Paṭala 6: Ṣaṣṭho 'dhyāyaḥ (Paratattvanirṇaya, Prathamaparicchedaḥ)
Sechster Adhyāya – Die tägliche Neuerschaffung der Seelen, die Kalpa-Fristen bis zur Befreiung, und die Guṇa-Atom-Arithmetik
Sechster Adhyāya der Prakāśa-Saṃhitā (Pāñcarātra), gelehrt von Śrī Haṃsa. Beschreibung der täglichen Neuerschaffung der (nicht bereits befreiten oder ewig gebundenen) Seelen aus Puruṣas Schoß zu Tagesbeginn (V.1-9); die stufenweise, über bis zu 200 Brahmā-Kalpas sich vollziehende Befreiung durch fortschreitende Eigenschaften-Verehrung, mit einem sehr dichten, an mehreren Stellen zahlenmäßig unsicheren Katalog der Kalpa-Fristen bis zur Befreiung für zahlreiche Wesensklassen von Śeṣa bis zu den Sterblichen (V.10-41, mehrere [?]-Markierungen bei mehrdeutigen Zahlwort-Komposita); eine gestaffelte Schöpfungs-Zeittafel verschiedener Gottheiten nach Brahmā, in Jahres-/Jahrzehnte-/Jahrhunderte-Abständen (V.47-56); und zum Abschluss eine hochtechnische, kaum ohne Kommentar sicher rekonstruierbare Guṇa-Atom-Arithmetik (Verhältnis von Sattva-, Rajas- und Tamas-'Atomen' im feinstofflichen Leib, mit dem Ergebnis Tamas:Rajas:Sattva = 1:2:4, V.57-73), mündend in die Lehre vom 'Gleichgewichtszustand' (sāmyāvasthā) der Urnatur bei der Auflösung. Zahlreiche Passagen dieses Kapitels gehören zu den dichtesten und unsichersten des bisher übersetzten Prakāśa-Saṃhitā-Textes; entsprechend häufige [?]/[Anm.]-Markierung. Quelle: GRETIL prakassu.htm (Sansknet-Projekt, keine benannte moderne kritische Edition – gemeinfrei nutzbar).
Als das Maß der Nacht vollständig verstrichen war, im Augenblick des beginnenden Tages, fasste der Weltenschöpfer, der selbständige Herr von allem, den Willen zu erschaffen. Da entließ der Herr, mit Ausnahme der in seinem eigenen Schoße befindlichen, vom feinstofflichen Leib bereits befreiten Seelen [d.h. der Erlösten], die übrigen – dreifach, mit einem aus der Urnatur bestehenden feinstofflichen Leib umhüllt: die getrennten tamasigen, rein-rajasigen und sattvigen [Seelen] – der Herr, mit Namen 'Puruṣa', zog sie aus seinem eigenen Schoß hervor, um sie zu erschaffen. Er, der den Namen Vāsudeva trägt, der Herr der Welt, entließ alle diese Seelen; doch gibt es keine [erneute] Erschaffung weder der Befreiten noch – keineswegs vollständig – der [ewig] Gebundenen.
