Quellen der Menschheit

Prakāśa-Saṃhitā

Paṭala 13: Trayodaśo 'dhyāyaḥ (Paratattvanirṇaya, Prathamaparicchedaḥ) Dreizehnter Adhyāya – Die Stufen der Befreiung (mukti) und Auflösung (pralaya), die Manu-/Indra-Zyklen, Puṣkara-dvīpa und Lokāloka, sowie die Hölle 'andha-tamas' für die Hari-Feinde

Adhyāya 13 behandelt in dichter, technischer Sprache die Eschatologie der Prakāśa-Saṃhitā: (1) V.1-20 die stufenweise Befreiung verschiedener 'nicht-prinzipieller' (atattvika) und 'anteilloser' (niraṃśa) Wesensklassen über Zwischenstadien bis zur endgültigen Aufnahme in Vaikuṇṭha/Śvetadvīpa; (2) V.21-29 ein Katalog von Wesensklassen mit ihren 'Herren' (Kubera, Yama u.a.) und die Manu-/Indra-Zyklen des Svāyambhuva-Manvantara (mit Nārāyaṇa selbst als 'asketischem Manu'); (3) V.30-43 die verschiedenen Befreiungsorte der Yogins und der große Auflösungsprozess (mahāpralaya) der 21 Prinzipien-Gruppen bis zum Aufgehen im Virajā-Fluss; (4) V.44-61 die Geographie von Puṣkara-dvīpa mit dem Mānasottara- und dem Grenzberg Lokāloka, samt einer seltenen, ausdrücklich referierten Lehrmeinungsdivergenz verschiedener Weiser über Anantas genauen Standort; (5) V.61b-79 der Höllenkatalog 'andha-tamas' ('blinde Finsternis') für Viṣṇu-Feinde, mit einer bemerkenswert polemischen Passage (V.64-65), die monistisch-unpersönliche Gottesauffassungen (Nicht-Verschiedenheit der Seele, Eigenschaftslosigkeit des Höchsten) ausdrücklich als 'Hass' gegen Hari einstuft, gefolgt von klassisch-puranischer Höllenschilderung; (6) V.80-84 der abschließende Kontrast: der 'Ghanoda'-Ozean mit Nārāyaṇas ewigem Wohnsitz jenseits der Hölle. Der Quelltext enthält eine doppelte Vers-Nummerierung bei V.61 (im Einheiten-Label als '61b' kenntlich gemacht) sowie zahlreiche unsichere Einzellesarten, durchgehend mit [?] markiert.

ye proktā devagandharvakarmajñānāstvatātvikāḥ / pakvādhikāriṇo bhūmerutkrāntā maharādiṣu // sthitā vipaśeṣoktamārgeṇa svottameṣu te / bhogadehapratiṣaṭhāstu aṇḍāntadvirajātale // (yu)tyaktaliṅgāsturyavaśā aṇḍanāśa upāgate / parāṣṭamāṃśāvaśiṣṭakāle śraharigarbhagāḥ // muktā api na muktākhyāḥ punarbrahmāṇḍasambhave / viṣṇorbahirgatāḥ kukṣeḥ śuddhasātvakadehakaiḥ // ramādattairbhogayogyapūrvoktānantasātvikaiḥ / arthairabhyunnatāśvetadvīpasthā harimañjasā // dṛṣṭvā natvā prasādyeśaṃ muktākhyāṃ prāpyacājñayā / avyāhateṣṭagatayo vaikuṇṭhe śuddhasātvikaiḥ // dehairmodanti bhūdurgābhāgayoḥ śrīśalālitāḥ / cinmātradehaiḥ śrībhāge na cātra jaḍasaṃsthitāḥ // vṛkṣapakṣimṛgā hyabdhinadyopi navakoṭayaḥ / sarāṃsi nānāvidhabaddhā api lokeṣu vai hareḥ // śrībhūdurgābhāga ete sevante harimañjasā / svādhikyasya sidhyarthaṃ svānandādhikyakāṅkṣiṇaḥ //

Śrī Haṃsa sprach: Diejenigen, die als Götter, Gandharvas und Karma-Kenner genannt wurden, aber nicht-prinzipiell (atattvika) sind, als zur Reife gelangte Berechtigte, erhaben über die Erde, befinden sich in Maharloka und den weiteren oberen Welten – dort befindlich, auf dem zuvor beschriebenen Sonderweg, in ihren jeweiligen höchsten Bereichen; in Genuss-Körpern verankert, bis an die Grenze des Welteneis, am Grund des Flusses Virajā. Ihren feinstofflichen Leib aufgegeben habend, dem 'Vierten' (turya, dem höchsten Bewusstseinszustand) unterworfen, wenn die Zerstörung des Welteneis naht, in der Zeit, da nur noch ein Achtel des Höchsten übrig ist [?], gelangen sie in Haris Schoß – befreit, doch noch nicht 'befreit' genannt, denn bei der erneuten Entstehung des Welteneis treten sie wieder aus Viṣṇus Schoß hervor, mit reinen sattvischen Körpern, durch von Ramā (Śrī) gegebene, genussfähige, unendliche sattvische Mittel erhoben, in Śvetadvīpa befindlich, gelangen sie geradewegs zu Hari – ihn erblickend, sich verneigend, den Herrn gnädig stimmend, erlangen sie, auf seinen Befehl hin, den Namen 'befreit'; mit ungehindertem, ihrem Wunsch entsprechendem Gang weilen sie in Vaikuṇṭha, mit reinen sattvischen Körpern erfreuen sie sich in den Bereichen Bhū und Durgā, von Śrīśa (dem Gemahl der Śrī) verwöhnt; im Śrī-Bereich weilen sie mit rein bewusstseinshaften Körpern; nichts Unbeseeltes befindet sich hier. Bäume, Vögel, Wildtiere, ja Ozeane und Flüsse, neun Crore an Zahl, Seen, mancherlei geformt – auch diese gibt es, wahrlich, in Haris Welten; in den Bereichen Śrī, Bhū und Durgā verehren diese befreiten Wesen Hari unmittelbar, zur Erfüllung der eigenen Vorzüglichkeit, nach der Mehrung der eigenen Wonne verlangend.

