Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 18

Anuvāka 3 Verse und Formeln an Agni beim Agnicayana: Aufführung des Feuers zum Himmel, Erlangung von Reichtum, die Götter des Opfers, Aufgreifen [udgrābha/nigrābha] gegen die Nebenbuhler.

ud enam uttarāṃ nayāgne ghṛtenāhutaḥ |

Führe diesen [Opferherrn] höher hinauf, Agni, mit Schmalz beopfert;

rāyaspoṣeṇa sam̐sṛja prajayā ca bahuṃ kṛdhi ‖

verbinde ihn mit Reichtumsgedeihen und mache ihn reich an Nachkommenschaft!

indremaṃ prataraṃ kṛdhi sajātānām asad vaśī |

Indra, mache ihn höher, er soll Gebieter über seine Stammesgenossen sein;

sam enaṃ varcasā sṛja devebhyo bhāgadā asat ‖

verbinde ihn mit Glanz; er soll den Göttern Anteilgeber sein.

yasya kurmo gṛhe havir agne taṃ vardhayā tvam |

In dessen Haus wir die Opfergabe darbringen, den, Agni, lass du wachsen;

tasmai devā adhibruvann ayaṃ ca brahmaṇaspatiḥ ‖

für ihn sollen die Götter eintreten, und dieser Brahmaṇaspati.

ud u tvā viśve devā agne bharantu cittibhiḥ |

Dich sollen alle Götter, Agni, heraufbringen mit Einsichten;

sa no bhava śivas tvam̐ supratīko vibhāvasuḥ ‖

sei uns gnädig, du schönangesichtig, leuchtenden Reichtums.

pañca diśo daivīr yajñam avantu devīr apāmatiṃ durmatiṃ bādhamānāḥ |

Die fünf göttlichen Himmelsrichtungen sollen das Opfer schützen, die Göttinnen, Not [apāmati ?] und Missgunst abwehrend;

rāyaspoṣe yajñapatim ābhajantī rāyaspoṣe adhi yajño asthāt ‖

den Opferherrn dem Reichtumsgedeihen zuteilend – im Reichtumsgedeihen hat das Opfer sich aufgestellt.

samiddhe agnā adhi māmahāna ukthapatra īḍyo gṛbhītaḥ |

Beim entzündeten Feuer, sich erhebend [?], mit Lobsprüchen als Flügel [?], preisenswert, ergriffen –

taptaṃ gharmaṃ parigṛhyāyajantorjā yad yajñam aśamanta devāḥ ‖

den heißen Gharma [Anm.: Milchtrank des Pravargya] umfassend, opferten sie [?] mit Kraft, als die Götter das Opfer beruhigten [?].

daivyāya dhartre joṣṭre devaśrīś śrīmanāś śatapāt

Dem göttlichen Träger, dem Gefallen Findenden, [er], göttlich herrlich, mit Herrlichkeit im Sinn, hundertfüßig [?] –

parigṛhya yajñam ayān ‖

das Opfer umfassend, ging er [zu ihm].

harikeśas sūryaraśmiḥ purastāt savitā jyotir udayān ajasram |

Gelbhaarig, mit Sonnenstrahlen, im Osten ist Savitṛ, das Licht, unaufhörlich aufgegangen;

tasya pūṣā prasave yāti devas saṃpaśyan viśvā bhuvanāni gopāḥ ‖

auf seine Anregung hin geht der Gott Pūṣan, alle Wesen überblickend, als Hüter.

devā devebhyo adhvarīyanto asthur vītam̐ śamitam̐ śamitā yajadhyai |

Die Götter haben sich für die Götter aufgestellt, das Opfer [adhvara] betreibend; das gebratene, zubereitete [Opfertier] für den Zubereiter, um zu opfern.

turīyo yajño yatra havyam eti tato vākā āśiṣo no juṣantām ‖

Das vierte Opfer, wohin die Opfergabe geht – von dort sollen uns die Gebetsrufe [vāka] und Segenswünsche gefallen.

vimāna eṣa divo madhya āsta āpaprivān rodasī antarikṣam |

Dieser Durchmesser [vimāna ?] weilt in des Himmels Mitte, Himmel und Erde und Luftraum erfüllend;

sa viśvācī abhicaṣṭe ghṛtācī antarā pūrvam aparaṃ ca ketum ‖

er überblickt die allseitig gewendeten, mit Schmalz Benetzten [Himmel und Erde], dazwischen das frühere und spätere Zeichen.

ukṣā samudro aruṇas suparṇaḥ pūrvasya yoniṃ pitur āviveśa |

Der Stier, das Meer, der Rötliche, der schönbeschwingte [Vogel] ist in den Schoß des früheren Vaters eingegangen;

madhye divo nihitaḥ pṛśnir aśmā vicakrame rajasaḥ pāty antau ‖

in des Himmels Mitte niedergelegt, der gescheckte Stein, ist er ausgeschritten, er behütet die Enden des Luftraums.

indraṃ viśvā avīvṛdhan samudravyacasaṃ giraḥ |

Den Indra, den weiträumig wie das Meer, haben alle Lieder [Gesänge] gestärkt,

rathītamaṃ rathīnāṃ vājānām̐ satpatiṃ patim ‖

den besten Wagenkämpfer unter den Wagenkämpfern, den Herrn der Kraftpreise, den wahren Herrn.

sumnahūr yajña ā ca vakṣat |

Der Gunst-Anrufer soll beim Opfer [die Götter] herbeiführen;

yakṣad agnir devo devām̐ ā ca vakṣat ‖

Agni, der Gott, soll den Göttern opfern und [sie] herbeiführen.

vājasya mā prasavenodgrābheṇodajīgṛbham |

Mit dem Antrieb der Kraft habe ich mich durch das Aufgreifen [udgrābha] emporgegriffen;

athā sapatnām̐ indro me nigrābheṇādharām̐ akaḥ ‖

dann hat Indra meine Nebenbuhler durch das Niederhalten [nigrābha] zu unteren gemacht.

udgrābhaś ca nigrābhaśca brahma devām̐ avīvṛdhat |

Aufgreifen und Niederhalten, [das] heilige Wort hat die Götter gestärkt;

athā sapatnān indrāgnī me viṣūcīnān vyasyatām ‖

dann sollen Indra und Agni meine Nebenbuhler auseinandergehend [zerstreut] niederwerfen.