athāto medhāyuṣkāmīyaṃ rasāyanacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die *rasāyana*-Behandlung erläutern, die dem nach Geistesschärfe (*medhā*, Geistesschärfe) und langem Leben Verlangenden dient.
Suśruta-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das achtundzwanzigste Kapitel widmet sich dem *rasāyana* „für den nach Geistesschärfe und langem Leben Verlangenden". Eine Reihe einzelner Kräuterrezepturen – weißes Avalgu, Citraka-Wurzel, der Saft von Maṇḍūkaparṇī und vor allem von Brāhmī (Bacopa monnieri) – wird mit genauen Kurdauern verknüpft, die stufenweise gesteigertes Gedächtnis, mühelose Rezitation heiliger Texte und außerordentliche Lebensspannen bis zu fünfhundert Jahren versprechen; eine Vacā-Brāhmī-Mischung mit Viḍaṅga, Guḍūcī und Triphalā gilt zugleich als Reinigungsmittel bei Epilepsie, Wahnsinn und Vergiftung. Im zweiten Teil tritt an die Stelle reiner Kräuterheilkunde ein ritueller Rasāyana-Typus, der Mantra-Rezitation (meist die Gāyatrī) mit Feueropfern aus Bilva, Lotoswurzel und Gold verbindet. Den Abschluss bilden knappe Schlussverse, die geistige Schärfe nicht nur der Arznei, sondern auch beständigem Studium, Disputation und dem Umgang mit Lehrern zuschreiben, langes Leben dagegen rechter Verdauung, Enthaltsamkeit und Gewaltlosigkeit.
| Mittel | Kurdauer | Wirkung |
|---|---|---|
| weißes Avalgu-Pulver mit Rohrzucker | 6 Monate | frei von Sünde, Kraft, gute Gesichtsfarbe, gutes Gedächtnis, 100 Jahre Lebensspanne |
| Citraka-Wurzel oder Rajanī (gleiche Anwendung) | 1 Monat | gutes Gedächtnis, krankheitsfrei, 100 Jahre Lebensspanne |
| Maṇḍūkaparṇī-Saft mit Milch | – | geistiger Glanz (brahmavarcas), Vortrag heiliger Texte, 100 Jahre Lebensspanne |
| Brāhmī-Saft, gesteigert um je 7 Nächte | 7 / 14 / 21 Nächte | geistiger Glanz und Gedächtnis, nach 21 Nächten bis zu 500 Jahre Lebensspanne |
| Ghee aus Brāhmī, Ghee, Viḍaṅga, Vacā, Guḍūcī und Triphalā | – | Reinigungsmittel bei Hautkrankheit, Fieber, Epilepsie, Wahnsinn, Vergiftung; 300 Jahre Lebensspanne |
| Himalaya-Vacā (Kugel), gesteigert um je 12 Nächte | 12 / 24 / 36 / 48 Nächte | offenes Gehör, Gedächtnis, zuletzt Sehkraft wie die des Garuḍa, 100 Jahre Lebensspanne |
| hundertfach mit Vacā gekochtes Ghee | – | 500 Jahre Lebensspanne; heilt Kropf, Skrofulose, Elefantiasis, Stimmstörung, Fettleibigkeit |
athāto medhāyuṣkāmīyaṃ rasāyanacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die *rasāyana*-Behandlung erläutern, die dem nach Geistesschärfe (*medhā*, Geistesschärfe) und langem Leben Verlangenden dient.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So, wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.