Wort für Wort
atātvikāḥ pakvādhikāriṇaḥ
nicht-prinzipielle, zur Reife gelangte Berechtigte
muktā api na muktākhyāḥ
befreit, doch noch nicht 'befreit' genannt
vaikuṇṭhe śuddhasātvikaiḥ dehaiḥ
in Vaikuṇṭha mit reinen sattvischen Körpern
cinmātradehaiḥ śrībhāge
mit rein bewusstseinshaften Körpern im Śrī-Bereich

Beginn von Adhyāya 13: eine hochtechnische Soteriologie zum Schicksal 'nicht-prinzipieller' (atattvika) Wesen bei Annäherung an die Befreiung – ein Zwischenstadium ('befreit, doch noch nicht befreit genannt') vor der endgültigen Aufnahme in Vaikuṇṭha/Śvetadvīpa. Die Terminologie (turya-Zustand, Bhū-/Durgā-/Śrī-Bereiche) knüpft an Adhyāya 12 an.

kevalaṃ liṅgadehena bhogabhāge vasanti hi / (bhūbhāge saṃvasanti hi) niraṃśānāṃ sūkṣmadehāḥ aṇḍāntaḥsatyalokagā tu // aniruddhādalpakālavyatyayātprabhavanti hi / layeṇḍanāśātpurataḥ natatsū(nāśaḥ sū)kṣmatanorbhavet // tṛṇādārabhya sanmartyagandharvāsta(nta)sya kṛtsnaśaḥ / eṣāṃ sūkṣmatanuḥ sṛṣṭiḥ kramādyuktamatolayaḥ // sraṣṭvaiṣvevāmartyagandharvādikarmyante(nta) devatāḥ / durgābhāgasthāniruddhātsūkṣmayuktā bhavanti hi // sṛṣṭikramādvyutkrameṇa nāśastatragatāddhareḥ / aṇḍanāśātpuraivete kevalaṃ liṅgamātragāḥ // tṛṇādyāśacātātvikāśca bhūbhāge saṃvasanti hi / eṣāṃ śrībhāgaparikhābhūta śrīvirajā jale // aṇḍanāśātpurābhagnaliṅgānāṃ turyasaṃśrayam / prāptānāṃ śrīharergabhe tadāvāso bhaviṣyati // bhūmāvutkramamāṇāstu dehantyaktvā maharjanāḥ / tapaḥ satyeṣu durgākhyabhāge nīcoccakāḥ kramāt // vasanti dehabhogaiste(bhogadehaiḥ) niraṃśānāntu bhogataḥ / śīrṇā bhavanti hi aniruddhena ye cate // praviṣṭāni bhavanti hi aniruddhena ye cate / aniruddhe praviṣṭāni saṅkarṣaṇajayāya te // sṛṣṭānyato liṅgamuktāḥ prabhavanti hyatātvikāḥ / bhogedehaiḥ svottameṣu praviṣṭāḥ prabhavanti hi //

Nur mit dem feinstofflichen Leib wohnen sie im Genuss-Bereich [Variante: im Bhū-Bereich]; die feinstofflichen Leiber der Anteillosen (niraṃśa) aber befinden sich innerhalb des Welteneis im Satyaloka – von Aniruddha her, nach kurzer Zeit-Verschiebung, entstehen sie; bei der Auflösung, vor der Zerstörung des Welteneis, gibt es für diese keine Zerstörung des feinstofflichen Leibes [?]. Angefangen vom Grashalm bis zu den guten Sterblichen und Gandharvas, insgesamt – für diese ist die Schöpfung des feinstofflichen Leibes der Reihe nach mit ihrer jeweiligen Auflösung verbunden [?]. Nachdem sie eben diese unsterblichen Gandharvas und dergleichen erschaffen haben, kommen die Gottheiten selbst wieder zur Ruhe [?]; die im Durgā-Bereich befindlichen Wesen werden, von Aniruddha her, mit feinstofflichem Leib versehen. In umgekehrter Reihenfolge zur Schöpfungsordnung erfolgt die Zerstörung, ausgehend von dem dort befindlichen Aspekt Haris; noch vor der Zerstörung des Welteneis sind diese nur mit dem bloßen feinstofflichen Leib versehen. Die Wesen beginnend mit dem Grashalm, auch die nicht-prinzipiellen, wohnen im Bhū-Bereich; für diese ist der Śrī-Bereichs-Wallgraben das Wasser der 'Śrī-Virajā'. Vor der Zerstörung des Welteneis, für diejenigen mit ungebrochenem feinstofflichem Leib, die den 'Vierten' (turya-Zustand) als Zuflucht erlangt haben, wird ihre Wohnstätte in Śrī Haris Schoß sein. Diejenigen aber, die von der Erde aufsteigen, den Körper verlassend, gelangen zu den Welten Mahar, Jana, Tapas, Satya, im 'Durgā' genannten Bereich, entsprechend niedriger oder höher, der Reihe nach – dort wohnen sie mit Genuss-Körpern; die Leiber der Anteillosen aber werden durch den Genuss aufgelöst, durch Aniruddha; und diese eingegangenen Leiber gehen in Aniruddha ein, zum Sieg Saṅkarṣaṇas [Textwiederholung V.18-19 im Original auffällig, evtl. Verderbnis]. Von da an entstehen die vom feinstofflichen Leib befreiten nicht-prinzipiellen Wesen erneut; mit Genuss-Körpern in ihren jeweiligen höchsten Bereichen eingegangen, entstehen sie dort erneut.

