund war, das opfere ich, zur Lösung dieser Fesseln, zum Wohl [?].

yāṃ tvā jano bhūmir iti pramandate nirṛtir iti tvāhaṃ pari veda viśvataḥ ‖

Dich, die die Leute als „Erde“ preisend erfreuen, kenne ich ringsum von allen Seiten als „Nirṛti“.

namas su te nirṛte tigmatejo 'yasmayaṃ viśṛtā bandham etam |

Verehrung dir, Nirṛti, du Scharfglänzende; diese eiserne Fessel, löse sie [?].

yamena tvaṃ yamyā saṃvidānottame nāke adhi rohayainam ‖

Du, einig mit Yama und Yamī, lass ihn im höchsten Himmelsraum hinaufsteigen.

yaṃ te devī nirṛtir ābabandha pāśaṃ grīvāsv avicartyam |

Die Schlinge, die dir die göttliche Nirṛti um den Nacken gebunden hat, die nicht zu lösende,

taṃ te viṣyāmy āyuṣo nu madhye 'dhā viṣitaḥ pitumad dhi pramuktaḥ ‖

die löse ich dir mitten im Leben; nun gelöst, bist du befreit, mit Nahrung versehen [?].

niveśanas saṃgamano vasūnāṃ viśvā rūpābhicaṣṭe śacībhiḥ |

Der Ruheplatz, der Sammler der Güter, überschaut mit seinen Kräften alle Gestalten;

deva iva savitā satyadharmendro na tasthau samare pathīnām ‖

wie der Gott Savitṛ, dessen Ordnung wahr ist, ist er wie Indra im Zusammentreffen der Wege stehen geblieben.

sīrā yuñjanti kavayo yugā vitanvate pṛthak |

Die Pflüge schirren die Seher an, die Joche breiten sie auseinander,

dhīrā deveṣu sumnayā ‖

die Weisen, auf Gunst bei den Göttern bedacht.

yunakta sīrā vi yugā tanota kṛto yonir vapateha bījam |

Schirrt die Pflüge an, breitet die Joche aus; der Schoß ist bereitet, streut hier den Samen.

girā ca śruṣṭis sabharā asan no nedīya it sṛṇyaḥ pakvam āyat ‖

Durch das Wort möge uns Gehorsam [?] samt reicher Last sein; näher zur Sichel möge das Reife kommen [?].

pūṣā yunaktu savitā yunaktu bṛhaspatis savitā devo agniḥ ‖

Pūṣan schirre an, Savitṛ schirre an, Bṛhaspati, der Gott Savitṛ, Agni.

śunam̐ suphālā vitudantu bhūmim̐ śunaṃ kīnāśā abhiyantu vāhaiḥ |

Glücklich sollen die guten Pflugscharen den Boden aufreißen, glücklich sollen die Pflüger mit den Zugtieren darüber hinfahren.

śunāsīrā havyajuṣṭiṃ juṣāṇedaṃ bījam avatam upyamānam ‖

Śuna und Sīra, an der Opfergabe Gefallen findend, fördert diesen Samen, der gesät wird.

lāṅgalaṃ pavīravam̐ suśevam̐ somapitsaru |

Der Pflug, mit Eisenspitze versehen, sehr heilbringend, mit dem Griff für den Somatrinker [?],

ud id vapati gām aviṃ prasthāvad rathavāhanam

wirft empor, sät Rind und Schaf, das Gespann mit Wagenzug,

prapharvyaṃ ca pīvarīm ‖

die kräftige Kuh und die fette Nährende [?].

ghṛtena sītā madhunā samajyatāṃ viśvair devair anumataṃ marudbhiḥ |

Mit Schmalz und Honig werde die Furche gesalbt, von allen Göttern gebilligt, von den Marut.

ūrjo bhāgaṃ madhumat pinvamānāsmān sīte payasābhyāvavṛtsva ‖

Den süßen Anteil an Kraft schwellend, wende dich uns zu, Furche, mit Milch.

vimucyadhvam aghnyā devayānā aganma tamasas pāram |

Lasst euch lösen, ihr Kühe, ihr göttergängigen; wir sind über die Finsternis hinausgelangt.

kāmaṃ kāmadughe dhukṣva mitrāya varuṇāya ca |

Gib deinen Wunsch, o Wunschmelkende, dem Mitra und dem Varuṇa,

indrāyāśvibhyāṃ pūṣṇe prajābhya oṣadhībhyaḥ ‖

dem Indra, den beiden Aśvin, dem Pūṣan, den Geschöpfen, den Pflanzen.