medhāyuḥ kāmaḥ śvetāvalgujaphalānyātapapariśuṣkāṇyādāya sūkṣmacūrṇāni kṛ-tvā guḍena sahāloḍya snehakumbhe saptarātraṃ dhānyarāśau nidadhyāt saptarātrādu-ddhṛtya hṛtadoṣasya yathābalaṃ piṇḍaṃ prayacchedanudite sūrye uṣṇodakaṃ cānupibet bhallātakavidhānavaccāgārapraveśaḥ jīrṇauṣadhaścāparāhṇe himābhiradbhiḥ pariṣikta-gātraḥ śālīnāṃ ṣaṣṭikānāṃ ca payasā śarkarāmadhureṇaudanamaśnīyāt evaṃ ṣaṇa-māsānupayujya vigatapāpmā balavarṇopetaḥ śrutanigādī smṛtimānarogo varṣaśa-tāyurbhavati kuṣṭhinaṃ pāṇḍurogiṇamudariṇaṃ vā kṛṣṇāyā gormūtreṇāloḍyārdhapa-likaṃ piṇḍaṃ vigatalauhitye savitari pāyayet parāhṇe cālavaṇenāmalakayūṣeṇa sarpiṣmantamodanamaśnīyāt evaṃ māsamupayujya smṛtimānarogo varṣaśatāyurbhavati eṣa evopayogaścitrakamūlānāṃ rajanyāśca citrakamūle viśeṣo dvipalikaṃ piṇḍaṃ paraṃ pramāṇaṃ śeṣaṃ pūrvavat
Wer nach Geistesschärfe und langem Leben verlangt, nehme die Früchte des weißen Avalgu, an der Sonne getrocknet, zerreibe sie fein zu Pulver, vermenge sie mit Rohrzucker und lasse sie sieben Nächte lang in einem Ölgefäß, das in einem Getreidehaufen steht, ruhen. Nach sieben Nächten nehme man es heraus und gebe einem Menschen, dessen *doṣa* durch Vorbehandlung entfernt wurden, nach Vermögen eine Kugel davon, bevor die Sonne aufgegangen ist, und trinke danach warmes Wasser nach. Der Eintritt ins Haus erfolgt nach der Vorschrift für Bhallātaka. Ist die Arznei verdaut, bade sich der Betreffende am Nachmittag mit kaltem Wasser den Körper und esse Reis von Śāli- oder Ṣaṣṭika-Reis mit Milch, gesüßt mit Zucker. Wendet man dies sechs Monate lang an, wird man frei von Sünde, mit Kraft und schöner Gesichtsfarbe ausgestattet, trägt heilige Texte vor, besitzt ein gutes Gedächtnis, ist frei von Krankheit und erlangt hundert Jahre Lebensspanne. Einem Hautkranken, einem an Blutarmut Leidenden oder einem an Bauchwassersucht Leidenden gebe man eine mit dem Urin einer schwarzen Kuh verrührte halbe Pala-Kugel des Mittels, sobald keine Rötung mehr besteht, bei Sonnenaufgang zu trinken, und lasse ihn am Nachmittag ungesalzenen Āmalakī-Brei mit Ghī-Reis essen. Wendet man dies einen Monat lang an, so erlangt man ein gutes Gedächtnis, wird frei von Krankheit und erlangt hundert Jahre Lebensspanne. Dieselbe Anwendung gilt auch für die Wurzel des Citraka und für Rajanī; bei der Citraka-Wurzel besteht der Unterschied darin, dass eine Kugel von zwei Pala das Höchstmaß ist - im Übrigen wie zuvor.
hṛtadoṣa eva pratisaṃsṛṣṭabhakto yathākramamāgāraṃ praviśya maṇḍūkaparṇīsvarasamā-dāya sahasrasaṃpātābhihutaṃ kṛtvā yathābalaṃ payasā'loḍya pibet payo'nupānaṃ vā tasyāṃ jīrṇāyāṃ yavānnaṃ payasopayuñjīta tilairvā saha bhakṣayettrīn māsān payo'nupānaṃ jīrṇe payaḥ sarpirodana ityāhāraḥ evamupayuñjāno brahmavarcasī śruta-nigādī bhavati varṣaśata māyura vāpnoti trirātropoṣitaśca trirātramenāṃ bhakṣayet-trirātrādūrdhvaṃ payaḥ sarpiriti copayuñjīta bilvamātraṃ piṇḍaṃ vā payasā'loḍya pibet evaṃ dvādaśarātramupayujya medhāvī varṣaśatāyurbhavati
Wer, nachdem seine *doṣa* entfernt wurden und der sich stufenweise ernährt, ordnungsgemäß das vorgeschriebene Haus betritt, nehme den Saft der Maṇḍūkaparṇī, weihe ihn mit tausend Feueropferungen und trinke ihn nach Vermögen, mit Milch verrührt, oder trinke Milch danach nach. Ist das Mittel verdaut, esse man Gerstenspeise mit Milch oder zusammen mit Sesam; drei Monate lang trinke man Milch danach nach, und ist sie verdaut, besteht die Nahrung aus Milch, Ghī und Reis. Wer dies anwendet, erlangt geistigen Glanz (*brahmavarcas*, spirituellen Glanz), trägt heilige Texte vor und erlangt hundert Jahre Lebensspanne. Nachdem er drei Nächte gefastet hat, esse er die Droge drei Nächte lang; nach drei weiteren Nächten nehme er Milch und Ghī zu sich, oder trinke eine bilva-große Kugel des Mittels, mit Milch verrührt. Wendet man dies zwölf Nächte lang an, wird man geistesscharf und erlangt hundert Jahre Lebensspanne.
