athāto bhagandarāṇāṃ cikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Behandlung der *bhagandara* (Analfisteln) erklären.
Suśruta-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das Kapitel über bhagandara, die Analfistel, unterscheidet fünf Formen, von denen zwei als unheilbar gelten, während die übrigen nur mit großer Mühe zu bessern sind. Behandelt wird zunächst mit dem elfgliedrigen Reinigungsverfahren bei noch unreifer Fistel, danach operativ mit Sonde, Messer, Ätzmittel oder Feuer, wobei besondere Sorgfalt der vielkanaligen śataponaka („hundertlöchrige“ Form) und der uṣṭragrīva („kamelhalsförmigen“ Fistel) gilt, um eine zu weite Öffnung und den daraus folgenden unkontrollierten Abgang von Kot und Urin zu vermeiden. Zahlreiche Öl- und Pastenrezepturen aus Trivṛt, Dantī, Mañjiṣṭhā und der Nyagrodha-Gruppe dienen der Reinigung und Wundheilung, bei Kindern werden ausdrücklich nur milde Mittel empfohlen. Das Kapitel verweist wiederholt auf die im Dvivraṇīya-Kapitel dargelegte allgemeine Wundlehre und zeigt, wie eng die Fistelbehandlung an die dortige Systematik anknüpft.
athāto bhagandarāṇāṃ cikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Behandlung der *bhagandara* (Analfisteln) erklären.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.
pañca bhagandarā vyākhyātāḥ teṣvasādhyaḥ śambūkāvartaḥ śalyanimittaśca śeṣāḥ kṛcchrasādhyāḥ
Fünf Arten von *bhagandara* wurden dargelegt; von diesen sind die schneckenhausförmig gewundene (*śambūkāvarta*) und die durch einen Fremdkörper (*śalya*) verursachte unheilbar, die übrigen nur mit großer Mühe heilbar.
tatra bhagandarapiḍakopadrutamāturamapatarpaṇādivirecanāntenaikādaśavidhenopakrame-ṇopakrametāpakvapiḍakaṃ pakveṣu copasnigdhamavagāhasvinnaṃ śayyāyāṃ sannive-śyārśasamiva yantrayitvā bhagandaraṃ samīkṣya parācīnamavācīnaṃ vā tataḥ praṇi-dhāyaiṣaṇīmunnamya sāśayamuddharecchastreṇa antarmukhe caivaṃ samyagyantraṃ praṇidhāya pra-vāhamāṇasya bhagandaramukhamāsādyaiṣaṇīṃ dattvā śastraṃ pātayet āsādya vā'gni kṣāraṃ ceti etat sāmānyaṃ sarveṣu
Dabei soll der Arzt einen von einer *bhagandara*-Geschwulst geplagten Kranken, solange sie noch unreif ist, mit dem elfgliedrigen Verfahren behandeln, das von *apatarpaṇa* (Entkräftung/Fasten) bis zu *virecana* (Abführen) reicht; ist sie aber gereift, so lege man den Kranken, nachdem man ihn eingeölt und im Sitzbad gedämpft hat, wie bei Hämorrhoiden auf das Lager und binde ihn fest; dann untersuche man die Fistel, ob sie rückwärts oder vorwärts verläuft, führe eine Sonde (*eṣaṇī*) ein, hebe sie an und entferne den Fistelgang samt seinem Inhalt mit dem Messer (*śastra*); bei einer nach innen mündenden, blinden Fistel lege man das Instrument (*yantra*) ebenso sorgfältig an, und wenn es beim Vortreiben die Mündung der Fistel erreicht, führe man die Sonde ein und lasse das Messer fallen, oder man wende, sobald man die Stelle erreicht hat, Feuer (*agni*) oder Ätzmittel (*kṣāra*) an. Dies ist die allgemeine Regel für alle Fisteln.
viśeṣatastu nāḍyantare vraṇān kuryādbhiṣak tu śataponake tatasteṣūparūḍheṣu śeṣā nāḍīrupācaret
Insbesondere soll der Arzt bei der *śataponaka* (der „hundertlöchrigen“ Fistelform) mehrere Wunden anlegen; sind diese verheilt, behandle er die übrigen Fistelgänge (*nāḍī*).
gatayo'nyonyasaṃbaddhā bāhyāśchedyāstvanekadhā nāḍīranabhisaṃbaddhā yaśchinattyekadhā bhiṣak
Die miteinander verbundenen äußeren Gänge soll er an mehreren Stellen durchtrennen; eine *nāḍī*, die nicht mit anderen verbunden ist, durchtrenne er nur an einer Stelle.
sa kuryādvivṛtaṃ jantorvraṇaṃ gudavidāraṇam tasya tadvivṛtaṃ mārgaṃ viṇmūtramanugacchati
Wer sie zu weit öffnet, verursacht dem Kranken eine übermäßig klaffende Wunde, eine Zerreißung des Afters; durch diesen offenen Weg gelangen dann Kot und Urin unkontrolliert nach außen.
