athāto nivṛttasantāpīyaṃ rasāyanaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das *rasāyana* (die Verjüngungstherapie) erläutern, das dem Aufhören der Qualen dient.
Suśruta-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das dreißigste Kapitel führt die Soma-Thematik des vorigen Kapitels fort und trägt den Titel „das Rasāyana zum Aufhören der Qualen". Zunächst werden sieben Charaktertypen benannt, denen ein Rasāyana grundsätzlich nicht helfen kann – der Haltlose, der Träge, der Arme, der Übeltäter und ähnliche –, bevor achtzehn dem Soma an Kraft gleichwertige Heilpflanzen vorgestellt werden, darunter Ajagarī, Vārāhī, Kanyā, Brahmasuvarcalā und die der Śaṅkhapuṣpī verwandte Golomī. Für ihre rituelle Zubereitung gelten dieselben Vorschriften wie beim Soma; ihre Anwendung verspricht eine Verjüngung mit löwenhafter Kraft, himmlischem Schmuck und einer Lebensspanne von zweitausend Jahren. Der größere Teil des Kapitels besteht aus botanischen Bestimmungsmerkmalen der einzelnen Pflanzen – Blattform, Milchsaft, Wurzelknolle, Farbe – sowie ihren Fundorten an Bergen und Flüssen wie dem Himalaya, dem Arbuda-Gebirge oder dem Kaśmīra-See Kṣudrakamānasa, wodurch das Kapitel zugleich als botanischer Steckbrief-Katalog seltener Rasāyana-Pflanzen fungiert.
| Pflanze | Botanisches Merkmal |
|---|---|
| Ajagarī | fünf Ellen lang, blattlos, goldfarben glänzend, bräunlich gefleckt, schlangenähnlich |
| Śvetakāpotī | schlangenförmig, mit rötlichem Ende |
| Gonasī | zweiblättrig, wurzelständig, rötlich mit schwarzen Flecken, zwei Ellen lang, milchig, behaart, Geschmack wie Zuckerrohrsaft |
| Kṛṣṇakāpotī | von gleicher Gestalt und gleichem Geschmack wie Gonasī |
| Vārāhī | Gestalt einer schwarzen Schlange, aus einer Knolle entsprungen, einblättrig, glänzend wie Augenschwarz |
| Chatrā / Aticchatrā | beide aus einer Knolle entsprungen, dämonenabwehrend, in der Gestalt wie Śvetakāpotī |
| Kanyā | zwölf pfauenfederähnliche Blätter, aus einer Knolle entstanden, mit goldfarbenem Milchsaft |
| Kareṇu | sehr reichlicher Milchsaft, Knolle in Elefantengestalt, Blätter wie Hastikarṇapalāśa |
| Ajā | Knolle in Ziegeneutergestalt, milchig, strauchartig, weiß wie Muschel, Jasminblüte und Mond |
| Cakrakā | weiß mit bunten Blüten, im Übrigen dem Kākādanī-Strauch gleichend |
| Ādityaparṇī(nī) | wurzeltragend, fünf Blätter, weich wie rotgefärbte Seide, folgt stets der Sonne, goldfarben, an Wasserrändern |
| Brahmasuvarcalā | milchig, dem Lotos ähnlich, ein Strauch von einer Elle Höhe, mit fingerbreiten Blättern und Blüten wie blauer Lotos |
| Śrāvaṇī / Mahāśrāvaṇī | goldfarben und milchreich (Śrāvaṇī); blass-weiß glänzend mit denselben Merkmalen (Mahāśrāvaṇī) |
| Golomī / Ajalomī | beide behaart, aus einer Knolle entsprungen, mit gefiederten, wurzelständigen Blättern wie ein Gänsefuß, der Śaṅkhapuṣpī ähnlich |
| Vegavatī (Mahāvegavatī) | von großer Wuchskraft, einer abgestreiften Schlangenhaut gleich, entsteht am Ende der Regenzeit |
athāto nivṛttasantāpīyaṃ rasāyanaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das *rasāyana* (die Verjüngungstherapie) erläutern, das dem Aufhören der Qualen dient.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So, wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.
yathā nivṛttasantāpā modante divi devatāḥ tathauṣadhīrimāḥ prāpya modante bhuvi mānavāḥ
So wie die Götter im Himmel sich freuen, wenn ihre Qualen aufgehört haben, so freuen sich auch die Menschen auf Erden, wenn sie diese Heilpflanzen erlangt haben.
