Kapitel 10: yudhiṣṭhiraparidevanam
Yudhiṣṭhiras Klage über den bitteren Sieg und sein Gang zum Schlachtfeld der Erschlagenen
Nach dem nächtlichen Überfall meldet Dhṛṣṭadyumnas Wagenlenker den Tod der Söhne und des Heeres; Yudhiṣṭhira bricht zusammen, klagt über den Sieg, der zur Niederlage wurde, und sendet Nakula nach Draupadī.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als jene Nacht vergangen war, meldete der Wagenlenker des Dhṛṣṭadyumna dem Dharmakönig, dass das Gemetzel im Schlaf angerichtet worden war.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf. 3.Sg.)
tasyāṃ rātryāṃ vyatītāyāṃ
als jene Nacht vergangen war (Lok. abs. f.)
dhṛṣṭadyumnasya sārathiḥ
der Wagenlenker des Dhṛṣṭadyumna (Gen./Nom.)
śaśaṃsa dharmarājāya
meldete dem Dharmakönig (Perf. 3.Sg./Dat.)
sauptike kadanaṃ kṛtam
das im Schlaf-Kampf [= während des Schlafes] angerichtete Gemetzel (Lok./Akk. n., Part. Pass.)
[Es war wie bei einem Wald,] der sich unter der Last der Früchte neigt und von den Rufen vielerlei Vögel widerhallt.
Wort für Wort
vighuṣṭanānāvihaga
von vielerlei Vögeln laut durchtönt (Kompositum, Gen. Sg.)
phalabhārānatasya ha
der sich unter der Last der Früchte gebeugt hat (Gen. Sg., Part.; Partikel)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; grammatisch unvollständig, Bezug auf vanasya in 010.005 bzw. ergänzt. [Anm.: Einordnung unsicher.]
Als Kuntīs Sohn das Bewusstsein wiedererlangt hatte, klagte er, obwohl er die Feinde besiegt hatte, danach als Besiegter, jammervoll und mit vor Kummer verwirrter Stimme.
Wort für Wort
labdhacetās tu kaunteyaḥ
der das Bewusstsein wiedererlangt hatte, Kuntīs Sohn (Nom.)
śokavihvalayā girā
mit vor Kummer verstörter Stimme (Instr. f.)
jitvā śatrūñ jitaḥ paścāt
die Feinde besiegt habend, danach besiegt (Abs./Akk. Pl./Part. Pass.)
durvidā gatir arthānām api ye divyacakṣuṣaḥ; jīyamānā jayanty anye jayamānā vayaṃ jitāḥ
„Schwer zu durchschauen ist der Verlauf der Dinge, selbst für die, welche göttliche Augen haben: Die Besiegten siegen, andere [siegen]; wir, die wir siegen, sind besiegt.
Wort für Wort
durvidā gatir arthānām
schwer erkennbar ist der Gang der Dinge (Nom. f./Gen. Pl.)
api ye divyacakṣuṣaḥ
selbst für die, welche göttliche Augen haben (Nom. Pl.)
jīyamānā jayanty anye
besiegt werdend siegen andere (Part. Pass. Nom. Pl./3.Pl.)
jayamānā vayaṃ jitāḥ
wir, siegend, sind besiegt (Part. Präs./Nom./Part. Pass.)
Zweiter Pāda: Ergänzung des Verbs „sind“ (nicht im Text); syntaktisch knapp.
Denn Unheil gleicht dem Gewinn, und Gewinn hat den Anschein von Unheil; dieser Sieg hat die Gestalt einer Niederlage; darum ist der Sieg eine Niederlage.
Wort für Wort
anartho hy arthasaṃkāśas
denn Unheil, dem Nutzen gleichend (Nom./Kompositum)
tathārtho 'narthadarśanaḥ
so [ist] Nutzen, dem Unheil ähnlich aussehend (Nom.)
jayo 'yam ajayākāro
dieser Sieg, von der Gestalt der Niederlage (Nom./Nom.)
Wenn man nach dem Sieg hinterher wie ein ins Unglück Geratener leidet, der Verblendete – wie sollte er das als Sieg ansehen? Dadurch ist er mehr besiegt als von den Feinden.
Wort für Wort
yaṃ jitvā tapyate paścād
nachdem man [ihn] besiegt hat, leidet man danach (Akk./Abs./Präs. Med. 3.Sg.) [?]