āṭopaṃ gudaśūlaṃ ca karoti pavano bhṛśam tatrādhigatatantro'pi bhiṣaṅmuhyedasaṃśayam
Dies verursacht Blähungen und heftige Afterschmerzen, da der Wind (*vāta*, Wind-Doṣa) eindringt; dabei gerät selbst ein in seiner Kunst erfahrener Arzt zweifellos in Verwirrung.
tasmānna vivṛtaḥ kāryo vraṇastu śataponake vyādhau tatra bahucchidre bhiṣajā vai vijānatā
Deshalb soll ein kundiger Arzt bei dieser vielöffnigen Krankheit, der *śataponaka*, keine übermäßig offene Wunde anlegen.
ardhalāṅgalakaśchedaḥ kāryo lāṅgalako'pi vā sarvatobhadra kovā'pi kāryo gotīrthako'pi vā
Man soll einen halbpflugscharförmigen (*ardhalāṅgalaka*) oder pflugscharförmigen (*lāṅgalaka*) Schnitt anlegen, oder einen allseits günstigen, kreuzförmigen (*sarvatobhadra*), oder auch einen kuhfurtförmigen (*gotīrthaka*) Schnitt.
sarvataḥ srāvamārgāṃstu dahedvaidyastathā'gninā sukumārasya bhīrorhi duṣkaraḥ śataponakaḥ
Alle Ausflusswege soll der Arzt ebenso mit Feuer veröden; denn bei einem zarten, ängstlichen Patienten ist die *śataponaka* schwer zu behandeln.
rujāsrāvāpahaṃ tatra svedamāśu prayojayet svedadra vyairyathoddiṣṭaiḥ kṛśarāpāyasādibhiḥ
Dabei wende man sogleich eine schmerz- und ausflussstillende Schwitzbehandlung (*sveda*) an, mit den dafür vorgeschriebenen Schwitzmitteln wie Kṛśarā (Reis-Hülsenfrüchte-Brei) und Pāyasa (Milchreis).
grāmyānūpaudakairmāṃsairlāvādyairvā'pi viṣkiraiḥ vṛkṣādanīmathairaṇḍaṃ bilvādiṃ ca gaṇaṃ tathā
Man verwende Fleisch von zahmen, Sumpf- und Wassertieren, oder von Wachteln und anderen scharrenden Vögeln, sowie Vṛkṣādanī, Eraṇḍa (Rizinus), Bilva und die übrigen Pflanzen dieser Gruppe.
kaṣāyaṃ sukṛtaṃ kṛtvā snehakumbhe niṣecayet nāḍīsvedena tenāsya taṃ vraṇaṃ svedayedbhiṣak
Nachdem man daraus einen gut zubereiteten Sud hergestellt hat, gieße man ihn in ein Ölgefäß; mit dieser Röhrenschwitzung (*nāḍīsveda*) dämpfe der Arzt jene Wunde.
tilairaṇḍātasīmāṣayavagodhūmasarṣapān lavaṇānyamlavargaṃ ca sthālyāmevopasādhayet
Sesam, Rizinus, Lein, Bohnen, Gerste, Weizen und Senf, Salze und die Gruppe der sauren Substanzen koche man zusammen in einem Topf.
āturaṃ svedayettena tathā sidhyati kurvataḥ svinnaṃ ca pāyayedenaṃ kuṣṭhaṃ ca lavaṇāni ca
Damit bähe man den Kranken; so gelingt die Behandlung. Dem Gebähten gebe man dann einen Trank mit Kuṣṭha (Costuswurzel) und Salzen.
vacāhiṅgvajamodaṃ ca samabhāgāni sarpiṣā mārdvīkenāthavā'mlena surāsauvīrakeṇa vā
Vacā (Kalmus), Hiṅgu (Asafoetida) und Ajamodā zu gleichen Teilen gebe man mit Ghee, oder mit Traubenwein, oder mit saurem Reisschleim-Getränk (Sauvīraka) oder Bier (Surā).
tato madhukatailena tasya siñcedbhiṣagvraṇam pariṣiñcedgudaṃ cāsya tailairvātarujāpahaiḥ
Danach besprenge der Arzt jene Wunde mit Süßholzöl und übergieße den After mit Ölen, die den *vāta*-bedingten Schmerz beseitigen.
vidhinā'nena viṇmūtraṃ svamārgamadhigacchati anyecopadra vāstīvrāḥ sidhyantyatra na saṃśayaḥ
Durch dieses Verfahren gelangen Kot und Urin wieder auf ihren normalen Weg; auch die übrigen, selbst heftigen Begleitkrankheiten (*upadrava*) werden dabei zweifellos geheilt.
