athāto vātavyādhicikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die Behandlung der von *vāta* (dem Wind, einem der drei Körpersäfte, *doṣa*) verursachten Krankheiten (*vātavyādhi*) darlegen.
Suśruta-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das Kapitel über vātavyādhi, die durch den Windhumor Vāta verursachten Krankheiten, ordnet die Behandlung streng nach dem Sitz der Störung im Körper: Magen, Dickdarm, Blase, Sinnesorgane, Haut und Blutgefäße, Sehnen und Gelenke, Knochen und schließlich der Samen erfordern jeweils eigene Maßnahmen von Brechmitteln über Klistiere bis zum operativen Anbohren eines vom Wind befallenen Knochens. Breiten Raum nehmen aufwendige Ölzubereitungen ein, darunter das aus Ölpressrückständen gewonnene Aṇutaila sowie das legendäre, mit tausendfacher Kräutermenge gekochte Sahasrapāka-Öl, dessen Fertigstellung mit Musik und der Speisung tausend Brahmanen gefeiert wird. Botanisch zentral sind wärmende, Vāta-besänftigende Mittel wie Pippalī, Guggulu und die verschiedenen Pañcamūla-Wurzelgruppen sowie mehrere aufwendige „Salz“-Präparate aus verkohlten Pflanzenstängeln. Das Kapitel zeigt exemplarisch, wie eng Diätetik, Klima und äußere Anwendungen bei Vāta-Störungen ineinandergreifen.
| Sitz des vāta | Behandlung |
|---|---|
| Magen | Erbrechen, danach sieben Nächte die sechsteilige Ṣaḍdharaṇa-Rezeptur |
| Dickdarm | Ölige Abführmittel, reinigende Klistiere, salzreiche Leckmittel |
| Harnblase (basti) | Blasenreinigendes Verfahren |
| Ohr und übrige Sinnesorgane | Vāta-beseitigendes Verfahren |
| Haut, Fleisch, Blut, Venen | Ölbehandlung, Einölung, warme Umschläge, Massage, Salbenauflagen, Aderlass |
| Sehnen, Gelenke, Knochen | Ölbehandlung, Umschläge, Kauterisation (agnikarma), Bandagierung, kräftige Massage |
| Im Knochen eingeschlossen | Anbohren mit handgedrehtem Bohrer, Röhre einführen, Wind aussaugen |
| Samen | Sitzbäder, warme Hütte, Erdgruben-Behandlung, Auflagen, Einölung, Klistier |
| Ganzer Körper / einzelnes Glied | Aderlass beim ganzen Körper, Schröpfhörner bei einzelnem Glied |
athāto vātavyādhicikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die Behandlung der von *vāta* (dem Wind, einem der drei Körpersäfte, *doṣa*) verursachten Krankheiten (*vātavyādhi*) darlegen.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So, wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.
āmāśayagate vāte cchardayitvā yathākramam deyaḥ ṣaḍdharaṇo yogaḥ saptarātraṃ sukhāmbunā
Ist der *vāta* in den Magen gelangt, lasse man den Patienten nach der vorgeschriebenen Methode erbrechen und gebe ihm sieben Nächte lang die sechsteilige Ṣaḍdharaṇa-Rezeptur mit angenehm warmem Wasser.
citrakendra yave pāṭhā kaṭukā'tiviṣā'bhayā vātavyādhipraśamano yogaḥ ṣaḍdharaṇaḥ smṛtaḥ
Citraka, Indrayava, Pāṭhā, Kaṭukā, Ativiṣā und Abhayā – diese Ṣaḍdharaṇa-Rezeptur, die *vāta*-Krankheiten besänftigt, ist überliefert.
pakvāśayagate cāpi deyaṃ snehavirecanam bastayaḥ śodhanīyāśca prāśāśca lavaṇottarāḥ
Ist der *vāta* hingegen in den Dickdarm gelangt, gebe man ölige Abführmittel, reinigende *basti* (Klistiere) sowie leckerartige Zubereitungen mit reichlich Salz.
kāryo bastigate cāpi vidhirbastiviśodhanaḥ śrotrādiṣu prakupite kāryaścānilahā kramaḥ
Ist der *vāta* in die Harnblase (*basti*) gelangt, wende man ein blasenreinigendes Verfahren an; ist er in Ohr und den übrigen Sinnesorganen erregt, wende man ein *vāta*-beseitigendes Verfahren an.
