Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Sauptikaparva

Kapitel 9: duryodhanaparidevanam Duryodhanas Tod: Klage der drei Überlebenden und Aśvatthāmans Meldung vom Nachtmord

Die drei Überlebenden finden den sterbenden Duryodhana und klagen; Aśvatthāman meldet ihm die Ermordung der Pāñcālas, Duryodhana stirbt und steigt zum Himmel auf, Saṃjaya berichtet dies Dhṛtarāṣṭra.

saṃjaya uvāca; te hatvā sarvapāñcālān draupadeyāṃś ca sarvaśaḥ; agacchan sahitās tatra yatra duryodhano hataḥ

Saṃjaya sprach: Nachdem sie alle Pāñcālas und die Draupadī-Söhne allseits erschlagen hatten, kamen sie vereint dorthin, wo Duryodhana niedergestreckt lag.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
te hatvā
sie, nachdem sie erschlagen hatten (Nom.Pl. / Abs.)
sarvapāñcālān draupadeyāṃś ca sarvaśaḥ
alle Pāñcālas und die Draupadī-Söhne vollständig (Akk.Pl.)
agacchan sahitās tatra
kamen vereint dorthin (3.Pl.Impf. / Nom.Pl.)
yatra duryodhano hataḥ
wo Duryodhana erschlagen [lag] (Nom.Sg., PPP)

gatvā cainam apaśyaṃs te kiṃ cit prāṇaṃ narādhipam; tato rathebhyaḥ praskandya parivavrus tavātmajam

Dort angelangt, sahen sie ihn, den Herrscher der Menschen, mit nur noch einem Rest von Lebensatem; dann sprangen sie von den Wagen herab und umringten deinen Sohn.

Wort für Wort
gatvā ca enam apaśyan te
und angelangt sahen sie ihn (Abs.; 3.Pl.Impf.)
kiṃ cit prāṇaṃ narādhipam
den Menschenherrscher mit ein wenig Lebenshauch (Akk.Sg.)
tato rathebhyaḥ praskandya
dann von den Wagen herabspringend (Abl.Pl. / Abs.)
parivavrus tava ātmajam
umringten deinen Sohn (3.Pl.Perf. / Akk.Sg.)

taṃ bhagnasakthaṃ rājendra kṛcchraprāṇam acetasam; vamantaṃ rudhiraṃ vaktrād apaśyan vasudhātale

Ihn, dessen Schenkel zerschmettert waren, o Herr der Könige, der kaum noch atmete, bewusstlos, Blut aus dem Mund erbrechend, sahen sie auf dem Erdboden.

Wort für Wort
taṃ bhagnasakthaṃ rājendra
ihn mit zerbrochenen Schenkeln, o Königsfürst (Akk.Sg. / Vok.)
kṛcchraprāṇam acetasam
mühsam atmend, bewusstlos (Akk.Sg.)
vamantaṃ rudhiraṃ vaktrāt
Blut aus dem Mund erbrechend (Part.Präs. / Abl.)
apaśyan vasudhātale
sahen sie auf dem Erdboden (3.Pl.Impf. / Lok.)

vṛtaṃ samantād bahubhiḥ śvāpadair ghoradarśanaiḥ; śālāvṛkagaṇaiś caiva bhakṣayiṣyadbhir antikāt

[Sie sahen ihn] ringsum umgeben von vielen schrecklich anzusehenden Raubtieren und von Rudeln von Schakalen, die ihn aus nächster Nähe fressen wollten.

Wort für Wort
vṛtaṃ samantād
ringsum umgeben (PPP Akk.Sg. / Adv.)
bahubhiḥ śvāpadair
von vielen Raubtieren (Instr.Pl.)
ghoradarśanaiḥ
schrecklich anzusehenden (Instr.Pl.)
śālāvṛkagaṇaiś ca eva
und von Rudeln von Schakalen (Instr.Pl.)
bhakṣayiṣyadbhir antikāt
die fressen wollten, aus der Nähe (Part.Fut. Instr.Pl. / Abl.)

nivārayantaṃ kṛcchrāt tāñ śvāpadān saṃcikhādiṣūn; viveṣṭamānaṃ mahyāṃ ca subhṛśaṃ gāḍhavedanam

Er wehrte unter Mühe jene fressgierigen Raubtiere ab und wand sich auf der Erde, sehr heftig, von tiefem Schmerz gepeinigt.

Wort für Wort
nivārayantaṃ kṛcchrāt
abwehrend unter Mühe (Part.Präs. Akk.Sg. / Abl.)
tāñ śvāpadān
jene Raubtiere (Akk.Pl.)
saṃcikhādiṣūn
die zu fressen begehrten (Desiderativ-Adj. Akk.Pl.)
viveṣṭamānaṃ mahyāṃ ca
und sich windend auf der Erde (Part.Med. / Lok.)
subhṛśaṃ gāḍhavedanam
sehr heftig, mit tiefem Schmerz (Adv. / Bahuvrīhi Akk.Sg.)

taṃ śayānaṃ mahātmānaṃ bhūmau svarudhirokṣitam; hataśiṣṭās trayo vīrāḥ śokārtāḥ paryavārayan; aśvatthāmā kṛpaś caiva kṛtavarmā ca sātvataḥ

Ihn, den Hochherzigen, der auf dem Boden lag, von seinem eigenen Blut überströmt, umstanden die drei übrig gebliebenen Helden, von Trauer gequält: Aśvatthāman, Kṛpa und Kṛtavarman, der Sātvata.

Wort für Wort
taṃ śayānaṃ mahātmānaṃ
ihn, den daliegenden Hochherzigen (Akk.Sg.)
bhūmau svarudhirokṣitam
auf der Erde, mit eigenem Blut besprengt (Lok. / PPP)
hataśiṣṭās trayo vīrāḥ
die drei übrig gebliebenen Helden (Nom.Pl.)
śokārtāḥ paryavārayan
von Trauer gequält umstanden sie (Nom.Pl. / 3.Pl.Impf.)
aśvatthāmā kṛpaś ca eva
Aśvatthāman und Kṛpa (Nom.Sg.)
kṛtavarmā ca sātvataḥ
und Kṛtavarman, der Sātvata (Nom.Sg.)

tais tribhiḥ śoṇitādigdhair niḥśvasadbhir mahārathaiḥ; śuśubhe saṃvṛto rājā vedī tribhir ivāgnibhiḥ

Von diesen dreien, den Großwagenkämpfern, blutbesudelt und seufzend, umgeben, erstrahlte der König wie ein Opferaltar von drei Feuern.

Wort für Wort
taiḥ tribhiḥ śoṇitādigdhair
von diesen dreien, blutbeschmiert (Instr.Pl.)
niḥśvasadbhir mahārathaiḥ
seufzenden Großwagenkämpfern (Instr.Pl.)
śuśubhe saṃvṛto rājā
erstrahlte, umgeben, der König (3.Sg.Perf.Med. / PPP / Nom.)
vedī tribhir iva agnibhiḥ
wie ein Altar von drei Feuern (Nom.Sg. / Instr.Pl.)

te taṃ śayānaṃ saṃprekṣya rājānam atathocitam

Als sie ihn so daliegen sahen, den König, der solches nicht verdient hatte,

Wort für Wort
te taṃ śayānaṃ
sie ihn daliegend (Nom.Pl. / Akk.Sg.)
saṃprekṣya
erblickend (Abs.)
rājānam atathocitam
den König, dem solches nicht gebührte (Akk.Sg.)

Der Satz wird in den folgenden Einheiten fortgesetzt.

duḥkhād aśrūṇy amuñcanta niḥśvāsaparamā nṛpaḥ

vergossen sie vor Kummer Tränen, [ganz] in Seufzern aufgehend, o König[?].

