athāto'nāgatābādhāpratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die Vorbeugung gegen noch nicht eingetretene Leiden erläutern.
Suśruta-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das vierundzwanzigste Kapitel trägt programmatisch den Titel „Abwehr des noch nicht Eingetretenen" und entfaltet, anders als die vorangehenden Krankheitskapitel, die tägliche Gesundheitsvorsorge für den gesunden Menschen. Beschrieben werden Pflegehandlungen wie das Zahnreinigungsholz (*dantapavana*), der Zungenschaber, das Halten von Öl im Mund (*gaṇḍūṣa*), Augenkollyrium (*añjana*), das Kauen von Betel (*tāmbūla*), Kopf- und Ohrölung, Ganzkörpermassage (*abhyaṅga*), Übergießung, Bad, Körperpaste sowie körperliche Übung (*vyāyāma*), deren wohldosierte Ausführung – nur bis zur halben Kraft – eigens begründet wird. Es folgt ein langer Katalog von Verhaltensregeln des Anstands und der Hygiene, von zuträglicher und unzuträglicher Nahrung sowie ein Abschnitt über jahreszeitlich angepasstes Trinken und Reinigen (Erbrechen, Abführen, Klistier). Den größten Raum nimmt schließlich eine sehr detaillierte Lehre zur rechten sexuellen Lebensführung ein, mit genauen Vorschriften zu Zeitpunkt, Partnerin und Maß des Geschlechtsverkehrs sowie den daraus erwachsenden Folgen bei Missachtung.
| Maßnahme | Wirkung (laut Text) |
|---|---|
| dantapavana | Zahnreinigungsholz; beseitigt üblen Geruch, Belag und Kapha-Schleim, weckt Appetit und Stimmung |
| jihvānirlekhana | Zungenschaber; entfernt den Zungenbelag |
| gaṇḍūṣa | Halten von Öl im Mund; beseitigt Geschmacklosigkeit, Mundgeruch, Schwellung, Taubheit, stärkt die Zähne |
| añjana | Augenkollyrium aus Sauvīra-Antimon; beseitigt Brennen, Juckreiz, trübe Sicht, schützt vor Wind und Sonne |
| tāmbūla | Betelkauen; verleiht Klarheit, Wohlgeruch und Glanz, reinigt Kiefer, Zähne und Stimme, ist herzstärkend |
| Kopfmassage mit Cakra-Öl | vertreibt Kopfkrankheiten, verleiht dem Haar Weichheit und Fülle, sättigt den Kopf |
| karṇapūraṇa | Ohrenölung; lindert Kiefer-, Nacken-, Kopf- und Ohrenschmerz |
| abhyaṅga | Ganzkörper-Ölmassage; macht den Körper geschmeidig, hemmt kapha und vāta, nährt die Gewebe |
| seka | Übergießen mit Öl; beseitigt Erschöpfung, heilt Bänder und gebrochene Gelenke |
| vyāyāma | körperliche Übung, nur bis zur halben Kraft; Körperfülle, angeregtes Verdauungsfeuer, Widerstandskraft gegen Krankheit |
| udvartana / udgharṣaṇa / utsādana | Einreiben mit Pulver oder Paste; löst kapha und Fettgewebe, vertreibt Juckreiz und Nesselausschlag |
| snāna | Bad; vertreibt Schläfrigkeit und Erschöpfung, klärt das Blut, entfacht das Verdauungsfeuer |
| Körperpaste (aṅgarāga) | verleiht Anmut und schöne Hautfarbe, beseitigt Schweißgeruch und Erschöpfung |
| Fußwaschung und Fußölung | beseitigt Fußschmutz und -krankheiten, klärt die Augen, fördert guten Schlaf |
athāto'nāgatābādhāpratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die Vorbeugung gegen noch nicht eingetretene Leiden erläutern.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So, wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.
utthāyotthāya satataṃ svasthenārogyamicchā dhīmatā yadanuṣṭheyaṃ tat sarvaṃ saṃpravakṣyate
Es wird nun vollständig dargelegt, was ein gesunder, verständiger Mensch, der stets nach dem Erwachen Gesundheit erlangen will, Tag für Tag beachten soll.
tatrādau dantapavanaṃ dvādaśāṅgulamāyatam kaniṣṭhikāparīṇāhamṛjvagranthitamavraṇam
Zuerst das Zahnreinigungsholz (*dantapavana*, ein Zweig zum Zähneputzen): zwölf Finger lang, von der Dicke des kleinen Fingers, gerade gewachsen, mit gleichmäßigen Knoten und ohne Bruchstellen,
ayugmagranthi yaccāpi pratyagraṃ śastabhūmijam avekṣyartuṃ ca doṣaṃ ca rasaṃ vīryaṃ ca yojayet
mit ungerader Knotenzahl, frisch geschnitten und von geeignetem Holz; man wähle es je nach Jahreszeit, *doṣa* (Doṣa: eine der drei Grundkräfte Vāta, Pitta und Kapha, die Konstitution und Krankheit bestimmen), *rasa* (Geschmack) und *vīrya* (Wirkkraft) passend aus.
kaṣāyaṃ madhuraṃ tiktaṃ kaṭukaṃ prātarutthitaḥ nimbaśca tiktake śreṣṭhaḥ kaṣāye khadirastathā
Wer morgens aufsteht, wähle ein Holz von *kaṣāya* (adstringierendem, herbem) Geschmack, von süßem, bitterem oder scharfem Geschmack; unter den bitteren ist Nimba am besten, unter den adstringierenden Khadira.
madhūko madhure śreṣṭhaḥ karañjaḥ kaṭuke tathā kṣaudra vyoṣatrivargāktaṃ satailaṃ saindhavena ca
Unter den süßen ist Madhūka das beste, unter den scharfen Karañja; man bestreiche es mit Honig, den drei Scharfgewürzen (Ingwer, langer und schwarzer Pfeffer), Öl und *saindhava* (Steinsalz).
cūrṇena tejovatyāśca dantānnityaṃ viśodhayet ekaikaṃ gharṣayeddantaṃ mṛdunā kūrcakena ca
Mit dem Pulver von Tejovatī reinige man täglich die Zähne; jeden einzelnen Zahn reibe man sanft mit einem weichen Büschel.
dantaśodhanacūrṇena dantamāṃsānyabādhayan taddaurgandhyopadehau tu śleṣmāṇaṃ cāpakarṣati
Das Zahnreinigungspulver beseitigt, ohne das Zahnfleisch zu verletzen, dessen üblen Geruch und Belag sowie den *kapha* (Kapha, den Schleim- und Wasser-Doṣa)-Schleim.
vaiśadyamannābhiruciṃ saumanasyaṃ karoti ca na khādedgalatālvoṣṭhajihvārogasamudbhave
Es bewirkt Klarheit, Appetit auf Speise und heitere Stimmung. Man kaue das Zahnholz jedoch nicht bei Erkrankungen von Rachen, Gaumen, Lippen oder Zunge,
athāsyapāke śvāse ca kāsahikkāvamīṣu ca durbalo'jīrṇabhaktaśca mūrcchārto madapīḍitaḥ
ebenso wenig bei Mundfäule, Atemnot, Husten, Schluckauf, Erbrechen, bei Schwäche, unverdauter Nahrung, Ohnmacht oder Rauschzustand,
śirorujārtastṛṣitaḥ śrāntaḥ pānaklamānvitaḥ arditī karṇaśūlī ca dantarogī ca mānavaḥ
nicht bei Kopfschmerz, Durst, Erschöpfung, Trunkenheitsmattigkeit, Gesichtslähmung, Ohrenschmerz oder Zahnkrankheit.