snehābhyaṅgopanāhāśca mardanālepanāni ca tvaṅmāṃsāsṛksirāprāpte kuryāt cāsṛgvimokṣaṇam
Hat der *vāta* Haut, Fleisch, Blut und die Venen erreicht, wende man *sneha* (ölige Behandlung), *abhyaṅga* (Einölung), *upanāha* (warme Kräuterumschläge), Massage und Salbenauflagen an sowie einen Aderlass.
snehopanāhāgnikarmabandhanonmardanāni ca snāyusandhyasthisaṃprāpte kuryādvāyāvatandri taḥ
Hat der *vāta* Sehnen, *sandhi* (Gelenke) und Knochen erreicht, wende man unermüdlich *sneha*, *upanāha*, *agnikarma* (Brennbehandlung), Bandagierung und kräftige Massage an.
niruddhe'sthani vā vāyau pāṇimanthena dārite nāḍīṃ dattvā'sthani bhiṣak cūṣayetpavanaṃ balī
Ist der Wind im Knochen eingeschlossen, öffne man diesen mit einem handgedrehten Bohrer, führe eine Röhre in den Knochen ein, und der kräftige Arzt sauge den Wind heraus.
śukraprāpte'nile kāryaṃ śukradoṣacikitsitam avagāhakuṭīkarṣūprastarābhyaṅgabastibhiḥ
Hat der *vāta* den Samen erreicht, wende man die Behandlung für Samenstörungen an: Sitzbäder, das Verweilen in einer warmen Hütte, Erdgruben-Behandlung, Auflegen erwärmter Substanzen, Einölung und *basti*.
jayet sarvāṅgajaṃ vātaṃ sirāmokṣaiśca buddhimān ekāṅgagaṃ ca matimāñchṛṅgaiścāvasthitaṃ jayet
Den *vāta*, der den ganzen Körper befallen hat, besiege der kluge Arzt durch Aderlass; den *vāta*, der nur ein einzelnes Glied befallen hat, besiege der Kundige durch Schröpfhörner.
balāsapittaraktaistu saṃsṛṣṭamavirodhibhiḥ suptivāte tvasṛṅmokṣaṃ kuryāttu bahuśo bhiṣak
Ist er mit *balāsa* (Schleim, *kapha*), *pitta* (Galle) und Blut vermischt, ohne dass sich diese widersprechen, führe der Arzt bei Taubheitsgefühl durch *vāta* wiederholt einen Aderlass durch.
dihyācca lavaṇāgāradhūmaistailasamanvitaiḥ pañcamūlīśṛtaṃ kṣīraṃ phalāmlo rasa eva ca
Man bestreiche die Stelle mit Ruß aus salzhaltigen Räucherhäusern, vermengt mit *taila* (Öl); auch mit der Pañcamūlī gekochte Milch sowie mit saurem Fruchtsaft zubereitete Brühe sind zuträglich.
susnigdho dhānyayūṣo vā hito vātavikāriṇām kākolyādiḥ savātaghnaḥ sarvāmladra vyasaṃyutaḥ
Auch eine gut geölte Hülsenfruchtbrühe ist Patienten mit *vāta*-Störungen zuträglich, ebenso die Kākolyādi-Gruppe, mit *vāta*-lindernden Mitteln versetzt, zusammen mit allerlei sauren Substanzen.
sānūpaudakamāṃsastu sarvasnehasamanvitaḥ sukhoṣṇaḥ spaṣṭalavaṇaḥ sālvaṇaḥ parikīrtitaḥ
Fleisch von Sumpf- und Wassertieren, mit allerlei *sneha* versetzt, angenehm warm, deutlich gesalzen und mit Saurem versehen, wird als besonders zuträglich gepriesen.
tenopanāhaṃ kurvīta sarvadā vātarogiṇām kuñcyamānaṃ rujārtaṃ vā gātraṃ stabdhamathāpi vā
Damit lege man stets bei *vāta*-Kranken einen *upanāha* an, sei das Glied verkrampft, von Schmerz gequält oder starr.
gāḍhaṃ paṭṭairnibadhnīyāt kṣaumakārpāsikaurṇikaiḥ biḍālanakulondrā ṇāṃ carmagoṇyāṃ mṛgasya vā
Man binde ihn fest mit Binden aus Leinen, Baumwolle oder Wolle, oder in einem Sack aus dem Fell von Katze, Mungo, Otter oder Wildtier.