Wort für Wort
aniruddhādalpakālavyatyayāt prabhavanti
von Aniruddha her, nach kurzer Zeitverschiebung, entstehen sie
sṛṣṭikramādvyutkrameṇa nāśaḥ
die Zerstörung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zur Schöpfung
śrīvirajā jale
im Wasser des Flusses Śrī-Virajā
saṅkarṣaṇajayāya
zum Sieg Saṅkarṣaṇas

Fortsetzung der technischen Soteriologie: das Wechselspiel von Schöpfung und Auflösung des feinstofflichen Leibes (liṅga-deha) für verschiedene Wesensklassen, mit Aniruddha als zentralem Bezugspunkt. V.18-19 zeigen eine auffällige Wiederholung im Quelltext, die auf eine mögliche Textverderbnis hindeutet.

gandharvāṇāṃ kuberantu pitṝṇāṃ yama eva hi / kṛṣṭāṅgasaṅga gopīnāṃ sarvajātiṣu saptateḥ // mitānāmājānajānāṃ sastrīkāṇāṃ dhanādhipe / tatsamānāstu ṛṣayaḥ śatonaśatakoṭayaḥ // eteṣāṃ tulayodakṣe hyagniputragaṇasya tu / vahnau karmajadevānāṃ layaḥ svāyambhuve mataḥ // tasminnekādaśamitāmanavovidhyatātvikāḥ / tātvikau dvau saptamādyau yau tau manupadeśvarau // nārāyaṇaḥ svayaṃ viṣṇuḥ tāpasomanurīritaḥ / vinā tān strīn manūn svāyambhuve laya udīritaḥ // ādya indro hariryajñaḥ vāyudharmośvinau kramāt / ṣaṣṭastu mandradyumnanāmā saptamastu purandaraḥ // dvau śacīramaṇāṃśau tau ṣaḍaite tātvikāḥ smṛtāḥ / bhāvīndrāḥ karmajābhāste teṣāmādyamanau layaḥ // saptakānāṃ ṛṣīṇāntu śatasya ca layaḥ smṛtaḥ / dakṣe dharme ca tattulyapitṝṇāṃ saptakasya tu // tatsamāstvaṣṭagandharvāstvaṣṭona śatayoṣitaḥ / urvaśyādyāstatsamāhi kuberaṃ praviśanti hi //

Der Gandharvas (Herr ist) Kubera, der Ahnen (Pitṛs) eben Yama; [V.21cd unsicher, betrifft wohl eine Verbindung mit den Gopīs unter allen Geburtsarten, siebzigfach] – der von Geburt an Bestimmten, samt Frauen, ist der Herr des Reichtums (Kubera); diesen gleich an Zahl sind die Weisen (Ṛṣis), neunundneunzig Crore [?]. Diesen gleich, in Dakṣa aufgehend, gilt die Zahl der Schar der Söhne Agnis; in Agni aufgehend, gilt die Zahl der 'karma-geborenen' Götter; deren Auflösung wird im Svāyambhuva-Manvantara angesetzt. In diesem gibt es elf Manus, durch Vidhi (Brahmā) bestimmt, nicht-prinzipiell; zwei davon, der siebte und ein weiterer, sind prinzipiell – diese beiden sind Herren des Manu-Amtes. Nārāyaṇa selbst, als Viṣṇu, wird als der 'asketische Manu' bezeichnet; ohne diese drei genannten Manus wird die Auflösung im Svāyambhuva-Manvantara genannt. Der erste Indra in diesem Manvantara war Hari, dann Yajña, Vāyu, Dharma, die beiden Aśvins, der Reihe nach; der sechste aber trug den Namen Mandradyumna, der siebte aber ist Purandara (Indra selbst) – die beiden letzten sind Anteile desselben; diese sechs gelten als prinzipiell (tattvika); die 'zukünftigen Indras' sind 'karma-geboren'; deren Auflösung erfolgt im ersten Manu-Zeitalter. Der sieben Saptarṣi-Weisen und der übrigen hundert Weisen Auflösung gilt als im ersten Manvantara angesetzt; in Dakṣa und Dharma löst sich auch die diesen gleiche Siebenzahl der Ahnen (Pitṛs) auf – diesen gleich sind die acht Gandharvas; zweiundneunzig Frauen, beginnend mit Urvaśī, diesen gleich, gehen wahrlich in Kubera ein.

Wort für Wort
kuberaḥ / yamaḥ
Herr der Gandharvas / Herr der Pitṛs
ekādaśa manavaḥ, dvau tātvikau
elf Manus, davon zwei prinzipiell
nārāyaṇaḥ tāpasomanuḥ
Nārāyaṇa als der 'asketische Manu'
ādya indro hariḥ ... saptamaḥ purandaraḥ
die sieben Indras des Svāyambhuva-Manvantara

Katalog verschiedener Wesensklassen (Gandharvas, Ṛṣis, Pitṛs u.a.) mit ihren jeweiligen 'Herren' und Auflösungs-Bezugspunkten, gefolgt von der Manu-/Indra-Liste des Svāyambhuva-Manvantara – bemerkenswert die Identifikation Nārāyaṇas selbst als 'asketischer Manu' und die Zweiteilung der Manus in 'prinzipielle' (tattvika, dauerhaft) und 'nicht-prinzipielle' (karma-bedingt, wechselnd).