Wort für Wort
niḥśeṣataḥ rātri-māne vyatīte
als das Maß der Nacht vollständig verstrichen war
ahaḥ-āgame kṣaṇe
im Augenblick des beginnenden Tages
tam viśva-sṛk sraṣṭum icchām cakre
fasste der Weltenschöpfer den Willen zu erschaffen
akhila-svayam-prabhuḥ
der selbständige Herr von allem
tataḥ sva-garbha-gān jīvān
da [entließ er] die in seinem eigenen Schoß befindlichen Seelen
liṅga-muktān vinā īśvaraḥ
der Herr, mit Ausnahme der vom feinstofflichen Leib befreiten
prakṛti-ātmaka-liṅgena śarīreṇa āvṛtāḥ tridhā
mit einem aus der Urnatur bestehenden Leib umhüllt, dreifach
vibhinnānām tamasān śuddha-rājasān sātvikān
die getrennten tamasigen, rein-rajasigen, sattvigen
prabhuḥ sva-udara-sthān samudhṛtya sṛjyān
der Herr, aus seinem eigenen Schoß hervorgezogen, um sie zu erschaffen
puruṣa-nāmakaḥ prādāt
der Puruṣa genannte entließ
sa-vāsudeva-ākhyaḥ sarvān jīvān jagat-prabhuḥ
der Vāsudeva genannte, der Weltenherr, alle diese Seelen
na eva sṛṣṭiḥ tu muktānām
es gibt aber keine [erneute] Erschaffung der Befreiten
Die Erschaffung wird als mit fester Zahl verbunden erklärt, nach Regel; die Erschaffung [erfolgt] nach fester Zahl, sowohl bei den wahrhaft-sattvigen (tātvika) als auch bei den nicht-wahrhaft-sattvigen (atātvika). Bei den Anteilslosen [d.h. den gewöhnlichen Geschöpfen ohne Erlösungsanteil] gibt es wegen ihrer überwältigenden Menge keine feste Zahl – sie ist vielfältig. Die zur Brahmā-Würde befähigten [Seelen], 'die Aufrechten' (ṛjus) genannt, [bilden] endlose Scharen. Unter diesen gibt es, durch die unendlichen früheren Kalpas hindurch, fürwahr endlos viele Befreite; und ebenso gibt es endlos viele, [noch] an den feinstofflichen Leib gebundene, im [göttlichen] Schoße weilende. Von all diesen Haris [Seelen] werden [in jedem Kalpa] nur einige wenige [neu] erschaffen; alle wahrhaft-sattvigen, angeführt von den 'Aufrechten', sind seit anfangsloser Zeit fürwahr bereits unmittelbare Schauer [Haris]. Im Allgemeinen wie im Besonderen wird man, der eigenen Befähigung gemäß, ein unmittelbarer Schauer, fürwahr durch das der festgesetzten Zeit entsprechende große Übungsmittel.
Wort für Wort
sṛṣṭiḥ ukta-āyuktaḥ saṃkhyā niyamāt sṛṣṭiḥ ucyate
die Erschaffung wird als mit fester Zahl verbunden erklärt, nach Regel
sṛṣṭiḥ saṃkhyā niyamataḥ tātvika-atātvikeṣu ca
die Erschaffung nach fester Zahl bei wahrhaft- und nicht-wahrhaft-sattvigen
niraṃśeṣu na saṃkhyā asti
bei den Anteilslosen gibt es keine feste Zahl
bahutvāt bahudhā eva sā
wegen der Menge ist sie vielfältig
brahmatva-yogyāḥ ṛjavaḥ nāmataḥ anantaśaḥ gaṇāḥ
die zur Brahmā-Würde befähigten 'Aufrechten' bilden endlose Scharen
teṣu pūrva-ananta-kalpaiḥ muktāḥ santi hi anantaśaḥ
unter diesen gibt es durch die unendlichen früheren Kalpas fürwahr endlos viele Befreite
liṅga-baddhāḥ api ananta-anantaśaḥ santi garbha-gāḥ
und ebenso endlos viele an den feinstofflichen Leib gebundene, im Schoße weilende
hareḥ teṣām sarvaśaḥ api teṣu sṛjyāḥ tu kecana
von all diesen Haris [Seelen] werden nur einige wenige erschaffen
ṛju-ādi tātvikāḥ sarve anāditaḥ hi aparokṣiṇaḥ
alle wahrhaft-sattvigen, angeführt von den Aufrechten, sind seit anfangsloser Zeit unmittelbare Schauer
