Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sauptikaparva

Kapitel 7: rudrastavaḥ ātmayāgaḥ khaḍgadānaṃ ca Aśvatthāmans Preis Rudras, seine Selbstopferung und das Schwert des Gottes

Aśvatthāman beschließt, den Gott Śiva mit einem Selbstopfer für den nächtlichen Überfall zu gewinnen. Nach der Anrufung erscheint Śivas dämonisches Gefolge; der Gott fährt in Aśvatthāman ein und gibt ihm ein Schwert.

saṃjaya uvāca; sa evaṃ cintayitvā tu droṇaputro viśāṃ pate; avatīrya rathopasthād dadhyau saṃprayataḥ sthitaḥ

Saṃjaya sprach: Nachdem Droṇas Sohn so nachgedacht hatte, Herr der Menschen, stieg er vom Sitz des Wagens herab und versenkte sich, gesammelt dastehend, in Meditation.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
sa evaṃ cintayitvā tu
er, nachdem er so nachgedacht hatte (Nom.Sg., Abs.)
droṇaputro viśāṃ pate
Droṇas Sohn, Herr der Menschen (Nom./Vok.)
avatīrya rathopasthāt
herabgestiegen vom Wagensitz (Abs./Abl.)
dadhyau saṃprayataḥ sthitaḥ
meditierte, gesammelt dastehend (3.Sg.Perf./Nom.)

drauṇir uvāca; ugraṃ sthāṇuṃ śivaṃ rudraṃ śarvam īśānam īśvaram; giriśaṃ varadaṃ devaṃ bhavaṃ bhāvanam avyayam

Drauṇi sprach: [Ich werde verehren] den Furchtbaren, Sthāṇu, den Gütigen, Rudra, Śarva, den Herrscher, den Herrn, den Bergbewohner, den gabenspendenden Gott, Bhava, den unvergänglichen Hervorbringer.

Wort für Wort
drauṇir uvāca
Drauṇi sprach
ugraṃ sthāṇuṃ śivaṃ rudraṃ
den Furchtbaren, Sthāṇu, den Gütigen, Rudra (Akk.Sg.)
śarvam īśānam īśvaram
Śarva, den Herrscher, den Herrn (Akk.Sg.)
giriśaṃ varadaṃ devam
den Bergbewohner, den Gabenspender, den Gott (Akk.Sg.)
bhavaṃ bhāvanam avyayam
Bhava, den Hervorbringer, den Unvergänglichen (Akk.Sg.)

Die Akkusative hängen von yakṣye in Vers 5 ab; ergänzt: „[Ich werde verehren]“.

śitikaṇṭham ajaṃ śakraṃ krathaṃ kratuharaṃ haram; viśvarūpaṃ virūpākṣaṃ bahurūpam umāpatim

den Dunkelhalsigen, den Ungeborenen, den Mächtigen, Kratha, den Opferzerstörer, Hara, den Allgestaltigen, den mit entstellten Augen, den Vielgestaltigen, den Gemahl der Umā.

Wort für Wort
śitikaṇṭham ajaṃ śakram
den Dunkelhalsigen, den Ungeborenen, den Mächtigen (Akk.Sg.)
krathaṃ kratuharaṃ haram
Kratha, den Opferzerstörer, Hara (Akk.Sg.)
viśvarūpaṃ virūpākṣam
den Allgestaltigen, den mit entstellten Augen (Akk.Sg.)
bahurūpam umāpatim
den Vielgestaltigen, den Herrn der Umā (Akk.Sg.)

śiti kann „weiß“ oder „dunkel“ bedeuten; als Epitheton Śivas hier „dunkelhalsig“. Kratha als Name unsicher gedeutet.

śmaśānavāsinaṃ dṛptaṃ mahāgaṇapatiṃ prabhum; khaṭvāṅgadhāriṇaṃ muṇḍaṃ jaṭilaṃ brahmacāriṇam

den auf dem Leichenfeld Wohnenden, den Ungestümen, den großen Herrn der Scharen, den Gebieter, den Träger der Schädelkeule, den Kahlgeschorenen, den Verfilzthaarigen, den Brahmacārin.

Wort für Wort
śmaśānavāsinaṃ dṛptam
den auf dem Leichenfeld Wohnenden, den Ungestümen (Akk.Sg.)
mahāgaṇapatiṃ prabhum
den großen Herrn der Scharen, den Gebieter (Akk.Sg.)
khaṭvāṅgadhāriṇaṃ muṇḍam
den Träger der Khaṭvāṅga-Keule, den Kahlgeschorenen (Akk.Sg.)
jaṭilaṃ brahmacāriṇam
den Verfilzthaarigen, den Brahmacārin (Akk.Sg.)

manasāpy asucintyena duṣkareṇālpacetasā; so 'ham ātmopahāreṇa yakṣye tripuraghātinam

Obwohl er mit dem Geist kaum zu erdenken ist und [seine Verehrung] für einen Kleingeistigen schwer zu vollbringen ist, werde ich, der ich so bin, mit der Darbringung meiner selbst den Bezwinger der drei Burgen verehren.

Wort für Wort
manasāpy asucintyena
selbst mit dem Geist schwer zu erdenken (Instr.Sg.)
duṣkareṇālpacetasā
schwer zu vollbringen, für den Kleingeistigen (Instr.Sg.)
so 'ham
ich, jener (Nom.Sg.)
ātmopahāreṇa
mit der Selbstdarbringung (Instr.Sg.)
yakṣye tripuraghātinam
werde verehren den Töter der drei Burgen (1.Sg.Fut./Akk.Sg.)

Die Instrumentale in Pāda b sind syntaktisch mehrdeutig (auf den Gott oder auf den Verehrer bezogen); gewählt ist die Lesart mit den wenigsten Zusatzannahmen.

stutaṃ stutyaṃ stūyamānam amoghaṃ carmavāsasam; vilohitaṃ nīlakaṇṭham apṛktaṃ durnivāraṇam

den Gepriesenen, den Preiswürdigen, den [gerade] Gepriesenen, den Unfehlbaren, den Felltragenden, den Tiefroten, den Blauhals, den Unvermischten, den schwer Abzuwehrenden.

Wort für Wort
stutaṃ stutyaṃ stūyamānam
den Gepriesenen, den Preiswürdigen, den Gepriesenwerdenden (Akk.Sg.)
amogham
den Unfehlbaren (Akk.Sg.)
carmavāsasam
den in Fell Gekleideten (Akk.Sg.)
vilohitaṃ nīlakaṇṭham
den Tiefroten, den Blauhals (Akk.Sg.)
apṛktaṃ durnivāraṇam
den Unvermischten, den schwer Abzuwehrenden (Akk.Sg.)

śukraṃ viśvasṛjaṃ brahma brahmacāriṇam eva ca; vratavantaṃ taponityam anantaṃ tapatāṃ gatim

den Strahlenden, den Weltschöpfer, Brahman, und auch den Brahmacārin, den Gelübdetreuen, den beständig der Askese Ergebenen, den Endlosen, das Ziel der Asketen.

Wort für Wort
śukraṃ viśvasṛjaṃ brahma
den Strahlenden, den Weltschöpfer, Brahman (Akk.Sg.)
brahmacāriṇam eva ca
und ebenso den Brahmacārin (Akk.Sg.)
vratavantaṃ taponityam
den Gelübdetreuen, den stets in Askese Weilenden (Akk.Sg.)
anantaṃ tapatāṃ gatim
den Endlosen, das Ziel der Asketen (Akk.Sg./Gen.Pl.)

tapatām wörtlich „der Glühenden/Askese Übenden“.

bahurūpaṃ gaṇādhyakṣaṃ tryakṣaṃ pāriṣadapriyam; gaṇādhyakṣekṣitamukhaṃ gaurīhṛdayavallabham

den Vielgestaltigen, den Herrn der Scharen, den Dreiäugigen, den Liebling des Gefolges, den, dessen Antlitz von den Scharenführern angeschaut wird, den Liebling von Gaurīs Herzen.

