Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 16

Anuvāka 15 Verse zur Aufschüttung des Feueraltars: Hiraṇyagarbha, Verehrung der Schlangen, Agni als Vertreiber der Rakṣas, Einsetzen der Ziegel.

apāṃ pṛṣṭham asi yonir agnes samudram abhitaḥ pinvamānam |

Du bist der Rücken der Wasser, der Schoß Agnis, das nach dem Meer hin ringsum Schwellende.

vardhamāno mahām̐ ā ca puṣkare divo mātrayā variṇā prathasva ‖

Wachsend, groß, breite dich im Lotusteich aus, nach dem Maß des Himmels, in Weite.

brahma jajñānaṃ prathamaṃ purastād vi sīmatas suruco vena āvaḥ |

Das erstgeborene heilige Wort, von Osten her, hat der Lichtreiche, der Sehnende, von der Grenze aus aufgedeckt.

sa budhnyā upamā asya viṣṭhās sataś ca yonim asataś ca vi vaḥ ‖

Er hat die Gründe, die Nächststehenden, seine Standorte [aufgedeckt], den Schoß des Seienden und des Nichtseienden [?].

hiraṇyagarbhas samavartatāgre bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt |

Der Goldkeim entstand am Anfang; geboren war er der eine Herr des Seienden.

sa dādhāra pṛthivīṃ dyām utemāṃ kasmai devāya haviṣā vidhema ‖

Er hielt die Erde und den Himmel hier: welchem Gott sollen wir mit der Opfergabe dienen?

drapsaś caskanda pṛthivīm anu dyām imaṃ ca yonim anu yaś ca pūrvaḥ |

Der Tropfen ist über die Erde und den Himmel hin gesprungen, und auf diesen Schoß hin und auf den früheren.

samānaṃ yonim anu saṃcarantaṃ drapsaṃ juhomy anu sapta hotrāḥ ‖

Den Tropfen, der zum gemeinsamen Schoß hin wandert, opfere ich, den sieben Hotṛ-Priestern folgend.

namo astu sarpebhyo ye ke ca pṛthivyām adhi |

Verehrung sei den Schlangen, die es auch immer auf der Erde gibt,

ye antarikṣe ye divi tebhyas sarpebhyo namaḥ ‖

die im Luftraum, die im Himmel sind: diesen Schlangen Verehrung.

yeṣu vā yātudhānā ye vā vanaspatīm̐r anu |

Die sich unter den Zauberern befinden oder an den Bäumen entlang,

ye 'vaṭeṣu śerate tebhyas sarpebhyo namaḥ ‖

die in Erdlöchern liegen: diesen Schlangen Verehrung.

ye vādo rocane divo ye vā sūryasya raśmiṣu |

Die entweder im Lichtraum des Himmels [sind] oder in den Strahlen der Sonne,

ye 'psu sadām̐si cakrire tebhyas sarpebhyo namaḥ ‖

die in den Wassern ihre Sitze genommen haben: diesen Schlangen Verehrung.

kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīṃ yāhi rājevāmavām̐ ibhena |

Mache dir Wucht, wie ein breites Netz; fahre einher wie ein starker König mit seinem Elefanten [?].

tṛṣvīm anu prasitiṃ drūṇāno 'stāsi vidhya rakṣasas tapiṣṭhaiḥ ‖

Dem gierigen Netz nachjagend, bist du der Schütze; durchbohre die Rakṣas mit den heißesten [Geschossen].

tava bhramāsa āśuyā patanty anuspṛśa dhṛṣatā śośucānaḥ |

Deine Flammen fliegen schnell dahin, streifen [den Feind], kühn, hell lodernd.

tapūm̐ṣy agne juhvā pataṅgān asaṃdito visṛja viṣvag ulkāḥ ‖

Agni, sende mit dem Löffel glühende [Geschosse] aus, die Flieger, ungebunden, nach allen Seiten die Feuerbrände.

prati spaśo visṛja tūrṇitamo bhavā pāyur viśo asyā adabdhaḥ |

Sende Späher entgegen, sei sehr rasch, sei der unbetrügbare Hüter dieses Stammes.

yo no dūre aghaśam̐so yo anty agne mākiṣ ṭe vyathir ādadharṣīt ‖

Wer uns fern, wer nahe Böses wünscht, Agni: nie soll dich ein Strauchelnder [?] überwältigen.

ud agne tiṣṭha praty ātanuṣva ny amitrām̐ oṣatāt tigmahete |

Erhebe dich, Agni, spanne [den Bogen] gegen sie; verbrenne die Feinde, du mit scharfem Geschoss.

yo no arātim̐ samidhāna cakre nīcā taṃ dhakṣy atasaṃ na śuṣkam ‖

Wer uns feind ist, o Entflammter, den verbrenne nach unten wie dürres Gestrüpp [?].

ūrdhvo bhava pratividhyādhy asmad āviṣ kṛṇuṣva daivyāny agne |

Sei aufrecht, durchbohre [die Feinde] von uns weg, offenbare deine göttlichen [Kräfte], Agni.

ava sthirā tanuhi yātujūnāṃ jāmim ajāmiṃ pramṛṇīhi śatrūn ‖

Spanne herab die festen [Bogen] der Zaubergetriebenen; zerschmettere die Feinde, ob verwandt oder unverwandt.

agnes tvā tejasā sādayāmi

Mit Agnis Glanz setze ich dich nieder,

indrasya tvaujasā sādayāmi ‖

mit Indras Kraft setze ich dich nieder.

ayam agnis sahasriṇo vājasya śatinaspatiḥ |

Dieser Agni ist der Herr über tausendfache, über hundertfache Stärke,

mūrdhā kavī rayīṇām ‖

das Haupt, der Seher der Reichtümer.

bhuvo yajñasya rajasaś ca netā yatrā niyudbhis sacase śivābhiḥ |

Du bist der Führer des Opfers und des Luftraums, wo du mit heilvollen Gespannen [Niyut] verkehrst.

divi mūrdhānaṃ dadhiṣe svarṣāṃ jihvām agne cakṛṣe havyavāham ‖

Im Himmel hast du dein Haupt gesetzt, das Licht gewinnend; die Zunge, Agni, hast du zur Opfergaben-Träger gemacht.