praveśayedvā svabhyaktaṃ sālvaṇenopanāhitam skandhavakṣastrikaprāptaṃ vāyuṃ manyāgataṃ tathā
Oder man lege den eingeölten, mit Saurem versehenen *upanāha* an. Hat der Wind Schulter, Brust und Kreuzbein erreicht, ebenso wenn er in den Nacken gelangt ist,
vamanaṃ hanti nasyaṃ ca kuśalena prayojitam śirogataṃ śirobastirhanti vā'sṛgvimokṣaṇam
beseitigt ihn ein von kundiger Hand angewandtes Brechmittel oder ein *nasya* (Nasenmedikation); hat er den Kopf erreicht, beseitigt ihn ein *śirobasti* (Kopf-Ölbad) oder ein Aderlass.
snehaṃ mātrāsahasraṃ tu dhārayettatra yogataḥ sarvāṅgagatamekāṅgasthitaṃ vā'pi samīraṇam
Man lasse dort methodisch bis zu tausend Māṇa-Maß *sneha* als *basti* einwirken – sei der *vāta* über den ganzen Körper verteilt oder auf ein einzelnes Glied beschränkt.
ruṇaddhi kevalo bastirvāyuvegamivācalaḥ snehasvedastathā'bhyaṅgo bastiḥ snehavirecanam
Ein *basti* allein hemmt den Ansturm des Windes wie ein unerschütterlicher Fels, ebenso ölige Schwitzbehandlung, *abhyaṅga*, *basti* und öliges Abführmittel (*virecana*).
śirobastiḥ śiraḥsneho dhūmaḥ snaihika eva ca sukhoṣṇaḥ snehagaṇḍūṣo nasyaṃ snaihikameva ca
Zuträglich sind ferner *śirobasti*, die Ölung des Kopfes, öliges Räuchern, angenehm warmes öliges Mundspülen und ölige Nasenmedikation.
rasāḥ kṣīrāṇi māṃsāni snehāḥ snehānvitaṃ ca yat bhojanāni phalāmlāni snigdhāni lavaṇāni ca
Zuträglich sind Fleischsäfte, Milch, Fleisch, *sneha* und alles, was ölig zubereitet ist, sowie Speisen, die mit saurem Fruchtsaft, ölig und gesalzen sind.
sukhoṣṇāśca parīṣekāstathā saṃvāhanāni ca kuṅkumāgurupatrāṇi kuṣṭhailātagarāṇi ca
Zuträglich sind angenehm warme Übergießungen sowie Einreibungen mit Safran, Aguru, Tejpat, Kuṣṭha, Elā und Tagara,
kauśeyaurṇikaraumāṇi kārpāsāni gurūṇi ca nivātātapayuktāni tathā garbhagṛhāṇi ca
ferner schwere Gewänder aus Seide, Wolle, Tierhaar oder Baumwolle, windgeschützte, sonnendurchwärmte Räume sowie innere Kammern,
mṛdvī śayyā'gnisaṃtāpo brahmacaryaṃ tathaiva ca samāsenaivamādīni yojyānyanilarogiṣu
ein weiches Lager, das Wärmen am Feuer sowie sexuelle Enthaltsamkeit – kurz gesagt, dies und Ähnliches ist bei *vāta*-Krankheiten anzuwenden.
trivṛddantīsuvarṇakṣīrīsaptalāśaṅkhinītriphalāviḍaṅgānāmakṣasamāḥ bhāgāḥ bi-lvamātraḥ kalkastilvakamūlakampillakayoḥ triphalārasadadhipātre dve dve ghṛ-tapātramekaṃ tadaikadhyaṃ saṃsṛjya vipacet tilvakasarpiretat snahevirecanamupadiśanti vātarogiṣu tilvakavidhirevāśokaramyakayordra ṣṭavyaḥ
Von Trivṛt, Dantī, Suvarṇakṣīrī, Saptalā, Śaṅkhinī, Triphalā und Viḍaṅga nehme man je einen Teil im Gewicht einer Akṣa-Münze, dazu eine *kalka* (Kräuterpaste) von der Wurzel des Tilvaka und von Kampillaka im Gewicht einer Bilva-Frucht. Man nehme zwei Teile Triphalā-Saft, zwei Teile Sauermilch und einen Teil Ghee (*ghṛta*, geklärte Butter), vermenge alles und koche es. Dieses Tilvaka-Ghee wird bei *vāta*-Krankheiten als *sneha*-*virecana* (öliges Abführmittel) empfohlen. Nach demselben Verfahren wie beim Tilvaka ist auch das Rezept für Aśoka und Ramyaka zu verstehen.