Wort für Wort
bahurūpaṃ gaṇādhyakṣam
den Vielgestaltigen, den Herrn der Scharen (Akk.Sg.)
tryakṣaṃ pāriṣadapriyam
den Dreiäugigen, den Freund der Gefolgsleute (Akk.Sg.)
gaṇādhyakṣekṣitamukham
den, dessen Gesicht von den Scharenführern betrachtet wird (Akk.Sg.)
gaurīhṛdayavallabham
den Liebling von Gaurīs Herzen (Akk.Sg.)

kumārapitaraṃ piṅgaṃ govṛṣottamavāhanam; tanuvāsasam atyugram umābhūṣaṇatatparam

den Vater des Knaben [Kumāra], den Braungelben, den, dessen Reittier ein Stier, der beste der Rinder, ist, den leicht Bekleideten, den überaus Furchtbaren, den, der ganz darauf bedacht ist, Umā zu schmücken.

Wort für Wort
kumārapitaraṃ piṅgam
den Vater des Kumāra, den Braungelben (Akk.Sg.)
govṛṣottamavāhanam
den, dessen Reittier der beste Stier ist (Akk.Sg.)
tanuvāsasam atyugram
den dünn Gewandeten, den überaus Furchtbaren (Akk.Sg.)
umābhūṣaṇatatparam
den, der auf Umās Schmuck bedacht ist (Akk.Sg.)

tanuvāsas und umābhūṣaṇatatpara sind knapp und leicht mehrdeutig.

paraṃ parebhyaḥ paramaṃ paraṃ yasmān na vidyate; iṣvastrottamabhartāraṃ digantaṃ caiva dakṣiṇam

den Höchsten über den Höchsten, den Obersten, über den hinaus es keinen Höheren gibt, den Herrn der besten Bogen und Waffen, den, der die Enden der Himmelsrichtungen [ist], und den Südlichen [?].

Wort für Wort
paraṃ parebhyaḥ paramam
den Höheren über den Höheren, den Höchsten (Akk.Sg./Abl.Pl.)
paraṃ yasmān na vidyate
über den hinaus kein Höherer existiert (Nom./Abl./3.Sg.Pass.)
iṣvastrottamabhartāram
den Herrn der besten Pfeile und Waffen (Akk.Sg.)
digantaṃ caiva dakṣiṇam
den, der der Himmelsrichtungen Ende ist, und den Südlichen [?] (Akk.Sg.)

dakṣiṇa hier unsicher: „südlich“, „rechts“ oder „geschickt“.

hiraṇyakavacaṃ devaṃ candramaulivibhūṣitam; prapadye śaraṇaṃ devaṃ parameṇa samādhinā

den goldgepanzerten Gott, den mit dem Mond als Diadem Geschmückten; bei diesem Gott suche ich Zuflucht, mit höchster Sammlung.

Wort für Wort
hiraṇyakavacaṃ devam
den goldgepanzerten Gott (Akk.Sg.)
candramaulivibhūṣitam
den mit Mondkrone Geschmückten (Akk.Sg.)
prapadye śaraṇaṃ devam
ich nehme Zuflucht bei dem Gott (1.Sg.Präs./Akk.Sg.)
parameṇa samādhinā
mit höchster Sammlung (Instr.Sg.)

imāṃ cāpy āpadaṃ ghorāṃ tarāmy adya sudustarām; sarvabhūtopahāreṇa yakṣye 'haṃ śucinā śucim

Auch diese furchtbare, überaus schwer zu überwindende Not überwinde ich heute; mit der Darbringung aller Wesen werde ich, ein Reiner, den Reinen verehren.

Wort für Wort
imāṃ cāpy āpadaṃ ghorām
und auch diese furchtbare Not (Akk.Sg.f.)
tarāmy adya sudustarām
überwinde ich heute, die überaus schwer zu Überwindende (1.Sg.Präs./Akk.Sg.f.)
sarvabhūtopahāreṇa
mit der Darbringung aller Wesen (Instr.Sg.)
yakṣye 'haṃ śucinā śucim
werde ich verehren, ich, [als] Reiner den Reinen (1.Sg.Fut./Instr./Akk.Sg.)

sarvabhūtopahāra: entweder „Opfergabe aller Wesen“ oder „aller Wesen als Opfergabe“; der Kontext (Selbstopfer) spricht für eine Darbringung, in der er alle Wesen in sich fasst.

iti tasya vyavasitaṃ jñātvā tyāgātmakaṃ manaḥ; purastāt kāñcanī vediḥ prādurāsīn mahātmanaḥ

Als [der Gott] so seinen Entschluss erkannt hatte, den auf Hingabe seiner selbst gerichteten Sinn, erschien vor dem Hochgesinnten ein goldener Altar.

Wort für Wort
iti tasya vyavasitam
so, sein Entschluss (Akk.Sg.n.)
jñātvā tyāgātmakaṃ manaḥ
erkannt habend, den auf Hingabe gerichteten Sinn (Abs./Akk.Sg.n.)
purastāt kāñcanī vediḥ
vorn ein goldener Altar (Nom.Sg.f.)
prādurāsīn mahātmanaḥ
erschien, vor dem Hochgesinnten (3.Sg.Impf./Gen.Sg.)

Das Subjekt von jñātvā ist nicht ausdrücklich genannt; sinngemäß der Gott bzw. die Fügung selbst.

tasyāṃ vedyāṃ tadā rājaṃś citrabhānur ajāyata; dyāṃ diśo vidiśaḥ khaṃ ca jvālābhir abhipūrayan

Auf diesem Altar entstand da, König, Citrabhānu [Agni], der Himmel, Himmelsrichtungen, Zwischenrichtungen und Luftraum mit Flammen erfüllend.

Wort für Wort
tasyāṃ vedyāṃ tadā rājan
auf diesem Altar da, König (Lok.Sg./Vok.)
citrabhānur ajāyata
Citrabhānu [Agni] entstand (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
dyāṃ diśo vidiśaḥ khaṃ ca
Himmel, Himmelsrichtungen, Zwischenrichtungen und Luftraum (Akk.)
jvālābhir abhipūrayan
mit Flammen erfüllend (Instr.Pl./Part.Präs.)

ratnacitrāṅgadadharāḥ samudyatakarās tathā

[Sie waren] Träger von juwelenbunten Armreifen und ebenso mit erhobenen Händen.

Wort für Wort
ratnacitrāṅgadadharāḥ
Träger juwelenbunter Armreifen (Nom.Pl.)
samudyatakarās tathā
und mit erhobenen Händen (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; knüpft an die im folgenden Vers erscheinenden Gestalten an.

dīptāsyanayanāś cātra naikapādaśirobhujāḥ; dvipaśailapratīkāśāḥ prādurāsan mahānanāḥ

Mit flammenden Gesichtern und Augen erschienen dort, mit vielen Füßen, Köpfen und Armen, elefanten- und bergähnlich, mit gewaltigen Mäulern.

Wort für Wort
dīptāsyanayanāś cātra
mit flammenden Gesichtern und Augen, und dort (Nom.Pl.)
naikapādaśirobhujāḥ
mit nicht bloß einem Fuß, Kopf, Arm, d. h. vielen (Nom.Pl.)
dvipaśailapratīkāśāḥ
elefanten- und bergähnlich (Nom.Pl.)
prādurāsan mahānanāḥ
erschienen, großmäulig (3.Pl.Impf./Nom.Pl.)

śvavarāhoṣṭrarūpāś ca hayagomāyugomukhāḥ; ṛkṣamārjāravadanā vyāghradvīpimukhās tathā

Sie hatten die Gestalt von Hunden, Ebern und Kamelen, Gesichter von Pferden, Schakalen und Rindern, Antlitze von Bären und Katzen, ebenso Gesichter von Tigern und Panthern.

Wort für Wort
śvavarāhoṣṭrarūpāś ca
von Hunde-, Eber-, Kamelgestalt (Nom.Pl.)
hayagomāyugomukhāḥ
mit Pferde-, Schakal-, Rindergesichtern (Nom.Pl.)
ṛkṣamārjāravadanāḥ
mit Bären- und Katzenantlitz (Nom.Pl.)
vyāghradvīpimukhās tathā
ebenso mit Tiger- und Pantherangesicht (Nom.Pl.)

kākavaktrāḥ plavamukhāḥ śukavaktrās tathaiva ca; mahājagaravaktrāś ca haṃsavaktrāḥ sitaprabhāḥ

Mit Krähenschnäbeln, Wasservogelgesichtern [?] und ebenso mit Papageienschnäbeln, mit Mäulern riesiger Pythons und mit Schwanenschnäbeln, weiß glänzend.