śataponaka ākhyāta uṣṭragrīve kriyāṃ śṛṇu athoṣṭragrīvameṣitvā chittvā kṣāraṃ nipātayet
Damit ist die *śataponaka* beschrieben; höre nun die Behandlung der *uṣṭragrīva* (der „kamelhalsförmigen“ Fistel). Man suche ihren Gang auf, schneide ihn und träufle Ätzmittel hinein.
pūtimāṃsavyapohārthamagniratra na pūjitaḥ athainaṃ ghṛtasaṃsṛṣṭaistilaiḥ piṣṭaiḥ pralepayet
Um faulendes Fleisch zu entfernen, ist Feuer hier nicht angezeigt; man bestreiche sie vielmehr mit zerriebenem, mit Ghee vermischtem Sesam.
bandhaṃ tato'nukurvīta pariṣekaṃ tu sarpiṣā tṛtīye divase muktvā yathāsvaṃ śodhayedbhiṣak
Danach lege man einen Verband an und begieße die Wunde mit Ghee; am dritten Tag löse man ihn, und der Arzt reinige sie in der gebotenen Weise.
tataḥ śuddhaṃ viditvā ca ropayettu yathākramam utkṛtyāsrāvamārgaṃstu parisrāviṇi buddhimān
Sobald man erkennt, dass sie gereinigt ist, lasse man sie der Reihe nach vernarben; ist die Fistel stark absondernd, soll der kundige Arzt die Ausflusswege ausschneiden.
kṣāreṇa vā srāvagatiṃ daheddhutavahena vā sukhoṣṇenāṇutailena secayedgudamaṇḍalam
Oder man veröde den Ausflussgang mit Ätzmittel oder mit Feuer; danach besprenge man den Afterbereich mit angenehm warmem Aṇu-Öl.
upanāhāḥ pradehāśca mūtrakṣārasamanvitāḥ vāmanīyauṣadhaiḥ kāryāḥ pariṣekāśca mātrayā
Feuchtwarme Umschläge (*upanāha*) und Salbenauflagen (*pradeha*), versetzt mit Urin und Ätzmittel, sowie Übergießungen (*pariṣeka*) mit brechenerregenden Heilmitteln soll man in angemessener Dosis anwenden.
mṛdubhūtaṃ viditvainamalpasrāvaruganvitam gatimanviṣya śastreṇa chindyāt kharjūrapatrakam
Sobald man erkennt, dass sie weich geworden und nur noch mit geringem Ausfluss und Schmerz verbunden ist, suche man den Gang auf und schneide ihn mit dem Messer in Form eines Dattelpalmenblattes.
candrā rdhaṃ candra cakraṃ ca sūcīmukhamavāṅmukham chittvā'gninā dahet samyagevaṃ kṣāreṇa vā punaḥ
Man schneide halbmondförmig, mondscheibenförmig, nadelspitz oder abwärts gerichtet; danach veröde man die Wunde sorgfältig entweder mit Feuer oder wiederum mit Ätzmittel.
tataḥ saṃśodhanaireva mṛdupūrvairviśodhayet bahirantarmukhaścāpi śiśoryasya bhagandaraḥ
Danach reinige man sie gründlich, zunächst mit milden Reinigungsmitteln. Ist bei einem Kind die *bhagandara* nach außen oder nach innen geöffnet,
tasyāhitaṃ virekāgniśastrakṣārāvacāraṇam yadyanmṛdu ca tīkṣṇaṃ ca tattattasyāvacārayet
so ist für dieses Kind die Anwendung von Abführmitteln, Feuer, Messer und Ätzmittel schädlich; man wende bei ihm jeweils nur das an, was mild und dennoch wirksam ist.
