athātaḥ pramehacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Behandlung des *prameha* (der Harnkrankheit, Diabetes) darlegen.
Suśruta-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das Kapitel über prameha, die Harnkrankheiten (Diabetes), unterscheidet zunächst eine angeborene, meist bei mageren Menschen auftretende Form von einer durch falsche Ernährung erworbenen Form bei Übergewichtigen, die entsprechend unterschiedlich – aufbauend beziehungsweise abmagernd – behandelt werden. Nach allgemeiner Reinigung durch Brech-, Abführ- und Klistierverfahren folgt eine bemerkenswert differenzierte Liste von zwanzig prameha-Unterarten, benannt nach der Beschaffenheit des Harns (etwa Udakameha, Ikṣumeha, Sarpirmeha), denen jeweils ein eigener Absud zugeordnet wird, von Pārijātaka bis Guḍūcī. Auffällig ist der Abschnitt zur sozialen Differenzierung der Behandlung: Dem wohlhabenden Patienten werden angepasste Genüsse und sportliche Betätigung, dem mittellosen Kranken harte körperliche Entbehrung und ein Leben nach Art eines Wildtiers verordnet. Das Kapitel verbindet damit medizinische Klassifikation eng mit den Lebensverhältnissen des jeweiligen Patienten.
| Prameha-Typ | Beschaffenheit des Harns | Hauptmittel |
|---|---|---|
| udakameha | Wässrig | Absud von Pārijātaka |
| ikṣumeha | Zuckerrohrsaftartig | Absud von Vaijayantī |
| surāmeha | Biergeruchartig | Absud von Nimba |
| sikatāmeha | Sandig | Absud von Citraka |
| śanairmeha | Langsam abgehend | Absud von Khadira |
| lavaṇameha | Salzig | Absud von Pāṭhā, Aguru und Kurkuma |
| piṣṭameha | Mehlig | Absud von Kurkuma und Dāruharidrā |
| sāndrameha | Dick | Absud von Saptaparṇa |
| śukrameha | Samenartig | Absud aus Dūrvā, Śaivala, Plava, Haṭhakarañja, Seruka (oder Kakubha mit Sandelholz) |
| phenameha | Schaumig | Mit Honig gesüßter Absud aus Triphalā, Āragvadha und Weintrauben |
| nīlameha | Bläulich (pitta-bedingt) | Absud von Sāla-Kernholz oder Aśvattha |
| haridrāmeha | Gelb | Absud von Rājavṛkṣa |
| amlameha | Sauer | Absud aus Nyagrodha und ähnlichen Mitteln |
| kṣāramehā | Laugig | Absud von Triphalā |
| mañjiṣṭhameha | Krapprot gefärbt | Absud aus Mañjiṣṭhā und Sandelholz |
| śoṇitameha | Blutig | Mit Honig versetzter Absud aus Guḍūcī, Tinduka-Kernen, Kāśmarya und Dattelfrüchten |
| sarpirmeha | Ghee-artig (unheilbar) | Paste aus Kuṣṭha, Kuṭaja, Pāṭhā, Hiṅgu, Kaṭurohiṇī mit Guḍūcī-Citraka-Absud |
| vasāmeha | Fettartig (unheilbar) | Absud von Agnimantha oder Śiṃśapā |
| kṣaudrameha | Honigartig (unheilbar) | Absud von Kadara und Kramuka |
| hastimeha | Elefantenartig reichlich (unheilbar) | Mit Honig gesüßter Absud aus Tinduka, Kapittha, Śirīṣa, Palāśa, Pāṭhā, Mūrvā-Duḥsparśā sowie Knochenasche |
athātaḥ pramehacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Behandlung des *prameha* (der Harnkrankheit, Diabetes) darlegen.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari verkündete.