jihvānirlekhanaṃ raupyaṃ sauvarṇaṃ vārkṣameva ca tanmalāpaharaṃ śastaṃ mṛdu ślakṣṇaṃ daśāṅgulam
Der Zungenschaber (*jihvānirlekhana*) sei aus Silber, Gold oder Holz; er entferne den Belag der Zunge, sei gut geglättet, weich, glatt und zehn Finger lang.
mukhavairasyadaurgandhyaśophajāḍyaharaṃ sukham dantadārḍhyakaraṃ rucyaṃ snehagaṇḍūṣadhāraṇam
Angenehm ist das Halten von Öl im Mund (*gaṇḍūṣa*, Ölspülung): Es beseitigt Geschmacklosigkeit, üblen Mundgeruch, Schwellung und Taubheitsgefühl, stärkt die Zähne und regt den Appetit an.
kṣīravṛkṣakaṣāyairvā kṣīreṇa ca vimiśritaiḥ bhilloṭakakaṣāyeṇa tathaivāmalakasya vā
Man spüle den Mund mit Absuden der Milchbäume, mit Milch vermischt, oder mit einem Absud von Bhilloṭaka oder von Āmalaka,
prakṣālayenmukhaṃ netre svasthaḥ śītodakena vā nīlikāṃ mukhaśoṣaṃ ca piḍakāṃ vyaṅgameva ca
oder, wenn gesund, wasche man Mund und Augen mit kaltem Wasser; dies beseitigt dunkle Flecken, Mundtrockenheit, Pickel und Gesichtsflecken,
raktapittakṛtān rogān sadya eva vināśayet sukhaṃ laghu nirīkṣeta dṛḍhaṃ paśyati cakṣuṣā
sowie die durch *raktapitta* (eine Blutungserkrankung, wörtlich „Blut-Pitta“) verursachten Krankheiten löst es sofort auf; man sieht dann leicht und angenehm, mit festem Blick.
mataṃ srotoñjanaṃ śreṣṭhaṃ viśuddhaṃ sindhusaṃbhavam dāhakaṇḍūmalaghnaṃ ca dṛṣṭikledarujāpaham
Als bestes Augenkollyrium (*añjana*, Augensalbe) gilt gereinigtes Sauvīra-Antimon aus dem Sindhu-Land; es beseitigt Brennen, Juckreiz, Absonderung, trübe Sicht und Schmerz.
tejorūpāvahaṃ caiva sahate mārutātapau na netrarogā jāyante tasmādañjanamācaret
Es verleiht Glanz und schöne Form und macht widerstandsfähig gegen Wind und Sonnenhitze; dadurch entstehen keine Augenkrankheiten - deshalb wende man täglich Augensalbe an.
bhuktavāñchirasā snātaḥ śrāntaśchardanavāhanaiḥ rātrau jāgaritaścāpi nāñjyājjvarita eva ca
Man lege kein Kollyrium an, wenn man gerade gegessen hat, den Kopf gewaschen hat, von Erbrechen oder Abführmitteln erschöpft ist, die Nacht durchwacht hat oder Fieber hat.
karpūrajātīkakkolalavaṅgakaṭukāhvayaiḥ sacūrṇapūgaiḥ sahitaṃ patraṃ tāmbūlajaṃ śubham
Ein gutes Betelblatt (*tāmbūla*), zusammen mit Kampfer, Jātī, Kakkola, Gewürznelke, Kaṭukāhvaya, Kalkpulver und Areca-Nuss gekaut,
mukhavaiśadyasaugandhyakāntisauṣṭhavakārakam hanudantasvaramalajihvendri yaviśodhanam
verleiht dem Mund Klarheit, Wohlgeruch, Glanz und Schönheit und reinigt Kiefer, Zähne, Stimme, Zungenbelag und die Sinnesorgane.
prasekaśamanaṃ hṛdyaṃ galāmayavināśanam pathyaṃ suptotthite bhukte snāte vānte ca mānave
Es stillt übermäßigen Speichelfluss, ist herzstärkend und heilt Halskrankheiten; zuträglich ist es nach dem Aufstehen, nach dem Essen, nach dem Baden und nach dem Erbrechen.
raktapittakṣatakṣīṇatṛṣṇāmūrcchāparītinām rūkṣadurbalamartyānāṃ na hitaṃ cāsyaśoṣiṇām
Menschen mit Blutungen, Verletzungen, Auszehrung, Durst, Ohnmachtsneigung, mit ausgetrocknetem, geschwächtem Körper oder trockenem Mund ist es hingegen nicht zuträglich.
śirogatāṃstathā rogāñchirobhaṅgo'pakarṣati keśānāṃ mārdavaṃ dairghyaṃ bahutvaṃ snigdhakṛṣṇatām
Die Kopfmassage vertreibt Kopfkrankheiten und verleiht dem Haar Weichheit, Länge, Fülle sowie glänzendes Schwarz;
karoti śirasastṛptiṃ sutvakkamapi cānanam santarpaṇaṃ cendri yāṇāṃ śirasaḥ pratipūraṇam
sie sättigt den Kopf, macht die Gesichtshaut geschmeidig, stärkt die Sinnesorgane und füllt den Kopf mit Kraft.
madhukaṃ kṣīraśuklā ca saralaṃ devadāru ca kṣudra kaṃ pañcanāmānaṃ samabhāgāni saṃharet
Man nehme Madhuka, Kṣīraśuklā, Sarala, Devadāru und Kṣudraka zu gleichen Teilen
teṣāṃ kalkakaṣāyābhyāṃ cakratailaṃ vipācayet sadaiva śītalaṃ jantormūrdhni tailaṃ pradāpayet
und koche daraus mit deren Paste und Absud ein Cakra-Öl; dieses Öl trage man stets kalt auf den Kopf auf.
keśaprasādhanī keśyā rajojantumalāpahā hanumanyāśiraḥkarṇaśūlaghnaṃ karṇapūraṇam
Es pflegt und kräftigt das Haar, entfernt Staub, Ungeziefer und Schmutz; das Einträufeln ins Ohr (*karṇapūraṇa*, Ohrenölung) lindert Kieferschmerz, Nackenschmerz, Kopf- und Ohrenschmerz.
abhyaṅgo mārdavakaraḥ kaphavātanirodhanaḥ dhātūnāṃ puṣṭijanano mṛjāvarṇabalapradaḥ
Die Ölmassage (*abhyaṅga*) macht den Körper geschmeidig, hemmt *kapha* und *vāta* (Vāta, den Wind- und Bewegungs-Doṣa), nährt die *dhātu* (Dhātu: die Körpergewebe) und verleiht Reinheit, Hautfarbe und Kraft.
sekaḥ śramaghno'nilahṛdbhagnasandhiprasādhakaḥ kṣatāgnidagdhābhihatavighṛṣṭānāṃ rujāpahaḥ
Das Übergießen mit Öl (*seka*) beseitigt Erschöpfung, entzieht dem vāta seine Kraft, heilt Bänder und gebrochene Gelenke und lindert Schmerzen bei Wunden, Verbrennungen, Verletzungen, Prellungen und Abschürfungen.
jalasiktasya vardhante yathā mūle'ṅakurāstaroḥ tathā dhātuvivṛddhirhi snehasiktasya jāyate
So wie an der Wurzel eines mit Wasser begossenen Baumes die Triebe wachsen, so wächst bei dem, der mit Öl begossen wird, die Fülle der dhātu.