Wort für Wort
duḥkhād
aus Kummer (Abl.)
aśrūṇy amuñcanta
vergossen Tränen (Akk.Pl. / 3.Pl.Impf.Med.)
niḥśvāsaparamā nṛpaḥ
ganz in Seufzern [aufgehend]; König[?] (Nom.Pl.f./Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage. Die Form nṛpaḥ passt syntaktisch nicht zu dem pluralischen Subjekt; vermutlich Verderbnis (nṛpāḥ/nṛpa).

aviṣahyena duḥkhena tatas te rurudus trayaḥ

und weinten da, von unerträglichem Schmerz erfüllt, die drei.

Wort für Wort
aviṣahyena duḥkhena
mit unerträglichem Schmerz (Instr.Sg.)
tatas te
dann sie (Adv. / Nom.Pl.)
rurudus trayaḥ
weinten, die drei (3.Pl.Perf. / Nom.Pl.)

tatas te rudhiraṃ hastair mukhān nirmṛjya tasya ha; raṇe rājñaḥ śayānasya kṛpaṇaṃ paryadevayan

Dann wischten sie mit den Händen das Blut von seinem Gesicht und klagten erbärmlich um den im Kampf daliegenden König.

Wort für Wort
tatas te rudhiraṃ hastair
dann sie das Blut mit den Händen (Instr.Pl.)
mukhān nirmṛjya tasya ha
von seinem Gesicht abwischend, fürwahr (Abl. / Abs.)
raṇe rājñaḥ śayānasya
um den im Kampf daliegenden König (Lok. / Gen.Sg.)
kṛpaṇaṃ paryadevayan
jämmerlich klagten sie (Adv. / 3.Pl.Impf.)

kṛpa uvāca; na daivasyātibhāro 'sti yad ayaṃ rudhirokṣitaḥ; ekādaśacamūbhartā śete duryodhano hataḥ

Kṛpa sprach: „Nichts ist dem Schicksal zu schwer, wenn dieser hier, blutüberströmt, der Führer von elf Heeren, Duryodhana, erschlagen daliegt.“

Wort für Wort
kṛpa uvāca
Kṛpa sprach
na daivasya atibhāro 'sti
dem Schicksal ist keine Überlast (Gen.Sg. / 3.Sg.Präs.)
yad ayaṃ rudhirokṣitaḥ
dass dieser blutbesprengt (PPP Nom.Sg.)
ekādaśacamūbhartā
der Gebieter über elf Heere (Nom.Sg.)
śete duryodhano hataḥ
liegt Duryodhana erschlagen (3.Sg.Präs.Med. / PPP)

paśya cāmīkarābhasya cāmīkaravibhūṣitām; gadāṃ gadāpriyasyemāṃ samīpe patitāṃ bhuvi

„Sieh diese Keule dieses Goldglänzenden, mit Gold geschmückt, des Keulenliebenden, hier nahe [bei ihm] auf die Erde gefallen.“

Wort für Wort
paśya
sieh (Imp.)
cāmīkarābhasya
des goldglänzenden [Herrschers] (Gen.Sg.)
cāmīkaravibhūṣitām
mit Gold geschmückt (Akk.Sg.f.)
gadāṃ gadāpriyasya imām
diese Keule des Keulenliebenden (Akk.Sg. / Gen.Sg.)
samīpe patitāṃ bhuvi
in der Nähe niedergefallen auf der Erde (Lok. / PPP / Lok.)

iyam enaṃ gadā śūraṃ na jahāti raṇe raṇe; svargāyāpi vrajantaṃ hi na jahāti yaśasvinam

„Diese Keule verlässt den Helden nicht, in Kampf um Kampf; selbst als er zum Himmel geht, verlässt sie den Ruhmreichen nicht.“

Wort für Wort
iyam enaṃ gadā śūraṃ
diese Keule diesen Helden (Nom.f. / Akk.Sg.)
na jahāti raṇe raṇe
verlässt nicht, in jedem Kampf (3.Sg.Präs. / Lok. distributiv)
svargāya api vrajantaṃ hi
auch wenn er zum Himmel geht (Dat. / Part.Präs.)
na jahāti yaśasvinam
verlässt nicht den Ruhmreichen (Akk.Sg.)

paśyemāṃ saha vīreṇa jāmbūnadavibhūṣitām; śayānāṃ śayane dharme bhāryāṃ prītimatīm iva

„Sieh sie mit dem Helden, mit Jāmbūnada-Gold geschmückt, auf dem Lager liegend wie eine liebevolle Gattin im Beilager der Pflicht[?].“

Wort für Wort
paśya imāṃ saha vīreṇa
sieh sie samt dem Helden (Imp. / Akk.Sg.f. / Instr.)
jāmbūnadavibhūṣitām
mit Jāmbūnada-Gold geschmückt (Akk.Sg.f.)
śayānāṃ śayane dharme
liegend auf dem Lager, in der Pflicht (Part.Med. / Lok.)
bhāryāṃ prītimatīm iva
wie eine liebevolle Gattin (Akk.Sg.)

dharme im Sinne von „pflichtgemäß / gemäß dem Dharma“ unsicher.

yo vai mūrdhāvasiktānām agre yātaḥ paraṃtapaḥ; sa hato grasate pāṃsūn paśya kālasya paryayam

„Er, der als Bezwinger der Feinde einst allen gesalbten Königen voranging, der liegt nun erschlagen und verschlingt Staub. Sieh den Umschwung der Zeit!“

Wort für Wort
yo vai mūrdhāvasiktānām
der fürwahr unter den gesalbten Königen (Gen.Pl.)
agre yātaḥ paraṃtapaḥ
voran gegangen, der Feindebezwinger (PPP / Nom.Sg.)
sa hato grasate pāṃsūn
der, erschlagen, verschlingt Staub (PPP / 3.Sg.Präs.Med. / Akk.Pl.)
paśya kālasya paryayam
sieh den Umschwung der Zeit (Imp. / Gen. / Akk.)

yenājau nihatā bhūmāv aśerata purā dviṣaḥ; sa bhūmau nihataḥ śete kururājaḥ parair ayam

„Er, durch den einst im Kampf erschlagene Feinde auf der Erde lagen, dieser Kururāja, liegt nun von den Feinden erschlagen auf der Erde.“

Wort für Wort
yena ājau nihatā
durch den im Kampf Erschlagene (Instr. / Lok. / PPP Nom.Pl.)
bhūmāv aśerata purā dviṣaḥ
lagen auf der Erde einst Feinde (Lok. / 3.Pl.Impf.Med. / Nom.Pl.)
sa bhūmau nihataḥ śete
er liegt erschlagen auf der Erde (Lok. / 3.Sg.)
kururājaḥ parair ayam
dieser Kurukönig, von Feinden (Nom.Sg. / Instr.Pl.)

bhayān namanti rājāno yasya sma śatasaṃghaśaḥ; sa vīraśayane śete kravyādbhiḥ parivāritaḥ

„Vor wem die Könige aus Furcht zu Hunderten von Scharen sich beugten, der liegt auf dem Heldenlager, von Fleischfressern umringt.“

Wort für Wort
bhayān namanti rājāno
aus Furcht beugen sich die Könige (Abl. / 3.Pl.Präs. / Nom.Pl.)
yasya sma śatasaṃghaśaḥ
vor dem einst, zu Hunderten in Scharen (Gen. / Partikel / Adv.)
sa vīraśayane śete
der auf dem Heldenlager liegt (Lok.Sg.)
kravyādbhiḥ parivāritaḥ
von Fleischfressern umringt (Instr.Pl. / PPP)

upāsata nṛpāḥ pūrvam arthahetor yam īśvaram; dhik sadyo nihataḥ śete paśya kālasya paryayam