dvau pramehau bhavataḥsahajo'pathyanimittaśca tatra sahajo mātṛpitṛbījadoṣakṛtaḥ ahitāhārajo'pathyanimittaḥ tayoḥ pūrveṇopadrutaḥ kṛśo rūkṣo'lpāśī pipā-surbhṛśaṃ parisaraṇaśīlaśca bhavati uttareṇa sthūlo bahvāśī snigdhaḥ śayyāsanasvapnaśīlaḥ prāyeṇeti
Es gibt zwei Arten von *prameha*: die angeborene und die durch falsche Lebensweise verursachte. Die angeborene entsteht durch einen Fehler (*doṣa*) im Samen von Vater und Mutter, die durch falsche Lebensweise verursachte entsteht durch ungünstige Ernährung. Wer von der ersten betroffen ist, ist meist mager, trocken, isst wenig, ist stark durstig und viel in Bewegung; wer von der zweiten betroffen ist, ist meist fettleibig, isst viel, ist von öliger Natur und liegt, sitzt und schläft gerne.
tatra kṛśamannapānapratisaṃskṛtābhiḥ kriyābhiścikitseta sthūlamapatarpaṇayuktābhiḥ
Den Mageren behandle man mit Maßnahmen, die auf angemessene Speisen und Getränke abgestimmt sind, den Fettleibigen mit abmagernden Maßnahmen.
sarva eva ca parihareyuḥ sauvīrakatuṣodakaśuktamaireyasurāsavatoyapayastaila ghṛtekṣuvikāradadhipiṣṭānnāmlayavāgūpānakāni grāmyānūpaudakamāṃsāni ceti
Alle Betroffenen sollen folgende Dinge meiden: Sauvīraka, Spelzenwasser, saure Gärgetränke, Maireya, *surā*, *āsava*, [übermäßiges] Wasser, Milch, Öl, Ghee, Zuckerrohrerzeugnisse, Dickmilch, aus Mehl bereitete Speisen, saure Reisbreie sowie Fleisch von Haus-, Sumpf- und Wassertieren.
tataḥ śāliṣaṣṭikayavagodhūmakodra voddālakānanavān bhuñjīta caṇakāḍhakīku-latthamudgavikalpena tiktakaṣāyābhyāṃ ca śākagaṇābhyāṃ nikumbheṅgudīsarṣapāta sītailasiddhābhyāṃ baddhamūtrairvā jāṅgalairmāṃsairapahṛtamedobhiranamlairaghṛtaiśceti
Danach esse er Śāli- und Ṣaṣṭika-Reis, Gerste, Weizen, Kodrava und Uddālaka, dazu wechselweise Kichererbsen, Arhar-Erbsen, Kulattha-Bohnen oder Mungobohnen, sowie Gemüse aus der bitteren und der herben Gruppe, zubereitet mit Nikumbha-, Iṅgudī- oder Senföl, oder mit altem Harn gewürzt, oder mit fettarmem Wildfleisch, jedoch ohne Säure und ohne Ghee.
tatrādita eva pramehiṇaṃ snigdhamanyatamena tailena priyaṅgvādisiddhena vā ghṛtena vāmayet pragāḍhaṃ virecayecca virecanādanantaraṃ surasādi kaṣāyeṇāsthāpayenma-hauṣadhabhadra dārumustāvāpena madhu saindhavayuktena dahyamānaṃ ca nyagrodhādikaṣāyeṇa nistailena
Zu Beginn behandle man den *pramehin* (den Meha-Kranken), wenn er ölig genug ist, mit einem Brechmittel aus einem der Öle oder aus dem mit Priyaṅgu und ähnlichen Mitteln gekochten Ghee, und lasse ihn danach gründlich abführen. Nach dem Abführen gebe man ihm ein Klistier aus einem Absud von Surasā und ähnlichen Kräutern, versetzt mit Mahauṣadha, Bhadradāru und Musta, süß gemacht mit Honig und Steinsalz; bei brennendem Gefühl gebe man ihm ein Klistier aus dem ölfreien Absud von Nyagrodha und ähnlichen Mitteln.