Wort für Wort
kākavaktrāḥ plavamukhāḥ
krähenmäulig, wasservogel- oder affengesichtig [?] (Nom.Pl.)
śukavaktrās tathaiva ca
und ebenso papageienmäulig (Nom.Pl.)
mahājagaravaktrāś ca
und mit Mäulern großer Riesenschlangen (Nom.Pl.)
haṃsavaktrāḥ sitaprabhāḥ
schwanenmäulig, weiß strahlend (Nom.Pl.)

plava kann „Wasservogel“ oder (nach plavaga) „Affe“ bedeuten; unsicher.

dārvāghāṭamukhāś caiva cāṣavaktrāś ca bhārata

Auch mit Spechtgesichtern und mit Blauracken-Schnäbeln, Bhārata.

Wort für Wort
dārvāghāṭamukhāś caiva
und mit Spechtgesichtern (Nom.Pl.)
cāṣavaktrāś ca bhārata
und mit Blaurackenschnäbeln, Bhārata (Nom.Pl./Vok.)

śataśaś ca sahasrākṣās tathaiva ca ghaṭodarāḥ

Zu Hunderten, tausendäugig und ebenso topfbäuchig.

Wort für Wort
śataśaś ca sahasrākṣāḥ
zu Hunderten und tausendäugig (Adv./Nom.Pl.)
tathaiva ca ghaṭodarāḥ
und ebenso topfbäuchig (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers.

kūrmanakramukhāś caiva śiśumāramukhās tathā

Mit Schildkröten- und Krokodilgesichtern und ebenso mit Gesichtern von Gangesdelphinen.

Wort für Wort
kūrmanakramukhāś caiva
und mit Schildkröten- und Krokodilgesichtern (Nom.Pl.)
śiśumāramukhās tathā
ebenso mit Delphingesichtern (Nom.Pl.)

mahāmakaravaktrāś ca timivaktrās tathaiva ca; harivaktrāḥ krauñcamukhāḥ kapotebhamukhās tathā

Mit Mäulern großer Seeungeheuer und ebenso mit Walmäulern; mit Hari-Gesichtern [?], Kranichgesichtern, und ebenso mit Tauben- und Elefantengesichtern.

Wort für Wort
mahāmakaravaktrāś ca
und mit Mäulern großer Makaras (Nom.Pl.)
timivaktrās tathaiva ca
und ebenso mit Walmäulern (Nom.Pl.)
harivaktrāḥ krauñcamukhāḥ
mit Hari-Mäulern [?], Kranichgesichtern (Nom.Pl.)
kapotebhamukhās tathā
ebenso mit Tauben- und Elefantengesichtern (Nom.Pl.)

hari kann Löwe, Affe oder Pferd bedeuten; unsicher.

pārāvatamukhāś caiva madguvaktrās tathaiva ca; pāṇikarṇāḥ sahasrākṣās tathaiva ca śatodarāḥ

Mit Turteltaubengesichtern und ebenso mit Wasserhuhn-Schnäbeln, mit Händen als Ohren, tausendäugig und ebenso hundertbäuchig.

Wort für Wort
pārāvatamukhāś caiva
und mit Turteltaubengesichtern (Nom.Pl.)
madguvaktrās tathaiva ca
und ebenso mit Wasserhuhnschnäbeln (Nom.Pl.)
pāṇikarṇāḥ sahasrākṣāḥ
mit Händen als Ohren, tausendäugig (Nom.Pl.)
tathaiva ca śatodarāḥ
und ebenso hundertbäuchig (Nom.Pl.)

nirmāṃsāḥ kokavaktrāś ca śyenavaktrāś ca bhārata; tathaivāśiraso rājann ṛkṣavaktrāś ca bhīṣaṇāḥ

Fleischlos, mit Wolfsgesichtern und Falkenschnäbeln, Bhārata; und ebenso, König, kopflos, [andere] mit Bärengesichtern, schrecklich.

Wort für Wort
nirmāṃsāḥ kokavaktrāś ca
fleischlos und wolfsmäulig (Nom.Pl.)
śyenavaktrāś ca bhārata
und falkenschnäbelig, Bhārata (Nom.Pl./Vok.)
tathaivāśiraso rājann
und ebenso kopflos, König (Nom.Pl./Vok.)
ṛkṣavaktrāś ca bhīṣaṇāḥ
und bärengesichtig, schrecklich (Nom.Pl.)

koka kann „Wolf“ oder „Rotgans“ bedeuten; hier „Wolf“.

pradīptanetrajihvāś ca jvālāvaktrās tathaiva ca

Mit glühenden Augen und Zungen und ebenso mit flammenden Mäulern.

Wort für Wort
pradīptanetrajihvāś ca
und mit glühenden Augen und Zungen (Nom.Pl.)
jvālāvaktrās tathaiva ca
und ebenso flammenmäulig (Nom.Pl.)

jvālākeśāś ca rājendra jvaladromacaturbhujāḥ

Flammenhaarig, Herr der Könige, mit lodernden Körperhaaren und vier Armen.

Wort für Wort
jvālākeśāś ca rājendra
und flammenhaarig, Herr der Könige (Nom.Pl./Vok.)
jvaladromacaturbhujāḥ
mit lodernden Körperhaaren, vierarmig (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers.

meṣavaktrās tathaivānye tathā chāgamukhā nṛpa

Andere ebenso mit Widderschnäbeln, wieder andere mit Ziegengesichtern, o Herrscher.

Wort für Wort
meṣavaktrās tathaivānye
und ebenso andere mit Widdermäulern (Nom.Pl.)
tathā chāgamukhā nṛpa
dann mit Ziegengesichtern, Herrscher (Nom.Pl./Vok.)

śaṅkhābhāḥ śaṅkhavaktrāś ca śaṅkhakarṇās tathaiva ca; śaṅkhamālāparikarāḥ śaṅkhadhvanisamasvanāḥ

Muschelfarben, mit Muschelmäulern und Muschelohren, mit Muschelgirlanden als Schmuck, mit Stimmen wie Muschelklang.

Wort für Wort
śaṅkhābhāḥ śaṅkhavaktrāś ca
muschelfarben und muschelmäulig (Nom.Pl.)
śaṅkhakarṇās tathaiva ca
und ebenso muschelohrig (Nom.Pl.)
śaṅkhamālāparikarāḥ
mit Muschelgirlanden als Gürtel bzw. Schmuck (Nom.Pl.)
śaṅkhadhvanisamasvanāḥ
mit Stimme gleich dem Muschelklang (Nom.Pl.)

jaṭādharāḥ pañcaśikhās tathā muṇḍāḥ kṛśodarāḥ; caturdaṃṣṭrāś caturjihvāḥ śaṅkukarṇāḥ kirīṭinaḥ

Mit Filzhaar, mit fünf Haarschöpfen, ebenso kahlgeschoren, hagerbäuchig; mit vier Hauern, vier Zungen, Pfahlohren, mit Kronen.

Wort für Wort
jaṭādharāḥ pañcaśikhāḥ
Filzhaarträger, fünfschöpfig (Nom.Pl.)
tathā muṇḍāḥ kṛśodarāḥ
ebenso kahlgeschoren, hagerbäuchig (Nom.Pl.)
caturdaṃṣṭrāś caturjihvāḥ
vierhauerig, vierzüngig (Nom.Pl.)
śaṅkukarṇāḥ kirīṭinaḥ
pfahlohrig, gekrönt (Nom.Pl.)

maulīdharāś ca rājendra tathākuñcitamūrdhajāḥ; uṣṇīṣiṇo mukuṭinaś cāruvaktrāḥ svalaṃkṛtāḥ

Mit Diademen, Herr der Könige, und ebenso mit gekräuseltem Haar; mit Turbanen, Kronen, schönen Gesichtern, prächtig geschmückt.