„Dem einst die Könige um des Gewinns willen als ihrem Herrn dienten, der liegt – pfui! – jäh erschlagen da. Sieh den Umschwung der Zeit!“

Wort für Wort
upāsata nṛpāḥ pūrvam
dienten die Könige früher (3.Pl.Impf.Med. / Nom.Pl.)
arthahetor yam īśvaram
um des Vorteils willen dem, [als] Herrn (Abl./Gen. / Akk.Sg.)
dhik sadyo nihataḥ śete
pfui, jäh erschlagen liegt er (Interj. / Adv. / PPP)
paśya kālasya paryayam
sieh den Umschwung der Zeit (Imp.)

tam upāsyanty araṇye 'dya mṛgagomāyavaḥ sma ha

„Ihm werden heute im Wald Wild und Schakale aufwarten[?].“

Wort für Wort
tam upāsyanty
ihn werden bedienen[?] (Akk.Sg. / Fut.3.Pl.[?])
araṇye 'dya
im Wald heute (Lok. / Adv.)
mṛgagomāyavaḥ sma ha
Wild und Schakale, fürwahr (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Verbform upāsyanti ist grammatisch unklar.

upāsate ca taṃ hy adya kravyādā māṃsahetavaḥ

„Und ihm warten heute die Fleischfresser auf, die nach Fleisch verlangen.“

Wort für Wort
upāsate ca taṃ hy adya
und sie bedienen ihn ja heute (3.Pl.Präs.Med.)
kravyādā
Fleischfresser (Nom.Pl.)
māṃsahetavaḥ
um Fleisch willen (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

tam upāsanta kauravyaṃ kravyādā māṃsagṛddhinaḥ

„Dem Kauravya warteten die fleischgierigen Fleischfresser auf.“

Wort für Wort
tam upāsanta kauravyaṃ
ihn bedienten, den Kauravya (3.Pl.Impf.Med. / Akk.Sg.)
kravyādā
Fleischfresser (Nom.Pl.)
māṃsagṛddhinaḥ
fleischgierig (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

saṃjaya uvāca; taṃ śayānaṃ nṛpaśreṣṭhaṃ tato bharatasattama; aśvatthāmā samālokya karuṇaṃ paryadevayat

Saṃjaya sprach: Als er ihn da liegen sah, den Besten der Könige, o Bester der Bharata, klagte Aśvatthāman jammervoll.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach
taṃ śayānaṃ nṛpaśreṣṭhaṃ
ihn, den daliegenden Besten der Könige (Akk.Sg.)
tato bharatasattama
da, o Bester der Bharata (Vok.)
aśvatthāmā samālokya
Aśvatthāman, nachdem er angesehen hatte (Abs.)
karuṇaṃ paryadevayat
klagte jammervoll (Adv. / 3.Sg.Impf.)

āhus tvāṃ rājaśārdūla mukhyaṃ sarvadhanuṣmatām; dhanādhyakṣopamaṃ yuddhe śiṣyaṃ saṃkarṣaṇasya ha

„Man nennt dich, Tiger unter Königen, den Ersten aller Bogenträger, im Kampf dem Herrn der Schätze gleich, den Schüler Saṃkarṣaṇas.“

Wort für Wort
āhus tvāṃ rājaśārdūla
man sagt von dir, o Königstiger (3.Pl.Perf. / Vok.)
mukhyaṃ sarvadhanuṣmatām
den Ersten aller Bogenträger (Akk. / Gen.Pl.)
dhanādhyakṣopamaṃ yuddhe
dem Schatzherrn [Kubera] gleich im Kampf (Akk. / Lok.)
śiṣyaṃ saṃkarṣaṇasya ha
Schüler Saṃkarṣaṇas (Akk. / Gen.)

kathaṃ vivaram adrākṣīd bhīmasenas tavānagha; balinaḥ kṛtino nityaṃ sa ca pāpātmavān nṛpa

„Wie konnte Bhīmasena bei dir, du Makelloser, eine Blöße finden, bei dir, dem Starken, stets Geübten – er, der Böse, o König?“

Wort für Wort
kathaṃ vivaram adrākṣīd
wie erblickte er eine Lücke (Adv. / Akk. / 3.Sg.Aor.)
bhīmasenas tava anagha
Bhīmasena bei dir, o Makelloser (Nom. / Gen. / Vok.)
balinaḥ kṛtino nityaṃ
bei dem Starken, Geschickten, stets (Gen.Sg. / Adv.)
sa ca pāpātmavān nṛpa
und er, der Böse, o König (Nom. / Vok.)

kālo nūnaṃ mahārāja loke 'smin balavattaraḥ; paśyāmo nihataṃ tvāṃ ced bhīmasenena saṃyuge

„Gewiss ist die Zeit in dieser Welt, Großkönig, das Mächtigste, wenn wir dich von Bhīmasena in der Schlacht erschlagen sehen.“

Wort für Wort
kālo nūnaṃ mahārāja
die Zeit fürwahr, o Großkönig (Nom. / Vok.)
loke 'smin balavattaraḥ
in dieser Welt mächtiger [als alles] (Lok. / Komp.)
paśyāmo nihataṃ tvāṃ ced
wir sehen dich erschlagen, wenn (1.Pl.Präs. / Akk.)
bhīmasenena saṃyuge
von Bhīmasena in der Schlacht (Instr. / Lok.)

kathaṃ tvāṃ sarvadharmajñaṃ kṣudraḥ pāpo vṛkodaraḥ; nikṛtyā hatavān mando nūnaṃ kālo duratyayaḥ

„Wie konnte dich, der du alle Pflichten kennst, der gemeine, böse Vṛkodara durch Trug erschlagen, der Törichte? Gewiss ist die Zeit unüberwindlich.“

Wort für Wort
kathaṃ tvāṃ sarvadharmajñaṃ
wie dich, den alle Pflichten Kennenden (Akk.Sg.)
kṣudraḥ pāpo vṛkodaraḥ
der gemeine, böse Vṛkodara (Nom.Sg.)
nikṛtyā hatavān mando
durch Trug erschlug er, der Törichte (Instr. / Part.Perf.Akt.)
nūnaṃ kālo duratyayaḥ
gewiss ist die Zeit unüberwindlich (Nom.Sg.)

dharmayuddhe hy adharmeṇa samāhūyaujasā mṛdhe; gadayā bhīmasenena nirbhinne sakthinī tava

„Nachdem er dich im gerechten Kampf mit Gewalt zum Gefecht gerufen hatte, wurden durch Unrecht von Bhīmasenas Keule deine beiden Schenkel zerschmettert.“

Wort für Wort
dharmayuddhe hy adharmeṇa
im Rechtskampf, doch durch Unrecht (Lok. / Instr.)
samāhūya ojasā mṛdhe
nachdem er herausgefordert hatte, mit Kraft, im Gefecht (Abs. / Instr. / Lok.)
gadayā bhīmasenena
mit der Keule, von Bhīmasena (Instr. / Instr.)
nirbhinne sakthinī tava
zerschmettert wurden die beiden Schenkel dein (Lok.abs. Du. / Gen.)