tataḥ śuddhadehamāmalakarasena haridrāṃ madhusaṃyuktāṃ pāyayet triphalāviśālā de-vadārumustakaṣāyaṃ vā śālakampillakamuṣkakakalkamakṣamātraṃ vā madhumadhura-māmalakarasena haridrā yutaṃ kuṭajakapittharohītakabibhītaka saptaparṇa puṣpa ka-lkaṃ vā nimbāragvadhasaptaparṇamūrvākuṭajasomavṛkṣapalāśānāṃ vā tvakpatra mūlaphalapuṣpakaṣāyāṇi ete pañca yogāḥ sarvamehānāmapahantāro vyākhyātāḥ
Danach gebe man dem gereinigten Körper Amalaka-Saft mit gelber Kurkuma, mit Honig vermischt, zu trinken; oder einen Absud aus Triphalā, Viśālā und Devadāru mit Musta; oder eine Paste aus Śāla-Kernholz, Kampillaka und Muṣkaka in der Menge eines Akṣa, mit süßem Amalaka-Saft und gelber Kurkuma vermischt; oder eine Paste aus den Blüten von Kuṭaja, Kapittha, Rohītaka, Bibhītaka und Saptaparṇa; oder Absude aus Rinde, Blatt, Wurzel, Frucht und Blüte von Nimba, Āragvadha, Saptaparṇa, Mūrvā, Kuṭaja, Somavṛkṣa und Palāśa. Diese fünf Rezepturen gelten als wirksam gegen alle Arten von *meha*.
viśeṣaścāta ūrdhvaṃtatrodakamehinaṃ pārijātakaṣāyaṃ pāyayet ikṣumehinaṃ vaijaya-ntīkaṣāyaṃ surāmehinaṃ nimbakaṣāyaṃ sikatāmehinaṃ citrakakaṣāyaṃ śanairmehinaṃ khadirakaṣāyaṃ lavaṇamehinaṃ pāṭhā'guruharidrā kaṣāyaṃ piṣṭamehinaṃ haridrā dāruha-ridrā kaṣāyaṃ sāndra mehinaṃ saptaparṇakaṣāyaṃ śukramehinaṃ dūrvāśaivalaplavahaṭhakara-ñjakaserukakaṣāyaṃ kakubhacandanakaṣāyaṃ vā phenamehinaṃ triphalāragvadhamṛdvīkā-kaṣāyaṃ madhumadhuramiti paittikeṣu nīlamehinaṃ śālasārādikaṣāyamaśvatthakaṣāyaṃ vā pāyayet haridrā mehinaṃ rājavṛkṣakaṣāyaṃ amlamehinaṃ nyagrodhādikaṣāyaṃ kṣā-ramehinaṃ triphalākaṣāyaṃ mañjiṣṭhamohinaṃ mañjiṣṭhācandanakaṣāyaṃ śoṇitamehinaṃ guḍūcītindukāsthikāśmaryakharjūrakaṣāyaṃ madhumiśraṃ ata ūrdhvamasādhyeṣvapi yogān yāpanārthaṃ vakṣyāmaḥ tadyathā sarpirmehinaṃ kuṣṭhakuṭajapāṭhāhiṅgukaṭurohi-ṇīkalkaṃ guḍūcīcitrakakaṣāyeṇa pāyayet vasāmehinamagnimanthakaṣāyaṃ śiṃśa-pākaṣāyaṃ vā kṣaudra mehinaṃ kadarakramukakaṣāyaṃ hastimehinaṃ tindukakapitthaśi-rīṣapalā śapāṭhāmūrvā duḥsparśākaṣāyaṃ madhumadhuraṃhastyaśvaśūkarakharoṣṭrāsthikṣāraṃ ceti dahyamānamaudakakandakvāthasiddhāṃ yavāgūṃ kṣīrekṣurasamadhurāṃ pāyayet
Weiterhin ist Folgendes zu beachten: Dem, der an Udakameha (wässrigem Harn) leidet, gebe man einen Absud von Pārijātaka; dem an Ikṣumeha (zuckerrohrsaftartigem Harn) Leidenden einen Absud von Vaijayantī; dem an Surāmeha (biergeruchartigem Harn) Leidenden einen Absud von Nimba; dem an Sikatāmeha (sandigem Harn) Leidenden einen Absud von Citraka; dem an Śanairmeha (langsamem Harn) Leidenden einen Absud von Khadira; dem an Lavaṇameha (salzigem Harn) Leidenden einen Absud von Pāṭhā, Aguru und Kurkuma; dem an Piṣṭameha (mehligem Harn) Leidenden einen Absud von Kurkuma und Dāruharidrā; dem an Sāndrameha (dickem Harn) Leidenden einen Absud von Saptaparṇa; dem an Śukrameha (samenartigem