sirāmukhai romakūpairdhamanībhiśca tarpayan śarīrabalamādhatte yuktaḥ sneho'vagāhane
Indem das Öl durch die Mündungen der *sirā* (Vene/Gefäß), die Haarporen und die *dhamanī* (Arterie/Kanal) nährt, verleiht das richtig angewandte Ölbad (*avagāhana*) dem Körper Kraft.
tatra prakṛtisātmyartudeśadoṣavikāravit tailaṃ ghṛtaṃ vā matimān yuñjyādabhyaṅgasekayoḥ
Dabei wähle der Kundige, der *prakṛti* (individuelle Konstitution), *sātmya* (Gewöhnung, Zuträglichkeit), Jahreszeit, Ort und Krankheitsursache berücksichtigend, klug zwischen Sesamöl und Ghee für Ölmassage und Übergießung.
kevalaṃ sāmadoṣeṣu na kathañcana yojayet taruṇajvaryajīrṇī ca nābhyaktavyau kathañcana
Bei bloß unverdauten Doṣas wende man es keinesfalls an; auch wer an frischem Fieber leidet oder Verdauungsschwäche hat, sollte auf keinen Fall eingeölt werden,
tathā virikto vāntaśca nirūḍho yaśca mānavaḥ pūrvayoḥ kṛcchratā vyādherasādhyatvamathāpi vā
ebenso wenig jemand, der gerade abgeführt, zum Erbrechen gebracht oder eingelaufen wurde - sonst wird bei den ersten beiden die Krankheit hartnäckig oder gar unheilbar.
śeṣāṇāṃ tadahaḥ proktā agnimāndyādayo gadāḥ santarpaṇasamutthānāṃ rogāṇāṃ naiva kārayet
Für die Übrigen gilt: An eben diesem Tag entstehen sonst Krankheiten wie Verdauungsschwäche; man verursache also keine Krankheiten, die aus Übersättigung entstehen.
śarīrāyāsajananaṃ karma vyāyāmasaṃjñitam tat kṛtvā tu sukhaṃ dehaṃ vimṛdnīyāt samantataḥ
Körperliche Bewegung (*vyāyāma*), die den Körper anstrengt, nennt man Vyāyāma; danach massiere man den Körper allseits sanft.
śarīropacayaḥ kāntirgātrāṇāṃ suvibhaktatā dīptāgnitvamanālasyaṃ sthiratvaṃ lāghavaṃ mṛjā
Körperfülle, Glanz, wohlgeformte Gliedmaßen, angeregtes Verdauungsfeuer (*agni*), Unträgheit, Standhaftigkeit, Leichtigkeit und Reinheit,
śramaklamapipāsoṣṇaśītādīnāṃ sahiṣṇutā ārogyaṃ cāpi paramaṃ vyāyāmādupajāyate
sowie Widerstandsfähigkeit gegen Anstrengung, Erschöpfung, Durst, Hitze und Kälte und höchste Gesundheit entstehen durch vyāyāma.
na cāsti sadṛśaṃ tena kiñcit sthaulyāpakarṣaṇam na ca vyāyāminaṃ martyamardayantyarayo balāt
Nichts gleicht ihm im Abbau von Fettleibigkeit; auch überwältigen Feinde einen Menschen, der vyāyāma betreibt, nicht mit Gewalt.
na cainaṃ sahasā'kramya jarā samadhirohati sthirībhavati māṃsaṃ ca vyāyāmābhiratasya ca
Das Alter überfällt ihn nicht plötzlich; bei dem, der sich der Übung erfreut, wird auch das Muskelfleisch fest.
vyāyāmasvinnagātrasya padbhyāmudvartitasya ca vyādhayo nopasarpanti siṃhaṃ kṣudra mṛgā iva
Wer vom vyāyāma ins Schwitzen gekommen ist und dessen Körper mit den Füßen massiert wurde, den befallen Krankheiten so wenig wie kleine Tiere einen Löwen.
vayorūpaguṇairhīnamapi kuryāt sudarśanam vyāyāmaṃ kurvato nityaṃ viruddhamapi bhojanam
Es macht selbst einen an Alter, Gestalt und Eigenschaften Zurückgebliebenen ansehnlich; bei dem, der täglich vyāyāma treibt, wird selbst unverträgliche Nahrung
vidagdhamavidagdhaṃ vā nirdoṣaṃ paripacyate vyāyāmo hi sadā pathyo balināṃ snigdhabhojinām
- ob angebrannt verdaut oder unverdaut - schadlos verarbeitet. Vyāyāma ist stets zuträglich für Kräftige und für jene, die fettreiche Kost genießen,
sa ca śīte vasante ca teṣāṃ pathyatamaḥ smṛtaḥ sarveṣvṛtuṣvaharahaḥ pumbhirātmahitaiṣibhiḥ
und gilt für sie im Winter und im Frühling als besonders zuträglich; wer sein eigenes Wohl sucht, sollte ihn in jeder Jahreszeit täglich üben,
valasyārdhena kartavyo vyāyāmo hantyato'nyathā hṛdi sthānasthito vāyuryadā vaktraṃ prapadyate
jedoch nur mit der Hälfte seiner Kraft - anders schadet er. Wenn nämlich der im Herzen sitzende vāta bis zum Mund vordringt,
vyāyāmaṃ kurvato jantostadbalārdhasya lakṣaṇam vayobalaśarīrāṇi deśakālāśanāni ca
ist das bei einem, der vyāyāma treibt, das Zeichen, dass die Hälfte seiner Kraft erreicht ist. Alter, Kraft, Körperbeschaffenheit, Ort, Jahreszeit und Ernährung
samīkṣya kuryādvyāyāmamanyathā rogamāpnuyāt kṣayatṛṣṇārucicchardiraktapittabhramaklamāḥ
soll man beim vyāyāma berücksichtigen, sonst zieht man sich Krankheit zu: Auszehrung, Durst, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blutungen, Schwindel und Mattigkeit,
kāsaśoṣajvaraśvāsā ativyāyāmasaṃbhavāḥ raktapittī kṛśaḥ śoṣī śvāsakāsakṣatāturaḥ
Husten, Auszehrung, Fieber und Atemnot entstehen durch übermäßigen vyāyāma. Wer an Blutungen, Abmagerung, Auszehrung, Atemnot, Husten oder Verletzung leidet,
bhuktavān strīṣu ca kṣīṇastṛḍbhramārtaśca varjayet udvartanaṃ vātaharaṃ kaphamedovilāpanam
wer gerade gegessen hat, wer durch Geschlechtsverkehr geschwächt ist, unter Durst oder Schwindel leidet, meide ihn. Das Einreiben mit Pulver oder Paste (*udvartana*) beseitigt vāta und löst kapha und Fettgewebe auf,
sthirīkaraṇamaṅgānāṃ tvakprasādakaraṃ param sirāmukhaviviktatvaṃ tvaksthasyāgneśca tejanam
festigt die Glieder und verleiht der Haut höchste Klarheit, öffnet die Mündungen der sirā und entfacht das in der Haut wirkende agni.