Konstruktion locker; der Lokativ nirbhinne (Du.) ist als Lokativus absolutus gefasst.

adharmeṇa hatasyājau mṛdyamānaṃ padā śiraḥ; yad upekṣitavān kṣudro dhik tam astu yudhiṣṭhiram

„Dass der Gemeine es duldete, wie das Haupt des durch Unrecht im Kampf Erschlagenen mit dem Fuß zertreten wurde: Pfui über ihn, über Yudhiṣṭhira!“

Wort für Wort
adharmeṇa hatasya ājau
des durch Unrecht im Kampf Erschlagenen (Instr. / Gen. / Lok.)
mṛdyamānaṃ padā śiraḥ
das zertreten werdende Haupt mit dem Fuß (Part.Pass. / Instr. / Akk.)
yad upekṣitavān kṣudro
dass er duldete, der Gemeine (Part.Perf.Akt. Nom.)
dhik tam astu yudhiṣṭhiram
pfui über ihn, Yudhiṣṭhira (Interj. / Akk. / Imp.)

dhig astu tasya pāpasya mithyā dharmiṣṭhavādinaḥ; idaṃ pāpaṃ bhīmasenaḥ kṛtavāñ chadmanā ca yat

„Pfui über jenen Bösen, der fälschlich Gerechtigkeit im Munde führt! Dieses Böse hat Bhīmasena getan, und zwar durch Trug.“

Wort für Wort
dhig astu tasya pāpasya
pfui über jenen Bösen (Gen.Sg.)
mithyā dharmiṣṭhavādinaḥ
der fälschlich als Gerechtester redet (Adv. / Gen.Sg.)
idaṃ pāpaṃ bhīmasenaḥ
dieses Böse, Bhīmasena (Akk. / Nom.)
kṛtavāñ chadmanā ca yat
hat getan durch Trug, was (Part.Perf.Akt. / Instr.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

yuddheṣv apavadiṣyanti yodhā nūnaṃ vṛkodaram; yāvat sthāsyanti bhūtāni nikṛtyā hy asi pātitaḥ

„Die Krieger werden Vṛkodara gewiss in den Schlachten schmähen, solange die Wesen bestehen; denn durch Trug bist du zu Fall gebracht worden.“

Wort für Wort
yuddheṣv apavadiṣyanti
in den Kämpfen werden sie tadeln (Lok.Pl. / 3.Pl.Fut.)
yodhā nūnaṃ vṛkodaram
die Krieger gewiss den Vṛkodara (Nom.Pl. / Akk.)
yāvat sthāsyanti bhūtāni
solange die Wesen bestehen werden (3.Pl.Fut.)
nikṛtyā hy asi pātitaḥ
denn durch Trug bist du gefällt (Instr. / 2.Sg. / PPP Kaus.)

nanu rāmo 'bravīd rājaṃs tvāṃ sadā yadunandanaḥ; duryodhanasamo nāsti gadayā iti vīryavān

„Hat nicht Rāma, der Freude der Yadus, der Heldenhafte, dir gegenüber stets gesagt, o König: ‚Duryodhana gleicht niemand im Keulenkampf‘?“

Wort für Wort
nanu rāmo 'bravīd rājaṃs
hat nicht Rāma gesagt, o König (3.Sg.Impf. / Vok.)
tvāṃ sadā yadunandanaḥ
dir gegenüber stets, der Yadu-Freude (Akk. / Nom.)
duryodhanasamo nāsti
Duryodhana-gleich gibt es keinen (Nom.)
gadayā iti vīryavān
mit der Keule, so, der Kraftvolle (Instr. / Nom.)

ślāghate tvāṃ hi vārṣṇeyo rājan saṃsatsu bhārata; suśiṣyo mama kauravyo gadāyuddha iti prabho

„Es rühmt dich der Vṛṣṇi-Nachkomme in den Versammlungen, o König, Bhārata: ‚Mein guter Schüler ist der Kauravya im Keulenkampf‘, o Herr.“

Wort für Wort
ślāghate tvāṃ hi vārṣṇeyo
es rühmt dich der Vṛṣṇi-Spross (3.Sg.Präs.Med. / Akk. / Nom.)
rājan saṃsatsu bhārata
o König, in Versammlungen, o Bhārata (Vok. / Lok.Pl. / Vok.)
suśiṣyo mama kauravyo
mein guter Schüler, der Kauravya (Nom.)
gadāyuddha iti prabho
im Keulenkampf, so, o Herr (Lok. / Vok.)

yāṃ gatiṃ kṣatriyasyāhuḥ praśastāṃ paramarṣayaḥ; hatasyābhimukhasyājau prāptas tvam asi tāṃ gatim

„Den Weg, den die höchsten Seher als für den Kṣatriya preisenswert bezeichnen, den des im Kampf zugewandt Erschlagenen, diesen Weg hast du erlangt.“

Wort für Wort
yāṃ gatiṃ kṣatriyasya āhuḥ
welchen Weg man dem Kṣatriya zuschreibt (Akk. / Gen. / 3.Pl.Perf.)
praśastāṃ paramarṣayaḥ
als preisenswert, die höchsten Seher (Akk.f. / Nom.Pl.)
hatasya abhimukhasya ājau
des Erschlagenen, zugewandten, im Kampf (Gen.Sg. / Lok.)
prāptas tvam asi tāṃ gatim
erlangt hast du diesen Weg (PPP / 2.Sg. / Akk.)

duryodhana na śocāmi tvām ahaṃ puruṣarṣabha; hataputrāṃ tu śocāmi gāndhārīṃ pitaraṃ ca te

„Um dich, Duryodhana, Stier unter den Männern, trauere ich nicht; ich trauere aber um Gāndhārī, der die Söhne erschlagen sind, und um deinen Vater.“

Wort für Wort
duryodhana na śocāmi
Duryodhana, ich trauere nicht (Vok. / 1.Sg.Präs.)
tvām ahaṃ puruṣarṣabha
um dich, ich, Männerstier (Akk. / Nom. / Vok.)
hataputrāṃ tu śocāmi
um die, deren Söhne erschlagen sind, aber trauere ich (Akk.f.)
gāndhārīṃ pitaraṃ ca te
um Gāndhārī und deinen Vater (Akk. / Akk. / Gen.)

yāv anāthau kṛtau vīra tvayā nāthena vadhyatā

„Die beiden, die du, o Held, zu Schutzlosen gemacht hast, indem du, ihr Beschützer, erschlagen wirst …“

Wort für Wort
yāv anāthau kṛtau vīra
die beiden zu Schutzlosen gemacht, o Held (Akk.Du. / PPP / Vok.)
tvayā nāthena vadhyatā
durch dich, den Beschützer, der erschlagen wird (Instr.Sg. / Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Satz wird in der nächsten Einheit fortgesetzt.

bhikṣukau vicariṣyete śocantau pṛthivīm imām

„… werden als Bettler trauernd diese Erde durchwandern.“

Wort für Wort
bhikṣukau vicariṣyete
als Bettler werden die beiden umherziehen (Nom.Du. / 3.Du.Fut.Med.)
śocantau
trauernd (Part.Präs. Nom.Du.)
pṛthivīm imām
diese Erde (Akk.Sg.)

dhig astu kṛṣṇaṃ vārṣṇeyam arjunaṃ cāpi durmatim; dharmajñamāninau yau tvāṃ vadhyamānam upekṣatām

„Verflucht sei Kṛṣṇa Vārṣṇeya und auch Arjuna, der Törichte, die beiden, die sich für Kenner des Dharma halten und dich, als du erschlagen wurdest, gewähren ließen!“

Wort für Wort
dhig astu kṛṣṇaṃ vārṣṇeyam
Verflucht sei Kṛṣṇa Vārṣṇeya (dhik + Akk.; Opt./Imp. astu)
arjunaṃ ca api durmatim
und auch Arjuna, den Törichten (Akk.)
dharmajñamāninau yau
die beiden, die sich für Dharma-Kenner halten (Nom. Du.)
tvāṃ vadhyamānam upekṣatām
dich, den Erschlagenen, übersahen/gewähren ließen (Akk. Part. Pass.; 3.Du.Impf. Med.)