āragvadhaniśākālācūrṇaṃ madhughṛtāplutam agravartipraṇihitaṃ vraṇānāṃ śodhanaṃ hitam
Ein Pulver aus Āragvadha (Goldregen), Kurkuma und Kālā, mit Honig und Ghee getränkt, als Stäbchen in die Wunde eingeführt, ist ein wohltuendes Reinigungsmittel für Wunden.
yogo'ya nāśayatyāśu gatiṃ meghamivānilaḥ āgantuje bhiṣaṅnāḍīṃ śastreṇotkṛtya yatnataḥ
Dieses Rezept beseitigt den Fistelgang so schnell, wie der Wind eine Wolke vertreibt. Bei einer durch äußere Einwirkung entstandenen Fistel schneide der Arzt die *nāḍī* sorgfältig mit dem Messer heraus
jambvoṣṭhenāgnivarṇena taptayā vā śalākayā dahedyathoktaṃ matimāṃstaṃ vraṇaṃ susamāhitaḥ
und veröde jene Wunde, wie vorgeschrieben, mit einer feuerfarben glühenden, aus Jambu-Holz gefertigten oder erhitzten Sonde; dies tue der kluge Arzt mit großer Sorgfalt.
kṛmighnaṃ ca vidhiṃ kuryācchalyānayanameva ca pratyākhyāyaiṣa cārabhyo varjyaścāpi tridoṣajaḥ
Man wende auch ein wurmtötendes Verfahren an sowie die Entfernung eines Fremdkörpers; von der Behandlung sehe man ab, wenn sie aussichtslos ist, und meide auch die durch alle drei Doṣa gemeinsam (*tridoṣaja*) verursachte Fistel.
etat karma samākhyātaṃ sarveṣāmanupūrvaśaḥ eṣāṃ tu śastrapatanādvedanā yatra jāyate
Damit ist dieses Verfahren für alle Fisteln der Reihe nach dargelegt. Wo jedoch durch den Schnitt Schmerz entsteht,
tatrāṇutailenoṣṇena pariṣekaḥ praśasyate vātaghnauṣadhasaṃpūrṇāṃ sthāladyaṃ chidra śarāvikām
dort wird eine Übergießung mit warmem Aṇu-Öl empfohlen, ebenso eine mit *vāta*-besänftigenden Heilmitteln gefüllte durchlöcherte Schale über einem Topf.
snehābhyaktagudastaptāmadhyāsīta sabāṣpikām nāḍyā vā'syāharet svedaṃ śayānasya rujāpaham uṣṇodake'vagāhyo vā tathā śāmyati vedanā
Man setze sich mit eingeöltem After auf diese erhitzte, dampfende Schale; oder man leite dem liegenden Patienten mittels eines Rohres eine schmerzstillende Dämpfung zu; oder man lasse ihn in warmem Wasser baden – so beruhigt sich der Schmerz.
kadalīmṛgalopākapriyakājinasaṃbhṛtān kārayedupanāhāṃśca sālvaṇādīn vicakṣaṇaḥ
Der erfahrene Arzt bereite Umschläge aus Bananenblatt, dem Fell des Mṛgalopāka und des Priyaka-Wildes, samt Salz und dergleichen.
kaṭutrikaṃ vacāhiṅgulavaṇānyatha dīpyakam pāyayeccāmlakaulatthasurāsauvīrakādibhiḥ
Kaṭutrika (die drei Scharfen), Vacā, Hiṅgu, Salze und Dīpyaka gebe man, vermischt mit sauren Substanzen, Kulattha-Sud, Surā oder Sauvīraka, zu trinken.
jyotiṣmatīlāṅgalakīśyāmādantītrivṛttilāḥ kuṣṭhaṃ śatāhvā golomī tilvako girikarṇikā
Jyotiṣmatī, Lāṅgalakī, Śyāmā, Dantī, Trivṛt, Sesam, Kuṣṭha, Śatāhvā (Dill), Golomī, Tilvaka, Girikarṇikā –
kāsīsaṃ kāñcanakṣīryau vargaḥ śodhana iṣyate trivṛttilā nāgadantī mañjiṣṭhā payasā saha
Kāsīsa (Eisenvitriol), Kāñcana und Kṣīrī – diese Gruppe gilt als reinigend. Trivṛt, Sesam, Nāgadantī und Mañjiṣṭhā mit Milch vermengt –
utsādanaṃ bhavedetat saindhavakṣaudra saṃyutam rasāñjanaṃ haridre dve mañjiṣṭhānimbapallavāḥ
dies ergibt, mit Steinsalz und Honig versetzt, eine Abreibesalbe (*utsādana*). Rasāñjana, die beiden Kurkuma-Arten, Mañjiṣṭhā und Nimba-Sprossen –
trivṛttejovatīdantīkalko nāḍīvraṇāpahaḥ kuṣṭhaṃ trivṛttilā dantī māgadhyaḥ saindhavaṃ madhu
eine Paste aus Trivṛt, Tejovatī und Dantī beseitigt Fistelwunden. Kuṣṭha, Trivṛt, Sesam, Dantī, Māgadhī (langer Pfeffer), Steinsalz und Honig –
rajanī triphalā tutthaṃ hitaṃ syādvraṇaśodhanam māgadhyo madhukaṃ rodhraṃ kuṣṭhamelā hareṇavaḥ
Kurkuma, Triphalā, Tuttha (Kupfersulfat) – dies ist ein wohltuendes Wundreinigungsmittel. Māgadhī, Süßholz, Rodhra, Kuṣṭha, Kardamom, Hareṇu –
samaṅgā dhātakī caiva sārivā rajanīdvayam priyaṅgavaḥ sarjarasaḥ padmakaṃ padmakesaram
Samaṅgā, Dhātakī, Sārivā, die beiden Kurkuma-Arten, Priyaṅgu, Sarjarasa (Harz), Padmaka und Padmakesara (Lotusstaubgefäße) –
sudhā vacā lāṅgalakī madhūcchiṣṭaṃ sasaindhavam etat saṃbhṛtya saṃbhāraṃ tailaṃ dhīro vipācayet
Sudhā, Vacā, Lāṅgalakī, Bienenwachs mit Steinsalz – nachdem der kundige Arzt diese Zutaten zusammengetragen hat, koche er daraus ein Öl.