udgharṣaṇotsādanābhyāṃ jāyeyātāmasaṃśayam utsādanādbhavet strīṇāṃ viśeṣāt kāntimadvapuḥ
Diese Wirkungen entstehen zweifellos sowohl durch kräftiges Abreiben (*udgharṣaṇa*) als auch durch Abreiben mit Paste (*utsādana*); durch utsādana wird der Körper der Frauen besonders glanzvoll,
praharṣasaubhāgyamṛjālāghavādiguṇānvitam udgharṣaṇaṃ tu vijñeyaṃ kaṇḍūkoṭhānilāpaham
verbunden mit Freude, Schönheit, Reinheit, Leichtigkeit und weiteren guten Eigenschaften. Udgharṣaṇa wiederum vertreibt Juckreiz, Nesselausschlag und vāta;
ūrvoḥ saṃjanayatyāśu phenakaḥ sthairyalāghave kaṇḍūkoṭhānilastambhamalarogāpahaśca saḥ
das Abreiben der Schenkel mit einem Schaumbüschel verschafft rasch Festigkeit und Leichtigkeit und beseitigt Juckreiz, Nesselausschlag, vāta-bedingte Steifheit sowie durch Ausscheidungsstau verursachte Krankheiten.
tejanaṃ tvaggatasyāgneḥ sirāmukhavivecanam udgharṣaṇaṃ tviṣṭikayā kaṇḍūkoṭhavināśanam
Das Abreiben mit einem Ziegelstein entfacht das in der Haut wirkende Feuer, öffnet die Venenmündungen und beseitigt Juckreiz und Nesselausschlag.
nidrā dāhaśramaharaṃ svedakaṇḍūtṛṣāpaham hṛdyaṃ malaharaṃ śreṣṭhaṃ sarvendri yavibodhanam
Das Bad vertreibt Schläfrigkeit, Brennen und Erschöpfung, beseitigt Schwitzen, Juckreiz und Durst, tut dem Herzen wohl, entfernt Schmutz und ist hervorragend, weil es alle Sinne belebt,
tandrā pāpmopaśamanaṃ tuṣṭidaṃ puṃstvavardhanam raktaprasādanaṃ cāpi snānamagneśca dīpanam
vertreibt Mattigkeit und Unheil, spendet Zufriedenheit, mehrt die Manneskraft, klärt das Blut und entfacht als Bad zugleich das agni.
uṣṇena śirasaḥ snānamahitaṃ cakṣuṣaḥ sadā śītena śirasaḥ snānaṃ cakṣuṣyamiti nirdiśet
Das Waschen des Kopfes mit heißem Wasser ist den Augen stets abträglich; das Waschen des Kopfes mit kaltem Wasser hingegen, so lehrt man, ist den Augen zuträglich.
śleṣmamārutakope tu jñātvā vyādhibalābalam kāmamuṣṇaṃ śiraḥsnānaṃ bhaiṣajyārthaṃ samācaret
Bei einer Störung von kapha und vāta jedoch mag man, nachdem man Stärke und Schwäche der Krankheit erkannt hat, zu Heilzwecken durchaus eine heiße Kopfwäsche durchführen.
atiśītāmbu śīte ca śleṣmamārutakopanam atyuṣṇamuṣṇakāle ca pittaśoṇitakopanam
Zu kaltes Wasser in der kalten Jahreszeit erregt kapha und vāta, zu heißes Wasser in der heißen Jahreszeit erregt *pitta* (Pitta, den Feuer- und Gallen-Doṣa) und Blut;
taccātisārajvaritakarṇaśūlānilārtiṣu ādhmānārocakājīrṇabhuktavatsu ca garhitam
und dieses Baden ist zu tadeln bei Durchfall, Fieber, Ohrenschmerz, vāta-Leiden, Blähungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörung sowie unmittelbar nach dem Essen.
saubhāgyadaṃ varṇakaraṃ prītyojobalavardhanam svedadaurgandhyavaivarṇyaśramaghnamanulepanam
Die Körperpaste verleiht Anmut und schöne Hautfarbe, mehrt Zuneigung, *ojas* (Ojas, die subtile Lebens- und Widerstandskraft) und Stärke und beseitigt Schweißgeruch, üblen Geruch, Verfärbung und Erschöpfung;
snānaṃ yeṣāṃ niṣiddhaṃ tu teṣāmapyanulepanam rakṣoghnamatha caujasyaṃ saubhāgyakaramuttamam
selbst denen, denen Baden untersagt ist, ist die Körperpaste erlaubt - sie vertreibt *rakṣas* (böse Geister, dämonische Einflüsse), stärkt das ojas und verleiht höchste Anmut.
sumanombararatnānāṃ dhāraṇaṃ prītivardhanam mukhālepāddṛḍhaṃ cakṣuḥ pīnagaṇḍaṃ tathā'nanam
Das Tragen von Blumen, feinen Gewändern und Juwelen mehrt die Zuneigung. Durch das Bestreichen des Gesichts wird der Blick fest, werden die Wangen voll und das Antlitz
avyaṅgapiḍakaṃ kāntaṃ bhavatyambujasannibham pakṣmalaṃ viśadaṃ kāntamamalojjvalamaṇḍalam
frei von Flecken und Pickeln, schön wie eine Lotosblüte; das Auge wird wimpernreich, klar, anmutig und sein Rund makellos strahlend,
netramañjanasaṃyogādbhaveccāmalatārakam yaśasyaṃ svargyamāyuṣyaṃ dhanadhānyavivardhanam
durch die Anwendung von Augensalbe wird die Pupille makellos. All dies bringt Ruhm, führt zum Himmel, mehrt Lebensdauer, Reichtum und Getreide,
devatātithiviprāṇāṃ pūjanaṃ gotravardhanam āhāraḥ prīṇanaḥ sadyo balakṛddehadhārakaḥ
ebenso die Verehrung von Göttern, Gästen und Brahmanen, welche das Geschlecht mehrt. Die Mahlzeit erfreut sogleich, gibt Kraft und erhält den Körper;
āyustejaḥsamutsāhasmṛtyojognivivardhanaḥ pādaprakṣālanaṃ pādamalarogaśramāpaham
sie mehrt Lebenskraft, Glanz, Tatkraft, Gedächtnis, ojas und agni. Das Waschen der Füße beseitigt Schmutz, Krankheit und Erschöpfung der Füße,
cakṣuḥprasādanaṃ vṛṣyaṃ rakṣoghnaṃ prītivardhanam nidrā karo dehasukhaścakṣuṣyaḥ śramasuptinut
klärt die Augen, stärkt die Zeugungskraft, vertreibt rakṣas und mehrt die Zuneigung; es fördert guten Schlaf, tut dem Körper wohl, ist den Augen zuträglich und vertreibt die durch Erschöpfung bedingte Schläfrigkeit.
pādatvaṅmṛdukārī ca pādābhyaṅgaḥ sadā hitaḥ pādarogaharaṃ vṛṣyaṃ rakṣoghnaṃ prītivardhanam
Die Fußmassage mit Öl macht die Fußhaut weich und ist stets zuträglich; sie beseitigt Fußkrankheiten, stärkt die Zeugungskraft, vertreibt rakṣas und mehrt Zuneigung,
sukhapracāramojasyaṃ sadā pādatradhāraṇam anārogyamanāyuṣyaṃ cakṣuṣorupaghātakṛt
sie ermöglicht angenehmes Gehen und stärkt das ojas. Das ständige Tragen von Schuhwerk hingegen mindert Gesundheit und Lebensdauer und schädigt besonders die Augen.