tilaparipīḍanopakaraṇakāṣṭhānyāhṛtyānalpakālaṃ tailaparipītānyaṇūni khaṇḍaśaḥ kalpayitvā'vakṣudya mahati kaṭāhe pānīyenābhiplāvya kvāthayet tataḥ sneha-mambupṛṣṭhādyadudeti tat sarakapāṇyoranyatareṇādāya vātaghnauṣadhapratīvāpaṃ snehapā-kakalpena vipacet etadaṇutailamupadiśanti vātarogiṣu aṇubhyastailadra vyebhyo niṣpādyata ityaṇutailam
Man nehme die Hölzer der Sesampresse, die vom Auspressen des Sesamöls lange durchtränkt sind, zerkleinere die feinen Ölrückstände daraus stückweise, zerstoße sie, übergieße sie in einem großen Kessel mit Wasser und koche sie aus. Was sich dann als *taila* (Öl) an der Wasseroberfläche absetzt, nehme man mit einer Kelle oder mit den Händen ab und koche es, versetzt mit *vāta*-lindernden Heilkräutern, nach der Methode der Ölzubereitung. Dieses *taila* wird bei *vāta*-Krankheiten als Aṇutaila empfohlen; da es aus den feinen Ölresten (aṇu) gewonnen wird, heißt es Aṇutaila.
atha mahāpañcamūlakāṣṭhairbahubhiravadahyāvanipradeśamasitamuṣitamekarātramupa śā-nte'gnāvapohya bhasma nivṛttāṃ mūmiṃ vidārigandhādisiddhena tailaghaṭaśatena tulyapayasā'bhiṣicyaikarātramavasthāpya tato yāvatī mṛttikā snigdhā syāttā-mādāyoṣṇodakena mahati kaṭāhe'bhyāsiñcet tatra yattailamuttiṣṭhettat pāṇibhyāṃ paryādāya svanuguptaṃ nidadhyāt tatastailaṃ vātaharauṣadhakvāthamāṃsarasakṣīrāmlabhā-gasahasreṇa sahasrapākaṃ vipacedyāvatā kālena śaknuyāt paktuṃ prativāpaścātra haimavatā dakṣiṇāpathagāśca gandhā vātaghnāni ca tasmin sidhyati śaṅkhānādhmā-payeddundubhīnāghātayecchatraṃ dhārayedvālavyajanaiśca vījayedbrāhmaṇasahasraṃ bhojayet tat sādhu siddhamavatārya sauvarṇe rājate mṛnmaye vā pātre svanuguptaṃ nidadhyāt tadetat sahasrapākamaprativāravīryaṃ rājārhaṃ tailam evaṃ bhāgaśatavipakvaṃ śatapākam
Nun verbrenne man mit vielen Scheiten des Mahāpañcamūla ein Stück Erdreich vollständig zu Kohle; nachdem das Feuer erloschen ist, entferne man die Asche und übergieße den zurückbleibenden Erdgrund mit hundert Krügen Öl, das mit Vidārī, Gandha und ähnlichen Drogen zubereitet wurde, zusammen mit einer gleichen Menge Milch, und lasse ihn eine Nacht stehen. Danach nehme man so viel von der ölig gewordenen Erde, wie sich findet, übergieße sie mit heißem Wasser in einem großen Kessel und lasse sie ausziehen. Das *taila*, das sich dabei oben absetzt, schöpfe man mit den Händen ab und bewahre es sorgfältig zugedeckt auf. Dieses *taila* koche man dann, versetzt mit tausend Anteilen von *kvātha* (Absud) *vāta*-vertreibender Heilkräuter, Fleischbrühe, Milch und saurem Fruchtsaft, als Sahasrapāka, solange es die Zeit erlaubt. Als weitere Zutat dienen dabei die im Himālaya und im Süden wachsenden wohlriechenden, *vāta*-vertreibenden Drogen. Ist es fertig zubereitet, lasse man Muschelhörner blasen, Pauken schlagen, einen Ehrenschirm halten und mit Yakschwänzen fächeln, und speise tausend Brahmanen. Danach nehme man das gut zubereitete *taila* vom Feuer, fülle es in ein Gefäß aus Gold, Silber oder Ton und bewahre es sorgfältig zugedeckt auf. Dies ist das Sahasrapāka-Öl von unübertrefflicher Wirkkraft, eines Königs würdig. Wird es mit nur hundert Anteilen gekocht, heißt es Śatapāka.