pāṇḍavāś cāpi te sarve kiṃ vakṣyanti narādhipān; kathaṃ duryodhano 'smābhir hata ity anapatrapāḥ

„Und was werden die Pāṇḍavas alle den Herrschern sagen, die Schamlosen: ‚Wie ist Duryodhana von uns erschlagen worden?‘“

Wort für Wort
pāṇḍavāḥ ca api te sarve
und auch die Pāṇḍavas, sie alle (Nom. Pl.)
kiṃ vakṣyanti narādhipān
was werden sie sagen zu den Herrschern (3.Pl.Fut.; Akk. Pl.)
katham duryodhanaḥ asmābhiḥ hataḥ
wie [wurde] Duryodhana von uns erschlagen (Instr. Pl.; Part. Pass.)
iti anapatrapāḥ
[so sagend], die Schamlosen (Zitatpartikel; Nom. Pl.)

dhanyas tvam asi gāndhāre yas tvam āyodhane hataḥ; prayāto 'bhimukhaḥ śatrūn dharmeṇa puruṣarṣabha

„Glücklich zu preisen bist du, Sohn der Gāndhārī, der du im Kampf erschlagen wurdest, nachdem du den Feinden im Einklang mit dem Dharma entgegengezogen bist, Stier unter den Männern.“

Wort für Wort
dhanyaḥ tvam asi gāndhāre
glücklich zu preisen bist du, Sohn der Gāndhārī (Nom.; 2.Sg.Präs.; Vok.)
yaḥ tvam āyodhane hataḥ
der du im Kampfplatz erschlagen wurdest (Lok.; Part. Pass.)
prayātaḥ abhimukhaḥ śatrūn
der du den Feinden zugewandt/entgegen gezogen bist (Part. Perf. Akt.; Nom.; Akk. Pl.)
dharmeṇa puruṣarṣabha
dem Dharma gemäß (Instr.), Stier unter den Männern (Vok.)

hataputrā hi gāndhārī nihatajñātibāndhavā; prajñācakṣuś ca durdharṣaḥ kāṃ gatiṃ pratipatsyate

„Denn Gāndhārī, deren Söhne erschlagen sind und deren Verwandte und Angehörige getötet sind, und der unbezwingbare, dessen Auge die Einsicht ist [der Blinde], welchen Weg werden sie einschlagen?“

Wort für Wort
hataputrā hi gāndhārī
denn Gāndhārī, deren Söhne erschlagen sind (Nom. Sg. f., Bahuvrīhi)
nihatajñātibāndhavā
deren Verwandte und Angehörige getötet sind (Nom. Sg. f., Bahuvrīhi)
prajñācakṣuḥ ca durdharṣaḥ
und der Einsichts-Äugige, der Unbezwingbare (Nom. Sg. m.)
kāṃ gatiṃ pratipatsyate
welchen Weg/welche Zuflucht wird [er/sie] einschlagen (Akk.; 3.Sg.Fut. Med.)

Sa. prajñācakṣus, ‚dessen Auge die Einsicht ist‘, ist ein gängiger Ausdruck für den blinden Dhṛtarāṣṭra.

dhig astu kṛtavarmāṇaṃ māṃ kṛpaṃ ca mahāratham; ye vayaṃ na gatāḥ svargaṃ tvāṃ puraskṛtya pārthivam

„Verflucht seien Kṛtavarman, ich und der große Wagenkämpfer Kṛpa, die wir dir, dem König, nicht in den Himmel gefolgt sind, da wir dich vorangestellt hatten.“

Wort für Wort
dhig astu kṛtavarmāṇam māṃ kṛpaṃ ca mahāratham
verflucht seien Kṛtavarman, ich und Kṛpa, der große Wagenkämpfer (Akk.)
ye vayaṃ na gatāḥ svargam
wir, die wir nicht in den Himmel gegangen sind (Nom. Pl.; Part. Perf. Pass. als Perf.)
tvāṃ puraskṛtya pārthivam
dich, den König, an die Spitze stellend (Abs.; Akk.)

dātāraṃ sarvakāmānāṃ rakṣitāraṃ prajāhitam; yad vayaṃ nānugacchāmas tvāṃ dhig asmān narādhamān

„Dich, den Geber aller Wünsche, den Beschützer, der das Wohl der Untertanen [im Sinn hatte]: weil wir dir nicht folgen, verflucht seien wir, die niedrigsten unter den Männern!“

Wort für Wort
dātāraṃ sarvakāmānām
den Geber aller Wünsche (Akk. Sg.; Gen. Pl.)
rakṣitāraṃ prajāhitam
den Beschützer, der den Untertanen Gutes tut (Akk.; Tatpuruṣa)
yad vayaṃ na anugacchāmaḥ tvām
weil wir dir nicht folgen (1.Pl.Präs.)
dhig asmān narādhamān
verflucht seien wir, die niedrigsten Männer (Akk. Pl.)

kṛpasya tava vīryeṇa mama caiva pituś ca me; sabhṛtyānāṃ naravyāghra ratnavanti gṛhāṇi ca

„Durch die Tapferkeit Kṛpas, durch deine, ebenso durch meine und meines Vaters [Tapferkeit], Tiger unter den Männern, [wurden] samt den Dienern [unsere] Häuser voll von Juwelen [gemacht].“

Wort für Wort
kṛpasya tava vīryeṇa
durch Kṛpas [und] deine Tapferkeit (Gen.; Instr.)
mama ca eva pituḥ ca me
und meine und meines Vaters (Gen.; Gen.; Gen.)
sabhṛtyānām naravyāghra
samt den Dienern, Tiger unter den Männern (Gen. Pl.; Vok.)
ratnavanti gṛhāṇi ca
und Häuser voll von Juwelen (Nom./Akk. Pl. n.)

Das Verb fehlt; avāptāḥ im folgenden Vers ist wohl mitzudenken. Der Text ist elliptisch.

bhavatprasādād asmābhiḥ samitraiḥ sahabāndhavaiḥ; avāptāḥ kratavo mukhyā bahavo bhūridakṣiṇāḥ

„Durch deine Gunst wurden von uns, samt Freunden und Verwandten, viele bedeutende Opfer mit reichen Opfergaben erlangt.“

Wort für Wort
bhavatprasādāt asmābhiḥ
durch deine Gunst, von uns (Abl.; Instr. Pl.)
samitraiḥ sahabāndhavaiḥ
samt Freunden, samt Verwandten (Instr. Pl.)
avāptāḥ kratavaḥ mukhyāḥ
erlangt wurden bedeutende Opfer (Part. Pass.; Nom. Pl.)
bahavaḥ bhūridakṣiṇāḥ
viele, mit reichen Opfergaben (Nom. Pl.)

kutaś cāpīdṛśaṃ sārtham upalapsyāmahe vayam; yādṛśena puraskṛtya tvaṃ gataḥ sarvapārthivān

„Und woher sollten wir eine solche Gefolgschaft [je] bekommen, wie sie du hattest, als du, alle Könige vor dir hergehen lassend, gegangen bist?“

Wort für Wort
kutaḥ ca īdṛśaṃ sārtham
und woher eine solche Gefolgschaft/Karawane (Akk. Sg.)
upalapsyāmahe vayam
werden wir erlangen (1.Pl.Fut. Med.; Nom.)
yādṛśena puraskṛtya
wie sie [dich begleitet], vor sich stellend (Instr.; Abs.) [?]
tvaṃ gataḥ sarvapārthivān
bist du gegangen, alle Könige (Part. Perf.; Akk. Pl.)