hṛtadoṣa evāgāraṃ praviśya pratisaṃsṛṣṭabhakto brāhmīsvarasamādāya sahasrasaṃpātā bhihutaṃ kṛtvā yathā balamupayuñjīta jīrṇauṣadhaścāparāhṇe yavāgūmalavaṇāṃ pibet kṣīrasātmyo vā payasā bhuñjīta evaṃ saptarātramupayujya brahmavarcasī medhāvī bha-vati dvitīyaṃ saptarātramupayujya granthamīpsitamutpādayati naṣṭaṃ cāsya prādurbhavati tṛtīyaṃ saptarātramupayujya dviruccāritaṃ śatamapyavadhārayati evamekaviṃśatirātramu-payujyālakṣmīrapakrāmati mūrtimatī cainaṃ vāgdevyanupraviśati sarvāścainaṃ śrutaya upatiṣṭhanti śratudharaḥ pañcavarṣaśatāyurbhavati
Wer, mit entfernten *doṣa*, das Haus betritt und sich stufenweise ernährt, nehme den Saft der Brāhmī, weihe ihn mit tausend Feueropferungen und wende ihn nach Vermögen an; ist die Arznei verdaut, trinke er am Nachmittag ungesalzenen Gerstenschleim, oder, wenn ihm Milch zuträglich ist, esse er mit Milch. Wendet man dies sieben Nächte lang an, wird man geistig glänzend und geistesscharf. Wendet man es eine zweite Woche lang an, bringt man den gewünschten Text hervor, und Verlorenes kommt bei ihm wieder zum Vorschein. Wendet man es eine dritte Woche lang an, behält man selbst hundert zweimal Rezitiertes im Gedächtnis. Wendet man es so einundzwanzig Nächte lang an, weicht das Unglück (*alakṣmī*, Unglück) von ihm, und die leibhaftige Göttin der Rede zieht in ihn ein; alle heiligen Texte stehen ihm zur Verfügung, und als Kenner der heiligen Überlieferung erlangt er fünfhundert Jahre Lebensspanne.
brāhmīsvarasaprasthadvaye ghṛtaprasthaṃ viḍaṅgataṇḍulānāṃ kuḍavaṃ dve dve pale vacāmṛta-yordvādaśa harītakyāmalakavibhītakāni ślakṣṇapiṣṭānyāvāpyaikadhyaṃ sādhayi-tvāsvanuguptaṃ nidadhyāt tataḥ pūrvavidhānena mātrāṃ yathābalamupayuñjīta jīrṇe pa-yaḥ sarpirodana ityāhāraḥ pūrvavaccātra parīhāraḥ etenordhvamadhastiryak kṛmayo niṣkramanti alakṣmīrapakrāmati puṣkaravarṇaḥ sthiravayāḥ śrutanigādī trivarṣa-śatāyurbhavati etadevakuṣṭhaviṣamajvarāpasmāronmādaviṣabhūtagraheṣvanyeṣu ca mahāvyādhiṣu saṃśodhanamādiśanti
Man nehme auf zwei Praṣṭha Brāhmī-Saft ein Praṣṭha Ghī, einen Kuḍava Viḍaṅga-Reis, je zwei Pala Vacā und Guḍūcī sowie zwölf Stück Harītakī, Āmalakī und Vibhītaka, fein zerrieben; gebe alles zusammen, koche es und lasse es sorgfältig verwahren. Danach nehme man nach der zuvor beschriebenen Vorschrift eine Dosis nach Vermögen ein; ist sie verdaut, besteht die Nahrung aus Milch, Ghī und Reis, und die Verbotsregeln sind wie zuvor. Dadurch treten oben, unten und seitlich Würmer aus; das Unglück weicht, der Anwendende erhält eine lotosgleiche Gesichtsfarbe, festes Alter, trägt heilige Texte vor und erlangt dreihundert Jahre Lebensspanne. Ebendieses Mittel wird auch als Reinigungsmittel bei Hautkrankheit, unregelmäßigem Fieber, Epilepsie, Wahnsinn, Vergiftung, Besessenheit durch Dämonen und anderen schweren Krankheiten empfohlen.