atha khalu sapta puruṣā rasāyanaṃ nopayuñjīran tadyathā anātmavānalaso daridraḥ pramādī vyasanī pāpakṛd bheṣajāpamānī ceti saptabhireva kāraṇairna saṃpadyate tadyathā ajñānādanārambhādasthiracittatvāddāridryādanāyattatvādadharmādauṣadhālābhācceti
Sieben Arten von Menschen nun sollen das *rasāyana* nicht anwenden: der Selbstlose (ohne Selbstbeherrschung), der Träge, der Arme, der Unachtsame, der Lasterhafte, der Übeltäter und der die Arznei Geringschätzende. Bei ihnen gelingt die Behandlung aus eben sieben Gründen nicht: aus Unwissenheit, aus mangelndem Beginnen, aus Unbeständigkeit des Geistes, aus Armut, aus fehlender Selbstbestimmung, aus Unrechtmäßigkeit und aus dem Nichterlangen der Arznei.
athauṣadhīrvyākhyāsyāmaḥ tatrājagarī śvetakāpotī kṛṣṇakāpotī gonasī vā-rāhī kanyā chatrā aticchatrā kareṇu ajā cakrakā ādityaparṇī brahmasuvarcalā śrāvaṇī mahāśrāvaṇī golomī ajalomī mahāvegavatī cetyaṣṭādaśa somasa-mavīryā mahauṣadhayo vyākhyātāḥ tāsāṃ somavat kriyāśīlastutayaḥ śāstre-'bhihitāḥ tāsāmāgāre'bhihutānāṃ yāḥ kṣīravatyastāsāṃ kṣīrakuḍavaṃ sakṛde-vopayuñjīta yāstvakṣīrā mūlavatyastāsāṃ pradeśinīpramāṇāni trīṇi kāṇḍāni pramāṇamupayoge śvetakāpotī samūlapatrā bhakṣayitavyā gonasyajagarīkṛṣaṇakā-potīnāṃ sanakhamuṣṭiṃ khaṇḍaśaḥ kalpayitvā kṣīreṇa vipācya parisrāvyābhi-ghāritamabhihutaṃ ca sakṛdevopayuñjīta cakrakāyāḥ payaḥ sakṛdeva brahmasuvarcalā saptarātramupayoktavyā bhakṣyakalpane śeṣāṇāṃ pañca pañca palāni kṣīrāḍhakakvathi-tāni prasthe'vaśiṣṭevatārya parisrāvya sakṛdevopayuñjīta somavadāhāravihārau vyākhyātau kevalaṃ navanītamabhyaṅgārthe śeṣaṃ somavadānirgamāditi
Nun wollen wir die Heilpflanzen erläutern: Ajagarī, Śvetakāpotī, Kṛṣṇakāpotī, Gonasī, Vārāhī, Kanyā, Chatrā, Aticchatrā, Kareṇu, Ajā, Cakrakā, Ādityaparṇī, Brahmasuvarcalā, Śrāvaṇī, Mahāśrāvaṇī, Golomī, Ajalomī und Mahāvegavatī - diese achtzehn großen Heilpflanzen sind an Kraft dem Soma gleich. Für ihre rituelle Behandlung und ihr Lob gelten dieselben, im Lehrwerk dargelegten Vorschriften wie für den Soma. Von jenen, die nach der Weihung im Haus milchhaltig sind, nehme man den Saft in der Menge einer Kuḍava-Schale auf einmal ein; von den milchlosen, wurzeltragenden nehme man drei Stücke von der Länge eines Zeigefingers als Maß der Anwendung. Śvetakāpotī soll mit Wurzel und Blatt verzehrt werden; von Gonasī, Ajagarī und Kṛṣṇakāpotī bereite man, in Stücke geschnitten, eine Handvoll samt den Nägeln (Krallenwurzeln), koche sie in Milch, seihe sie ab, besprenge und weihe sie und nehme sie auf einmal ein. Von Cakrakā trinke man den Milchsaft einmal; Brahmasuvarcalā ist sieben Nächte lang einzunehmen. Bei der Zubereitung der übrigen kocht man jeweils fünf Pala in einem Āḍhaka Milch, bis nur noch ein Prastha übrig bleibt, seiht ab und nimmt sie auf einmal ein. Speise und Lebensweise sind dabei wie beim Soma zu handhaben, nur dass frische Butter zur Einreibung dient; alles Übrige entspricht, bis zum Verlassen des Hauses, der Vorgehensweise beim Soma.