Die Konstruktion yādṛśena puraskṛtya … sarvapārthivān ist knapp; Wiedergabe unsicher.

vayam eva trayo rājan gacchantaṃ paramāṃ gatim; yad vai tvāṃ nānugacchāmas tena tapsyāmahe vayam

„Nur wir drei, König: weil wir dir, der du den höchsten Weg gehst, nicht folgen, deshalb werden wir Qual leiden.“

Wort für Wort
vayam eva trayaḥ rājan
nur wir drei, König (Nom. Pl.; Vok.)
gacchantaṃ paramāṃ gatim
dir, der du den höchsten Weg gehst (Part. Präs. Akk.; Akk.)
yad vai tvāṃ na anugacchāmaḥ
dass wir dir wahrlich nicht folgen (1.Pl.Präs.)
tena tapsyāmahe vayam
deshalb werden wir Qual leiden (1.Pl.Fut. Med.)

tvatsvargahīnā hīnārthāḥ smarantaḥ sukṛtasya te; kiṃ nāma tad bhavet karma yena tvānuvrajema vai

„Deines Himmels beraubt, ohne Ziel und Besitz, deiner guten Taten gedenkend: Was für ein Werk könnte das wohl sein, durch das wir dir folgen könnten?“

Wort für Wort
tvatsvargahīnāḥ hīnārthāḥ
des Himmels bei dir beraubt, ohne Nutzen/Besitz (Nom. Pl.)
smarantaḥ sukṛtasya te
gedenkend deiner guten Tat (Part. Präs.; Gen.)
kiṃ nāma tat bhavet karma
was für ein Werk wohl könnte es sein (Opt. 3.Sg.)
yena tvā anuvrajema vai
durch das wir dir folgen könnten (Instr.; Opt. 1.Pl.)

duḥkhaṃ nūnaṃ kuruśreṣṭha cariṣyāmo mahīm imām; hīnānāṃ nas tvayā rājan kutaḥ śāntiḥ kutaḥ sukham

„Gewiss werden wir mühselig diese Erde durchwandern, Bester der Kuru. Für uns, die wir dich entbehren, König, woher [käme] Frieden, woher Glück?“

Wort für Wort
duḥkhaṃ nūnaṃ kuruśreṣṭha
gewiss mühselig, Bester der Kuru (Adv.; Vok.)
cariṣyāmaḥ mahīm imām
werden wir durchwandern diese Erde (1.Pl.Fut.; Akk.)
hīnānāṃ naḥ tvayā rājan
für uns, die wir ohne dich sind, König (Gen. Pl.; Instr.; Vok.)
kutaḥ śāntiḥ kutaḥ sukham
woher Frieden, woher Glück (Nom.)

gatvaitāṃs tu mahārāja sametya tvaṃ mahārathān; yathāśreṣṭhaṃ yathājyeṣṭhaṃ pūjayer vacanān mama

„Wenn du zu ihnen gegangen bist, großer König, und mit den großen Wagenkämpfern zusammengetroffen bist, sollst du sie auf mein Wort hin ehren, jeden nach Rang und nach Alter.“

Wort für Wort
gatvā etān tu mahārāja
nachdem du zu diesen gegangen bist, großer König (Abs.; Vok.)
sametya tvaṃ mahārathān
nachdem du mit den großen Wagenkämpfern zusammengetroffen bist (Abs.; Akk. Pl.)
yathāśreṣṭhaṃ yathājyeṣṭham
nach Vorrang, nach Alter (Adv.)
pūjayeḥ vacanāt mama
sollst du ehren (Opt. 2.Sg.), auf mein Wort (Abl.)

ācāryaṃ pūjayitvā ca ketuṃ sarvadhanuṣmatām; hataṃ mayādya śaṃsethā dhṛṣṭadyumnaṃ narādhipa

„Und nachdem du den Lehrer [Droṇa] geehrt hast, das Banner aller Bogenschützen, sollst du melden: ‚Dhṛṣṭadyumna ist heute von mir erschlagen worden‘, Herr der Menschen.“

Wort für Wort
ācāryaṃ pūjayitvā ca
und nachdem du den Lehrer geehrt hast (Abs.)
ketuṃ sarvadhanuṣmatām
das Banner aller Bogenschützen (Akk.; Gen. Pl.)
hataṃ mayā adya śaṃsethāḥ
erschlagen von mir heute sollst du melden (Part. Pass.; Instr.; Opt. 2.Sg. Med.)
dhṛṣṭadyumnaṃ narādhipa
Dhṛṣṭadyumna (Akk.), Herr der Menschen (Vok.)

pariṣvajethā rājānaṃ bāhlikaṃ sumahāratham; saindhavaṃ somadattaṃ ca bhūriśravasam eva ca

„Umarme König Bāhlika, den großen Wagenkämpfer, Saindhava [Jayadratha], Somadatta und auch Bhūriśravas.“

Wort für Wort
pariṣvajethāḥ rājānam
sollst du umarmen den König (Opt. 2.Sg. Med.; Akk.)
bāhlikaṃ sumahāratham
Bāhlika, den überaus großen Wagenkämpfer (Akk.)
saindhavaṃ somadattaṃ ca
Saindhava und Somadatta (Akk.)
bhūriśravasam eva ca
und auch Bhūriśravas (Akk.)

tathā pūrvagatān anyān svargaṃ pārthivasattamān; asmad vākyāt pariṣvajya pṛcchethās tvam anāmayam

„Ebenso die anderen, die früher [dorthin] gegangen sind, die besten der Fürsten im Himmel: Umarme sie auf unser Wort hin und erkundige dich nach [ihrem] Wohlergehen.“

Wort für Wort
tathā pūrvagatān anyān
ebenso die früher gegangenen anderen (Akk. Pl.)
svargaṃ pārthivasattamān
im Himmel [weilend], die besten Fürsten (Akk.; Akk. Pl.)
asmat vākyāt pariṣvajya
auf unser Wort hin, nachdem du umarmt hast (Abl.; Abs.)
pṛcchethāḥ tvam anāmayam
sollst du fragen nach dem Wohlergehen (Opt. 2.Sg. Med.; Akk.)

ity evam uktvā rājānaṃ bhagnasaktham acetasam; aśvatthāmā samudvīkṣya punar vacanam abravīt

Nachdem er den König, dessen Schenkel gebrochen war und der bewusstlos dalag, so angesprochen hatte, blickte Aśvatthāman ihn an und sprach abermals ein Wort.