Wort für Wort
maulīdharāś ca rājendra
und Diademträger, Herr der Könige (Nom.Pl./Vok.)
tathākuñcitamūrdhajāḥ
und ebenso mit gekräuseltem Haar (Nom.Pl.)
uṣṇīṣiṇo mukuṭinaḥ
mit Turbanen, mit Kronen (Nom.Pl.)
cāruvaktrāḥ svalaṃkṛtāḥ
mit schönen Gesichtern, gut geschmückt (Nom.Pl.)

cārukuṇḍalinaś caiva tathā mukuṭadhāriṇaḥ

Mit schönen Ohrringen und ebenso Kronenträger.

Wort für Wort
cārukuṇḍalinaś caiva
und mit schönen Ohrringen (Nom.Pl.)
tathā mukuṭadhāriṇaḥ
ebenso Kronenträger (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers.

padmotpalāpīḍadharās tathā kumudadhāriṇaḥ; māhātmyena ca saṃyuktāḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ

Sie trugen Kränze aus Lotos und Blauem Lotos und ebenso Weißlotos; mit Erhabenheit begabt, zu Hunderten und Tausenden.

Wort für Wort
padmotpalāpīḍadharāḥ
Träger von Kränzen aus Lotos und Blauem Lotos (Nom.Pl.)
tathā kumudadhāriṇaḥ
ebenso Träger von Weißlotos (Nom.Pl.)
māhātmyena ca saṃyuktāḥ
und mit Erhabenheit verbunden (Instr.Sg./Nom.Pl.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und dann zu Tausenden (Adv.)

śataghnīcakrahastāś ca tathā musalapāṇayaḥ; bhuśuṇḍīpāśahastāś ca gadāhastāś ca bhārata

Mit Śataghnī und Wurfscheiben in den Händen und ebenso mit Keulen in den Händen, mit Bhuśuṇḍī und Schlingen in den Händen und mit Streitkolben in den Händen, Bhārata.

Wort für Wort
śataghnīcakrahastāś ca
und mit Śataghnī und Wurfscheibe in den Händen (Nom.Pl.)
tathā musalapāṇayaḥ
ebenso mit Stampfkeulen in den Händen (Nom.Pl.)
bhuśuṇḍīpāśahastāś ca
und mit Bhuśuṇḍī und Schlinge in den Händen (Nom.Pl.)
gadāhastāś ca bhārata
und mit Streitkolben in den Händen, Bhārata (Nom.Pl./Vok.)

śataghnī und bhuśuṇḍī sind Waffenbezeichnungen (Wurf- bzw. Schleuderwaffen).

pṛṣṭheṣu baddheṣudhayaś citrabāṇā raṇotkaṭāḥ; sadhvajāḥ sapatākāś ca saghaṇṭāḥ saparaśvadhāḥ

Auf dem Rücken gebundene Köcher, mit bunten Pfeilen, im Kampf wild; mit Bannern, mit Fahnen, mit Glocken, mit Äxten.

Wort für Wort
pṛṣṭheṣu baddheṣudhayaḥ
auf dem Rücken mit gebundenen Köchern (Lok.Pl./Nom.Pl.)
citrabāṇā raṇotkaṭāḥ
mit bunten Pfeilen, im Kampf wild (Nom.Pl.)
sadhvajāḥ sapatākāś ca
mit Bannern und mit Fahnen (Nom.Pl.)
saghaṇṭāḥ saparaśvadhāḥ
mit Glocken, mit Äxten (Nom.Pl.)

mahāpāśodyatakarās tathā laguḍapāṇayaḥ; sthūṇāhastāḥ khaḍgahastāḥ sarpocchritakirīṭinaḥ; mahāsarpāṅgadadharāś citrābharaṇadhāriṇaḥ

Mit erhobenen Händen [voll] großer Schlingen und ebenso mit Knüppeln in den Händen; mit Pfählen in den Händen, mit Schwertern in den Händen, mit aufgerichteten Schlangen als Kronen; mit großen Schlangen als Armreifen, mit bunten Schmuckstücken behängt.

Wort für Wort
mahāpāśodyatakarās tathā
mit großen Schlingen in erhobenen Händen, ebenso (Nom.Pl.)
laguḍapāṇayaḥ
mit Knüppeln in den Händen (Nom.Pl.)
sthūṇāhastāḥ khaḍgahastāḥ
mit Pfählen, mit Schwertern in den Händen (Nom.Pl.)
sarpocchritakirīṭinaḥ
mit aufgerichteten Schlangen als Kronen (Nom.Pl.)
mahāsarpāṅgadadharāḥ
Träger großer Schlangen als Armreifen (Nom.Pl.)
citrābharaṇadhāriṇaḥ
Träger bunten Schmucks (Nom.Pl.)

rajodhvastāḥ paṅkadigdhāḥ sarve śuklāmbarasrajaḥ

Staubbedeckt, schlammbeschmiert, alle mit weißen Gewändern und Girlanden.

Wort für Wort
rajodhvastāḥ
staubbedeckt (Nom.Pl.)
paṅkadigdhāḥ
schlammbeschmiert (Nom.Pl.)
sarve śuklāmbarasrajaḥ
alle mit weißen Gewändern und Girlanden (Nom.Pl.)

karālākṣāḥ sakṛdbhāsvacchatavakrās tathaiva ca

Mit furchtbaren Augen, [mit hundert Gesichtern, die auf einmal aufleuchten [?]] und ebenso mit krummen Gesichtern [?].

Wort für Wort
karālākṣāḥ
mit furchtbaren Augen (Nom.Pl.)
sakṛdbhāsvat
auf einmal leuchtend [?] (Adj.)
śatavakrās
hundertgesichtig [?] (Nom.Pl.)
tathaiva ca
und ebenso

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Text unsicher/verderbt: sakṛdbhāsvacchatavakrāḥ ist nicht sicher aufzulösen (evtl. śata-vaktrāḥ zu lesen).

nīlāṅgāḥ kamalāṅgāś ca muṇḍavaktrās tathaiva ca

Blaugliedrig und lotosgliedrig und ebenso mit kahlen Gesichtern.

Wort für Wort
nīlāṅgāḥ kamalāṅgāś ca
blaugliedrig und lotosfarben/-gliedrig (Nom.Pl.)
muṇḍavaktrās tathaiva ca
und ebenso kahlgesichtig bzw. kahlköpfig (Nom.Pl.)

bherīśaṅkhamṛdaṅgāṃs te jharjharānakagomukhān; avādayan pāriṣadāḥ prahṛṣṭāḥ kanakaprabhāḥ

Pauken, Muschelhörner, Trommeln, Jharjhara-Becken, Ānaka-Trommeln und Kuhhorn-Blasinstrumente ließen sie erklingen, die Gefolgsleute, hocherfreut, von goldenem Glanz.

Wort für Wort
bherī-śaṅkha-mṛdaṅgān te
Pauken, Muschelhörner, Trommeln, sie (Akk.Pl. / Nom.Pl.)
jharjhara-ānaka-gomukhān
Jharjhara-Becken, Ānaka-Trommeln, Kuhhorn-Instrumente (Akk.Pl.)
avādayan
ließen erklingen (3.Pl.Impf.Kaus.)
pāriṣadāḥ prahṛṣṭāḥ
die Gefolgsleute, hocherfreut (Nom.Pl.)
kanaka-prabhāḥ
von goldenem Glanz (Nom.Pl.)

gāyamānās tathaivānye nṛtyamānās tathāpare; laṅghayantaḥ plavantaś ca valgantaś ca mahābalāḥ

Die einen sangen, ebenso tanzten andere; springend, hüpfend und sich schwingend, [alle] von großer Stärke.

Wort für Wort
gāyamānās tathā eva anye
singend, ebenso [die] anderen (Part.Präs.Med. Nom.Pl.)
nṛtyamānās tathā apare
tanzend, ebenso andere (Nom.Pl.)
laṅghayantaḥ plavantaś ca
überspringend und hüpfend (Part.Präs. Nom.Pl.)
valgantaś ca mahābalāḥ
und sich schwingend/tänzelnd, von großer Kraft (Nom.Pl.)

dhāvanto javanāś caṇḍāḥ pavanoddhūtamūrdhajāḥ; mattā iva mahānāgā vinadanto muhur muhuḥ

Rennend, schnell, wild, das Haar vom Wind aufgewirbelt, wie brünstige große Elefanten, immer wieder brüllend.

