agnir hotā no adhvare vājī san pariṇīyate |
Agni, unser Hotṛ, wird beim Opfer, da er ein Renner ist, ringsum geführt,
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 16
agnir hotā no adhvare vājī san pariṇīyate |
Agni, unser Hotṛ, wird beim Opfer, da er ein Renner ist, ringsum geführt,
devo deveṣu yajñiyaḥ ‖
der Gott, der unter den Göttern opferwürdig ist.
pari triviṣṭy adhvaraṃ yāty agnī rathīr iva |
Dreifach gewaltig geht Agni um das Opfer, wie ein Wagenfahrer,
ā deveṣu prayo dadhat ‖
bei den Göttern Labung niederlegend.
pari vājapatiḥ kavir agnir havyāny akramīt |
Rings hat der Herr der Kraft, der Seher, Agni, die Opfergaben umschritten,
dadhad ratnāni dāśuṣe ‖
dem Opfernden Kleinode verleihend.
ajaid agnir asanad vājam
Agni hat gesiegt, er hat die Beute gewonnen;
ni devo devebhyo havyāvāṭ
der Gott, der den Göttern die Opfergaben fährt, [hat sich niedergelassen];
prāñjobhir hinvānas
mit geraden Wegen antreibend [?],
dhenābhiḥ kalpamānas
mit den Milchkühen sich zurüstend,
yajñasyāyuḥ pratiran
das Leben des Opfers verlängernd.
upa preṣya hotar havyā devebhyas
Geh hinzu, Hotṛ, [rufe] die Opfergaben für die Götter [herbei].
daivyāś śamitāra uta ca manuṣyā ārabhadhvam
Ihr göttlichen Zurichter und ihr menschlichen, fasst an.
upanayata medhyā duras
Führt herbei, ihr Opfertauglichen, die Türen [?];
āśāsānā medhapataye medham
Wünschend für den Herrn des Opfers die Opfergabe [?].
prāsmā agniṃ bharata
Bringt für ihn Agni herbei;
stṛṇīta barhir
breitet das Barhis aus.
anv enaṃ mātā manyatām anu pitānu bhrātā sagarbhyas
Ihm soll die Mutter zustimmen, der Vater, der Bruder, der leibliche,
anu sakhā sayūthyaḥ ‖
der Freund, der aus der gleichen Herde [Gefährte].
udīcīnām̐ asya padaḥ kṛṇutāt
Seine Füße legt nach Norden hin.
sūryaṃ cakṣur gamayatāt
Das Auge lasst zur Sonne gehen,
vātaṃ prāṇam anvavasṛjatāt
den Hauch entlasst dem Wind nach,
antarikṣam asum
den Lebensodem dem Luftraum,
pṛthivīm̐ śarīram
den Leib der Erde.
ekadhāsya tvacam ācchyatāt
Seine Haut trennt in einem Stück ab.
purā nābhyā apiśaso vapām utkhidatāt
Bevor der Nabel [verletzt wird], nehmt die Fettnetz [Vapā] ohne zu zerhacken heraus.
antar evoṣmāṇaṃ vārayadhvāt
Haltet die Hitze im Innern zurück.
śyenam asya vakṣaḥ kṛṇutāt
Seine Brust macht zum Falken [-Stück].
praśasā bāhū
Die Vorderbeine zum Schlachtmesser-Stück [?],
śalā doṣaṇī
die Schulterbeine [zum Schlachtstück] Śalā [?],
kaśyapevām̐sā
die Schultern [zum Stück] wie beim Kaśyapa [?],
acchidre śroṇī
die beiden Hüften unverletzt,
kavaṣorū
die beiden Schenkel [als] Kavaṣa [?],
srekaparṇāṣṭhīvantā
die beiden Knie [als] blattförmig, wie Sreka-Blatt [?].
ṣaḍvim̐śatir asya vaṅkrayas
Sechsundzwanzig sind seine Rippen;
tā anuṣṭhuyoc cyāvayatāt
diese löst der Reihe nach heraus.
gātraṃgātram asyānūnaṃ kṛṇutāt
Jedes Glied von ihm macht unversehrt.