ato niraṃśāstūtkrānti yoginastu ta(nasta)duttamāḥ / atātvikāstu bhūlokādutkrānta maharādigāḥ // bhogadehairuttamaistu bhakṣitāḥ prabhavanti hi / utkramāṇutkrameṇa gāyan yoginastānatho jaguḥ // nityasaṃsāriṇaḥ pṛthvyāṃ tyaktvā sthūlantu sūkṣmataḥ / dharme praviśyasantyaktānādyavidyā bhavanti hi // kecidatraiva mucyante kecidvaimerumūrdhani / vaiśvānare dyunadyāṃ vā sūrye vā deha eva vā // tyaktvāvidyāṃ miśrapākālaye nābhau harergatāḥ / svargabhūmyādiṣu sṛṣṭau bhramanti śrīharīcchayā // laye 'yogyā garbhodagatasaṅkarṣaṇāgninā / pātāle nityanarake bhagnasūkṣmakalevarāḥ // vāyorgadāprahāreṇa bhagnaliṅgāstamonugāḥ / laye sṛṣṭau tamasyandhe patanti śrī harīcchayā //

Von da an steigen die Anteillosen empor; die Yogins aber sind diesen Klassen überlegen; die nicht-prinzipiellen Wesen aber, von der Erdwelt aufsteigend, gelangen zu Mahar(loka) und den weiteren oberen Welten. Mit vortrefflichen Genuss-Körpern versehen, entstehen sie erneut [?]; im Aufsteigen, Schritt für Schritt singend, besingen die Yogins sie sodann [?, unsicher]. Die ewig im Saṃsāra Verstrickten, auf der Erde den Grobkörper verlassend, gelangen fein-stofflich in Dharma ein und werden, ihre anfangslose Unwissenheit ablegend, davon befreit. Manche werden eben hier befreit, manche auf dem Gipfel des Meru, im Feuer (Vaiśvānara), im Himmelsfluss (Gaṅgā), oder in der Sonne, oder eben im eigenen Körper – die Unwissenheit ablegend, gelangen sie, in der 'gemischten Reife' [?], zu Haris Nabel; in Himmel, Erde und den weiteren Welten der Schöpfung wandeln sie, nach Śrī Haris Willen. Die für die heilsame Auflösung Ungeeigneten fallen, durch das aus dem Fruchtwasser aufsteigende Saṅkarṣaṇa-Feuer, in die ewige Hölle im Pātāla, mit gebrochenem feinstofflichem Leib; durch Vāyus Keulenschlag mit gebrochenem feinstofflichem Leib, der Finsternis folgend, fallen sie, bei der Auflösung wie bei der Schöpfung, in die 'blinde Finsternis' (andha-tamas), nach Śrī Haris Willen.

Wort für Wort
niraṃśāḥ / yoginaḥ / atātvikāḥ
die drei Klassen: Anteillose, Yogins, nicht-prinzipielle Wesen
kecidatraiva mucyante
manche werden eben hier (auf Erden) befreit
laye 'yogyāḥ ... nityanarake
die für die Auflösung Ungeeigneten fallen in die ewige Hölle
andhatamas
die 'blinde Finsternis' (Höllenbezeichnung)

Katalog verschiedener Befreiungsorte für Yogins (Meru-Gipfel, Feuer, Himmelsfluss, Sonne, eigener Körper) im Kontrast zum Schicksal der 'für die Auflösung Ungeeigneten', die durch Vāyus Keulenschlag in die ewige Hölle (Pātāla/andha-tamas) fallen – Übergang zum Höllenkatalog des Kapitelendes.

tatvābhimānino devāḥ hyaṇaḍāntarbahirūpataḥ / anutkramāḥ svottameṣu vipaśeṣādi mārgataḥ // tyaktadehāḥ sūkṣmadehaiḥ satyaloke vasanti hi / naṣṭe satye brahmadehe naṣṭe taiḥ saha padmajāḥ // aṇḍanāśa upāvṛtte viśeṣaṃ yātitaiḥ saha / atrasthitaiḥsūkṣmadaihaiḥ sarvatatrasthasūkṣmakaiḥ // ekībhavantyevamekaviṃśattatvagaṇā(tā) api / vyutkrameṇa tu bhūmyādi tatvopādāna sañcaye // sthale tathā nābhimānivaśage sati viṣṇunā / annādi nāmnādevaistadūrdhvamūrdhvagatakramāt // tyaktānyāvaraṇānyete pūrvamānena nāśanam / yanti pūrvoktamānena aniruddhādivatkramāt // saṅkarṣaṇādvinaṣṭe(ṣu) tu sūkṣmadeheṣu kṛtsnaśaḥ / tadā satvārdha śrībhāgasthalakṣmyālakṣmyātmake jale// 43 // (pradhānavirajā nadyāmityarthaḥ)

Die sich mit den kosmischen Prinzipien identifizierenden Götter, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Welteneis, bleiben ohne weiteres Aufsteigen in ihren jeweiligen höchsten Bereichen, auf dem zuvor beschriebenen Sonderweg – den Körper verlassend, wohnen sie mit feinstofflichen Körpern im Satyaloka; wenn Satya(loka) vergeht, wenn Brahmās Körper vergeht, vergehen mit ihnen zugleich die 'Lotos-Geborenen' (Brahmās Geschöpfe) – wenn die Zerstörung des Welteneis naht, gelangen sie, mit den dort schon befindlichen feinstofflichen Wesen, mit allen dort befindlichen feinstofflichen Leibern, zur Besonderung [?] – so werden auch die einundzwanzig Prinzipien-Gruppen eins; in umgekehrter Reihenfolge aber löst sich die Anhäufung der materiellen Ursache der Prinzipien auf, beginnend mit der Erde – ebenso am jeweiligen Ort, wenn alles der Herrschaft Viṣṇus unterworfen ist; 'Speise' und die weiteren, mit Namen versehenen Götter, darüber hinaus, der Reihe nach aufsteigend – diese verlassenen Hüllen gehen, nach dem zuvor genannten Maß, dem Untergang entgegen, der Reihe nach wie zuvor bei Aniruddha beschrieben. Wenn aber, ausgehend von Saṅkarṣaṇa, sämtliche feinstofflichen Leiber vergangen sind, dann gelangen sie in das im Śrī-Bereich befindliche, aus Lakṣmī und Alakṣmī bestehende Wasser [Anm. im Quelltext selbst: 'das heißt: im Fluss Virajā der Pradhāna (Urmaterie)'].