Wort für Wort
dhāvanto javanāś caṇḍāḥ
rennend, schnell, wild (Nom.Pl.)
pavana-uddhūta-mūrdhajāḥ
deren Haare vom Wind aufgewirbelt sind (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
mattā iva mahā-nāgāḥ
wie brünstige große Elefanten (Nom.Pl.)
vinadanto muhur muhuḥ
brüllend, immer wieder (Part.Präs. Nom.Pl./Adv.)

subhīmā ghorarūpāś ca śūlapaṭṭiśapāṇayaḥ; nānāvirāgavasanāś citramālyānulepanāḥ

Sehr furchtbar, von schrecklicher Gestalt, Speer und Wurfspieß in den Händen, in Gewändern verschiedener Farben, mit bunten Girlanden und Salben.

Wort für Wort
su-bhīmā ghora-rūpāś ca
sehr furchtbar und von schrecklicher Gestalt (Nom.Pl.)
śūla-paṭṭiśa-pāṇayaḥ
Speer und Wurfspieß in den Händen (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
nānā-virāga-vasanāḥ
in Gewändern verschiedener Farben (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
citra-mālya-anulepanāḥ
mit bunten Girlanden und Salben (Bahuvrīhi Nom.Pl.)

ratnacitrāṅgadadharāḥ samudyatakarās tathā; hantāro dviṣatāṃ śūrāḥ prasahyāsahyavikramāḥ

Mit juwelenbunten Armreifen, die Hände erhoben, Töter der Feinde, Helden, gewaltsam, von unerträglicher Tapferkeit.

Wort für Wort
ratna-citra-aṅgada-dharāḥ
bunte Juwelen-Armreifen tragend (Nom.Pl.)
samudyata-karāḥ tathā
mit erhobenen Händen, ebenso (Nom.Pl.)
hantāro dviṣatāṃ
Töter der Feinde (Nom.Pl. / Gen.Pl.)
śūrāḥ prasahya
Helden, gewaltsam (Nom.Pl. / Abs. als Adv.)
asahya-vikramāḥ
von unerträglicher Tapferkeit (Nom.Pl.)

pātāro 'sṛgvasādyānāṃ māṃsāntrakṛtabhojanāḥ; cūḍālāḥ karṇikālāś ca prakṛśāḥ piṭharodarāḥ

Trinker von Blut und Fett, Fleisch und Eingeweide zur Speise habend; mit Haarschopf [?], mit Ohrzier [?], sehr mager, mit topfförmigem Bauch.

Wort für Wort
pātāro asṛg-vasā-adyānām
Trinker von Blut und Fett (Nom.Pl.; Gen. Kompositum, Lesung unsicher)
māṃsa-antra-kṛta-bhojanāḥ
Fleisch und Eingeweide zur Speise machend (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
cūḍālāḥ karṇikālāś ca
mit Haarschopf [?], mit Ohrzier [?] (Nom.Pl.)
prakṛśāḥ piṭhara-udarāḥ
sehr mager, mit topfförmigem Bauch (Nom.Pl.)

cūḍāla und karṇikāla sind nur unsicher zu deuten (hier: mit Haarschopf bzw. mit Ohrzier/Ohrknopf).

atihrasvātidīrghāś ca prabalāś cātibhairavāḥ; vikaṭāḥ kālalamboṣṭhā bṛhacchephāsthipiṇḍikāḥ

Allzu klein und allzu groß, überaus stark und überaus schrecklich; missgestaltet, mit schwarzen, hängenden Lippen, mit großem Glied und knochigen Waden.

Wort für Wort
ati-hrasva-ati-dīrghāś ca
übermäßig klein und übermäßig groß (Nom.Pl.)
prabalāś ca ati-bhairavāḥ
und sehr stark, überaus schrecklich (Nom.Pl.)
vikaṭāḥ kāla-lamba-oṣṭhāḥ
missgestaltet, mit schwarzen hängenden Lippen (Nom.Pl.)
bṛhac-śepha-asthi-piṇḍikāḥ
mit großem Glied, mit knochigen Waden (Bahuvrīhi Nom.Pl.)

mahārhanānāmukuṭā muṇḍāś ca jaṭilāḥ pare; sārkendugrahanakṣatrāṃ dyāṃ kuryur ye mahītale

Mit wertvollen Kronen verschiedener Art, [die einen] kahlgeschoren, andere mit Filzlocken; sie, die auf der Erde den Himmel samt Sonne, Mond, Planeten und Sternen [erscheinen lassen] könnten.

Wort für Wort
mahārha-nānā-mukuṭā
mit wertvollen, mannigfaltigen Kronen (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
muṇḍāś ca jaṭilāḥ pare
kahlgeschoren und mit Filzlocken, andere (Nom.Pl.)
sa-arka-indu-graha-nakṣatrāṃ dyāṃ
den Himmel samt Sonne, Mond, Planeten, Sternen (Akk.Sg.f.)
kuryur ye mahī-tale
sie könnten machen, die auf der Erde (3.Pl.Opt. / Lok.Sg.)

Der zweite Halbvers ist knapp und syntaktisch hart; sinngemäß: sie vermöchten den Himmel mit allen Gestirnen auf die Erde zu versetzen.

utsaheraṃś ca ye hantuṃ bhūtagrāmaṃ caturvidham; ye ca vītabhayā nityaṃ harasya bhrukuṭībhaṭāḥ

Und die es wagen würden, die vierfache Wesensschar zu töten, und die stets furchtlos sind, Haras Krieger aus der Brauenrunzel.

Wort für Wort
utsaheraṃś ca ye hantuṃ
und die wagen würden, zu töten (3.Pl.Opt. / Inf.)
bhūta-grāmaṃ catur-vidham
die Wesensschar, vierfach (Akk.Sg.)
ye ca vīta-bhayā nityaṃ
und die furchtlos sind, stets (Nom.Pl.)
harasya bhrukuṭī-bhaṭāḥ
Haras Krieger der Brauenrunzel (Gen.Sg. / Nom.Pl.)

kāmakārakarāḥ siddhās trailokyasyeśvareśvarāḥ; nityānandapramuditā vāgīśā vītamatsarāḥ

Nach Belieben handelnd, Vollendete, Herren der Herren der drei Welten; stets in Wonne froh, Herren der Rede, ohne Neid.

Wort für Wort
kāma-kāra-karāḥ siddhāḥ
nach Belieben handelnd, Vollendete (Nom.Pl.)
trailokyasya īśvara-īśvarāḥ
Herren der Herren der drei Welten (Gen.Sg. / Nom.Pl.)
nitya-ānanda-pramuditāḥ
stets in Wonne erfreut (Nom.Pl.)
vāg-īśā vīta-matsarāḥ
Herren der Rede, frei von Neid (Nom.Pl.)

prāpyāṣṭaguṇam aiśvaryaṃ ye na yānti ca vismayam; yeṣāṃ vismayate nityaṃ bhagavān karmabhir haraḥ

Die, den achtfachen Herrscherrang erlangt, nicht in Staunen geraten, [sie,] über deren Taten der Erhabene Hara stets staunt.

Wort für Wort
prāpya aṣṭa-guṇam aiśvaryaṃ
erlangt habend die achtfache Herrschermacht (Abs. / Akk.Sg.)
ye na yānti ca vismayam
die nicht geraten in Staunen (3.Pl.Präs.)
yeṣāṃ vismayate nityaṃ
über die (deren) er staunt, stets (3.Sg.Präs.Med.)
bhagavān karmabhir haraḥ
der Erhabene Hara, über/durch Taten (Nom.Sg. / Instr.Pl.)

manovākkarmabhir bhaktair nityam ārādhitaś ca yaiḥ; manovākkarmabhir bhaktān pāti putrān ivaurasān

Von den in Gedanken, Worten und Taten Ergebenen wird er stets verehrt; [und] in Gedanken, Worten und Taten beschützt er die Ergebenen wie leibliche Söhne.