pādābhyāmanupānadbhyāṃ sadā caṅkramaṇaṃ nṛṇām pāpmopaśamanaṃ keśanakharomāpamārjanam
Regelmäßiges Gehen zu Fuß, auch ohne Schuhe, sowie das Schneiden von Haar, Nägeln und Körperhaar besänftigen Unheil (*pāpman*)
harṣalāghavasaubhāgyakaramutsāhavardhanam bāṇavāraṃ mṛjāvarṇatejobalavivardhanam
und bringen Freude, Leichtigkeit und Anmut und mehren die Tatkraft sowie Reinheit, Hautfarbe, Glanz und Kraft.
pavitraṃ keśyamuṣṇīṣaṃ vātātaparajopaham varṣānilarajogharmahimādīnāṃ nivāraṇam
Der Turban ist reinigend, gut fürs Haar und schützt vor Wind, Sonnenhitze und Staub; er wehrt Regen, Wind, Staub, Hitze, Reif und dergleichen ab.
varṇyaṃ cakṣuṣyamaujasyaṃ śaṅkaraṃ chatradhāraṇam śunaḥ sarīsṛpavyālaviṣāṇibhyo bhayāpaham
Auch das Tragen eines Sonnenschirms fördert die Hautfarbe, ist den Augen zuträglich, mehrt das ojas und bringt Wohlergehen; es nimmt die Furcht vor Hunden, Kriechtieren, Raubtieren und gehörnten Tieren,
śramaskhalanadoṣaghnaṃ sthavire ca praśasyate sattvotsāhabalasthairyadhairyavīryavivardhanam
beseitigt die Übel von Erschöpfung und Straucheln und wird besonders für alte Menschen gelobt. Ebenso mehrt der Stab Tatkraft, Kraft, Standhaftigkeit, Mut und Stärke,
avaṣṭambhakaraṃ cāpi bhayaghnaṃ daṇḍadhāraṇam āsyā varṇakaphasthaulyasaukumāryakarī sukhā
gibt Halt und vertreibt Furcht - so wirkt das Tragen eines Stabes. Bequemes Sitzen hingegen fördert angenehm Hautfarbe, kapha, Fettleibigkeit und Zartheit des Körpers,
adhvā varṇakaphasthaulyasaukumāryavināśanaḥ atyadhvā viparīto'smājjarādaurbalyakṛcca saḥ
Wandern verringert hingegen Hautfarbe(-glanz), kapha, Fettleibigkeit und Zartheit; übermäßiges Wandern jedoch wirkt dem entgegengesetzt und bringt vorzeitiges Altern und Schwäche.
yattu caṅkramaṇaṃ nātidehapīḍākaraṃ bhavet tadāyurbalamedhāgnipradamindri yabodhanam
Ein Spaziergang jedoch, der den Körper nicht übermäßig belastet, spendet Lebensdauer, Kraft, Verstand und agni und belebt die Sinne.
śramānilaharaṃ vṛṣyaṃ puṣṭinidrā dhṛtipradam sukhaṃ śayyāsanaṃ duḥkhaṃ piparītaguṇaṃ matam
Ein bequemes Lager und ein bequemer Sitz beseitigen Erschöpfung und vāta, stärken die Zeugungskraft, geben Nahrhaftigkeit, Schlaf und innere Festigkeit; ein unbequemes Lager gilt hingegen als von entgegengesetzter Wirkung.
bālavyajanamaujasyaṃ makṣikādīnapohati śoṣadāhaśramasvedamūrcchāghno vyajanānilaḥ
Der Fächer aus Yak-Haar stärkt das ojas und vertreibt Fliegen und dergleichen; der vom Fächer erzeugte Windzug beseitigt Austrocknung, Brennen, Erschöpfung, Schweiß und Ohnmacht,
prītinidrā karaṃ vṛṣyaṃ kaphavātaśramāpaham saṃvāhanaṃ māṃsaraktatvakprasādakaraṃ sukham
schenkt Freude und Schlaf und stärkt die Zeugungskraft. Die Massage mit den Händen (*saṃvāhana*) beseitigt kapha, vāta und Erschöpfung und tut angenehm der Klarheit von Muskelfleisch, Blut und Haut wohl,
pravātaṃ raukṣyavaivarṇyastambhakṛddāhapaktinut svedamūrcchāpipāsāghnamapravātamato'nyathā
ein Aufenthalt an luftiger, windiger Stelle jedoch bewirkt Trockenheit, Verfärbung und Steifheit und verhindert Brennen und übermäßige Verdauung; ein Aufenthalt an windgeschützter Stelle hat die entgegengesetzte Wirkung: Er beseitigt Schwitzen, Ohnmacht und Durst.
sukhaṃ vātaṃ praseveta grīṣme śaradi mānavaḥ nivātaṃ hyāyuṣe sevyamārogyāya ca sarvadā
Im Sommer und im Herbst suche der Mensch angenehmen Wind auf; windgeschützte Orte hingegen sollen zur Förderung von Lebensdauer und Gesundheit stets aufgesucht werden.
ātapaḥ pittatṛṣṇāgnisvedamūrcchābhramāsrakṛt dāhavaivarṇyakārī ca chāyā caitānapohati
Sonnenhitze verursacht pitta, Durst, verstärktes agni, Schwitzen, Ohnmacht, Schwindel und Blutungen sowie Brennen und Verfärbung; Schatten beseitigt all dies.
agnirvātakaphastambhaśītavepathunāśanaḥ āmābhiṣyandajaraṇo raktapittapradūṣaṇaḥ
Feuerwärme vertreibt die durch kapha und vāta verursachte Steifheit, Kälte und das Zittern und fördert die Verdauung von unverdauter Nahrung und von Absonderungen; zugleich verschlechtert es jedoch Blut und pitta.
puṣṭivarṇabalotsāhamagnidīptimatandri tām karoti dhātusāmyaṃ ca nidrā kāle niṣevitā
Zur rechten Zeit genossener Schlaf bewirkt Nahrhaftigkeit, gute Hautfarbe, Kraft, Tatkraft, ein entfachtes agni, Munterkeit und das Gleichgewicht der dhātu.
tatrādita eva nīcanakharomṇā śucinā śuklavāsasā laghūṣṇīṣacchatropānatkena daṇḍapāṇinā kāle hitamitamadhurapūrvābhibhāṣiṇā bandhubhūtena bhūtānāṃ guruvṛ-ddhānumatena susahāyenānanyamanasā khalūpacaritavyaṃ tadapi na rātrau na keśā-sthikaṇṭakāśmatuṣabhasmotkarakapālāṅgārāmedhyasnānabali bhūmiṣu na viṣamendra kīlacatuṣpathaśvabhrāṇāmupariṣṭāt
Von Anfang an nun soll man sich, mit kurz geschnittenen Nägeln und Körperhaaren, rein, in weißer Kleidung, mit leichtem Turban, Schirm und Schuhen, den Stab in der Hand, zur rechten Zeit zuträglich, maßvoll und mit freundlichen Worten zuerst redend, allen Wesen ein Freund, mit Zustimmung der Lehrer und Älteren, in guter Begleitung und mit ungeteiltem Sinn verhalten - und dies auch nicht nachts; auch nicht auf Plätzen mit Haaren, Knochen, Dornen, Steinen, Spreu, Asche, Kehricht, Schädeln, Kohle, unreinen Orten, Bade- und Opferstätten, noch auf unebenem Boden, an Opferpfählen, Kreuzwegen oder über Gruben.