Wort für Wort
tatvābhimāninaḥ devāḥ
die sich mit den Prinzipien identifizierenden Götter
ekaviṃśattatvagaṇāḥ ekībhavanti
die 21 Prinzipien-Gruppen werden eins
saṅkarṣaṇāt sūkṣmadeheṣu vinaṣṭeṣu
wenn, von Saṅkarṣaṇa ausgehend, die feinstofflichen Leiber vergangen sind
lakṣmyālakṣmyātmake jale (= virajā nadī)
im Wasser aus Lakṣmī und Alakṣmī (= Fluss Virajā)

Höhepunkt der Auflösungslehre (mahāpralaya): die Wiedervereinigung aller 21 Prinzipien-Gruppen in umgekehrter Schöpfungsreihenfolge, kulminierend im Übergang der feinstofflichen Leiber in das Wasser des Virajā-Flusses im Śrī-Bereich. V.43 trägt im Quelltext selbst eine erklärende Glosse ('das heißt: im Fluss Virajā der Pradhāna'), hier als eingebettete Anmerkung übernommen.

nīcakramāt bhagnaliṅgāḥ viśanti jaṭhare hareḥ / punaraṇḍe samutpanne śvetadvīpe samāpya ca // muktau bhavatyasau lokaḥ kṣīrasāgaramadhyagaḥ / lakṣmyaiścatuṣaṣṭhimitaiḥ vistṛtaṃ(visṛjaḥ) puṣkarāhvayaḥ // dvīpaḥ kṣīrābdhiparito maṇivajramayadyutiḥ / tanmadhyadeśaparito vartulo mānasottaraḥ // mahīdharoyutonnahaḥ dvisahasrasuvistaraḥ / dhṛḍho vajramayaḥ saptarathacakraṃ raveḥ sthitam // tadantarmartyasaṃsāraḥ tadvāhyomartyagocaraḥ / dvīpāyāmasamaśuddhavārisāgaraveṣṭitaḥ // tasyāpi parito vajralepikāsvarṇabhūḥ śubhā / caturlakṣanyūnakoṭivistarāttadgato nagaḥ // lokālokābhidhovartulākāro parito giriḥ / maṇisvarṇamayaḥ prākārākāro nirmalo mahān // sa pañcāśatsahasretatpañcāśallakṣavistṛtiḥ / tāvataivocchritastasmāt ardhalakṣādhikonnataḥ //

In absteigender Reihenfolge treten die mit gebrochenem feinstofflichem Leib Versehenen in Haris Bauch ein; und wenn ein neues Welteneis entstanden ist, in Śvetadvīpa gelangend, bei der Befreiung wird diese Welt wieder frei; inmitten des Milchozeans, mit vierundsechzigfach vermehrten Formen der Lakṣmī versehen [?], liegt der ausgedehnte, 'Puṣkara' genannte Kontinent, rings vom Milchozean umgeben, von juwelen-diamantenem Glanz; in dessen mittlerem Bereich, ringsum, befindet sich der kreisrunde Berg Mānasottara – ein Berg, zehntausend Yojana hoch, zweitausend Yojana breit, fest, aus Diamant; dort befindet sich das siebenspeichige Wagenrad der Sonne. Innerhalb davon befindet sich der Bereich der sterblichen Wesen im Saṃsāra, außerhalb davon der Bereich der Unsterblichen; der Kontinent ist von einem reinen Wasser-Ozean umgeben, an Ausdehnung dem Kontinent gleich – und rings um diesen Ozean gibt es einen mit Diamant-Verputz versehenen goldenen, glückverheißenden Boden; um vierhunderttausend weniger als ein Crore Yojana ausgedehnt, erhebt sich dort ein Berg, 'Lokāloka' ('Welt-Nichtwelt') genannt, kreisrund an Gestalt, rings herum verlaufend; aus Juwel und Gold, in Gestalt eines Walls, makellos, gewaltig – dieser Berg misst fünfzigtausend (Yojana Breite und) fünfzig Lakh (Yojana Länge) [?], ebenso hoch erhöht, davon nochmals um fünfzigtausend höher (an einer Stelle).

Wort für Wort
śvetadvīpe muktau lokaḥ
in Śvetadvīpa bei der Befreiung frei gewordene Welt
puṣkarāhvayo dvīpaḥ
der 'Puṣkara' genannte Kontinent
mānasottaraḥ
der Berg Mānasottara in der Mitte von Puṣkara-dvīpa
lokālokaḥ giriḥ
der Grenzberg Lokāloka ('Welt-Nichtwelt')

Übergang zur Geographie von Puṣkara-dvīpa (dem äußersten der sieben Kontinente) mit dem zentralen Mānasottara-Berg und dem äußeren Grenzberg Lokāloka, der die bewohnte Welt von der jenseits liegenden 'blinden Finsternis' (andha-tamas, folgende Einheiten) trennt.