bhavanti cātra yuvānaṃ siṃhavikrāntaṃ kāntaṃ śrutanigādinam kuryuretāḥ krameṇaiva dvisahasrāyuṣaṃ naram
Und hierzu heißt es: Diese Pflanzen machen den Menschen nach und nach jugendlich, löwenhaft an Kraft, schön von Gestalt, kundig im Vortrag der Überlieferung, und schenken ihm ein Leben von zweitausend Jahren.
aṅgadī kuṇḍalī maulī divyasrakcandanāmbaraḥ caratyamoghasaṅkalpo nabhasyambudadurgame
Mit Armreifen, Ohrringen und Diadem geschmückt, mit himmlischem Blumenkranz, Sandelduft und Gewand angetan, wandelt er mit unfehlbarem Willen durch den Himmel, selbst dort, wo Wolken den Weg versperren.
vrajanti pakṣiṇo yena jalalambāśca toyadāḥ gatiḥ sauṣadhisiddhasya somasiddhe gatiḥ parā
Wohin die Vögel ziehen und die wasserschweren Regenwolken, dorthin reicht der Weg dessen, der durch die Heilpflanzen vollendet ist - sein Weg ist der Weg dessen gleich, der durch den Soma vollendet wurde.
atha vakṣyāmi vijñānamauṣadhīnāṃ pṛthak pṛthak maṇḍalaiḥ kapilaiścitraiḥ sarpābhā pañcaparṇinī
Nun will ich die Erkennungsmerkmale der Heilpflanzen einzeln darlegen. Mit bräunlich-bunten Flecken versehen und schlangenähnlich ist die fünfblättrige Pflanze:
pañcāratnipramāṇā ca vijñeyā'jagarī budhaiḥ niṣpatrā kanakābhāsā mūle hyaṅgulasaṃmitā
Fünf Ellen lang sei die Ajagarī den Kundigen bekannt, blattlos, goldfarben glänzend, an der Wurzel fingerbreit.
sarpākārā lohitāntā śvetakāpotirucyate dviparṇinīṃ mūlabhavāmaruṇāṃ kṛṣṇamaṇḍalām
Schlangenförmig, mit rötlichem Ende, wird sie Śvetakāpotī genannt. Zweiblättrig, an der Wurzel entspringend, rötlich, mit schwarzen Flecken -
dvyaratnimātrāṃ jānīyādgonasīṃ gonasākṛtim sakṣīrāṃ romaśāṃ mṛdvīṃ rasenekṣurasopamām
- zwei Ellen lang erkenne man die Gonasī, von der Gestalt einer Gonasa-Schlange, milchig, behaart, weich, im Geschmack dem Zuckerrohrsaft gleich.
evaṃrūparasāṃ cāpi kṛṣṇakāpotimādiśet kṛṣṇasarpasvarūpeṇa vārāhī kandasaṃbhavā
Von gleicher Gestalt und gleichem Geschmack sei auch die Kṛṣṇakāpotī bezeichnet. In der Gestalt einer schwarzen Schlange, aus einer Knolle entsprungen, ist die Vārāhī -
ekapātrā mahāvīryā bhinnāñjanasamaprabhā chatrāticchatrake vidyādra kṣoghne kandasaṃbhave
- einblättrig, von großer Kraft, glänzend wie zerriebenes Augenschwarz. Chatrā und Aticchatrā, beide aus einer Knolle entsprungen, erkenne man als dämonenabwehrend.
jarāmṛtyunivāriṇyau śvetakāpotisaṃsthite kāntairdvādaśabhiḥ patrairmayūrāṅgaruhopamaiḥ
Sie wehren Alter und Tod ab und sind in gleicher Gestalt wie Śvetakāpotī; mit zwölf schönen Blättern, den Federn eines Pfaus gleich -
kandajā kāñcanakṣīrī kanyā nāma mahauṣadhī kareṇuḥ subahukṣīrā kandena gajarūpiṇī
- aus einer Knolle entstanden, mit goldfarbenem Milchsaft, heißt die große Heilpflanze Kanyā. Kareṇu hat sehr reichlichen Milchsaft und trägt eine Knolle in Gestalt eines Elefanten.