Wort für Wort
mano-vāk-karmabhir bhaktair
mit Gedanken, Worten, Taten, von den Ergebenen (Instr.Pl.)
nityam ārādhitaś ca yaiḥ
stets verehrt, von denen (Part.Perf.Pass. Nom.Sg. / Instr.Pl.)
mano-vāk-karmabhir bhaktān
mit Gedanken, Worten, Taten die Ergebenen (Instr.Pl. / Akk.Pl.)
pāti putrān iva aurasān
er beschützt, wie leibliche Söhne (3.Sg.Präs. / Akk.Pl.)

pibanto 'sṛgvasās tv anye kruddhā brahmadviṣāṃ sadā; caturviṃśātmakaṃ somaṃ ye pibanti ca nityadā

Andere, stets zornig gegen die Brahmanenhasser, trinken Blut und Fett; und [andere,] die den vierundzwanzigfältigen Soma täglich trinken.

Wort für Wort
pibanto asṛg-vasās tu anye
trinkend Blut und Fett, aber andere (Part.Präs. Nom.Pl.)
kruddhā brahma-dviṣāṃ sadā
zornig auf die Brahmanenhasser, stets (Nom.Pl. / Gen.Pl.)
catur-viṃśa-ātmakaṃ somaṃ
den aus vierundzwanzig bestehenden Soma (Akk.Sg.)
ye pibanti ca nityadā
die trinken, und zu jeder Zeit (3.Pl.Präs.)

śrutena brahmacaryeṇa tapasā ca damena ca; ye samārādhya śūlāṅkaṃ bhavasāyujyam āgatāḥ

Die durch Vedakunde, Keuschheit, Askese und Selbstbeherrschung den Speerzeichenträger verehrt und die Gemeinschaft mit Bhava erlangt haben.

Wort für Wort
śrutena brahmacaryeṇa
durch Gelehrsamkeit, Keuschheit (Instr.Sg.)
tapasā ca damena ca
und durch Askese und Selbstbezähmung (Instr.Sg.)
ye samārādhya śūla-aṅkaṃ
die verehrt habend den Speerzeichenträger (Abs. / Akk.Sg.)
bhava-sāyujyam āgatāḥ
zur Gemeinschaft mit Bhava gelangt (Part.Perf.Pass. Nom.Pl.)

yair ātmabhūtair bhagavān pārvatyā ca maheśvaraḥ; saha bhūtagaṇān bhuṅkte bhūtabhavyabhavatprabhuḥ

Mit diesen, die ihm wesenseins sind, genießt der Erhabene Maheśvara, zusammen mit Pārvatī und den Wesensscharen, [er,] der Herr des Gewesenen, Künftigen und Gegenwärtigen.

Wort für Wort
yair ātma-bhūtair bhagavān
mit denen, die sein Selbst geworden sind, der Erhabene (Instr.Pl. / Nom.Sg.)
pārvatyā ca maheśvaraḥ
und mit Pārvatī, Maheśvara (Instr.Sg. / Nom.Sg.)
saha bhūta-gaṇān bhuṅkte
zusammen mit den Wesensscharen genießt er (3.Sg.Präs.Med.)
bhūta-bhavya-bhavat-prabhuḥ
Herr des Gewesenen, Künftigen, Gegenwärtigen (Nom.Sg.)

nānāvicitrahasitakṣveḍitotkruṣṭagarjitaiḥ; saṃnādayantas te viśvam aśvatthāmānam abhyayuḥ

Mit mannigfachem, buntem Lachen, Zischen, Aufschreien und Brüllen erfüllten sie das All mit Getöse und rückten auf Aśvatthāman zu.

Wort für Wort
nānā-vicitra-hasita-kṣveḍita
mannigfaltiges, buntes Lachen, Zischen (Kompositum)
utkruṣṭa-garjitaiḥ
mit Aufschreien und Brüllen (Instr.Pl.)
saṃnādayantas te viśvam
das All mit Getöse erfüllend, sie (Part.Präs.Kaus. Nom.Pl. / Akk.Sg.)
aśvatthāmānam abhyayuḥ
auf Aśvatthāman gingen sie zu (3.Pl.Impf.)

saṃstuvanto mahādevaṃ bhāḥ kurvāṇāḥ suvarcasaḥ; vivardhayiṣavo drauṇer mahimānaṃ mahātmanaḥ

Mahādeva preisend, Glanz verbreitend, strahlend, wollten sie die Größe des hochgesinnten Drauṇi mehren.

Wort für Wort
saṃstuvanto mahādevaṃ
preisend Mahādeva (Part.Präs. Nom.Pl. / Akk.Sg.)
bhāḥ kurvāṇāḥ su-varcasaḥ
Licht verbreitend, sehr strahlend (Part.Präs.Med. Nom.Pl.)
vivardhayiṣavo drauṇer
mehren wollend, des Drauṇi (Nom.Pl. / Gen.Sg.)
mahimānaṃ mahātmanaḥ
die Größe des Hochgesinnten (Akk.Sg. / Gen.Sg.)

jijñāsamānās tattejaḥ sauptikaṃ ca didṛkṣavaḥ; bhīmograparighālātaśūlapaṭṭiśapāṇayaḥ; ghorarūpāḥ samājagmur bhūtasaṃghāḥ samantataḥ

Dessen Kraft erkunden wollend und den nächtlichen Überfall sehen wollend, kamen die Scharen der Wesen von allen Seiten zusammen, furchtbar von Gestalt, mit furchtbaren, grimmigen Keulen, Feuerbränden, Speeren und Wurfspießen in den Händen.

Wort für Wort
jijñāsamānās tat-tejaḥ
erkunden wollend, dessen Glanz/Kraft (Desid.Part. Nom.Pl. / Akk.Sg.)
sauptikaṃ ca didṛkṣavaḥ
und den nächtlichen Überfall sehen wollend (Akk.Sg. / Nom.Pl.)
bhīma-ugra-parigha-ālāta-
furchtbare, grimmige Keulen, Feuerbrände (Kompositum)
śūla-paṭṭiśa-pāṇayaḥ
Speer und Wurfspieß in den Händen (Nom.Pl.)
ghora-rūpāḥ samājagmur
von schrecklicher Gestalt, kamen zusammen (Nom.Pl. / 3.Pl.Perf.)
bhūta-saṃghāḥ samantataḥ
Scharen von Wesen, ringsum (Nom.Pl. / Adv.)

bhīmograparighālāta- ist zusammengezogen; hier gedeutet als „furchtbare, grimmige Keulen und Feuerbrände“.

janayeyur bhayaṃ ye sma trailokyasyāpi darśanāt; tān prekṣamāṇo 'pi vyathāṃ na cakāra mahābalaḥ

[Sie,] die den drei Welten schon durch ihren Anblick Furcht einflößen würden; als er sie ansah, empfand der Starkarmige keinerlei Beklemmung.

Wort für Wort
janayeyur bhayaṃ ye sma
sie würden erzeugen Furcht, die (3.Pl.Opt. / Akk.Sg.)
trailokyasya api darśanāt
den drei Welten, schon durch den Anblick (Gen.Sg. / Abl.Sg.)
tān prekṣamāṇo api
sie anblickend, obwohl (Akk.Pl. / Part.Präs.Med. Nom.Sg.)
vyathāṃ na cakāra mahābalaḥ
Beklemmung empfand er nicht, der Starke (Akk.Sg. / 3.Sg.Perf. / Nom.Sg.)

atha drauṇir dhanuṣpāṇir baddhagodhāṅgulitravān; svayam evātmanātmānam upahāram upāharat

Da, den Bogen in der Hand, mit angelegtem Eidechsenhandschuh und Fingerschutz, brachte Drauṇi sich selbst durch sich selbst als Opfergabe dar.

Wort für Wort
atha drauṇir dhanuṣ-pāṇir
da, Drauṇi, den Bogen in der Hand (Nom.Sg.)
baddha-godha-aṅgulitravān
mit angelegtem Eidechsenlederhandschuh und Fingerschutz (Nom.Sg.)
svayam eva ātmanā ātmānam
selbst, durch sich selbst, sich selbst (Instr.Sg. / Akk.Sg.)
upahāram upāharat
als Opfergabe brachte er dar (Akk.Sg. / 3.Sg.Impf.)

dhanūṃṣi samidhas tatra pavitrāṇi śitāḥ śarāḥ; havir ātmavataś cātmā tasmin bhārata karmaṇi

Die Bögen waren dort die Brennhölzer, die scharfen Pfeile das Reinigungsgras, die Opferspeise das Selbst des Selbstbeherrschten, bei jenem Ritus, Bhārata.