nānāvṛkṣāśrayo yatra bhāti pūrvoditaṃ jagat / tadaṣṭadikṣu śikharāṇyapi chidrānvitāni ca // śatonnatāni digdantigaṇāstaduparisthitāḥ / tacchidraveṣṭitaḥ śuṇḍādaṇḍairūttaṃbhayanti te(taiḥ) // gotrante cāntarikṣasthāḥ haryāveśayutāḥ śubhāḥ / te ca pūrvādyaṣṭadikṣu garbhodasthāgataṃ(tā) bhuvam // ūrdhvościtrairātmahastairdharanti śrīharīcchayā / te mānasottare merau svarge rūpāntarasthitāḥ // kurvanti śrī harerājñāṃ dikpālānāṃ ca vāhanāḥ / anantarūpairbhagavān uparistaṃnnagordhvagaḥ // ūrdhvādhaḥ śikharaspṛṣṭānantamūrdhvoti yo hariḥ / lokālokāntarāle tu sūryendvṛkṣagrahaprabhāḥ // vasiṣṭhanāradātryādyānantagaṃ svarṇabhūmigam / vadanti pūrvadvīpeṣu yathā sūryo(pūrvo)dayāntare // yathā tathaiva giriśṛṅge maitreyapūrvakāḥ / svarṇabhūmimatītyaivasthitamāhurnagottamam // taduktamāhuḥ paiṅgyādyāḥ tannetyāhurmṛ(ka)kuṇḍajaḥ / merulokālokamadhyapradeśastu trikoṭikaḥ // yojanānāṃ sārthakoṭisaṃmitaḥ parikīrtitaḥ / lokālokadha(ra)bhūmyāsahitaḥ parimāṇataḥ //

Wo mancherlei Bäume Zuflucht finden, dort erstrahlt die zuvor genannte Welt; dessen Gipfel, in den acht Richtungen, sind auch mit Öffnungen versehen, hundert Yojana hoch; die Scharen der Richtungs-Elefanten (dig-danti) befinden sich darauf; von diesen Öffnungen umgeben, stützen sie mit ihren Rüssel-Stäben die Welt empor – am Ende des Berges, im Luftraum befindlich, mit Haris Durchdringung versehen, glückverheißend; und diese, in den acht Richtungen beginnend im Osten, tragen die aus dem Fruchtwasser hervorgegangene Erde nach oben mit ihren wunderbaren, eigenen Rüsseln, nach Śrī Haris Willen; diese, am Mānasottara, am Meru, im Himmel, in jeweils anderer Gestalt befindlich, vollziehen Śrī Haris Befehl und dienen als Reittiere der Weltenhüter (Dikpālas); in unendlichen Gestalten weilt der Erhabene, oberhalb, über diesem Berg – oben und unten die Gipfel berührend, unendlich, darüber hinaus befindet sich jener Hari; im Zwischenraum von Lokāloka aber gibt es die Strahlen von Sonne, Mond, Bäumen und Planeten – Vasiṣṭha, Nārada, Atri und andere Weise sagen, dass der auf goldenem Boden befindliche Ananta dort allgegenwärtig sei, so wie die Sonne in den früheren Kontinenten im Auf- und Untergangsintervall erscheint; ebenso sagen Maitreya und andere, dass er auf dem Berggipfel, jenseits des goldenen Bodens befindlich, als der vortrefflichste Berg dort sei. Dies sagen auch Paiṅgya und andere; 'nicht so' aber sagt der aus dem Weisen Kuṇḍa Geborene [?]. Der Zwischenraum zwischen Meru und Lokāloka aber misst drei Crore, an Yojana bemessen, samt einem weiteren halben Crore, wird verkündet; einschließlich des Lokāloka-tragenden Bodens, dem Maße nach.

Wort für Wort
digdantigaṇāḥ ... uttaṃbhayanti
die Richtungs-Elefanten, die die Welt stützen
lokālokaḥ ... ūrdhve hariḥ ananto
über dem Lokāloka-Berg: der unendliche Hari
vasiṣṭhanāradātryādayaḥ ... vadanti
verschiedene Weise mit unterschiedlichen Lehrmeinungen über Anantas Standort
merulokālokamadhyapradeśaḥ trikoṭikaḥ
der Zwischenraum Meru-Lokāloka: drei(einhalb) Crore Yojana

Beschreibung der acht 'Richtungs-Elefanten' (Dig-danti), die die Welt stützen, sowie eine bemerkenswerte Passage mit einer ausdrücklich referierten Lehrmeinungs-Vielfalt verschiedener Weiser (Vasiṣṭha/Nārada/Atri vs. Maitreya vs. Paiṅgya vs. der 'aus Kuṇḍa Geborene') über den genauen Ort, an dem Ananta/Hari jenseits des Lokāloka-Berges gegenwärtig ist – ein seltener Fall expliziter Lehrmeinungsdivergenz im Text.

andhantamastannagasya paritaḥ saptakoṭikaḥ / yatra mithyājñānayuktāḥ patanti śatakoṭiśaḥ // harīrasuragurvāyarviṣṇuvaiṣṇavavidviṣaḥ / niṣkāraṇaṃ sādhuyoṣidvedaśāstra vidūṣakāḥ // bhaktileśavihīnāśca nityanaimittikojjitāḥ / anantapāpakaraṇe bhayaleśavivarjitāḥ // jīvābhedo nirguṇatvamapūrṇaguṇatā tathā / sāmyādhikye tadanyeṣāṃ bhedastadgata eva ca // prādurbhāvaviparyāsaḥ tadbhaktadveṣa eva ca / tatpramāṇasya nindā ca dveṣā etekhilā matāḥ // samprāpya bhārate janma viṣṇudveṣādi pākataḥ / yathā yogyaṃ vaiparītyā parokṣaguruvidviṣaḥ // pakvasvarūpavidveṣād vyudasyātmīya sañcitam / bhuktvā duṣprārabdhaphalaṃ pūrṇaṃ pramādikā gatam // suprārabdhaphalaṃ viṣṇudveṣādalpīkṛtaṃ hareḥ / bhuktvāgāmi vyudasyaiva hyāgāmi dveṣayākṛtaḥ(pākataḥ) // prāptavyaduḥkhamicchanti sthūladehān viṣāgnibhiḥ / śastratyaktvā yātanādyaiḥ nityatāmiśranāmakaḥ(rakāḥ) //