hṛtadoṣa evāgāraṃ praviśya haimavatyā vacāyāḥ piṇḍamāmalakamātramabhihutaṃ pa-yasā'loḍya pibet jīrṇe payaḥ sarpirodana ityāhāraḥ evaṃ dvādaśarātra mupayu-ñjīta tato'sya śrotraṃ vivriyate dvirabhyāsāt smṛtimān bhavati trirabhyāsā-ccharutamādatte caturdvādaśarātramupayujya sarvaṃ tarati kilbiṣaṃ tārkṣyadarśanamutpa-dyate śatāyuśca bhavati dve dve pale ita rasyā vacāyā niṣkvāthya pibet payasā samānaṃ bhojanaṃ samāḥ pūrveṇāśiṣaśca
Wer, mit entfernten *doṣa*, das Haus betritt, trinke eine Āmalakī-große Kugel aus Himalaya-Vacā, geweiht, mit Milch verrührt; ist sie verdaut, besteht die Nahrung aus Milch, Ghī und Reis. Wendet man dies zwölf Nächte lang an, öffnet sich dadurch sein Gehör; nach zweimaliger Anwendung erlangt er ein gutes Gedächtnis, nach dreimaliger nimmt er das Gehörte in sich auf; wendet man es viermal zwölf Nächte lang an, überwindet man alle Verfehlung, es entsteht eine Sehkraft wie die des Garuḍa, und man erlangt hundert Jahre Lebensspanne. Man kann auch je zwei Pala frischer Vacā auskochen und trinken; die Speise ist dieselbe wie zuvor, ebenso die Jahre und die Segnungen wie zuvor.
vacāśatapākaṃ vā sarpirdroṇamupayujya pañcavarṣaśatāyurbhavati galagaṇḍāpacīślīpadasvaramedāṃścāpahantīti
Oder man wende hundertfach mit Vacā gekochtes Ghī an - man erlangt fünfhundert Jahre Lebensspanne; es beseitigt Kropf, Skrofulose, Elephantiasis, Stimmstörungen und Fettleibigkeit.
ata ūrdhvaṃ pravakṣyāmi āyuṣkāmarasāyanam mantrauṣadhasamāyuktaṃ saṃvatsaraphalapradam
Im Folgenden werde ich das *rasāyana* für Langlebigkeit Begehrende darlegen, das Mantra (heilige Formel) mit Heilkraut verbindet und binnen eines Jahres seine Frucht schenkt.
bilvasya cūrṇaṃ puṣye tu hutaṃ vārān sahasraśaḥ śrīsūktena naraḥ kalye sasuvarṇaṃ dine dine
Bilva-Pulver opfere man im Sternbild Puṣya tausendmal ins Feuer, mit dem Śrīsūkta rezitiert; frühmorgens, Tag für Tag, nehme der Mann es mit Gold versetzt ein.
sarpirmadhuyutaṃ lihyādalakṣmīnāśanaṃ param tvacaṃ vihāya bilvasya mūlakvāthaṃ dine dine
Man lecke es mit Ghī und Honig versetzt - dies vertreibt höchstes Unglück. Ohne die Rinde koche man täglich einen Sud aus der Bilva-Wurzel
prāśnīyāt payasā sārdhaṃ snātvā hutvā samāhitaḥ daśasāhasramāyuṣyaṃ smṛtaṃ yuktarathaṃ bhavet
und esse ihn zusammen mit Milch, nachdem man gebadet, geopfert hat und gesammelten Geistes ist; er gilt als lebensspendend für zehntausend Jahre und macht den Anwendenden zu einem, dessen Lebensgeleise fest bleibt.
hutvā bisānāṃ kvāthaṃ tu madhulājaiśca saṃyutam amoghaṃ śatasāhasraṃ yuktaṃ yuktarathaṃ smṛtam
Opfert man den Sud von Lotoswurzeln, mit Honig und geröstetem Reis versetzt, ins Feuer, so gilt dies als untrüglich, hunderttausendfach wirksam und verleiht ein festes Lebensgeleise.
suvarṇaṃ padmabījāni madhu lājāḥ priyaṅgavaḥ gavyena payasā pītamalakṣmīṃ pratiṣedhayet
Gold, Lotossamen, Honig, gerösteter Reis und Priyaṅgu, mit Kuhmilch getrunken, wehren Unglück ab.
nīlotpaladalakvātho gavyena payasā śṛtaḥ sasuvarṇastilaiḥ sārdhamalakṣmīnāśanaḥ smṛtaḥ
Der Sud aus blauen Lotosblütenblättern, mit Kuhmilch gekocht, mit Gold und zusammen mit Sesam versetzt, gilt als Vertreiber des Unglücks.
