Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 16

Anuvāka 17 Sprüche zur Verteilung der Tiere zum Agnicayana: Schutzformeln zu Mensch, Einhufer, Wildtieren, Schaf, Ziege (nebst Formeln gegen den Feind).

ādityaṃ garbhaṃ payasā samañjan sahasrasya pratimāṃ viśvarūpam |

Den Āditya-Keim, mit Milch salbend, das Abbild des Tausendfachen, allgestaltig,

parivṛṅdhi harasā mābhimam̐sthāś śatāyuṣaṃ kṛṇuhi cīyamānaḥ ‖

überwältige ihn nicht mit Glut, denke nicht feindlich; mache ihn hundertjährig, wenn er aufgeschichtet wird [?].

vātasya jūtiṃ varuṇasya nābhim aśvaṃ jajñānam̐ sarirasya madhye |

Den Antrieb des Windes, den Nabel des Varuṇa, das Ross, geboren inmitten des Wassers,

śiśuṃ nadīnām̐ harim adribudhnam agne mā him̐sīḥ parame vyoman ‖

das Kind der Flüsse, den Fahlen, den auf Felsengrund [Ruhenden]: Agni, tu ihm nichts an im höchsten Himmelsraum.

ajasram indram aruṣaṃ bhuraṇyum agnim īḍe pūrvacittiṃ namobhiḥ |

Den unablässigen Indra, den Rötlichen, den Regsamen, den Agni preise ich, den früh Einsichtigen, mit Verehrungen.

sa parvabhir ṛtuśaḥ kalpamānas sa gāṃ mā him̐sīr aditiṃ virājam ‖

Er, der mit seinen Gliedern nach Jahreszeiten sich ordnet, soll die Kuh nicht schädigen, die Aditi, die Virāj.

varutrīṃ tvaṣṭur varuṇasya nābhim aviṃ jajñānāṃ rajasaḥ parasmāt |

Die Schützende, Tvaṣṭṛs, den Nabel des Varuṇa, das Schaf, geboren jenseits des Luftraums,

mahīm̐ sāhasrīm asurasya māyāṃ tām agne heḍaḥ pari te vṛṇaktu ‖

die große, tausendfache Zauberkraft des Asura: Agni, dieser [gegenüber] soll dein Zorn ausweichen [?].

yo agnir agnes tapaso 'dhi jātaś śokāt pṛthivyā uta vā divas pari |

Der Agni, der aus Agnis Glut geboren ist, aus der Flamme, von der Erde her oder vom Himmel,

yena prajā viśvakarmā jajāna tam agne heḍaḥ pari te vṛṇaktu ‖

durch den Viśvakarman die Geschöpfe erzeugte: diesem gegenüber soll dein Zorn ausweichen, Agni.

imaṃ mā him̐sīr dvipādaṃ paśūnām̐ sahasrākṣa medha ā cīyamānaḥ |

Schädige diesen Zweifüßer unter den Opfertieren nicht, du Tausendäugiger, wenn er als Opfergabe aufgeschichtet wird.

mayuṃ paśuṃ medham agne juṣasva tena cinvānas tanvo niṣīda ‖

Den Mayu [?], das Opfertier, die Opfergabe, Agni, genieße; damit [dich] aufschichtend, setze dich in deinem Leib nieder.

yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatu ‖

den wir hassen, den soll dein Leid treffen.

imaṃ mā him̐sīr ekaśaphaṃ paśūnāṃ kanikradaṃ vājinaṃ vājineṣu |

Schädige diesen Einhufer unter den Tieren nicht, den Wiehernden, den Renner unter den Rennern.

gauram āraṇyam anu te diśāmi tena cinvānas tanvo niṣīda ‖

Den Gaura, den wilden, weise ich dir zu; damit [dich] aufschichtend, setze dich in deinem Leib nieder.

yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatu ‖

den wir hassen, den soll dein Leid treffen.

imam̐ sāhasram̐ śatadhāram utsaṃ vyacyamānam̐ sarirasya madhye |

Diese tausendfache, hundertströmige Quelle, die sich inmitten des Wassers ausbreitet,

ghṛtaṃ duhānām aditiṃ janāyāgne mā him̐sīḥ parame vyoman ‖

die Aditi, die dem Volk Schmalz melkt: Agni, tu ihr nichts an im höchsten Himmelsraum.

gavayam āraṇyam anu te diśāmi tena cinvānas tanvo niṣīda ‖

Den Gayal-Büffel, den wilden, weise ich dir zu; damit [dich] aufschichtend, setze dich in deinem Leib nieder.

yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatu ‖

den wir hassen, den soll dein Leid treffen.

imam ūrṇāyuṃ varuṇasya nābhiṃ tvacaṃ paśūnāṃ dvipadāṃ catuṣpadām |

Diesen Wollträger, den Nabel des Varuṇa, die Haut der Tiere, der zweifüßigen, der vierfüßigen,

tvaṣṭuḥ prajānāṃ prathamaṃ janitram agne mā him̐sīḥ parame vyoman ‖

Tvaṣṭṛs, der ersten Zeugung der Geschöpfe: Agni, tu ihm nichts an im höchsten Himmelsraum.

meṣam āraṇyam anu te diśāmi tena cinvānas tanvo niṣīda ‖

Den Widder, den wilden, weise ich dir zu; damit [dich] aufschichtend, setze dich in deinem Leib nieder.

yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatu ‖

den wir hassen, den soll dein Leid treffen.

ajo hy agner ajaniṣṭa śokāt so apaśyaj janitāram agre |

Denn der Bock ist aus Agnis Flamme geboren; er erblickte zuerst seinen Erzeuger.

tena devā devatām agram āyam̐s tena roham āyann upa medhyāsaḥ ‖

Dadurch erlangten die Götter die Gottheit als Vorrang, dadurch erstiegen sie die Höhe, die zum Opfer Tauglichen.

śarabham āraṇyam anu te diśāmi tena cinvānas tanvo niṣīda ‖

Den Śarabha, den wilden, weise ich dir zu; damit [dich] aufschichtend, setze dich in deinem Leib nieder.

yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatu ‖

den wir hassen, den soll dein Leid treffen.