Die 'blinde Finsternis' (andha-tamas) erstreckt sich rings um diesen Berg (Lokāloka), sieben Crore Yojana weit; dort fallen die mit falschem Wissen Behafteten zu Hunderten von Crores hinab – die Hari-Feinde, die Asura-Lehrer, die Hasser Viṣṇus und der Viṣṇu-Verehrer (Vaiṣṇavas), die ohne Grund tugendhafte Frauen Verleumdenden, die Veda und Śāstra Verhöhnenden, die auch nur eines Spurs von Hingabe (bhakti) Entbehrenden, die die ständigen und gelegentlichen Pflichten Vernachlässigenden, die beim Begehen endloser Sünden nicht die geringste Furcht Empfindenden – wer die Nicht-Verschiedenheit der Einzelseelen vom Höchsten lehrt, dessen Eigenschaftslosigkeit (nirguṇatva), ebenso dessen Unvollkommenheit an Eigenschaften, Gleichheit oder Überlegenheit anderer Götter ihm gegenüber, oder Verschiedenheit innerhalb seiner selbst, wer eine verkehrte Auffassung seiner Erscheinungsweisen (Avatāras) lehrt, wer seine Verehrer hasst, wer seine heiligen Beweismittel (Schriften) schmäht – all dies gilt als 'Hass' gegen Hari. Nachdem sie in Bhārata Geburt erlangt haben, entsprechend der Reifung ihres Viṣṇu-Hasses und dergleichen, verkehrt handelnd, die im Verborgenen ihre geistlichen Lehrer Hassenden – durch die Reifung ihres wesensmäßigen Hasses ihr angesammeltes Karma abwerfend, nachdem sie die volle Frucht ihres schlecht begonnenen Karmas durch Nachlässigkeit erlitten haben, die an sich gute Frucht ihres begonnenen Karmas, durch Viṣṇu-Hass verringert, erlitten habend, das zukünftige, durch Hass gebildete Karma abwerfend – das zu erlangende Leid wünschen sie sich gleichsam selbst, mit Gift und Feuer den Grobkörper aufgebend, durch Waffen, Qualen und dergleichen, in der 'Nitya-Tāmisra' genannten Hölle [?].

Wort für Wort
andhatamaḥ saptakoṭikaḥ
die 'blinde Finsternis', sieben Crore Yojana weit
viṣṇuvaiṣṇavavidviṣaḥ
die Hasser Viṣṇus und seiner Verehrer
jīvābhedo nirguṇatvam ... dveṣā matāḥ
Lehren der Nicht-Verschiedenheit/Eigenschaftslosigkeit gelten als 'Hass' gegen Hari
parokṣaguruvidviṣaḥ
die im Verborgenen ihre Lehrer Hassenden

Beginn des Höllenkatalogs: 'andha-tamas' ('blinde Finsternis'), umgeben von Lokāloka. Auffällig ist V.64-65, eine explizit gegen monistisch-unpersönliche Gottesauffassungen (Nicht-Verschiedenheit der Seele vom Höchsten, dessen 'Eigenschaftslosigkeit'/nirguṇatva) gerichtete Passage, die diese Lehrmeinungen ausdrücklich als Formen des 'Hasses' gegen Hari einstuft – ein deutlich dualistisch-theistisches (vermutlich anti-advaitisches) Polemik-Element der Pāñcarātra-Theologie. Das Quelltext enthält an dieser Stelle eine doppelte Verse-Nummerierung 'PS_1,13.61' (zwei aufeinanderfolgende Verse tragen dieselbe Nummer) – hier durch das Suffix 'b' im Einheiten-Label kenntlich gemacht, ohne die nachfolgende Nummerierung des Quelltexts zu korrigieren.

aṇḍanāśātpurā sūkṣmadehān tatra visṛjya ca / vāyorgadāghātataśca liṅgabhaṅgo bhaviṣyati // ciraṃ śrīharyūrudeśe kḷptaduḥkhabhujaḥ khalāḥ / punaraṇḍe samutpanne tamasyandhe patatyalam // martyādhamā niraṃśāśca piśācāḥ svalpatāmasāḥ / teṣu kecittatvadevābhāsarūpāstvadhastane // svargādiṣu carantaste pāpakarmābhimāninaḥ / daityāścarākṣasāścaiva sāṃśāste bahurūpiṇaḥ // rasātalasthāniruddhāt prāk sūkṣmaṃ dehamāśritāḥ / karmānuvaśataḥ sthūladehān prāpya mahāsuraiḥ // svayaṃ naṣṭā parān sādhūn nāśayanti kusādhanaiḥ / tamasyandhe lakṣanimnodhyuparyasthale sthitāḥ // prāptavyaduḥkhaṃ bhuñjanti śuddhaṃ tāmasavigrahaiḥ / pūyāsṛṅmūtraviṣṭādyaiḥ taptatailāstraśastrakaiḥ // adṛṣṭāśrutaduḥkhāpti sādhanocitavastubhiḥ / durgayākalpitaiḥ ghoraiḥ nirghātādyairanekaśaḥ // siṃhavyāghrādirūpiṇyā saha tādṛk svarūpavān / avarṇanīyaduḥkhaughaṃ vāyurdāsyati tān prati // tatprāptavyamiti prāhuḥ kḷptaṃ duḥkhaṃ tatopyadhaḥ / bhuñjanti svasvarūpasthaṃ sarvarogavraṇādikam //