gavyaṃ payaḥ suvarṇaṃ ca madhūcchiṣṭaṃ ca mākṣikam pītaṃ śatasahasrābhihutaṃ yuktarathaṃ smṛtam
Kuhmilch, Gold, Bienenwachs und Honig, hunderttausendfach geweiht und getrunken, gelten als lebensgeleise-festigend.
vacāghṛtasuvarṇaṃ ca bilvacūrṇamiti trayam medhyamāyuṣyamārogyapuṣṭisaubhāgyavardhanam
Vacā-Ghī, Gold und Bilva-Pulver - diese drei mehren Geistesschärfe, Lebensdauer, Gesundheit, Kraft und Wohlergehen.
vāsāmūlatulākvāthe tailamāvāpya sādhitam hutvā sahasramaśnīyānmedhyamāyuṣyamucyate
Im Sud aus einer Tulā Vāsā-Wurzel bereitetes Öl, nach tausendfacher Feueropferung gegessen, gilt als Geistesschärfe und Lebensdauer mehrend.
yāvakāṃstāvakān khādedabhibhūya yavāṃstathā pippalīmadhusaṃyuktān śikṣā caraṇavadbhavet
Wer Gerstenbrei aus gestampfter Gerste isst, mit langem Pfeffer und Honig versetzt, dessen Wissen festigt sich wie eine durchlaufene Lehrtradition.
madhvāmalakacūrṇāni suvarṇamiti ca trayam prāśyāriṣṭagṛhīto'pi mucyate prāṇasaṃśayāt
Wer Honig, Āmalakī-Pulver und Gold - diese drei - zu sich nimmt, wird selbst von einem tödlichen Vorzeichen befallen von der Lebensgefahr befreit.
śatāvarīghṛtaṃ samyagupayuktaṃ dine dine sakṣaudraṃ sasuvarṇaṃ ca narendraṃ sthāpayedvaśe
Śatāvarī-Ghī, Tag für Tag richtig angewendet, mit Honig und Gold versetzt, bringt selbst einen Fürsten in die eigene Gewalt.
gocandanā mohanikā madhukaṃ mākṣikaṃ madhu suvarṇamiti saṃyogaḥ peyaḥ saubhāgyamicchatā
Gocandanā, Mohanikā, Süßholz, Bienenwachs, Honig und Gold - diese Mischung trinke, wer Wohlergehen und Glück begehrt.
padmanīlotpalakvāthe yaṣṭīmadhukasaṃyute sarpirāsāditaṃ gavyaṃ sasuvarṇaṃ sadā pibet
Im Sud aus Lotos und blauem Lotos, versetzt mit Süßholz, gewonnenes Kuh-Ghī trinke man stets mit Gold versetzt,
payaścānupibet siddhaṃ teṣāmeva samudbhave alakṣmīghnaṃ sadā'yuṣyaṃ rājyāya subhagāya ca
und trinke danach Milch nach, die aus denselben Kräutern bereitet wurde - dies vertreibt stets Unglück, mehrt das Leben und dient dem Königtum wie dem Glück.
yatra nodīrito mantro yogeṣveteṣu sādhane śabditā tatra sarvatra gāyatrī tripadā bhavet
Wo bei diesen Rezepturen zur Bereitung kein Mantra genannt wurde, dort werde überall die dreifüßige Gāyatrī als Mantra gesprochen.
pāpmānaṃ nāśayantyetā dadyuścauṣadhayaḥ śriyam kuryurnāgabalaṃ cāpi manuṣyamamaropamam
Diese Heilkräuter vernichten Sünde, verleihen Glück und Reichtum und verleihen dem Menschen die Kraft eines Elefanten, so dass er einem Unsterblichen gleicht.
satatādhyayanaṃ vādaḥ paratantrāvalokanam tadvidyācāryasevā ca buddhimedhākaro gugiṇiḥ
Beständiges Studium, Disputation, das Betrachten fremder Lehrwerke sowie das Dienen an Lehrern jener Wissenschaft - dies sind, für den Tugendhaften, Quellen von Verstand und Geistesschärfe.
āyuṣyaṃ bhojanaṃ jīrṇe vegānāṃ cāvidhāraṇam brahmacaryamahiṃsā ca sāhasānāṃ ca varjanam
Speise erst nach vollständiger Verdauung der vorherigen einzunehmen, Naturdränge nicht zu unterdrücken, Enthaltsamkeit (*brahmacarya*, geschlechtliche Enthaltsamkeit), Gewaltlosigkeit sowie das Meiden voreiliger, unbedachter Handlungen - all dies fördert langes Leben.