hastikarṇapalāśasya tulyaparṇā dviparṇinī ajāstanābhakandā tu sakṣīrā kṣuparūpiṇī
Mit Blättern gleich denen des Hastikarṇapalāśa-Baumes, zweiblättrig; mit einer Knolle in Gestalt eines Ziegeneuters, milchig, von der Gestalt eines Strauches -
ajā mahauṣadhī jñeyā śaṅkhakundendupāṇḍurā śvetāṃ vicitrakusumāṃ kākādanyā samāṃ kṣupām
- das ist die große Heilpflanze Ajā zu erkennen, weiß wie Muschel, Jasminblüte und Mond. Weiß und mit bunten Blüten, gleicht sie im Übrigen dem Kākādanī-Strauch.
cakrakāmoṣadhīṃ vidyājjarāmṛtyunivāriṇīm mūlinī pañcabhiḥ patraiḥ suraktāṃśukakomalaiḥ
Als Heilpflanze, die Alter und Tod abwehrt, erkenne man Cakrakā; wurzeltragend, mit fünf Blättern, weich wie rotgefärbte Seide -
ādityaparṇinī jñeyā sadā'dityānuvartinī kanakābhā jalānteṣu sarvataḥ parisarpati
- das ist Ādityaparṇinī zu erkennen, die stets der Sonne folgt; goldfarben kriecht sie überall an Wasserrändern entlang.
sakṣīrā padminīprakhyā devī brahmasuvarcalā aratnimātrakṣupakā patrairhyaṅgulasaṃmitaiḥ
Milchig, dem Lotos ähnlich, ist die göttliche Brahmasuvarcalā; ein Strauch von einer Elle Höhe, mit fingerbreiten Blättern,
puṣpairnīlotpalākāraiḥ phalaiścāñjanasannibhaiḥ śrāvaṇī mahatī jñeyā kanakābhā payasvinī
mit Blüten in Gestalt blauer Lotosblumen und Früchten wie Augenschwarz - als die große Śrāvaṇī erkenne man sie, goldfarben und milchreich.
śrāvaṇī pāṇḍurābhāsā mahāśrāvaṇilakṣaṇā golomī cājalomī ca romaśe kandasaṃbhave
Śrāvaṇī ist blass-weiß glänzend, mit den Merkmalen der Mahāśrāvaṇī. Golomī und Ajalomī sind beide behaart und aus einer Knolle entsprungen,
haṃsapādīva vicchinnaiḥ patrairmūlasamudbhavaiḥ athavā śaṅkhapuṣpyā ca samānā sarvarūpataḥ
mit gefiederten, an der Wurzel entspringenden Blättern wie ein Gänsefuß, oder auch der Śaṅkhapuṣpī in jeder Hinsicht gleich.
vegena mahatā'viṣṭā sarpanirmokasannibhā eṣā vegavatī nāma jāyate hyambudakṣaye
Von großer Wuchskraft erfüllt, einer abgestreiften Schlangenhaut gleich - diese heißt Vegavatī und entsteht, wenn die Regenzeit endet.
saptādau sarparūpiṇyo hyauṣadhyo yāḥ prakīrtitāḥ tāsāmuddharaṇaṃ kāryaṃ mantreṇānena sarvadā
Die sieben zuerst genannten, schlangenförmigen Heilpflanzen sollen stets mit folgendem Spruch ausgegraben werden:
mahendra rāmakṛṣṇānāṃ brāhmaṇānāṃ gavāmapi tapasā tejasā vā'pi praśāmyadhvaṃ śivāya vai
„Durch die Askese und Kraft Mahendras, Rāmas, Kṛṣṇas, der Brahmanen und der Kühe - werdet mild, zum Heil!“
mantreṇānena matimān sarvā evābhimantrayet aśraddadhānairalasaiḥ kṛtaghnaiḥ pāpakarmabhiḥ
Mit diesem Spruch weihe der Kundige sie alle. Von den Glaubenslosen, den Trägen, den Undankbaren und den Übeltätern
naivāsādayituṃ śakyāḥ somāḥ somasamāstathā pītāvaśeṣamamṛtaṃ devairbrahmapurogamaiḥ
können weder der Soma noch die ihm gleichenden Heilpflanzen aufgefunden werden - jener Rest des Unsterblichkeitstranks, der von den Göttern, mit Brahmā an der Spitze, nach dem Trinken übriggelassen wurde,
nihitaṃ somavīryāsu some cāpyoṣadhīpatau devasunde hradavare tathā sindhau mahānade
und der in den Somakräften niedergelegt wurde, im Soma selbst, dem Herrn der Pflanzen, im vortrefflichen Devasunda-See sowie im großen Fluss Sindhu.