na rājadviṣṭaparuṣapaiśunyānṛtāni vadet na devabrāhmaṇapitṛparivādāṃśca na narendra dviṣṭonmattapatitakṣudra nīcānupāsīta
Man spreche nicht Worte, die dem König missfallen, nicht Grobes, Verleumderisches oder Unwahres, und ebenso wenig Lästerungen gegen Götter, Brahmanen oder Ahnen; man verkehre nicht mit denen, die der König verachtet, mit Wahnsinnigen, Gefallenen, Niederen oder Verworfenen.
vṛkṣaparvataprapātaviṣamavalmīkaduṣṭavājikuñjarādyadhirohaṇāni pariharet pūrṇanadīsamudrā viditapalvalaśvabhrakūpāvataraṇāni bhinnaśūnyā gāraśmaśāna vijanā-raṇyavāsāgnisaṃbhramavyālabhujaṅgakīṭasevāśca grāmāghātakala haśastrasanni pātavyālasarīsṛpaśṛṅgisannikarṣāṃśca
Man vermeide es, auf Bäume, Berge, Abgründe, unebenes Gelände, Ameisenhügel, bösartige Pferde, Elefanten und Ähnliches zu steigen; man vermeide das Hinabsteigen in randvolle Flüsse, ins Meer, in unbekannte Tümpel, Gruben oder Brunnen; man vermeide den Aufenthalt in eingestürzten oder leerstehenden Häusern, auf Leichenäckern, an einsamen Orten oder im Wald, die Nähe eines Feuers bei Verwirrung, den Umgang mit Raubtieren, Schlangen und giftigen Kriechtieren sowie den Aufenthalt bei Dorfüberfällen, Streit, Waffengetümmel und die Nähe wilder, kriechender oder gehörnter Tiere.
nāgnigogurubrāhmaṇapreṅkhādampatyantareṇa yāyāt na śavamanuyāyāt devagobrāhma-ṇacaityadhvajarogipatitapāpakāriṇāṃ ca chāyāṃ nākrameta nāstaṃ gacchantamudyantaṃ vā'dityaṃ vīkṣeta gāṃ dhāpayantīṃ dhayantīṃ paraśasyaṃ vā carantīṃ na kasmai ci-dācakṣīta na colkāpātotpātendra dhanūṃṣi nāgniṃmukhenopadhamet nāpo bhūmiṃ vā pāṇipādenābhihanyāt
Man gehe nicht zwischen Feuer, Kuh, Lehrer oder Brahmanen hindurch, noch zwischen eine auf einer Schaukel sitzende Person, noch zwischen ein Ehepaar; man folge keiner Leiche; man trete nicht auf den Schatten von Göttern, Kühen, Brahmanen, heiligen Bäumen, Bannern, Kranken, Gefallenen oder Übeltätern; man blicke nicht auf die auf- oder untergehende Sonne; sieht man eine Kuh, die man melkt oder die ihr Kalb säugt, oder die fremde Saat abweidet, teile man dies niemandem mit; man weise nicht auf fallende Sternschnuppen, Vorzeichen oder Regenbogen hin; man blase Feuer nicht mit dem Mund an; man schlage nicht mit Hand oder Fuß auf Wasser oder Erde.
na vegān dhārayed vātamūtrapurīṣādīnām na bahirvegān grāmanagaradevatāyatana-śmaśānacatuṣpathasalilāśayapathisannikṛṣṭānutsṛjenna prakāśaṃ na vāyvagnisalilasomārkagogurupratimukham
Man unterdrücke nicht die natürlichen Dränge wie Blähung, Harn oder Stuhl; man entleere sie aber auch nicht in der Nähe von Dorf, Stadt, Tempel, Leichenacker, Kreuzweg, Gewässer oder Weg, noch offen sichtbar, noch dem Wind, dem Feuer, dem Wasser, dem Mond, der Sonne, einer Kuh oder einem Lehrer zugewandt.
na bhūmiṃ vilikhet nāsaṃvṛtamukhaḥ sadasi jṛmbhodgārakāsaśvāsakṣavathūnutsṛjet na paryaṅkikāvaṣṭambhapādaprasāraṇāni gurusannidhau kuryāt
Man kratze nicht in der Erde; man lasse Gähnen, Aufstoßen, Husten, schweres Atmen oder Niesen nicht mit unbedecktem Mund in Gesellschaft heraus; man setze sich nicht mit umschlungenen Knien oder ausgestreckten Beinen in Gegenwart eines Lehrers.
na bālakarṇanāsāsrotodaśanākṣivivarāṇyabhikuṣṇīyāt na vījayet keśamu-khanakhavastragātrāṇi na gātranakhavaktravāditraṃ kuryāt na kāṣṭhaloṣṭatṛṇādīnabhihanyācchindyādbhindyādvā
Man bohre nicht ständig in Ohr, Nase, Körperöffnungen, Zähnen oder Augen; man fächere sich nicht mit Haar, Mund, Nägeln, Kleidung oder Gliedmaßen Luft zu; man erzeuge keine Geräusche, indem man mit Gliedern, Nägeln oder Mund musiziert; man zerschlage, zerschneide oder zertrenne nicht mutwillig Hölzer, Erdklumpen, Gras und dergleichen.
na prativātātapaṃ seveta na bhuktamātro'gnimupāsīta notkaṭakālpakāṣṭhāsanama-dhyāsīta na grīvāṃviṣamaṃ dhārayet na viṣamakāyaḥ kriyāṃ bhajeta bhuñjīta vā na pratatamīkṣeta viśeṣājjyotirbhāskarasūkṣamacalabhrāntāni na bhāraṃ śirasāṃ vahet na svapnajāgaraṇaśayanāsanasthānacaṅkramaṇayānavāhanapradhāvanalaṅgha naplavana prataraṇahāsyabhāṣyavyavāyavyāyāmādīnucitānapyatiseveta
Man setze sich nicht Wind oder Sonne entgegen; man sitze nicht sogleich nach dem Essen am Feuer; man setze sich nicht auf einen zu hohen oder zu kleinen Holzschemel; man halte den Nacken nicht schief; man verrichte keine Tätigkeit und esse auch nicht mit verdrehter Körperhaltung; man blicke nicht anhaltend, besonders nicht auf Licht, die Sonne, feine, bewegte oder flimmernde Dinge; man trage keine Last auf dem Kopf; und selbst zuträgliche Dinge wie Schlafen, Wachen, Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen, Fahren, Reiten, Laufen, Springen, Schwimmen, Durchqueren von Gewässern, Lachen, Sprechen, Geschlechtsverkehr und körperliche Übung treibe man nicht im Übermaß.
ucitādapyahitāt kramaśo viramet hitamanucitamapyāseveta kramaśaḥ na caikāntataḥ pādahīnāt
Von Gewohntem, das schädlich ist, lasse man allmählich ab; Zuträgliches, das ungewohnt ist, gewöhne man sich allmählich an - und niemals gänzlich abrupt ohne behutsames Vorgehen.