Wort für Wort
dhanūṃṣi samidhas tatra
die Bögen [waren] die Brennhölzer, dort (Nom.Pl.)
pavitrāṇi śitāḥ śarāḥ
Reinigungsgras [waren] die scharfen Pfeile (Nom.Pl.)
havir ātmavataś ca ātmā
die Opferspeise: das Selbst des Selbstbeherrschten (Nom.Sg. / Gen.Sg.)
tasmin bhārata karmaṇi
bei jenem, Bhārata, Ritus (Lok.Sg. / Vok.Sg.)

tataḥ saumyena mantreṇa droṇaputraḥ pratāpavān; upahāraṃ mahāmanyur athātmānam upāharat

Darauf brachte der Sohn Droṇas, machtvoll und voll großen Zorns, mit einem sanften Mantra die Opfergabe dar, nämlich sich selbst.

Wort für Wort
tataḥ saumyena mantreṇa
darauf mit sanftem Mantra (Instr.Sg.)
droṇa-putraḥ pratāpavān
der Sohn Droṇas, machtvoll (Nom.Sg.)
upahāraṃ mahā-manyur
die Opfergabe, von großem Zorn (Akk.Sg. / Nom.Sg.)
atha ātmānam upāharat
nämlich sich selbst brachte er dar (Akk.Sg. / 3.Sg.Impf.)

taṃ rudraṃ raudrakarmāṇaṃ raudraiḥ karmabhir acyutam; abhiṣṭutya mahātmānam ity uvāca kṛtāñjaliḥ

Ihn, Rudra, den Handelnden in rudrischen Werken, den Unvergänglichen, den Hochgesinnten, mit rudrischen Taten preisend, sprach er mit gefalteten Händen so.

Wort für Wort
taṃ rudraṃ raudra-karmāṇaṃ
ihn, Rudra, den von rudrischen Werken (Akk.Sg.)
raudraiḥ karmabhir acyutam
durch rudrische Taten, den Unerschütterlichen (Instr.Pl. / Akk.Sg.)
abhiṣṭutya mahātmānam
preisend, den Hochgesinnten (Abs. / Akk.Sg.)
ity uvāca kṛta-añjaliḥ
so sprach er, mit gefalteten Händen (3.Sg.Perf. / Nom.Sg.)

imam ātmānam adyāhaṃ jātam āṅgirase kule; agnau juhomi bhagavan pratigṛhṇīṣva māṃ balim

„Dieses mein Selbst, das im Geschlecht der Āṅgirasa geboren ist, opfere ich heute im Feuer, Erhabener; nimm mich als Gabe an.“

Wort für Wort
imam ātmānam adya aham
dieses Selbst, heute, ich (Akk.Sg. / Nom.Sg.)
jātam āṅgirase kule
geboren, im Āṅgirasa-Geschlecht (Part.Perf.Pass. Akk.Sg. / Lok.Sg.)
agnau juhomi bhagavan
im Feuer opfere ich, Erhabener (Lok.Sg. / 1.Sg.Präs. / Vok.Sg.)
pratigṛhṇīṣva māṃ balim
nimm an mich, als Gabe (Imp.Med. / Akk.Sg.)

bhavadbhaktyā mahādeva parameṇa samādhinā; asyām āpadi viśvātmann upākurmi tavāgrataḥ

„Aus Hingabe an dich, Mahādeva, mit höchster Sammlung, bringe ich mich in dieser Not, Allselbst, vor dir dar.“

Wort für Wort
bhavad-bhaktyā mahādeva
aus Ergebenheit zu dir, Mahādeva (Instr.Sg. / Vok.Sg.)
parameṇa samādhinā
mit höchster Sammlung (Instr.Sg.)
asyām āpadi viśva-ātman
in dieser Not, Allselbst (Lok.Sg. / Vok.Sg.)
upākurmi tava agrataḥ
ich bringe dar, vor dir (1.Sg.Präs. / Adv.)

tvayi sarvāṇi bhūtāni sarvabhūteṣu cāsi vai; guṇānāṃ hi pradhānānām ekatvaṃ tvayi tiṣṭhati

„In dir sind alle Wesen, und in allen Wesen bist du fürwahr; die Einheit der vorrangigen Eigenschaften besteht in dir.“

Wort für Wort
tvayi sarvāṇi bhūtāni
in dir alle Wesen (Lok.Sg. / Nom.Pl.)
sarva-bhūteṣu ca asi vai
und in allen Wesen bist du fürwahr (Lok.Pl. / 2.Sg.Präs.)
guṇānāṃ hi pradhānānām
der Eigenschaften nämlich, der vorrangigen (Gen.Pl.)
ekatvaṃ tvayi tiṣṭhati
Einheit in dir besteht (Nom.Sg. / Lok.Sg. / 3.Sg.Präs.)

guṇānāṃ pradhānānām: hier als die obersten Eigenschaften (Guṇas) gedeutet; auch sāṃkhya-nahe Lesung als Prakṛti-Guṇas möglich.

sarvabhūtāśaya vibho havirbhūtam upasthitam; pratigṛhāṇa māṃ deva yady aśakyāḥ pare mayā

„Du Sitz in allen Wesen, Allmächtiger, die Opfergabe steht bereit; nimm mich an, Gott, [für den Fall,] dass die Feinde von mir nicht zu bezwingen sind.“

Wort für Wort
sarva-bhūta-āśaya vibho
in allen Wesen wohnend / Herz aller Wesen, Allmächtiger (Vok.Sg.)
havir-bhūtam upasthitam
zur Opfergabe geworden, bereitstehend (Nom.Sg.n. / Part.Perf.Pass.)
pratigṛhāṇa māṃ deva
nimm an mich, Gott (Imp. / Akk.Sg. / Vok.Sg.)
yady aśakyāḥ pare mayā
wenn unbezwingbar die Feinde durch mich (Nom.Pl. / Instr.Sg.)

yady aśakyāḥ pare mayā: verkürzt; sinngemäß, wenn ich die Feinde aus eigener Kraft nicht bezwingen kann.

ity uktvā drauṇir āsthāya tāṃ vedīṃ dīptapāvakām; saṃtyaktātmā samāruhya kṛṣṇavartmany upāviśat

Nach diesen Worten bestieg Drauṇi jenen Altar mit lodernder Flamme, gab sich selbst auf, stieg hinauf und setzte sich in das Feuer.

Wort für Wort
ity uktvā drauṇir
so gesprochen habend, Drauṇi (Abs. / Nom.Sg.)
āsthāya tāṃ vedīṃ
bestiegen habend jenen Altar (Abs. / Akk.Sg.)
dīpta-pāvakām
mit lodernder Flamme (Akk.Sg.f.)
saṃtyakta-ātmā samāruhya
sich selbst aufgebend, hinaufgestiegen (Nom.Sg. / Abs.)
kṛṣṇa-vartmani upāviśat
im Feuer setzte er sich (Lok.Sg. / 3.Sg.Impf.)

kṛṣṇavartman: „der mit schwarzer Spur“, Beiname des Feuers.

tam ūrdhvabāhuṃ niśceṣṭaṃ dṛṣṭvā havir upasthitam; abravīd bhagavān sākṣān mahādevo hasann iva

Als der Erhabene Mahādeva ihn mit erhobenen Armen, regungslos, als Opfergabe bereitstehend sah, sprach er, leibhaftig, wie lächelnd.