Wort für Wort
iti evam uktvā rājānam
nachdem er so gesprochen hatte zum König (Abs.; Akk.)
bhagnasaktham acetasam
dessen Schenkel gebrochen, bewusstlos (Akk.)
aśvatthāmā samudvīkṣya
Aśvatthāman, nachdem er hingeblickt hatte (Nom.; Abs.)
punar vacanam abravīt
sprach abermals ein Wort (3.Sg.Impf.)

duryodhana jīvasi ced vācaṃ śrotrasukhāṃ śṛṇu; sapta pāṇḍavataḥ śeṣā dhārtarāṣṭrās trayo vayam

„Duryodhana, wenn du lebst, so höre ein Wort, das dem Ohr wohltut: Von den Pāṇḍavas sind sieben übrig geblieben, von den Dhārtarāṣṭras drei: wir.“

Wort für Wort
duryodhana jīvasi ced
Duryodhana, wenn du lebst (Vok.; 2.Sg.Präs.)
vācaṃ śrotrasukhāṃ śṛṇu
höre ein Wort, dem Ohr angenehm (Akk.; Imp.)
sapta pāṇḍavataḥ śeṣāḥ
sieben sind übrig von den Pāṇḍavas (Nom. Pl.; Abl.-Suffix)
dhārtarāṣṭrāḥ trayaḥ vayam
von den Dhārtarāṣṭras drei, wir (Nom. Pl.)

te caiva bhrātaraḥ pañca vāsudevo 'tha sātyakiḥ; ahaṃ ca kṛtavarmā ca kṛpaḥ śāradvatas tathā

„Und zwar jene fünf Brüder, Vāsudeva und Sātyaki; und ich, Kṛtavarman und Kṛpa Śāradvata.“

Wort für Wort
te ca eva bhrātaraḥ pañca
und zwar jene fünf Brüder (Nom. Pl.)
vāsudevaḥ atha sātyakiḥ
Vāsudeva und Sātyaki (Nom.)
aham ca kṛtavarmā ca
und ich und Kṛtavarman (Nom.)
kṛpaḥ śāradvataḥ tathā
und Kṛpa Śāradvata (Nom.)

draupadeyā hatāḥ sarve dhṛṣṭadyumnasya cātmajāḥ; pāñcālā nihatāḥ sarve matsyaśeṣaṃ ca bhārata

„Alle Söhne der Draupadī sind erschlagen und die Söhne des Dhṛṣṭadyumna; alle Pāñcālas sind erschlagen, und was von den Matsyas [übrig] war, Bhārata.“

Wort für Wort
draupadeyāḥ hatāḥ sarve
die Draupadī-Söhne sind erschlagen, alle (Nom. Pl.; Part. Pass.)
dhṛṣṭadyumnasya ca ātmajāḥ
und die Söhne des Dhṛṣṭadyumna (Gen.; Nom. Pl.)
pāñcālāḥ nihatāḥ sarve
die Pāñcālas sind alle erschlagen (Nom. Pl.)
matsyaśeṣaṃ ca bhārata
und der Rest der Matsyas, Bhārata (Nom./Akk. n.; Vok.)

kṛte pratikṛtaṃ paśya hataputrā hi pāṇḍavāḥ; sauptike śibiraṃ teṣāṃ hataṃ sanaravāhanam

„Sieh die Vergeltung für die Tat: Die Pāṇḍavas haben ihre Söhne verloren. Im nächtlichen Überfall ist ihr Lager samt Männern und Reittieren vernichtet worden.“

Wort für Wort
kṛte pratikṛtam paśya
sieh die Vergeltung für die Tat (Lok.; Akk.; Imp.)
hataputrāḥ hi pāṇḍavāḥ
denn die Pāṇḍavas haben ihre Söhne verloren (Nom. Pl., Bahuvrīhi)
sauptike śibiraṃ teṣām
im nächtlichen Überfall ihr Lager (Lok.; Nom.; Gen.)
hataṃ sanaravāhanam
erschlagen samt Männern und Reittieren (Part. Pass.; Bahuvrīhi)

mayā ca pāpakarmāsau dhṛṣṭadyumno mahīpate; praviśya śibiraṃ rātrau paśumāreṇa māritaḥ

„Und von mir ist jener Übeltäter Dhṛṣṭadyumna, Herr der Erde, nachdem ich nachts ins Lager eingedrungen war, wie ein Opfertier geschlachtet worden.“

Wort für Wort
mayā ca pāpakarmā asau
und von mir jener Übeltäter (Instr.; Nom.)
dhṛṣṭadyumnaḥ mahīpate
Dhṛṣṭadyumna, Herr der Erde (Nom.; Vok.)
praviśya śibiraṃ rātrau
nachdem ich das Lager betreten hatte, in der Nacht (Abs.; Akk.; Lok.)
paśumāreṇa māritaḥ
wie ein Opfertier getötet, erschlagen (Instr.; Part. Kaus. Pass.)

duryodhanas tu tāṃ vācaṃ niśamya manasaḥ priyām; pratilabhya punaś ceta idaṃ vacanam abravīt

Duryodhana aber, als er jene dem Herzen liebe Rede vernommen und das Bewusstsein wiedererlangt hatte, sprach dieses Wort.

Wort für Wort
duryodhanaḥ tu tāṃ vācam niśamya
Duryodhana aber, nachdem er jene Rede gehört hatte (Nom.; Akk.; Abs.)
manasaḥ priyām
dem Sinn/Herzen lieb (Abl./Gen.; Akk. f.)
pratilabhya punaḥ cetaḥ
nachdem er wiedererlangt hatte das Bewusstsein (Abs.; Akk.)
idaṃ vacanam abravīt
sprach dieses Wort (Impf.)

na me 'karot tad gāṅgeyo na karṇo na ca te pitā; yat tvayā kṛpabhojābhyāṃ sahitenādya me kṛtam

„Das hat mir weder der Gaṅgā-Sohn getan noch Karṇa noch dein Vater, was mir heute von dir, zusammen mit Kṛpa und Bhoja [Kṛtavarman], getan wurde.“

Wort für Wort
na me akarot tat gāṅgeyaḥ
nicht hat mir jenes getan der Gaṅgā-Sohn (Impf. 3.Sg.)
na karṇaḥ na ca te pitā
weder Karṇa noch dein Vater
yat tvayā kṛpabhojābhyām sahitena
was von dir, verbunden mit Kṛpa und Bhoja (Instr.; Instr. Du.; Part.)
adya me kṛtam
heute mir getan wurde (Part. Pass.)

sa cet senāpatiḥ kṣudro hataḥ sārdhaṃ śikhaṇḍinā; tena manye maghavatā samam ātmānam adya vai

„Wenn jener niedrige Heerführer [Dhṛṣṭadyumna] samt Śikhaṇḍin erschlagen ist, dann halte ich mich heute wahrlich Indra gleich.“

Wort für Wort
sa cet senāpatiḥ kṣudraḥ
wenn jener niedrige Heerführer (Nom.)
hataḥ sārdhaṃ śikhaṇḍinā
erschlagen ist, zusammen mit Śikhaṇḍin (Part. Pass.; Instr.)
tena manye maghavatā samam
dadurch halte ich mich Maghavat [Indra] gleich (Instr.; 1.Sg.Präs.; Instr.; Adj.)
ātmānam adya vai
mich selbst heute wahrlich (Akk.)

svasti prāpnuta bhadraṃ vaḥ svarge naḥ saṃgamaḥ punaḥ; ity evam uktvā tūṣṇīṃ sa kururājo mahāmanāḥ

„Heil euch! Glück sei euch! Im Himmel gibt es für uns ein Wiedersehen.“ Nachdem er so gesprochen hatte, schwieg der Kurukönig, der Hochgesinnte.

Wort für Wort
svasti prāpnuta bhadraṃ vaḥ
Heil, erlangt es; Glück euch (Imp. 2.Pl.; Dat./Gen. Pl.)
svarge naḥ saṃgamaḥ punaḥ
im Himmel [ist] unser Zusammentreffen wieder (Lok.; Gen.; Nom.)
iti evam uktvā tūṣṇīm
so gesprochen habend, schweigend (Abs.; Adv.)
sa kururājaḥ mahāmanāḥ
jener Kurukönig, hochgesinnt (Nom.)

samutsṛṣṭeṣu vidhinā prāṇeṣu gaganaṃ gate; vidyuttejaḥsamaḥ prāyāt kṛpādyāḥ kautukānvitāḥ

Als die Lebenshauche gemäß der Ordnung entlassen waren, ging er zum Himmel; dem Glanz des Blitzes gleich zog er dahin. Kṛpa und die anderen [standen] voll Staunen [da].