sāmānyataḥ viśeṣeṇa sva-sva-yogya-aparokṣiṇaḥ
im Allgemeinen wie im Besonderen, der eigenen Befähigung gemäß unmittelbare Schauer
kḷpta-kāla-ucita-mahā-sādhanena bhavanti hi
werden sie fürwahr durch das der festgesetzten Zeit entsprechende große Übungsmittel
yatanti hyaparokṣārtham ṛjavo śatasaṃmitāḥ / pūrvāparokṣiṇaste ca śatasaṃkhyāmitāḥ sadā // anantavedoktaguṇopāsanāyāṃ hareḥ sadā / yatanti tepi kramaśo hyupāsītaguṇoccayāḥ // bhavanti vedhāḥ sampūrṇasadguṇopāstimāniha / kāle mukto bhavatyeva mucyate naikadaiva hi // evañca brahmamānena kalpadviśatakena ca / pūrṇaśaktiḥ pūrṇaguṇopāstiḥ muktā bhavatyalam // mukteḥ pūrvakṣaṇe bhogyasuprārabdhakṣayepi ca / evamevottaratrāpi saṃkhyā niyamataḥ surāḥ
Die 'Aufrechten', hundert an der Zahl, streben fürwahr nach unmittelbarem Schauen; und die bereits vordem unmittelbar Schauenden sind ebenfalls stets zu hundert gezählt. Sie streben stets, der Reihe nach, in der Verehrung von Haris endlosen, im Veda verkündeten Eigenschaften – so die immer weiter anwachsende Verehrung der [göttlichen] Eigenschaften vollziehend. So werden sie hier zu vollendeten Durchdrungenen, mit vollständiger Verehrung der wahren Eigenschaften; zur [rechten] Zeit wird man fürwahr befreit – die Befreiung geschieht keineswegs auf einmal. Und so wird man, nach Brahmās Maß, nach zweihundert Kalpas, von voller Kraft, mit vollständiger Verehrung der Eigenschaften, endgültig befreit. Im Augenblick unmittelbar vor der Befreiung, wenn auch das gute, bereits in Wirkung begriffene Karma (prārabdha) erschöpft ist – ebenso auch weiterhin, nach fester Zahl, [gilt dies für] die Götter.
Wort für Wort
yatanti hi aparokṣa-artham ṛjavaḥ śata-saṃmitāḥ
die hundert 'Aufrechten' streben fürwahr nach unmittelbarem Schauen
pūrva-aparokṣiṇaḥ te ca śata-saṃkhyā-mitāḥ sadā
und die bereits vorherigen unmittelbar Schauenden sind ebenfalls stets zu hundert gezählt
ananta-veda-ukta-guṇa-upāsanāyām hareḥ sadā
in der Verehrung von Haris endlosen, im Veda verkündeten Eigenschaften stets
yatanti te api kramaśaḥ hi upāsīta-guṇa-uccayāḥ
streben sie der Reihe nach, die anwachsende Verehrung der Eigenschaften vollziehend
bhavanti vedhāḥ sampūrṇa-sat-guṇa-upāsti-mān iha
werden sie hier zu vollendeten Durchdrungenen mit vollständiger Verehrung der wahren Eigenschaften
kāle muktaḥ bhavati eva
zur rechten Zeit wird man fürwahr befreit
mucyate na ekadā eva hi
die Befreiung geschieht keineswegs auf einmal
evam ca brahma-mānena kalpa-dviśatakena ca
und so nach Brahmās Maß, nach zweihundert Kalpas
pūrṇa-śaktiḥ pūrṇa-guṇa-upāstiḥ muktā bhavati alam
von voller Kraft, mit vollständiger Verehrung, wird man endgültig befreit
mukteḥ pūrva-kṣaṇe bhogya-su-prārabdha-kṣaye api ca
im Augenblick vor der Befreiung, wenn auch das gute prārabdha-Karma erschöpft ist
evam eva uttaratra api saṃkhyā niyamataḥ surāḥ
ebenso auch weiterhin, nach fester Zahl, die Götter
[Anm.] Lehre einer stufenweisen, über 200 Brahmā-Kalpas sich vollziehenden Befreiung durch fortschreitende Eigenschaften-Verehrung; 'vedhāḥ' (wörtl. 'Durchbohrte/Durchdrungene') unsicher übersetzt.