āpanna iva durmatiḥ
wie ein Ins-Unglück-Geratener, der Törichte (Part. Pass./Nom.)
kathaṃ manyeta vijayaṃ
wie sollte er als Sieg ansehen (Opt. 3.Sg./Akk.)
tato jitataraḥ paraiḥ
dadurch mehr besiegt als von den Feinden (Abl./Komp. Nom./Instr. Pl.)
Bezug des Relativpronomens yam unklar (Sieg oder Gegner); Wiedergabe sinngemäß.
Um derentwillen [wir kämpften] – pfui auf den sündhaften Sieg im Morden der Freunde! Denn von den Besiegten, die nicht nachlässig waren, sind wir Scheinsieger besiegt.
Wort für Wort
yeṣām arthāya
um derentwillen (Gen. Pl./Dat.)
pāpasya dhig jayasya suhṛdvadhe
des sündhaften Sieges wegen, pfui, im Morden der Freunde (Gen./Interj./Lok.)
nirjitair apramattair hi
denn von den Besiegten, den Nichtnachlässigen (Instr. Pl.)
vijitā jitakāśinaḥ
besiegt sind die als Sieger Erscheinenden (Nom. Pl.)
Der Bezug von yeṣām und die Konstruktion des ersten Halbverses sind verkürzt; Sinn sinngemäß erschlossen.
Dessen, der Ohren-Pfeile [als Pfeilspitzen] und Röhren als Zähne [hatte], im Kampf das Schwert als Zunge, mit dem Bogen als aufgesperrtem Rachen, des Schrecklichen, der mit dem Klatschen der Sehne auf die Handfläche brüllte –
Wort für Wort
karṇinālīkadaṃṣṭrasya
dessen Zähne die Karṇin- und Nālīka-Pfeile sind (Gen., Kompositum)
khaḍgajihvasya saṃyuge
dessen Zunge das Schwert ist, im Kampf (Gen./Lok.)
cāpavyāttasya raudrasya
dessen aufgesperrter Rachen der Bogen ist, des Schrecklichen (Gen.)
jyātalasvananādinaḥ
der mit Sehnen- und Handflächen-Klang brüllt (Gen.)
karṇinālīka ist als Pfeilarten aufgefasst; Bezug auf Karṇa (Vers 16), Deutung des Kompositums unsicher [?].
Den Wagen-See mit Wogen aus Pfeilregen, juwelenbesetzt, mit Reihen von Reittieren versehen, mit Speeren und Lanzen als Fischen, Bannern und Elefanten als Krokodilen, mit Bögen als Strudeln und Pfeilen als Gischt,
Wort für Wort
rathahradaṃ śaravarṣormimantaṃ
den Wagen-See, Wogen aus Pfeilregen habend (Akk.)
ratnācitaṃ vāhanarājiyuktam
mit Juwelen besetzt, mit Reihen von Reittieren versehen (Akk.)
śaktyṛṣṭimīnadhvajanāganakraṃ
Speere und Lanzen als Fische, Banner und Elefanten als Krokodile (Akk.)
saṃgrāmacandrodayavegavelaṃ; droṇārṇavaṃ jyātalanemighoṣam; ye terur uccāvacaśastranaubhis; te rājaputrā nihatāḥ pramādāt
den Droṇa-Ozean, dessen Flut aus dem Aufgang des Kampf-Mondes stammt, und dessen Brandung das Dröhnen von Sehne, Handfläche und Radkranz ist – die ihn mit den vielerlei Waffenbooten durchquerten, diese Königssöhne sind aus Nachlässigkeit erschlagen worden.
Wort für Wort
saṃgrāmacandrodayavegavelaṃ
dessen Flutwelle vom Aufgang des Schlachtmondes kommt (Akk.)
droṇārṇavaṃ jyātalanemighoṣam
den Droṇa-Ozean mit Klang von Sehne, Handfläche, Radkranz (Akk.)
ye terur uccāvacaśastranaubhis
die durchquerten mit Booten aus mancherlei Waffen (Perf. 3.Pl./Instr. Pl.)
te rājaputrā nihatāḥ pramādāt
diese Königssöhne sind erschlagen aus Nachlässigkeit (Nom. Pl./Part./Abl.)
Vom Ende von Vers 19 bis hier eine einzige Satzperiode. Deutung von vega/vela nur angenähert.
na hi pramādāt paramo 'sti kaś cid; vadho narāṇām iha jīvaloke; pramattam arthā hi naraṃ samantāt; tyajanty anarthāś ca samāviśanti
Denn es gibt für Menschen in dieser Lebenswelt nichts Größeres als Nachlässigkeit, das den Tod bringt; einen Nachlässigen verlassen die Güter von allen Seiten, und Unheil dringt ein.