nāvākśirāḥ śayīta na bhinnapātre bhuñjīta na vinā pātreṇa nāñjalipuṭenāpaḥ pibet kāle hitamitasnigdhamadhuraprāyamāhāraṃ vaidyapratyavekṣitamaśnīyāt grāmagaṇagaṇikāpaṇikaśatrusatraśaṭhapatitabhojanāni pariharet śeṣāṇyapi cāniṣṭarūparasagandhasparśaśabdamānasāni anyānyevaṃguṇānyapi saṃbhramadattāni makṣikābālopahatāni nāprakṣālitapādo bhuñjīta na mūtroccārapīḍito na sandhyayornānupāśrito nātītakālaṃ hīnamatimātraṃ na uddhṛtasnehaṃ ceti
Man schlafe nicht mit nach unten hängendem Kopf; man esse nicht aus einem beschädigten Gefäß; man trinke Wasser nicht ohne Gefäß, außer mit hohlen, aneinandergelegten Händen; man nehme zur rechten Zeit eine zuträgliche, maßvolle, meist ölige und süße, vom Arzt geprüfte Speise zu sich; man meide Speisen aus dem Dorf, von Vereinigungen, von Dirnen, von Kaufleuten, von Feinden, aus Gemeinschaftsspeisungen, von Betrügern und von Gefallenen; ebenso meide man alle übrigen Speisen von unangenehmer Form, Geschmack, Geruch, Beschaffenheit, Klang oder abstoßendem Anblick, solche, die hastig und in Verwirrung gereicht wurden, und solche, die von Fliegen oder Kindern berührt wurden; man esse nicht mit ungewaschenen Füßen, nicht während man von Harn- oder Stuhldrang geplagt ist, nicht während der Dämmerungszeiten ohne rechte Zuflucht, nicht zu spät, nicht zu wenig, nicht zu viel, und nicht Speise, der das Fett entzogen wurde - so heißt es.
na bhuñjītoddhṛtasnehaṃ naṣṭaṃ paryuṣitaṃ payaḥ na naktaṃ dadhi bhuñjīta na cāpyaghṛtaśarkaram
Man esse keine entfettete Speise, keine verdorbene oder abgestandene Milch; man esse nachts keinen Joghurt, und wenn doch, dann nicht ohne Ghee und Zucker;
nāmudgayūṣaṃ nākṣaudraṃ noṣṇaṃ nāmala kairvinā anyathā janayet kuṣṭhavisarpādīn gadān bahūn nātmānamudake paśyenna nagnaḥ praviśejjalam
man esse keine Mungbohnensuppe ohne Honig, nichts Heißes ohne Āmalaka - sonst entstehen Hautkrankheiten, Wundrose und viele andere Leiden; man betrachte nicht sein eigenes Spiegelbild im Wasser und steige nicht nackt ins Wasser.
dyūtamadyātisevāpratibhūtvasākṣitvasamāhvānagoṣṭhīvāditrāṇi na seveta srajaṃ chatropānahau kanakamatītavāsāṃsi na cānyairdhṛtāni dhārayet brāhmaṇamagniṃ gāṃ ca nocchiṣṭaḥ spṛśet
Man frönt nicht dem Würfelspiel, übermäßigem Weingenuss, dem Bürgen für andere, dem Zeugenstehen, öffentlichen Herausforderungen, zwecklosen Versammlungen oder Musikinstrumenten; man trage keinen Blumenkranz, Schirm, Schuhe, Gold oder Kleidung, die schon von anderen getragen wurden; man berühre einen Brahmanen, Feuer oder eine Kuh nicht mit unreinem Mund.
bhavanti cātra yasmin yasminnṛtau ye ye doṣāḥ kupyanti dehinām teṣu teṣu pradātavyā rasāste te vijānatā
Und dabei gilt: In welcher Jahreszeit auch immer welche Doṣas bei den Lebewesen in Unordnung geraten, jene rasa soll der Kundige entsprechend verabreichen.
varṣāsu na pibettoyaṃ pibeccharadi mātrayā varṣāsu caturo māsān mātrāvadudakaṃ pibet
In der Regenzeit trinke man kein ungekochtes Wasser, im Herbst trinke man es nur in Maßen; während der vier Monate der Regenzeit trinke man Wasser nur in bestimmter Menge.
uṣṇaṃ haime vasante ca kāmaṃ grīṣme tu śītalam hemante ca vasante ca sīdhvariṣṭau pibennaraḥ
Im Winter und Frühling trinke man es warm, im Sommer nach Belieben kalt; im Winter und Frühling trinke der Mensch Sīdhu und Ariṣṭa (gegorene Getränke).
śṛtaśītaṃ payo grīṣme prāvṛṭkāle rasaṃ pibet yūṣaṃ varṣati tasyānte prapibecchītalaṃ jalam
Im Sommer trinke man abgekochte und abgekühlte Milch, zu Beginn der Regenzeit trinke man Fleischsäfte, während es regnet Hülsenfruchtsuppe, und gegen Ende der Regenzeit trinke man kühles Wasser.
svastha evamato'nyastu doṣāhāragatānugaḥ snehaṃ saindhavacūrṇena pippalībhiśca saṃyutam
So verhält sich der Gesunde; wer davon abweicht, folge dem Gang der Doṣas und der Nahrung. Man nehme Öl, vermischt mit Steinsalzpulver und langem Pfeffer,
pibedagnivivṛrddhythaṃ na ca vegān vidhārayet agnidīptikaraṃ nṝṇāṃ rogāṇāṃ śamanaṃ prati
zur Steigerung des agni zu sich, und unterdrücke keine natürlichen Dränge; dies entfacht bei Menschen das agni und dient der Linderung von Krankheiten.
prāvṛṭśaradvasanteṣu samyak snehādimācaret kaphe pracchardanaṃ pitte vireko bastirīraṇe
In der Regenzeit, im Herbst und im Frühling wende man richtig Ölbehandlungen und dergleichen an: bei Kapha-Überschuss das Erbrechen (*vamana*), bei Pitta-Überschuss die Abführung (*virecana*), bei Vāta-Überschuss das Einlaufverfahren (*basti*);
śasyate triṣvapi sadā vyāyāmo doṣanāśanaḥ bhuktaṃ biruddhamapyannaṃ vyāyāmānna praduṣyati
in allen drei Jahreszeiten wird stets vyāyāma als Doṣa-vernichtend gelobt; selbst unverträgliche gegessene Speise wird durch vyāyāma nicht schädlich.
utsargamaithunāhāraśodhane syāttu tanmanāḥ neccheddoṣacayāt prājñaḥ pīḍāṃ vā kāyamānasīm
Bei Ausscheidung, Geschlechtsverkehr, Nahrungsaufnahme und Reinigungsverfahren sei man mit gesammelter Aufmerksamkeit bei der Sache; der Kluge wünsche sich weder eine Ansammlung von Doṣas noch körperliches oder seelisches Leid.
atistrīsaṃprayogācca rakṣedātmānamātmavān śūlakāsajvaraśvāsakārśyapāṇḍvāmayakṣayāḥ
Vor übermäßigem Geschlechtsverkehr mit Frauen schütze sich, wer Selbstbeherrschung besitzt: Stechschmerz, Husten, Fieber, Atemnot, Abmagerung, Blutarmut und Auszehrung
ativyavāyājjāyante rogāścākṣepakādayaḥ āyuṣmanto mandajarā vapurvarṇabalānvitāḥ
entstehen durch übermäßigen Geschlechtsverkehr, ebenso Krankheiten wie Krämpfe und andere. Langlebig, langsam alternd, mit Körperkraft, Hautfarbe und Stärke gesegnet
sthiropacitamāṃsāśca bhavanti strīṣu saṃyatāḥ tribhistribhirahobhirvā samīyāt pramadāṃ naraḥ
sind Männer mit festem, wohlgenährtem Fleisch, wenn sie sich im Umgang mit Frauen mäßigen; alle drei Tage etwa mag ein Mann sich einer Frau nähern,
sarveṣvṛtuṣu gharmeṣu pakṣāt pakṣādvrajedbudhaḥ rajasvalāmakāmāṃ ca malināmapriyāṃ tathā
in allen übrigen Jahreszeiten, in der Hitzezeit gehe der Kluge nur alle vierzehn Tage zu ihr. Eine Frau, die menstruiert, die nicht willig ist, die unrein oder unliebsam ist,
varṇavṛddhāṃ vayovṛddhāṃ tathā vyādhiprapīḍitām hīnāṅgīṃ garbhiṇīṃ dveṣyāṃ yonidoṣasamanvitām
die einer höheren Kaste angehört, die alt an Jahren ist, von Krankheit geplagt, an Gliedern verstümmelt, schwanger, verhasst oder mit einem Fehler an der Yoni behaftet ist,
sagotrāṃ gurupatnīṃ ca tathā pravrajitāmapi sandhyāparvasvagamyāṃ ca nopeyāt pramadāṃ naraḥ
die zur eigenen Sippe gehört, die Frau eines Lehrers ist oder Asketin geworden ist - solch eine Frau suche der Mann nicht auf; auch suche er in der Dämmerung und an den heiligen Tagen keine ihm sonst erlaubte Frau auf.