Harn) Leidenden einen mit Honig gesüßten Absud aus Dūrvā, Śaivala, Plava, Haṭhakarañja und Seruka, oder einen Absud aus Kakubha und Sandelholz; dem an Phenameha (schaumigem Harn) Leidenden einen mit Honig gesüßten Absud aus Triphalā, Āragvadha und Weintrauben. Bei den durch *pitta* (den Gallen-Doṣa) verursachten Formen: Dem an Nīlameha (bläulichem Harn) Leidenden gebe man einen Absud aus Sāla-Kernholz und ähnlichen Mitteln oder aus Aśvattha; dem an Haridrāmeha (gelbem Harn) Leidenden einen Absud von Rājavṛkṣa; dem an Amlameha (saurem Harn) Leidenden einen Absud aus Nyagrodha und ähnlichen Mitteln; dem an Kṣāramehā (laugigem Harn) Leidenden einen Absud von Triphalā; dem an Mañjiṣṭhameha (krapprot gefärbtem Harn) Leidenden einen Absud aus Mañjiṣṭhā und Sandelholz; dem an Śoṇitameha (blutigem Harn) Leidenden einen mit Honig versetzten Absud aus Guḍūcī, Tinduka-Kernen, Kāśmarya und Dattelfrüchten. Weiterhin wollen wir für die unheilbaren Fälle Rezepturen zur bloßen Lebenserhaltung angeben: Dem an Sarpirmeha (ghee-artigem Harn) Leidenden gebe man eine Paste aus Kuṣṭha, Kuṭaja, Pāṭhā, Hiṅgu und Kaṭurohiṇī mit einem Absud aus Guḍūcī und Citraka zu trinken; dem an Vasāmeha (fettartigem Harn) Leidenden einen Absud von Agnimantha oder von Śiṃśapā; dem an Kṣaudrameha (honigartigem Harn) Leidenden einen Absud von Kadara und Kramuka; dem an Hastimeha (elefantenartig reichlichem Harn) Leidenden einen mit Honig gesüßten Absud aus Tinduka, Kapittha, Śirīṣa, Palāśa, Pāṭhā und Mūrvā-Duḥsparśā, sowie die Asche von Elefanten-, Pferde-, Schweine- und Eselsknochen. Bei brennendem Gefühl gebe man einen mit süßer Milch und Zuckerrohrsaft versetzten, aus Wasserknollen gekochten Reisbrei zu trinken.
tataḥ priyaṅgvanantāyūthikāpadmātrāyantikālohitikāmbaṣṭhādāḍimatvak śā-laparṇīpadmatuṅgakeśaradhātakībakulaśālmalī śrīveṣṭakamocara seṣvariṣṭānaya-skṛtīrlehānāsavāṃśca kurvītā śṛṅgāṭakagiloḍyabi samṛṇālakāśakaseruka-madhukāmrajambvasanatiniśakakubhakaṭvaṅgarodhrabhallātakapalāśa carma vṛkṣagi-rikarṇikāśītaśivanicula dāḍimājakarṇa harivṛkṣarājādanagopaghoṇṭāvika-ṅkateṣu vā yavānnavikārāṃśca seveta yathoktakaṣāyasiddhāṃ yavāgūṃ cāsmai prayacchetkaṣāyāṇi vā pātum
Danach bereite man aus Priyaṅgu, Ananta, Yūthikā, Padma, Trāyantī, Lohitikā, Ambaṣṭhā, Granatapfelrinde, Śālaparṇī, Padmaka, Tuṅga, Keśara, Dhātakī, Bakula, Śālmalī, Śrīveṣṭaka und Mocarasa *ariṣṭas*, Eisenpräparate, Latwergen und *āsavas*; ebenso verwende man Śṛṅgāṭaka, Giloḍī, Bisa, Mṛṇāla, Kāśa, Seruka, Süßholz, Mango, Jambu, Asana, Tiniśa, Kakubha, Kaṭvaṅga, Rodhra, Bhallātaka, Palāśa, Carmavṛkṣa, Girikarṇikā, Śīta, Śivanicula, Granatapfel, Ajakarṇa, Harivṛkṣa, Rājādana, Gopaghoṇṭā und Vikaṅkata als Gerstenspeisen; man gebe ihm auch den nach dem oben Genannten zubereiteten Absud als Reisbrei oder als reines Trinkdekokt.