Wort für Wort
na hi pramādāt paramo 'sti kaś cid
denn nichts ist höher als Nachlässigkeit (Abl. des Vergleichs/3.Sg.)
vadho narāṇām iha jīvaloke
Tötung [Ursache des Todes] für Menschen hier in der Lebenswelt (Nom./Gen. Pl./Lok.)
pramattam arthā hi naraṃ samantāt
den nachlässigen Mann, die Güter ringsum (Akk./Nom. Pl.)
tyajanty anarthāś ca samāviśanti
verlassen [ihn], und Unheile dringen ein (3.Pl. Präs./Nom. Pl.)
[Das Feuer,] dessen Rauchfahne an den Spitzen der höchsten Banner aufragt, dessen Flammen die Pfeile sind, dessen großer Wind der Zorn ist, dessen Dröhnen Bogen, Sehne, Handfläche und Radkranz sind, in das Panzer und vielerlei Waffen als Opfer eingehen –
Wort für Wort
dhvajottamāgrocchritadhūmaketuṃ
dessen Rauchfahne an den Spitzen der höchsten Banner aufragt (Akk.)
śarārciṣaṃ kopamahāsamīram
dessen Flammen Pfeile, dessen großer Wind Zorn ist (Akk.)
mahādhanurjyātalanemighoṣam
mit dem Dröhnen von großem Bogen, Sehne, Handfläche, Radkranz (Akk.)
tanutranānāvidhaśastrahomam
mit Panzern und vielerlei Waffen als Opfergabe (Akk.)
Bildliches Feuer (Kampf/Bhīṣma), Satz setzt sich in 010.021 fort.
mahācamūkakṣavarābhipannaṃ; mahāhave bhīṣmamahādavāgnim; ye sehur āttāyataśastravegaṃ; te rājaputrā nihatāḥ pramādāt
– den Bhīṣma, den gewaltigen Steppenbrand im großen Kampf, der in das erlesene Dickicht des großen Heeres gefallen ist: Die seine Wucht ertrugen, [während er] die gezückten, erhobenen Waffen [schwang], diese Königssöhne sind aus Nachlässigkeit erschlagen worden.
Wort für Wort
mahācamūkakṣavarābhipannam
in das erlesene Dickicht des großen Heeres gefallen (Akk.)
mahāhave bhīṣmamahādavāgnim
im großen Kampf Bhīṣma, das große Waldfeuer (Lok./Akk.)
ye sehur āttāyataśastravegam
die ertrugen die Wucht der ergriffenen, erhobenen Waffen (Perf. 3.Pl./Akk.)
te rājaputrā nihatāḥ pramādāt
diese Königssöhne sind erschlagen aus Nachlässigkeit (Nom./Part./Abl.)
kakṣavara und āttāyataśastravega sind schwierig; Wiedergabe sinngemäß [?].
na hi pramattena nareṇa labhyā; vidyā tapaḥ śrīr vipulaṃ yaśo vā; paśyāpramādena nihatya śatrūn; sarvān mahendraṃ sukham edhamānam
Denn von einem nachlässigen Mann sind Wissen, Askese, Glück oder weiter Ruhm nicht zu erlangen; sieh: [Wer] mit Wachsamkeit alle Feinde erschlagen hat, [ist] wie Mahendra im Glück gedeihend.
Wort für Wort
na hi pramattena nareṇa labhyā
denn nicht ist von einem nachlässigen Mann zu erlangen (Instr./Gerundiv f.)
vidyā tapaḥ śrīr vipulaṃ yaśo vā
Wissen, Askese, Glück, weiter Ruhm oder (Nom.)
paśyāpramādena nihatya śatrūn
sieh, mit Wachsamkeit die Feinde erschlagen habend (Imp./Instr./Abs.)
sarvān mahendraṃ sukham edhamānam
alle; Mahendra, im Glück gedeihend (Akk./Akk./Part. Präs.)
Der zweite Halbvers ist elliptisch; [wer …, ist wie] Ergänzung.
Sieh diese Fürstensöhne und -enkel, Indra gleich, ohne Unterschied aus Nachlässigkeit erschlagen – wie reiche Kaufleute, die das Meer durchquert haben und dann sorglos in einem schlechten Fluss versinken. Die, welche als Schlafende von Zornigen erschlagen wurden, sind ohne Zweifel in den Himmel eingegangen.