dṛśyate ca jalānteṣu medhyā brahmasuvarcalā ādityaparṇinī jñeyā tathaiva himasaṃkṣaye
An Wasserrändern erscheint die heilige Brahmasuvarcalā; ebenso ist die Ādityaparṇinī zu erkennen, wenn die Kälte schwindet.
dṛśyate'jagarī nityaṃ gonasī cāmbudāgame kāśmīreṣu saro divyaṃ nāmnā kṣudra kamānasam
Beständig erscheint die Ajagarī, und die Gonasī bei Beginn der Regenzeit; in Kaśmīra liegt der göttliche See namens Kṣudrakamānasa.
kareṇustatra kanyā ca chatrāticchatrake tathā golomī cājalomī ca mahatī śrāvaṇī tathā
Dort finden sich Kareṇu und Kanyā, ebenso Chatrā und Aticchatrā, Golomī und Ajalomī sowie die große Śrāvaṇī.
vasante kṛṣṇasarpākhyā gonasī ca pradṛśyate kauśikīṃ sariṃta tīrtvā sañjayantyāstu pūrvataḥ
Im Frühling erscheint die als Schwarzschlange bezeichnete Gonasī; überquert man den Fluss Kauśikī östlich von Sañjayantī,
kṣitipradeśo valmīkairācito yojanatrayam vijñeyā tatra kāpotī śvetā valmīkamūrdhasu
findet sich dort ein von Termitenhügeln übersätes Landstück von drei Yojana Ausdehnung; dort erkenne man die weiße Kāpotī auf den Termitenhügeln.
malaye nalasetau ca vegavatyauṣadhī dhruvā kārtikyāṃ paurṇamāsyāṃ ca bhakṣayettāmupoṣitaḥ
Am Malaya-Gebirge, bei Nalasetu, wächst beständig die Heilpflanze Vegavatī; am Vollmondtag des Kārtika-Monats verzehre man sie, nachdem man gefastet hat.
somavaccātra varteta phalaṃ tāvacca kīrtitam sarvāviceyāstvoṣadhyaḥ somāścāpyarbude girau
Man verfahre dabei wie beim Soma, und die Frucht sei ebenso, wie zuvor geschildert. Alle diese Heilpflanzen und ebenso die Soma-Arten sind auch am Berg Arbuda aufzusuchen,
sa śṛṅgairdevacaritairambudānīkabhedibhiḥ vyāptastīrthaiśca vikhyātaiḥ siddharṣisurasevitaiḥ
der mit Gipfeln bedeckt ist, auf denen Götter wandeln und die Wolkenreihen durchbrechen, überzogen mit berühmten Pilgerstätten, die von vollendeten Weisen, Sehern und Göttern besucht werden,
guhābhirbhīmarūpābhiḥ siṃhonnāditakukṣibhiḥ gajāloḍitatoyābhirāpagābhiḥ samantataḥ vividhairdhātubhiścitraiḥ sarvatraivopaśobhitaḥ
mit furchterregenden Höhlen, deren Innenraum vom Brüllen der Löwen widerhallt, mit Flüssen ringsum, deren Wasser von Elefanten aufgewühlt wird, und überall geschmückt mit mannigfaltigen, bunten Mineralien.
nadīṣu śaileṣu saraḥsu cāpi puṇyeṣvaraṇyeṣu tathā'śrameṣu sarvatra sarvāḥ parimārgitavyāḥ sarvatra bhūmirhi vasūni dhatte
An Flüssen, auf Bergen, an Seen, in heiligen Wäldern und ebenso in Einsiedeleien - überall sind alle diese Pflanzen aufzusuchen, denn überall birgt die Erde ihre Schätze.