Wort für Wort
tam ūrdhva-bāhuṃ niśceṣṭaṃ
ihn mit erhobenen Armen, regungslos (Akk.Sg.)
dṛṣṭvā havir upasthitam
gesehen habend, als Opfergabe bereit (Abs. / Akk.Sg.)
abravīd bhagavān sākṣān
sprach der Erhabene, leibhaftig (3.Sg.Impf. / Nom.Sg. / Adv.)
mahādevo hasann iva
Mahādeva, wie lächelnd (Nom.Sg. / Part.Präs.)

satyaśaucārjavatyāgais tapasā niyamena ca; kṣāntyā bhaktyā ca dhṛtyā ca buddhyā ca vacasā tathā

„Durch Wahrhaftigkeit, Reinheit, Geradheit und Entsagung, durch Askese und Zucht, durch Nachsicht, Hingabe, Standhaftigkeit, Einsicht und ebenso durch Rede.“

Wort für Wort
satya-śauca-ārjava-tyāgaiḥ
durch Wahrheit, Reinheit, Geradheit, Entsagung (Instr.Pl.)
tapasā niyamena ca
durch Askese und durch Zucht (Instr.Sg.)
kṣāntyā bhaktyā ca dhṛtyā ca
durch Nachsicht, Hingabe und Standhaftigkeit (Instr.Sg.)
buddhyā ca vacasā tathā
durch Einsicht und ebenso durch Rede (Instr.Sg.)

yathāvad aham ārāddhaḥ kṛṣṇenākliṣṭakarmaṇā; tasmād iṣṭatamaḥ kṛṣṇād anyo mama na vidyate

„Wie es sich gebührt, wurde ich von Kṛṣṇa, dessen Taten makellos sind, verehrt; darum gibt es für mich keinen Lieberen als Kṛṣṇa.“

Wort für Wort
yathāvad aham ārāddhaḥ
gebührend, ich, verehrt (Adv. / Nom.Sg. / Part.Perf.Pass.)
kṛṣṇena akliṣṭa-karmaṇā
von Kṛṣṇa, dem Mühelos-Handelnden/Makellosen (Instr.Sg.)
tasmād iṣṭatamaḥ kṛṣṇād
deshalb der Liebste, als Kṛṣṇa (Abl.Sg. / Nom.Sg. / Abl.Sg.)
anyo mama na vidyate
ein anderer, mir, ist nicht vorhanden (Nom.Sg. / Gen.Sg. / 3.Sg.Pass.)

kurvatā tasya saṃmānaṃ tvāṃ ca jijñāsatā mayā; pāñcālāḥ sahasā guptā māyāś ca bahuśaḥ kṛtāḥ

„Indem ich ihm Ehre erwies und dich prüfen wollte, wurden von mir die Pāñcālas plötzlich beschützt und vielfach Trugbilder geschaffen.“

Wort für Wort
kurvatā tasya saṃmānaṃ
ich, der ihm Ehre erweisend (Part.Präs. Instr.Sg. / Gen.Sg. / Akk.Sg.)
tvāṃ ca jijñāsatā mayā
und dich prüfen wollend, von mir (Akk.Sg. / Part.Desid. Instr.Sg.)
pāñcālāḥ sahasā guptā
die Pāñcālas, plötzlich beschützt (Nom.Pl. / Adv. / Part.Perf.Pass.)
māyāś ca bahuśaḥ kṛtāḥ
und Trugbilder, vielfach gemacht (Nom.Pl. / Adv. / Part.Perf.Pass.)

kṛtas tasyaiṣa saṃmānaḥ pāñcālān rakṣatā mayā; abhibhūtās tu kālena naiṣām adyāsti jīvitam

„Ihm wurde diese Ehre von mir erwiesen, indem ich die Pāñcālas beschützte; doch von der Zeit überwältigt, ist ihnen heute kein Leben mehr [beschieden].“

Wort für Wort
kṛtas tasya eṣa saṃmānaḥ
getan, ihm, diese Ehrung (Part.Perf.Pass. / Gen.Sg. / Nom.Sg.)
pāñcālān rakṣatā mayā
die Pāñcālas beschützend, von mir (Akk.Pl. / Part.Präs. Instr.Sg.)
abhibhūtās tu kālena
überwältigt aber von der Zeit (Part.Perf.Pass. Nom.Pl. / Instr.Sg.)
na eṣām adya asti jīvitam
nicht ihnen heute ist Leben (Gen.Pl. / 3.Sg.Präs. / Nom.Sg.)

evam uktvā maheṣvāsaṃ bhagavān ātmanas tanum; āviveśa dadau cāsmai vimalaṃ khaḍgam uttamam

So sprach der Erhabene zu dem großen Bogenschützen; er trat in den eigenen Leib [dessen] ein und gab ihm ein makelloses, bestes Schwert.

Wort für Wort
evam uktvā maheṣvāsaṃ
so gesprochen habend zu dem großen Bogenschützen (Abs. / Akk.Sg.)
bhagavān ātmanas tanum
der Erhabene, den eigenen Leib (Nom.Sg. / Gen.Sg. / Akk.Sg.)
āviveśa dadau ca asmai
trat ein, und gab ihm (3.Sg.Perf. / 3.Sg.Perf. / Dat.Sg.)
vimalaṃ khaḍgam uttamam
ein makelloses Schwert, ein bestes (Akk.Sg.)

ātmanas tanum: „den eigenen Leib“; gemeint ist wohl der Leib Aśvatthāmans, vgl. die folgende Strophe (āviṣṭo bhagavatā). [?]

athāviṣṭo bhagavatā bhūyo jajvāla tejasā; varṣmavāṃś cābhavad yuddhe devasṛṣṭena tejasā

Da, vom Erhabenen erfüllt, flammte er abermals vor Glanz auf und wurde im Kampf prächtig durch den von Gott erschaffenen Glanz.

Wort für Wort
atha āviṣṭo bhagavatā
da, erfüllt/besessen, vom Erhabenen (Part.Perf.Pass. Nom.Sg. / Instr.Sg.)
bhūyo jajvāla tejasā
wieder loderte er auf, vor Glanz (Adv. / 3.Sg.Perf. / Instr.Sg.)
varṣmavāṃś ca abhavad
und prächtig wurde er (Nom.Sg. / 3.Sg.Impf.)
yuddhe deva-sṛṣṭena tejasā
im Kampf, durch den von Gott geschaffenen Glanz (Lok.Sg. / Instr.Sg.)

tam adṛśyāni bhūtāni rakṣāṃsi ca samādravan; abhitaḥ śatruśibiraṃ yāntaṃ sākṣād iveśvaram

Unsichtbare Wesen und Rākṣasas eilten ringsum zu ihm zusammen, als er zum Lager der Feinde ging, gleichsam zu einem leibhaftigen Herrn.

Wort für Wort
tam adṛśyāni bhūtāni
ihn, unsichtbare Wesen (Akk.Sg. / Nom.Pl.)
rakṣāṃsi ca samādravan
und Rākṣasas eilten zusammen (Nom.Pl. / 3.Pl.Impf.)
abhitaḥ śatru-śibiraṃ
ringsum, zum Feindeslager (Adv. / Akk.Sg.)
yāntaṃ sākṣād iva īśvaram
den Gehenden, wie einen leibhaftigen Herrn (Part.Präs. Akk.Sg.)

.... .... yāntaṃ drauṇiṃ mahāratham; devadevaṃ haraṃ sthāṇuṃ

[Lücke im Text] … den gehenden Drauṇi, den großen Wagenkämpfer; [ihn,] den Gott der Götter, Hara, Sthāṇu …

Wort für Wort
.... ....
[Lücke im Text]
yāntaṃ drauṇiṃ mahāratham
den gehenden Drauṇi, den großen Wagenkämpfer (Part.Präs. Akk.Sg.)
deva-devaṃ haraṃ sthāṇuṃ
den Gott der Götter, Hara, Sthāṇu (Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Text ist abgebrochen und lückenhaft überliefert, der Satz bleibt unvollständig.

yaś cedaṃ paṭhate stotraṃ śrutvā bhaktisamanvitaḥ; sarvapāpaviśuddhātmā rudralokaṃ sa gacchati

Wer dieses Preislied liest oder es hört, hingebungsvoll, dessen Selbst wird von allen Sünden gereinigt, und er geht in Rudras Welt ein.

Wort für Wort
yaś ca idaṃ paṭhate stotraṃ
und wer dieses Preislied liest (Nom.Sg. / Akk.Sg. / 3.Sg.Präs.Med.)
śrutvā bhakti-samanvitaḥ
gehört habend, mit Hingabe versehen (Abs. / Nom.Sg.)
sarva-pāpa-viśuddha-ātmā
dessen Selbst von allen Sünden gereinigt ist (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
rudra-lokaṃ sa gacchati
in Rudras Welt, er geht (Akk.Sg. / Nom.Sg. / 3.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nur in einem Teil der Handschriften); Schlussformel (phalaśruti).

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