mucyante tātvikā vakṣyamāṇaiḥ kalpairajasya tu / dvipañcāśatkalpamitāḥ śeṣādyāstu sabhāryakāḥ // viṃśatkalpamitāstvindrajīvāḥ dvinavakalpakāḥ / ahaṃprāṇapadārhaśca gurvādyādvyaṣṭakalpakāḥ // pravāhastu dviṣaṭkalpaiḥ sūryādyāḥ daśakalpakāḥ / mitrādīnāṃ ca navabhistūkta śeṣagaṇasya tu // aṣṭabhiḥ saptabhiḥ kalpaiḥ sanakādi gaṇasya tu / ṣaḍbhiḥ parjanyamārabhya puṣkarāntagaṇasya vai // aparokṣataḥ karmadevāḥ pañcakalpāparokṣiṇaḥ / caturbhirājānajānāntu sārdhakalpatrayeṇa tu // kṛṣṇāṅgasaṅgagopīnāṃ tribhiḥ pitṛgaṇasya tu / gandharvāṇāntu kalpābhyāṃ martyānāṃ tu tathaikataḥ // ardhakalpaṃ tṛṇāntānāṃ yogyānāṃ haridarśane / niyamo 'yaṃsarvakalpeṣvevameva na cānyathā
Die wahrhaft-sattvigen [Seelenklassen] werden nach den nun zu nennenden Kalpas Ajas [Brahmās] befreit: Śeṣa und die Seinen samt Gattinnen nach zweiundfünfzig Kalpas; die zu Indra bestimmten Seelen nach zwanzig Kalpas, [eine weitere Klasse] nach [einer unsicheren Zahl von] Kalpas; die zum Rang von Ahaṃkāra und Prāṇa Berufenen, samt den mit Guru [Bṛhaspati] beginnenden, nach [einer unsicheren Zahl von] Kalpas; der 'Strom' [-Klasse] nach zwölf Kalpas; Sonne und die Ihren nach zehn Kalpas; die mit Mitra beginnenden nach neun – so für die übrige Schar erklärt. Nach acht [oder] sieben Kalpas für die mit Sanaka beginnende Schar; nach sechs, von Parjanya an, für die bis Puṣkara reichende Schar. Die 'Karma-Götter' werden nach fünf Kalpas unmittelbare Schauer; die von Königen Geborenen nach dreieinhalb Kalpas; die Gopīs, die Kṛṣṇas Leib berührt hatten, nach drei [Kalpas], ebenso die Ahnenschar; die Gandharven nach zwei Kalpas; die Sterblichen ebenso nach einem; die bis zum Grashalm hinab [reichenden] Befähigten nach einem halben Kalpa – zum Schauen Haris. Diese Regel gilt in allen Kalpas genau so und nicht anders.
Wort für Wort
mucyante tātvikāḥ vakṣyamāṇaiḥ kalpaiḥ ajasya tu
die wahrhaft-sattvigen werden nach den zu nennenden Kalpas Ajas befreit
dvi-pañcāśat-kalpa-mitāḥ śeṣa-ādyāḥ tu sa-bhāryakāḥ
Śeṣa und die Seinen samt Gattinnen nach 52 Kalpas
viṃśat-kalpa-mitāḥ tu indra-jīvāḥ
die zu Indra bestimmten Seelen nach 20 Kalpas
dvi-nava-kalpakāḥ
[eine Klasse] nach [unsicherer Zahl] Kalpas
ahaṃ-prāṇa-pada-arhaḥ ca guru-ādyāt dvi-aṣṭa-kalpakāḥ
die zum Rang Ahaṃkāras/Prāṇas Berufenen, mit Guru beginnend, nach [unsicherer Zahl] Kalpas
pravāhaḥ tu dvi-ṣaṭ-kalpaiḥ
der 'Strom' nach 12 Kalpas
sūrya-ādyāḥ daśa-kalpakāḥ
Sonne und die Ihren nach 10 Kalpas
mitra-ādīnām ca navabhiḥ tu uktā śeṣa-gaṇasya tu
die mit Mitra beginnenden nach 9, so für die übrige Schar erklärt
aṣṭabhiḥ saptabhiḥ kalpaiḥ sanaka-ādi gaṇasya tu
nach 8 oder 7 Kalpas für die Sanaka-Schar
ṣaḍbhiḥ parjanyam ārabhya puṣkara-anta-gaṇasya vai
nach 6, von Parjanya bis Puṣkara reichend
aparokṣataḥ karma-devāḥ pañca-kalpa-aparokṣiṇaḥ
die Karma-Götter werden nach 5 Kalpas unmittelbare Schauer
caturbhiḥ rājānajānām tu sārdha-kalpa-trayeṇa tu
die Königsgeborenen nach dreieinhalb Kalpas