Noch vor der Zerstörung des Welteneis werden sie dort ihre feinstofflichen Leiber aufgeben; und durch Vāyus Keulenschlag wird der Bruch des feinstofflichen Leibes eintreten – lange Zeit, im Bereich von Śrī Haris Schenkel, das ihnen zugemessene Leid erleidend, die Bösen; wenn ein neues Welteneis entstanden ist, fallen sie hinreichend in die blinde Finsternis zurück. Die niedrigsten Sterblichen, die Anteillosen, die Piśācas (Dämonen), welche nur geringfügig 'tamasisch' sind – unter diesen gibt es manche in Gestalt eines bloßen Scheins von Prinzipien-Göttern, in den unteren Bereichen; diese wandeln in Svarga und den weiteren Welten, sich mit bösen Taten identifizierend; Daityas und wandelnde Rākṣasas ebenso, diese sind anteilhabend, vielgestaltig – im Rasātala befindlich, vor Aniruddha Zuflucht zu einem feinstofflichen Leib nehmend; ihrem Karma gemäß einen Grobkörper erlangend, zusammen mit den großen Asuras, selbst verdorben, verderben sie andere, Tugendhafte, mit üblen Mitteln; in der blinden Finsternis, an einem hunderttausend Yojana tief unten befindlichen Ort, erleiden sie das ihnen zustehende Leid, unvermischt, mit rein-tamasischen Körpern; durch Eiter, Blut, Urin, Kot und dergleichen, durch siedendes Öl, Geschosse und Waffen, durch nie gesehenes, nie gehörtes Leid bringende, den jeweiligen Mitteln entsprechende Dinge, durch furchtbare, Donnerschlag-artige Qualen und dergleichen, auf vielfache Weise – zusammen mit einer in Löwen-, Tiger- und ähnlicher Gestalt auftretenden Macht, selbst von ebensolcher Gestalt, wird Vāyu ihnen eine unbeschreibliche Flut von Leid zufügen; 'dies müsse man erleiden', so sagt man; das ihnen zugemessene Leid erleiden sie; noch weiter unten als dies erleiden sie, in ihrer jeweils eigenen Gestalt verbleibend, alle Krankheiten, Wunden und dergleichen,

Wort für Wort
vāyorgadāghātena liṅgabhaṅgaḥ
Bruch des feinstofflichen Leibes durch Vāyus Keulenschlag
piśācāḥ daityāḥ rākṣasāḥ mahāsuraiḥ
die verschiedenen dämonischen Wesensklassen der Hölle
pūyāsṛṅmūtraviṣṭādyaiḥ taptatailāstraśastrakaiḥ
Eiter, Blut, Urin, Kot, siedendes Öl, Waffen (Höllenqualen)
vāyuḥ siṃhavyāghrādirūpiṇyā
Vāyu in löwen-/tigergestaltiger Erscheinungsform als Strafvollstrecker

Fortsetzung des Höllenkatalogs mit graphischer, klassisch-puranischer Höllenschilderung (vgl. Standard-Naraka-Kataloge in Viṣṇu-/Bhāgavata-Purāṇa) – hier auffällig mit Vāyu, nicht Yama, als ausführendem Straforgan in tier-gestaltiger Form.

sarvakṣatādikaṃ nityaṃ pūrṇaduḥkhaṃ vrajantyalam / tato dvisaptakoṭibhyāṃ(kyāṃ) ghanodaḥ paritaḥ sthitam // yatra nārāyaṇonantatanurūpātmakaśriyā / sadā viharati śrīśo brahmādyairapi sevitaḥ // tatordhakoṭisamitamanantāsanamīśituḥ / dhāmaṇḍakharparaspṛṣṭa viṃśallakṣocca vedimat // catvāriṃśallakṣāmito bhūbhāgaḥ parikīrtitaḥ / triṃśallakṣamitastūccaḥ śrībhāgaḥ sarvataḥ śubhaḥ // tadanyānantaguṇitaḥ śvetadvīpasamaḥ smṛtaḥ //

– alle Verwundungen und dergleichen, ständig; sie gelangen hinreichend zu vollem Leid. Jenseits davon, in vierzehn Crore Yojana Entfernung, befindet sich ringsum der 'Ghanoda'-Ozean (der 'dichte Wasser-Ozean') – dort verweilt Nārāyaṇa stets, mit unendlicher Körperform, zusammen mit Śrī, dem Wesen dieser Schönheit, der Gemahl der Śrī, auch von Brahmā und den übrigen Göttern verehrt. Darüber, ein Crore Yojana entfernt bemessen, befindet sich Anantas Sitz, des Herrschers; die dortige Wohnstätte berührt die Schale des Welteneis, mit einem zwanzig Lakh Yojana hohen Altar versehen – der Bhū-Bereich wird als vierzig Lakh Yojana bemessen verkündet; der Śrī-Bereich aber, dreißig Lakh Yojana hoch bemessen, ist in jeder Hinsicht glückverheißend – das über diese Maße hinaus Unendlich-Vervielfachte gilt als dem Śvetadvīpa gleich.

Wort für Wort
ghanodaḥ
der 'Ghanoda'-Ozean, jenseits der Hölle
nārāyaṇaḥ ... sadā viharati
Nārāyaṇa, der dort ewig verweilt
anantāsanam
Anantas Sitz, oberhalb des Ghanoda-Ozeans
bhūbhāgaḥ / śrībhāgaḥ ... śvetadvīpasamaḥ smṛtaḥ
Bhū-/Śrī-Bereich, dem Śvetadvīpa gleich

Abschluss des Kapitels: jenseits der Höllenregion liegt, klar kontrastierend, wieder der 'Ghanoda'-Ozean mit Nārāyaṇas ewigem Wohnsitz und Anantas Thron, mit Maßangaben parallel zu Śvetadvīpa aus Adhyāya 12. V.84 wirkt mit nur einer Vershälfte auffallend knapp/abrupt – möglicherweise Textverkürzung am Kapitelende. Kolophon: 'So endet im ersten Abschnitt der glorreichen Prakāśa-Saṃhitā der dreizehnte Adhyāya.'

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