gosarge cārdharātre ca tathā madhyandineṣu ca lajjāsamāvahe deśe vivṛte'śuddha eva ca
Bei Tagesanbruch, um Mitternacht, am Mittag, an einem Ort, der Scham hervorruft, an offenem oder unreinem Ort,
kṣudhito vyādhitaścaiva kṣubdhacittaśca mānavaḥ vātaviṇmūtravegī ca pipāsuratidurbalaḥ
hungrig, krank, seelisch aufgewühlt, von Vāta-, Stuhl- oder Harndrang geplagt, durstig oder allzu geschwächt,
tiryagyonāvayonau ca prāptaśukravidhāraṇam duṣṭayonau visargaṃ tu balavānapi varjayet
beim Geschlechtsverkehr mit Tieren oder an unnatürlicher Stelle das Zurückhalten schon ausgetretenen *śukra* (Same, Samenessenz) - all dies vermeide man; und den Samenerguss in eine erkrankte Yoni vermeide selbst ein Kraftvoller.
retasaścātimātraṃ tu mūrdhāvaraṇameva ca sthitāvuttānaśayane viśeṣeṇaiva garhitam
Ein Übermaß an Samenerguss sowie das Verhüllen des Kopfes beim Akt, im Stehen oder in Rückenlage vollzogen, wird besonders getadelt.
krīḍāyāmapi medhāvī hitārthī parivarjayet rajasvalāṃ prāptavato narasyāniyatātmanaḥ
Selbst beim Liebesspiel vermeide der Kluge, der sein Wohl im Sinn hat, dies alles; einem Mann, der zu einer menstruierenden Frau geht, ohne sich zu beherrschen,
dṛṣṭyāyustejasāṃ hāniradharmaśca tato bhavet liṅginīṃ gurupatnīṃ ca sagotrāmatha parvasu
entsteht daraus Verlust an Sehkraft, Lebensdauer und Glanz sowie Unrecht; ebenso wer eine Frau mit erkennbaren Krankheitszeichen, die Frau des Lehrers, eine Frau der eigenen Sippe oder eine sonst erlaubte Frau an heiligen Tagen aufsucht,
vṛddhāṃ ca sandhyayoścāpi gacchato jīvitakṣayaḥ garmiṇyā garbhapīḍā syād vyādhitāyāṃ balakṣayaḥ
oder eine alte Frau, oder wer dies in der Dämmerung tut - dem droht Verkürzung des Lebens; bei einer Schwangeren entsteht eine Gefährdung der Leibesfrucht, bei einer Kranken ein Kräfteverlust,
hīnāṅgīṃ malināṃ dveṣyāṃ kāmaṃ vandhyāmasaṃvṛte deśe'śuddhe ca śukrasya manasaśca kṣayo bhavet
bei einer Verstümmelten, Unreinen oder Verhassten und bei einer Unfruchtbaren an offenem, unreinem Ort entsteht Schwund von śukra und Geist,
kṣudhitaḥ kṣubdhacittaśca madhyāhne tṛṣito'balaḥ sthitaśca hāniṃ śukrasya vāyoḥ kopaṃ ca vindati
und wer hungrig, seelisch aufgewühlt, am Mittag, durstig, geschwächt oder im Stehen den Akt vollzieht, erleidet Verlust von śukra und eine Erregung des vāta;
atiprasaṅgādbhavati śoṣaḥ śukrakṣayāvahaḥ vyādhitasya rujā plīhni mṛtyurmūrcchā ca jāyate
durch übermäßiges Verweilen im Akt entsteht Auszehrung, die śukra schwinden lässt; bei einem bereits Kranken entsteht Schmerz in der Milz, ja sogar Tod oder Ohnmacht können eintreten.
pratyūṣasyardharātre ca vātapitte prakupyataḥ tiryagyonāvayonau ca duṣṭayonau tathaiva ca
Bei Morgengrauen und um Mitternacht geraten vāta und pitta in Unordnung; ebenso beim Verkehr mit Tieren, an unnatürlicher Stelle oder mit einer erkrankten Yoni,
upadaṃśastathā vāyoḥ kopaḥ śukrasya ca kṣayaḥ uccārite mūtrite ca retasaśca vidhāraṇe
entsteht Geschwürbildung an den Genitalien (*upadaṃśa*) und eine Erregung des vāta sowie Schwund von śukra; auch das Zurückhalten des Samens nach bereits erfolgtem Stuhl- oder Harnabgang schadet,
uttāne ca bhavecchīdhraṃ śukrāśmaryāstu saṃbhavaḥ sarvaṃ pariharettasmādetallokadvaye'hitam
und in Rückenlage entsteht rasch die Gefahr eines Samensteins (*śukrāśmarī*); all dies vermeide man daher, da es in beiden Welten - diesseits und jenseits - schädlich ist.
śukraṃ copasthitaṃ mohānna sandhāryaṃ kathaṃcana vayorūpaguṇopetāṃ tulyaśīlāṃ kulānvitām
Auch soll man den bereits bereitstehenden śukra nicht aus Verblendung zurückhalten. Eine Frau von passendem Alter, schöner Gestalt und guten Eigenschaften, von ähnlichem Wesen und aus gutem Hause -
abhikāmo'bhikāmāṃ tu hṛṣṭo hṛṣṭāmalaṅkṛtām seveta pramadāṃ yuktyā vājīkaraṇabṛṃhitaḥ
eine solche willige Frau suche ein williger, freudiger Mann auf, wenn sie freudig und geschmückt ist; er vereinige sich mit ihr mit der rechten Methode, gestärkt durch *vājīkaraṇa* (aphrodisierende Stärkungsmittel).
bhakṣyāḥ saśarkarāḥ kṣīraṃ sasitaṃ rasa eva ca snānaṃ savyajanaṃ svapno vyavāyānte hitāni tu
Nach dem Geschlechtsverkehr sind zuckersüße Speisen, mit Zucker versetzte Milch, Fleischsaft, ein Bad mit Fächerkühlung und Schlaf zuträglich.
mukhamātraṃ samāsena sadvṛttasyaitadīritam ārogyamāyurartho vā nāsadbhiḥ prāpyate nṛbhiḥ
Dies ist in Kürze nur der Einstieg in die rechte Lebensführung (*sadvṛtta*), wie sie hier dargelegt wurde. Gesundheit, langes Leben oder weltlicher Erfolg werden von Menschen, die nicht rechtschaffen leben, nicht erlangt.