kṛṣṇa-aṅga-saṅga-gopīnām tribhiḥ pitṛ-gaṇasya tu
die Kṛṣṇa berührenden Gopīs, ebenso die Ahnenschar, nach 3
gandharvāṇām tu kalpābhyām martyānām tu tathā ekataḥ
die Gandharven nach 2, die Sterblichen nach 1
ardha-kalpam tṛṇa-antānām yogyānām hari-darśane
ein halber Kalpa für die bis zum Grashalm reichenden Befähigten, zum Schauen Haris
niyamaḥ ayam sarva-kalpeṣu evam eva na ca anyathā
diese Regel gilt in allen Kalpas genau so und nicht anders
[?][Anm.] Sehr dichte numerologische Kalpa-Zahlen-Liste zur Befreiungsfrist verschiedener Wesensklassen; mehrere Zahlwort-Komposita ('dvinavakalpakāḥ', 'dvyaṣṭakalpakāḥ') im Quelltext mehrdeutig (könnten 18/16, oder je zwei getrennte Zahlen 2 und 9 bzw. 2 und 8 meinen) und daher nicht mit Sicherheit aufzulösen; entsprechend markiert statt geraten.
Diese Kalpa-Zahl ist, nach Brahmās Maß, von den Befähigten zu erkennen; das Erreichen der Finsternis (tamas) durch die Dämonen [erfolgt] ebenso nach Brahmās Tages-Kalpa, stets so, durch den Willen des Weltenträgers. Von Indra bis zur Puṣkara-Schar werden sie durch die [je] entsprechenden Mittel der Eigenschaften-Verehrung nach den genannten Kalpas befreit; für ebenso viele Kalpas aber muss zuvor die Übung zum unmittelbaren Schauen vollzogen werden – dies ist die feste Lehre. Solange der lotusgeborene Brahmā innerhalb des Welteneis verweilt, ebenso lange, an jedem einzelnen Tag der verstreichenden Jahre, erreichen alle anteilhaften, nicht-wahrhaft-sattvigen [Seelen], nach der nun zu nennenden Zahl bemessen, in jedem Kalpa den Rang unmittelbarer Schauer.
Wort für Wort
kalpa-saṃkhyā brahma-mānāt vijñeyā yogya-cetanaiḥ
diese Kalpa-Zahl ist nach Brahmās Maß von den Befähigten zu erkennen
asurāṇām tamaḥ-prāptiḥ brahmaṇaḥ dina-kalpataḥ
das Erreichen der Finsternis durch die Dämonen nach Brahmās Tages-Kalpa
bhavati eva jagat-dhātuḥ ājñayā ittham sadā eva tu
geschieht stets so, durch den Willen des Weltenträgers
indra-ādi-puṣkara-antānām guṇa-upāsanayā ucitaiḥ
von Indra bis zur Puṣkara-Schar durch die entsprechenden Mittel der Eigenschaften-Verehrung
proktaiḥ kalpaiḥ vimucyante
werden sie nach den genannten Kalpas befreit
tāvat kalpaiḥ tu sādhanam tat-pūrvam aparokṣasya kartavyam iti niścayaḥ
für ebenso viele Kalpas muss zuvor die Übung zum unmittelbaren Schauen vollzogen werden, so die feste Lehre
aṇḍa-antarāle padma-uttha-brahmā yāvat hi tiṣṭhati
solange der lotusgeborene Brahmā innerhalb des Welteneis verweilt
tāvat saṃvatsara-gata-prati-prati-dineṣu api
ebenso lange, an jedem einzelnen Tag der verstreichenden Jahre
sāṃśāḥ atātvikāḥ sarve saṃkhyayā vakṣyamāṇayā
alle anteilhaften, nicht-wahrhaft-sattvigen, nach der zu nennenden Zahl
mitāḥ tu prati-kalpe api pada-sthāḥ hi aparokṣiṇaḥ
werden in jedem Kalpa zum Rang unmittelbarer Schauer bemessen