Wort für Wort
indropamān pārthivaputrapautrān
Indra gleiche Königssöhne und -enkel (Akk. Pl.)
paśyāviśeṣeṇa hatān pramādāt
sieh, ohne Unterschied erschlagen aus Nachlässigkeit (Imp./Instr./Part./Abl.)
tīrtvā samudraṃ vaṇijaḥ samṛddhāḥ
das Meer durchquert, reiche Kaufleute (Abs./Akk./Nom. Pl.)
sannāḥ kunadyām iva helamānāḥ
versunken wie in einem schlechten Fluss, sorglos (Part./Lok./Part. Präs.)
amarṣitair ye nihatāḥ śayānā
die von Zornigen erschlagen wurden, als Schlafende (Instr. Pl./Nom. Pl.)
niḥsaṃśayaṃ te tridivaṃ prapannāḥ
zweifellos sind sie in den Himmel gelangt (Adv./Nom./Akk./Part.)
kṛṣṇāṃ nu śocāmi kathaṃ na sādhvīṃ; śokārṇave sādya vinaṅkṣyatīti; bhrātṝṃś ca putrāṃś ca hatān niśamya; pāñcālarājaṃ pitaraṃ ca vṛddham; dhruvaṃ visaṃjñā patitā pṛthivyāṃ; sā śeṣyate śokakṛśāṅgayaṣṭiḥ
Wie sollte ich nicht um die tugendhafte Kṛṣṇā trauern, die nun im Ozean des Kummers untergehen wird, wenn sie erfährt, dass Brüder und Söhne erschlagen sind und ihr alter Vater, der König der Pāñcālas? Sicher wird sie besinnungslos zu Boden gestürzt daliegen, ihre Gestalt, schmal wie ein Stab vor Kummer.
Wort für Wort
kṛṣṇāṃ nu śocāmi kathaṃ na sādhvīṃ
um Kṛṣṇā, wie sollte ich nicht trauern, die Tugendhafte (Akk./1.Sg./Akk.)
śokārṇave sādya vinaṅkṣyatīti
im Ozean des Kummers wird sie heute untergehen (Lok./Fut. 3.Sg.)
bhrātṝṃś ca putrāṃś ca hatān niśamya
Brüder und Söhne erschlagen gehört habend (Akk./Part./Abs.)
pāñcālarājaṃ pitaraṃ ca vṛddham
und den Pāñcāla-König, [ihren] alten Vater (Akk.)
dhruvaṃ visaṃjñā patitā pṛthivyāṃ
sicher besinnungslos auf die Erde gefallen (Adv./Nom./Part./Lok.)
sā śeṣyate śokakṛśāṅgayaṣṭiḥ
sie wird liegen, mit vor Kummer abgemagertem Körper (Fut. Med. 3.Sg./Nom.)
Wie wird sie, an Freuden gewöhnt, diesen aus Kummer geborenen Schmerz nicht ertragen können, getrieben vom Verlust der Söhne und dem Tod der Brüder, wie vom Feuer verbrannt werdend?
Wort für Wort
tac chokajaṃ duḥkham apārayantī
diesen aus Kummer geborenen Schmerz nicht bewältigend (Akk./Part. f.)
kathaṃ bhaviṣyaty ucitā sukhānām
wie wird sie sein, an Freuden gewöhnt (Fut./Nom. f./Gen. Pl.)
putrakṣayabhrātṛvadhapraṇunnā
von Söhneverlust und Brudermord getrieben (Nom. f.)
pradahyamāneva hutāśanena
wie verbrannt werdend vom Feuer (Part. Pass. f./Instr.)
So klagte der bedrängte König der Kurus und sprach zu Nakula: „Geh und bring diese Unglückliche, die Königstochter, hierher, mitsamt der Verwandtschaft ihrer Mutter.“
Wort für Wort
ity evam ārtaḥ paridevayan sa
so, bedrängt, klagend, er (Nom./Part.)
rājā kurūṇāṃ nakulaṃ babhāṣe
der König der Kurus sprach zu Nakula (Nom./Gen. Pl./Akk./Perf.)
gacchānayainām iha mandabhāgyām
geh, bring sie hierher, die Unglückliche (Imp. 2.Sg./Akk. f.)
samātṛpakṣām iti rājaputrīm
mit der Verwandtschaft ihrer Mutter, die Königstochter (Akk. f.)
mādrīsutas tat parigṛhya vākyaṃ; dharmeṇa dharmapratimasya rājñaḥ; yayau rathenālayam āśu devyāḥ; pāñcālarājasya ca yatra dārāḥ
Der Sohn der Mādrī nahm dieses Wort des Königs an, der dem Dharma gleich war, gehorsam nach dem Recht, und fuhr rasch mit dem Wagen zur Wohnstatt der Königin, wo auch die Frauen des Pāñcāla-Königs waren.