etadvai gaṇḍamālāsu maṇḍaleṣvatha mehiṣu ropaṇārthaṃ hitaṃ tailaṃ bhagandaravināśanam
Dieses Öl ist wohltuend zur Wundheilung bei Halslymphknotenschwellungen (*gaṇḍamālā*), bei Hautflecken (*maṇḍala*) und bei Harnleiden (*meha*); es zerstört die *bhagandara*.
nyagrodhādigaṇaścaiva hitaḥ śodhanaropaṇe tailaṃ ghṛtaṃ vā tatpakvaṃ bhagandaravināśanam
Auch die Nyagrodhādi-Gruppe (Feigenbaum-Gruppe) ist zur Reinigung und Wundheilung wohltuend; ein damit gekochtes Öl oder Ghee zerstört die *bhagandara*.
trivṛddantīharidrā rkamūlaṃ lohāśvamārakau viḍaṅgasāraṃ triphalā snuhyarkapayasī madhu
Trivṛt, Dantī, Kurkuma, Arka-Wurzel, Eisen und Aśvamāraka, der Kernextrakt von Viḍaṅga, Triphalā, der Milchsaft von Snuhī und Arka, und Honig –
madhūcchiṣṭasamāyuktaistailametairvipācayet bhagandaravināśārthametadyojyaṃ viśeṣataḥ
mit diesen, zusammen mit Bienenwachs, koche man ein Öl; dies ist besonders zur Vernichtung der *bhagandara* anzuwenden.
citrakārkau trivṛtpāṭhe malapūṃ hayamārakam sudhāṃ vacāṃ lāṅgalakīṃ saptaparṇaṃ suvarcikām
Citraka, Arka, Trivṛt, Pāṭhā, Malapū, Hayamāraka, Sudhā, Vacā, Lāṅgalakī, Saptaparṇa, Suvarcikā (Salpeter) –
jyotiṣmatīṃ ca sambhṛtya tailaṃ dhīro vipācayet etaddhi syandanaṃ tailaṃ bhṛśaṃ dadyādbhagandare
und Jyotiṣmatī – nachdem man diese zusammengetragen hat, koche der kundige Arzt ein Öl daraus. Dieses fließfähige Öl gebe man reichlich bei *bhagandara*.
śodhanaṃ ropaṇaṃ caiva savarṇakaraṇaṃ tathā dvivraṇīyamavekṣeta vraṇāvasthāsu buddhimān
Reinigung, Wundheilung und ebenso die Wiederherstellung der Hautfarbe (*savarṇakaraṇa*) – der kluge Arzt beachte dabei, was im Dvivraṇīya-Kapitel über die Wundstadien gesagt ist.
chidrā dūrdhvaṃ haredoṣṭhamarśoyantrasya yantravit tato bhagandare dadyādetadardhendusannibham
Oberhalb der Öffnung ziehe der im Gebrauch der Instrumente Kundige die Lippe der Hämorrhoidenzange (*arśoyantra*) heran; danach lege man sie halbmondförmig an die *bhagandara* an.
vyāyāmaṃ maithunaṃ kopaṃ pṛṣṭhayānaṃ gurūṇi ca saṃvatsaraṃ parihareduparūḍhavraṇo naraḥ
Ein Mann, dessen Wunde verheilt ist, meide ein Jahr lang körperliche Anstrengung, Geschlechtsverkehr, Zorn, das Reiten und schwere Speisen.