mahādhanamahitāhāramauṣadhadveṣiṇamīśvaraṃ vā pāṭhābhayācitrakapragāḍhamanalpamā-kṣikamanyatamamāsavaṃ pāyayet aṅgāraśūlyopadaṃśaṃ vā mādhvīkamabhīkṣṇaṃ kṣau-dra kapitthamaricānuviddhāni cāsmai pānabhojanānyupaharet uṣṭrāśvatarakharapurīṣacū-rṇāni cāsmai dadyādaśaneṣu hiṅagusaindhavayuktairyūṣaiḥ sārṣapaiśca rāgairbhojayet a-viruddhāni cāsmai pānabhojanānyupaharedra sagandhavanti ca pravṛddhamehāstu vyāyāmaniyuddhakrīḍāgajaturagarathapadāticaryāparikramaṇānyastropāstre vā severan
Einem sehr wohlhabenden Menschen, der an schlechte Nahrung gewöhnt ist und Heilmittel verabscheut, oder einem hochgestellten Herrn, gebe man einen kräftigen, reichlich bemessenen Auszug aus Pāṭhā, Abhayā und Citraka, angereichert mit reichlich Honig, zu trinken; oder man biete ihm häufig gebratenes Fleisch mit scharfen Gewürzen sowie süßen Mādhvīka-Wein, dazu Honig, Kapittha und mit Pfeffer bestreute Speisen und Getränke als Nachspeise an. Man kann ihm auch Pulver aus dem Kot von Kamel, Maultier und Esel unter seine Zahnputzmittel mischen, ihn mit Suppen essen lassen, die mit Hiṅgu und Steinsalz gewürzt sind, sowie mit Senfsauce; man biete ihm nur miteinander verträgliche Speisen und Getränke von angenehmem Geruch an. Bei fortgeschrittenem *prameha* soll er körperliche Übungen, Ringkämpfe, Spiele, das Reiten auf Elefanten, Pferden und Wagen, das Marschieren zu Fuß sowie Waffenübungen betreiben.
adhanastvabāndhavo vā pādatrāṇātapatra virahito bhaikṣyāśī grāmaikarātravāsī muni riva saṃyatātmā yojanaśatamadhikaṃ vā gacchet mahādhano vā śyāmāka-nīvāra vṛttirāmalakakapitthatindukāśmantakaphalāhāro mṛgaiḥ saha vaset ta-nmūtraśakṛdbhakṣaḥ satatamanuvrajedgāḥ brāhmaṇo vā śiloñchavṛttirbhūtvā brahmarathamuddharet kṛṣet satatamitaraḥ khanedvā kūpaṃ kṛśaṃ tu satataṃ rakṣet
Der Arme hingegen, ohne Verwandte, ohne Schuhwerk und Sonnenschirm, von Bettelspeise lebend, der wie ein Asket nur eine Nacht an einem Ort verweilt und sich selbst beherrscht, soll mehr als hundert Yojana zu Fuß zurücklegen. Der Wohlhabende hingegen lebe wie ein Wildtier von Śyāmāka- und Nīvāra-Getreide sowie den Früchten von Amalaka, Kapittha, Tinduka und Aśmantaka, ziehe stets mit den Rindern umher und ernähre sich von deren Harn und Kot. Der Brahmane wiederum lebe von aufgelesenen Körnern und pflüge dabei stets den 'Brahmanenpflug', oder grabe unablässig einen Brunnen; den Mageren aber schütze man stets besonders.
bhavati cātra adhano vaidyasandeśādevaṃ kurvannatandri taḥ saṃvatsarādantarādvā pramehāt pratimucyate
Hierzu heißt es: Der Arme, der so unermüdlich nach der Anweisung des Arztes handelt, wird binnen eines Jahres oder darunter von *prameha* befreit.