Urvaśī und die übrigen Apsaras, bis hundert reichend, werden zu je acht gezählt, den Königsgeborenen gleich, den Karma-Göttern übergeordnet gleich. Hundert der Ahnen [erreichen den Rang]; sieben davon sind Urvaśī und den Ihren gleich; die übrigen sind geringer als die Königsgeborenen, ihnen der Reihe nach untergeordnet. Von den Gandharven aber hundert, acht davon den Karmageborenen gleich; alle Weisen (ṛṣi), hundert Millionen an Zahl, mit zwanzig Höchsten. Von den Weisen wird auch eine Hundertschaft den Karma-Göttern gleich erklärt; unter ihnen sind zwanzig, von Haris Eingebung erfüllt, geringfügig höherrangig. Unter eben diesen sind acht wahrhaft-sattvig, einer Hundertschaft der Karmageborenen gleich; die anderen sind den Königsgeborenen gleich, ebenso auch die Söhne Agnis. Zweitausendachthundertdreißig der Cāraṇas und Rākṣasas, ebenso siebzig der Sādhyas und Siddhas unter allen [übrigen] Arten [erreichen den Rang]. Die Königsgeborenen sind unter diesen nicht geringer, verbunden mit den Ahnen und Gandharven, [alle] anteilhaft, sich auf ein Sinnbild (pratīka) stützend; die Anteilslosen aber sind geringer als diese. Unter denen, die sich auf ein Sinnbild stützen, sind die menschlichen Sänger die Vorzüglichsten; geringer als sie die Könige; die niedrigsten Sterblichen sind noch geringer als diese. Unter allen Seelen-Scharen – Sterbliche, Gandharven-Scharen und dergleichen – sind alle, die zur Erlösung befähigt sind, solche, die sich auf ein Sinnbild stützen.
Wort für Wort
urvaśī-ādyāḥ apsarasaḥ śata-antān ca aṣṭa-saṃkhyayā
Urvaśī und die Apsaras, bis hundert reichend, zu acht gezählt
mitāḥ ājānajaiḥ tulyāḥ karma-devaiḥ samāḥ parāḥ
den Königsgeborenen gleich, den Karma-Göttern übergeordnet gleich
śatam pitṝṇām saptaiva teṣu urvaśī-ādibhiḥ samāḥ
hundert der Ahnen, sieben davon Urvaśī gleich
anye ājānajebhyaḥ tu nyūnāḥ tebhyaḥ avarāḥ kramāt
die übrigen geringer als die Königsgeborenen, der Reihe nach
gandharvāḥ tu śatam teṣu aṣṭau tulyāḥ tu karmajaiḥ
Gandharven hundert, acht davon den Karmageborenen gleich
śata-koṭi-mitāḥ sarve ṛṣayaḥ viṃśat-uttamāḥ
alle Weisen hundert Millionen, mit zwanzig Höchsten
ṛṣīṇām ca śatam karma-devaiḥ tulyam udīritam
von den Weisen wird eine Hundertschaft den Karma-Göttern gleich erklärt
hari-āveśāḥ ca tat-madhye viṃśat īṣat-guṇa-uttamāḥ
darunter zwanzig, von Haris Eingebung erfüllt, geringfügig höherrangig
teṣu eva tātvikāḥ ca aṣṭau śatakam karmajaiḥ samam
unter diesen acht wahrhaft-sattvig, einer Hundertschaft der Karmageborenen gleich
tad-anye ajānajebhyaḥ tu tulyāḥ agni-sutāḥ api
die anderen den Königsgeborenen gleich, ebenso die Söhne Agnis
dvi-aṣṭau-sahasrāṇi śatam triṃśat cāraṇa-rakṣasām
2830 der Cāraṇas und Rākṣasas
sādhya-siddhāḥ tathā anye tu saptatiḥ sarva-jātiṣu
ebenso siebzig der Sādhyas und Siddhas unter allen Arten
ājānajāḥ teṣu anyūnam pitṛ-gandharva-saṃyutāḥ
die Königsgeborenen darunter nicht geringer, mit Ahnen/Gandharven verbunden
pratīka-ālambanāḥ sāṃśāḥ niraṃśāḥ tu tataḥ avarāḥ
sich auf ein Sinnbild stützend, anteilhaft; die Anteilslosen geringer
pratīka-ālambaneṣu teṣu śreṣṭhāḥ mānuṣa-gāyakāḥ