Wort für Wort
samutsṛṣṭeṣu vidhinā prāṇeṣu
als die Lebenshauche gemäß der Ordnung entlassen waren (Lok. abs.; Instr.)
gaganaṃ gate
[er] zum Himmel gegangen (Part. Perf.)
vidyuttejaḥsamaḥ prāyāt
dem Glanz des Blitzes gleich zog er fort (Nom.; 3.Sg.Impf.)
kṛpādyāḥ kautukānvitāḥ
Kṛpa und die anderen, von Staunen erfüllt (Nom. Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der zweite Halbvers hat kein Verb; ‚standen da‘ ist ergänzt.

ākrāmata divaṃ puṇyāṃ śarīraṃ kṣitim āviśat; evaṃ te nidhanaṃ yātaḥ putro duryodhano nṛpa; agre yātvā raṇe śūraḥ paścād vinihataḥ paraiḥ

Er erstieg den heiligen Himmel; sein Körper drang in die Erde ein. So fand er den Tod, dein Sohn Duryodhana, König: Als Held war er im Kampf zuerst vorangegangen und wurde danach von den Feinden erschlagen.

Wort für Wort
ākrāmata divaṃ puṇyām
er erstieg den heiligen Himmel (3.Sg.Impf. Med.; Akk.)
śarīraṃ kṣitim āviśat
der Körper drang in die Erde ein (Nom.; Akk.; Impf.)
evaṃ te nidhanaṃ yātaḥ
so ist er zum Tod gegangen (Part. Perf.)
putraḥ duryodhanaḥ nṛpa
dein Sohn Duryodhana, König (Nom.; Vok.)
agre yātvā raṇe śūraḥ
als Held im Kampf vorn vorangegangen (Abs.)
paścāt vinihataḥ paraiḥ
danach erschlagen von den Feinden (Part. Pass.; Instr. Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

prāṇān udasṛjad vīraḥ suhṛdāṃ śokam ādadhat

Der Held gab seine Lebenshauche auf und ließ Trauer bei den Freunden zurück.

Wort für Wort
prāṇān udasṛjat vīraḥ
die Lebenshauche entließ der Held (Akk. Pl.; Impf.)
suhṛdāṃ śokam ādadhat
den Freunden Trauer auferlegend (Gen. Pl.; Part. Präs.)

tatheti te pariṣvaktāḥ pariṣvajya ca taṃ nṛpam

„So sei es!“ [sprachen sie]; sie [wurden] umarmt und umarmten den König.

Wort für Wort
tathā iti te
‚So sei es!‘ [sagten] sie (Nom. Pl.)
pariṣvaktāḥ [?]
umarmt (Part. Pass. Nom. Pl.)
pariṣvajya ca taṃ nṛpam
und nachdem sie ihn, den König, umarmt hatten (Abs.; Akk.)

Wiedergabe von pariṣvaktāḥ unsicher.

vimānasaṃstham ākāśe dadṛśus te suyodhanam; aindrair gaṇaiḥ parivṛtaṃ divyamālyānulepanam; sādhu sādhv iti bhāṣantaṃ kṛpādīnāṃ punaḥ punaḥ

Sie sahen Suyodhana am Himmel, in einem Luftwagen sitzend, von Indras Scharen umgeben, mit göttlichen Girlanden und Salben geschmückt, wie er immer wieder zu Kṛpa und den anderen sprach: „Gut, gut!“

Wort für Wort
vimānasaṃstham ākāśe
im Luftwagen befindlich, am Himmel (Akk.; Lok.)
dadṛśuḥ te suyodhanam
sahen sie den Suyodhana (Perf. 3.Pl.; Akk.)
aindraiḥ gaṇaiḥ parivṛtam
von Indras Scharen umgeben (Instr. Pl.; Part. Pass.)
divyamālyānulepanam
mit göttlichen Girlanden und Salben (Akk.)
sādhu sādhu iti bhāṣantam
‚gut, gut!‘ sagend (Part. Präs.)
kṛpādīnām punaḥ punaḥ
zu Kṛpa und den anderen, immer wieder (Gen. Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

punaḥ punaḥ prekṣamāṇāḥ svakān āruruhū rathān

Immer wieder [zu ihm] hinblickend, bestiegen sie ihre eigenen Wagen.

Wort für Wort
punaḥ punaḥ prekṣamāṇāḥ
immer wieder hinblickend (Part. Präs. Med. Nom. Pl.)
svakān āruruhuḥ rathān
bestiegen die eigenen Wagen (Akk. Pl.; Perf. 3.Pl.)

ity evaṃ tava putrasya niśamya karuṇāṃ giram; pratyūṣakāle śokārtaḥ prādhāvaṃ nagaraṃ prati

So vernahm ich die jammervolle Rede deines Sohnes, und in der Morgendämmerung, von Trauer gequält, lief ich zur Stadt hin.

Wort für Wort
iti evaṃ tava putrasya
so, deines Sohnes (Gen.)
niśamya karuṇāṃ giram
nachdem ich gehört hatte die jammervolle Rede (Abs.; Akk.)
pratyūṣakāle śokārtaḥ
in der Morgendämmerung, von Trauer gequält (Lok.; Nom.)
prādhāvaṃ nagaraṃ prati
lief ich auf die Stadt zu (Impf. 1.Sg.; Akk.)

evam eṣa kṣayo vṛttaḥ kurupāṇḍavasenayoḥ; ghoro viśasano raudro rājan durmantrite tava

So ist dieses Verderben über die Heere der Kurus und Pāṇḍavas gekommen, furchtbar und grauenvoll, König, [weil] deine Beratung schlecht war.

Wort für Wort
evam eṣaḥ kṣayaḥ vṛttaḥ
so ist dieses Verderben eingetreten (Nom.; Part. Pass.)
kurupāṇḍavasenayoḥ
der Heere der Kurus und Pāṇḍavas (Gen. Du.)
ghoraḥ viśasanaḥ raudraḥ
furchtbar, ein Gemetzel, grauenvoll (Nom.)
rājan durmantrite tava
König, bei [deiner] schlechten Beratung (Vok.; Lok.; Gen.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

tava putre gate svargaṃ śokārtasya mamānagha; ṛṣidattaṃ pranaṣṭaṃ tad divyadarśitvam adya vai

Als dein Sohn in den Himmel gegangen war, ging mir, dem trauervollen, Makelloser, jene von einem Seher verliehene göttliche Sehkraft heute verloren.

Wort für Wort
tava putre gate svargam
als dein Sohn in den Himmel gegangen war (Lok. abs.)
śokārtasya mama anagha
mir, von Trauer gequält, Makelloser (Gen.; Vok.)
ṛṣidattaṃ pranaṣṭaṃ tat
vom Seher gegeben, verloren jenes (Part. Pass.)
divyadarśitvam adya vai
die göttliche Sehkraft heute wahrlich (Nom.)

vaiśaṃpāyana uvāca; iti śrutvā sa nṛpatiḥ putrajñātivadhaṃ tadā; niḥśvasya dīrgham uṣṇaṃ ca tataś cintāparo 'bhavat

Vaiśaṃpāyana sprach: Als der König dies vom Tod der Söhne und Verwandten vernommen hatte, seufzte er damals tief und heiß und versank dann in Sinnen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
iti śrutvā sa nṛpatiḥ
so gehört habend, jener König (Abs.; Nom.)
putrajñātivadhaṃ tadā
die Tötung der Söhne und Verwandten damals (Akk.)
niḥśvasya dīrgham uṣṇaṃ ca
tief und heiß aufseufzend (Abs.; Adv.)
tataḥ cintāparaḥ abhavat
dann in Sinnen versunken wurde er (Nom.; Impf.)

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