ūvadhyagohaṃ pārthivaṃ khanatāt
Den Mageninhalt [Ūvadhya] grabt in die Erde ein.
asnā rakṣas sam̐sṛjatāt
Mit dem Blut vermischt den Rakṣas-Dämon [d.h. gebt dem Rakṣas das Blut].
vaniṣṭhum asya mā rāviṣṭa
Sein Dickdarm [Vaniṣṭhu] soll nicht schreien [?].
urūkaṃ manyamānās
Die ihr den Wolf [?] zu denken meint,
ned vas toke tanaye ravitā ravat
– es soll nicht [der Schreier] um Kind und Nachkommen für euch schreien [?].
adhrigo śamīdhvam̐ suśami śamīdhvam̐ śamīdhvam adhrigo ‖
„Adhrigu, arbeitet zu! Suśami, arbeitet zu! Arbeitet zu, Adhrigu!“ [Anm.: Ruf an die Zurichter (śamitṛ); Sinn von śamīdhvam als „bereitet zu / bringt zur Ruhe“ = zerlegt].
juṣasva saprathastamaṃ vaco devapsarastamam |
Genieße das weitest reichende Wort, das den Göttern am meisten wohlgefällige,
havyā juhvāna āsani ‖
während du die Opfergaben im Mund [des Feuers] opferst.
imaṃ no yajñam amṛteṣu dhehīmā havyā jātavedo juṣasva |
Lege dieses unser Opfer bei den Unsterblichen nieder; genieße diese Opfergaben, Jātavedas.
stokānām agne medaso ghṛtasya hotaḥ prāśāna prathamo niṣadya ‖
Von den Tropfen des Fettes, Agni, und des Schmalzes iss zuerst, Hotṛ, nachdem du dich niedergelassen hast.
ghṛtavantaḥ pāvaka te stokāś ścotanti medasaḥ |
Schmalzreich träufeln, du Läuternder, deine Tropfen vom Fett;
svadharman devavītaye śreṣṭhaṃ no dhehi vāryam ‖
an deinem eigenen Sitz, zum Göttermahl, verleihe uns das Beste, Erwünschte.
tubhyam̐ stokā ghṛtaścuto 'gne viprāya santya |
Für dich sind die schmalztriefenden Tropfen, Agni, für den weisen, spendenden.
ṛṣiś śreṣṭhas samidhyase yajñasya prāvitā bhava ‖
Als bester Seher wirst du entzündet; sei der Förderer des Opfers.
tubhyam̐ ścotanty adhrigo śacīvas stokāso agne medaso ghṛtasya |
Für dich träufeln, Adhrigu, du Kraftreicher, die Tropfen, Agni, des Fettes, des Schmalzes.
kaviśasto bṛhatā bhānunāgā havyā juṣasva medhira ‖
Von Sehern gepriesen, komm mit hohem Strahl; genieße die Opfergaben, du Weiser.
ojiṣṭhaṃ te madhyato meda udbhṛtaṃ pra te vayaṃ dadāmahe |
Das kräftigste Fett, aus deiner Mitte herausgenommen, geben wir dir dar.
ścotanti te vaso stokā adhi tvaci prati tān devaśo vihi ‖
Deine Tropfen träufeln, du Guter, auf die Haut; genieße sie, Gott für Gott, der Reihe nach.
hotā yakṣad bṛhaspatiṃ chāgasya vapāyā medaso juṣatām̐ havir
Der Hotṛ soll den Bṛhaspati verehren: er soll die Opfergabe von der Vapā, dem Fett des Bockes, genießen.
hotar yaja
Hotṛ, opfere!
hotā yakṣad aśvinā chāgasya vapāyā medaso juṣetām̐ havir
Der Hotṛ soll die beiden Aśvin verehren: sie sollen die Opfergabe von der Vapā, dem Fett des Bockes, genießen.
hotar yaja
Hotṛ, opfere!
hotā yakṣat sarasvatīṃ meṣyā vapāyā medaso juṣatām̐ havir
Der Hotṛ soll die Sarasvatī verehren: sie soll die Opfergabe von der Vapā, dem Fett des Mutterschafes, genießen.
hotar yaja
Hotṛ, opfere!
hotā yakṣad indraṃ meṣasya vapāyā medaso juṣatām̐ havir hotar yaja ‖
Der Hotṛ soll den Indra verehren: er soll die Opfergabe von der Vapā, dem Fett des Widders, genießen. Hotṛ, opfere!
iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyām agnivīśikā nāma ṣoḍaśaṃ sthānakaṃ smāpūrṇam ‖
So [endet] im heiligen Yajus, in der Kāṭhaka-Schule der Caraka, in der Iṭhimikā, das sechzehnte Sthānaka mit dem Namen Agnivīśikā, [hier] vollendet.