gandharvahastamuṣkakanaktamālāṭarūṣakapūtīkāragvadhacitrakādīnāṃ patrāṇyārdrāṇi lavaṇena sahodūkhale'vakṣudya snehaghaṭe prakṣipyāvalipya gośakṛdbhirdāhayet etatpatralavaṇamupadiśanti vātarogeṣu
Man nehme frische Blätter von Gandharvahasta, Muṣkaka, Naktamāla, Āṭarūṣaka, Pūtīka, Āragvadha, Citraka und ähnlichen Pflanzen, zerstoße sie mit Salz im Mörser, fülle sie in einen geölten Krug, verschließe ihn mit Lehm und brenne ihn mit Kuhdung aus. Dies wird als Patralavaṇa (Blätter-Salz) bei *vāta*-Krankheiten empfohlen.
evaṃ snūhīkāṇḍavārtākuśigrulavaṇāni saṃkṣudya ghaṭaṃ pūrayitvā sarpistailavasāmajjabhiḥ prakṣipyāvalipyagośakṛdbhirdāhayet etat snehalavaṇamupadiśanti vātarogeṣu iti kāṇḍalavaṇam
Ebenso zerstoße man die Stängel der Snuhī, der Aubergine und des Meerrettichbaums mit Salz, fülle einen Krug damit, gebe Ghee, *taila*, Fett und Knochenmark hinzu, verschließe ihn mit Lehm und brenne ihn mit Kuhdung aus. Dies wird als Snehalavaṇa (Öl-Salz) bei *vāta*-Krankheiten empfohlen; es heißt auch Kāṇḍalavaṇa (Stängel-Salz).
gaṇḍīrapalāśakuṭajabilvārkasnuhyapāmārgapāṭalāpāribhadra kanādeyīkṛṣṇagandhānīpanimbanirdahanyaṭarūṣakanaktamālakapūtikabṛhatīkaṇṭakārikābhallātakeṅgudīvaijayantīkadalībāṣpadvayekṣurakendra vāruṇīśvatemokṣakāśokā ityevaṃ vargaṃ sa-mūlapatraśākhamārdra māhṛtya lavaṇena saha saṃsṛjya pūrvavaddagdhvā kṣārakalpena pa-risrāvya vipacet prativāpaścātra hiṅgvādibhiḥ pippalyādibhirvā ityetat kalyāṇakalavaṇaṃ vātarogagulmaplīhāgniṣaṅgājīrṇārśo'rocakārtānāṃ kāsādibhiḥ kṛmibhirupadrutānāṃ copadiśanti pānabhojaneṣvapīti
Man nehme aus dieser Pflanzengruppe – Gaṇḍīra, Palāśa, Kuṭaja, Bilva, Arka, Snuhī, Apāmārga, Pāṭalā, Pāribhadra, Kanādeyī, Kṛṣṇagandhā, Nīpa, Nimba, Nirdahanī, Āṭarūṣaka, Naktamāla, Pūtīka, Bṛhatī, Kaṇṭakārikā, Bhallātaka, Iṅgudī, Vaijayantī, Kadalī, die beiden Bāṣpa-Pflanzen, Ikṣuraka, Indravāruṇī, Śvetā, Mokṣaka und Aśoka – frisches Material samt Wurzel, Blatt und Zweig, vermenge es mit Salz, verbrenne es wie zuvor beschrieben, seihe es nach Art der Laugenzubereitung ab und koche es ein. Als weitere Zutat dienen dabei Hiṅgu und ähnliche Drogen oder Pippalī und ähnliche Drogen. Dies wird als Kalyāṇakalavaṇa bei *vāta*-Krankheiten, bei Gulma, Milzleiden, Verdauungsstörung, Unverdautheit, Hämorrhoiden und Appetitlosigkeit empfohlen, sowie bei denen, die von Husten und ähnlichen Beschwerden und von pathogenen Mikroorganismen geplagt sind – auch als Zusatz zu Getränken und Speisen.
bhavati cātra viṣyandanāduṣṇabhāvāddoṣāṇāṃ ca vipācanāt saṃskārapācanāccedaṃ vātarogeṣu śasyate
Und hierzu gilt: Wegen seiner auflösenden Wirkung, wegen seiner Wärme sowie weil es die *doṣa* verdaut und durch seine besondere Zubereitung verdauungsfördernd wirkt, wird dies bei *vāta*-Krankheiten gepriesen.