Wort für Wort
mādrīsutas tat parigṛhya vākyaṃ
der Sohn der Mādrī, dieses Wort angenommen habend (Nom./Abs./Akk.)
dharmeṇa dharmapratimasya rājñaḥ
rechtmäßig, des dem Dharma gleichen Königs (Instr./Gen.)
yayau rathenālayam āśu devyāḥ
fuhr mit dem Wagen rasch zur Wohnung der Königin (Perf./Instr./Akk./Gen.)
pāñcālarājasya ca yatra dārāḥ
und wo die Frauen des Pāñcāla-Königs [waren] (Gen./Nom. Pl.)
Nachdem der Ājamīḍha-Nachkomme den Sohn der Mādrī fortgeschickt hatte, ging er, von Kummer gequält, mit diesen Freunden, laut weinend, zum Kampfplatz seiner Söhne, der von Scharen von Geistern übersät war.
Wort für Wort
prasthāpya mādrīsutam ājamīḍhaḥ
den Sohn der Mādrī fortgeschickt habend, der Ājamīḍha (Abs./Akk./Nom.)
śokārditas taiḥ sahitaḥ suhṛdbhiḥ
von Kummer gequält, mit jenen Freunden (Nom./Instr. Pl.)
rorūyamāṇaḥ prayayau sutānām
laut weinend, ging zu (Part. Intens./Perf./Gen. Pl.)
āyodhanaṃ bhūtagaṇānukīrṇam
zum Kampfplatz, von Geisterscharen übersät (Akk./Part.)
sa tat praviśyāśivam ugrarūpaṃ; dadarśa putrān suhṛdaḥ sakhīṃś ca; bhūmau śayānān rudhirārdragātrān; vibhinnabhagnāpahṛtottamāṅgān
Er betrat diesen unheilvollen, schrecklich anzusehenden Ort und sah die Söhne, Freunde und Gefährten auf dem Boden liegen, die Glieder blutnass, die Köpfe gespalten, zerbrochen oder geraubt.
Wort für Wort
sa tat praviśyāśivam ugrarūpaṃ
er, dies betreten habend, unheilvoll, von schrecklicher Gestalt (Nom./Abs./Akk.)
dadarśa putrān suhṛdaḥ sakhīṃś ca
sah Söhne, Freunde und Gefährten (Perf./Akk. Pl.)
bhūmau śayānān rudhirārdragātrān
auf dem Boden liegend, mit blutfeuchten Gliedern (Lok./Akk. Pl.)
vibhinnabhagnāpahṛtottamāṅgān
mit gespaltenen, zerbrochenen, geraubten Köpfen (Akk. Pl.)
sa tāṃs tu dṛṣṭvā bhṛśam ārtarūpo; yudhiṣṭhiro dharmabhṛtāṃ variṣṭhaḥ; uccaiḥ pracukrośa ca kauravāgryaḥ; papāta corvyāṃ sagaṇo visaṃjñaḥ
Als er sie erblickte, schrie Yudhiṣṭhira, der Beste der Rechtstragenden, der Vorderste der Kauravas, tief bedrückt in seiner Gestalt, laut auf und stürzte samt seinem Gefolge besinnungslos zu Boden.
Wort für Wort
sa tāṃs tu dṛṣṭvā bhṛśam ārtarūpo
er, sie aber gesehen habend, sehr bedrückt in der Erscheinung (Abs./Nom.)
yudhiṣṭhiro dharmabhṛtāṃ variṣṭhaḥ
Yudhiṣṭhira, der Beste der Rechtstragenden (Nom./Gen. Pl.)
uccaiḥ pracukrośa ca kauravāgryaḥ
laut schrie er, der Vorderste der Kauravas (Perf./Nom.)
papāta corvyāṃ sagaṇo visaṃjñaḥ
und fiel auf die Erde, mit Gefolge, besinnungslos (Perf./Lok./Nom.)