Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 18

Anuvāka 19 Brāhmaṇa-Prosa zu den acht Sāvitra-Spenden mit dem Vierfachschöpfen: Deutung der Juhū-Kelle, der Metren, der Ṛc-/Yajus-Zahl und der Haltung des Opfernden.

juhvam̐ saṃmārṣṭi

Er wischt die Juhū-Kelle sauber [Anm.: juhū, Opferlöffel für Schmelzbutter; saṃmārṣṭi = reinigt];

yajñamukhaṃ vai juhūr

die Juhū ist nämlich der Mund des Opfers;

yajñamukham evālabhate

den Mund des Opfers ergreift er also.

juhvā vai devā virājam ahvayan

Mit der Juhū riefen die Götter die Virāj herbei;

taj juhvā juhūtvam

darin liegt das Juhū-Sein der Juhū.

agnim evaitad virājam̐ hvayati

Agni, die Virāj, ruft er damit herbei.

cchandām̐si vai devebhyo 'pākrāman yajñe bhāgadheyam icchamānāni na vo 'bhāgadheyāni havyaṃ vakṣyāma iti

Die Metren zogen sich von den Göttern zurück, einen Anteil am Opfer wünschend: „Ohne Anteil werden wir euch die Opfergabe nicht tragen“, so.

tebhya etac caturgṛhītaṃ prāyacchann anuvākyāyai yājyāyai devatāyai vaṣaṭkārāya

Ihnen gaben sie dieses Viermalgeschöpfte [Anm.: caturgṛhīta, Schmelzbutter, viermal geschöpft], für die Anuvākyā, die Yājyā, die Gottheit und den Vaṣaṭ-Ruf.

yac caturgṛhītena juhoti

Dass er mit dem Viermalgeschöpften spendet,

cchandām̐sy eva bhāgadheyavanti karoti

damit macht er die Metren mit Anteil versehen.

eti vā etad yajñamukhād yad anāgneyam agre yajñasya kriyate

Er entfernt sich nämlich vom Mund des Opfers, wenn zu Beginn des Opfers etwas, das nicht Agni gehört, vollzogen wird [?];

yad aṣṭau kṛtvo gṛhītvāṣṭā etāni juhoti

dass er achtmal schöpft und diese acht spendet,

aṣṭākṣarā gāyatrī gāyatro 'gnis

– achtsilbig ist die Gāyatrī, gāyatrisch ist Agni –

tena yajñamukhān naiti

dadurch entfernt er sich nicht vom Mund des Opfers.

yuñjate mana iti manasvanti

„Sie schirren den Geist an“ – (das sind Sprüche) mit „Geist“;

mano hy agre yujyate

denn zuerst wird der Geist angeschirrt,

manasā yajñas tāyate

durch den Geist wird das Opfer ausgespannt.

agnir jyotir iti jyotiṣmat

„Agni ist Licht“ – (das ist ein Spruch) mit „Licht“;

savitā vā etat pṛthivyā jyotis samabharat

Savitṛ hat dieses Licht der Erde zusammengebracht;

yad evāsyātra nyaktaṃ tad etena saṃbharati

was hier von ihr [?] verborgen [?] ist, das bringt er damit zusammen.

ṣaḍ vā ṛtavas

sechs sind nämlich die Jahreszeiten;

ṛtuṣv eva pratitiṣṭhati

in den Jahreszeiten fasst er also Fuß.

yadi kāmayeta devatāṃ yajñayaśasenāhutyārpayeyam ity ṛcam antataḥ kuryāt

Wenn er wünscht: „Die Gottheit möchte ich durch Opferruhm mit der Spende beladen“, so soll er einen Vers zuletzt setzen.

devatām eva yajñayaśasenāhutyārpayati

Die Gottheit belädt er dann durch Opferruhm mit der Spende.

yadi kāmayeta yajamānaṃ yajñayaśasenāhutyārpayeyam iti yajur antataḥ kuryāt

Wenn er wünscht: „Den Opferherrn möchte ich durch Opferruhm mit der Spende beladen“, so soll er einen Opferspruch (yajus) zuletzt setzen.

yajamānam eva yajñayaśasenāhutyārpayati

Den Opferherrn belädt er dann durch Opferruhm mit der Spende.

ṛcā stomam̐ samardhayeti

„Mit dem Vers bringe den Stoma zum Gelingen“ –

gāyatreṇa rathantaraṃ bṛhad gāyatravartanīti

„Mit dem Gāyatra (Sāman) das Rathantara, das Bṛhat, das Gāyatra-Gleis [?]“ –

iyaṃ vai rathantaram asau bṛhad

diese (Erde) ist das Rathantara, jene (Himmel) das Bṛhat.

vyaṣṭyā āhutyā vā abhikramam anvabhikramya yajamāno vasīyān bhavati

Durch die Spende, zur Herrlichkeit [?], schreitet der Opferherr, dem Vorschreiten folgend nach, und wird besser;

āhutyā apakramam anvapakramya pāpīyān bhavati

durch die Spende, dem Zurückweichen folgend zurückweichend, wird er schlechter.

sakṛt sarvāṇy anudrutyottamena juhuyāt

Alle (Sprüche) einmal durchlaufend, soll er mit dem letzten spenden;

āhutyā evābhikramam anvabhikrāmati vasīyān bhavati

durch die Spende folgt er dem Vorschreiten nach, und wird besser.

ekaikena juhuyād yadi kāmayeta sadṛṅ yajamānas syād iti

Mit jedem einzeln soll er spenden, wenn er wünscht: „Der Opferherr soll (den Gleichen) gleich werden [?]“;

yajūm̐ṣy eva nānā vīryāṇi karoti

die Opfersprüche macht er damit zu verschiedenen Kräften.

aṣṭā etāni bhavanty āhutir navamī

Acht sind es hier, die Spende ist die neunte;

trivṛtam eva yajñamukham̐ saṃpādayati

den dreifachen Mund des Opfers stellt er also zusammen;

trivṛd dhi yajñamukham

denn dreifach ist der Mund des Opfers.

ūrdhvas tiṣṭhañ juhoti

Aufrecht stehend spendet er;

ūrdhvo hi tiṣṭhan vīryāvattaraḥ

denn aufrecht stehend ist man kraftvoller.

pūrṇayā srucā juhoti

Mit vollem Löffel spendet er;

prajāpatim evāpnoti ‖

Prajāpati erreicht er also.