unter den Sinnbild-Stützenden die menschlichen Sänger die Vorzüglichsten
tataḥ nyūnāḥ tu rājānaḥ martya-uccāḥ tu tataḥ adhamāḥ
geringer die Könige, die höchsten Sterblichen noch geringer
martya-gandharva-rāśi-ādi sarva-jīva-gaṇeṣu api
unter allen Seelen-Scharen, Sterbliche, Gandharven-Scharen und dergleichen
ye mukti-yogyāḥ te sarve pratīka-stha-avalambinaḥ
alle, die zur Erlösung befähigt sind, stützen sich auf ein Sinnbild
[?][Anm.] Extrem dichte numerologische Zählung verschiedener Wesensklassen (Apsaras, Ahnen, Gandharven, Weise, Cāraṇas/Rākṣasas, Sādhyas/Siddhas), die pro Kalpa den Rang eines 'unmittelbaren Schauers' erreichen; die genaue Bedeutung von 'pratīka' (Sinnbild/Symbol, wohl ein Meditationsobjekt als Erlösungsmittel für niedrigere Wesen) sowie einzelne Zahlenkomposita bleiben im Detail unsicher.
Die Anteilslosen [entstehen], noch vor [Erlangung] des unmittelbaren Schauens, sowohl oberhalb wie innerhalb des Welteneis; ebenso werden die Anteilhaften, [aber] des unmittelbaren Schauens [noch] entbehrend, oberhalb [des Eis] erschaffen. Von den Anteilhaften aber, den wahrhaft-sattvigen wie den – im Denken verschiedenen – nicht-wahrhaft-sattvigen unmittelbaren Schauern, [reicht die Reihe] bis hinab zu den Göttern, Gandharven, Menschen und dergleichen, [je] nach [ihrem] Karma. Für so viele Seelen [-Klassen] gilt: die feinstoffliche Erlangung [des Leibes erfolgt] von Aniruddha aus, noch vor Ajas [Brahmās] Entstehung; die grobstoffliche Erlangung [erfolgt erst] innerhalb des [bereits entstandenen] Welteneis – dies ist die feste Lehre. Für die wahrhaft-sattvigen [Seelen] außerhalb des Welteneis wird sowohl feinstoffliche als auch grobstoffliche Erlangung [gleichermaßen] angenommen; diese Götter [besitzen] noch vor der Entstehung des Welteneis einen [von der Materie] unvermischten Leib. Innerhalb des Welteneis aber sind alle, ausnahmslos, mit einem grobstofflichen Körper vermischt; bei der Auflösung weilen alle, an den feinstofflichen Leib gebunden, im [nun] leeren Schoß [Haris]. Unter diesen [Seelen] wird die Zahl der [jeweils] nicht-befreiten nach fester Regel als zur Erschaffung bestimmt [festgelegt]; und all diese, insgesamt, begann Vāsudeva zu erschaffen.
Wort für Wort
niraṃśāḥ aparokṣāt prāk
die Anteilslosen, noch vor dem unmittelbaren Schauen
ūrdhvam api aṇḍe eva hi sṛjyāḥ
werden sowohl oberhalb als auch innerhalb des Welteneis erschaffen
ūrdhvam yathā sāṃśāḥ aparokṣa-vivarjitāḥ
ebenso die Anteilhaften oberhalb, des unmittelbaren Schauens entbehrend
aparokṣiṇām tu sāṃśānām tātvikaiḥ bhinna-cetasām atātvikānām
von den anteilhaften unmittelbaren Schauern, wahrhaft- und im Denken verschiedenen nicht-wahrhaft-sattvigen
karma-ādi sura-gandharva-mānuṣām
je nach Karma, Götter, Gandharven, Menschen
etāvat-anta-jīvānām sūkṣma-āptiḥ aniruddhataḥ
für so viele Seelenklassen die feinstoffliche Erlangung von Aniruddha aus
aja-utpatteḥ purā aṇḍe sthūla-āptiḥ iti niścayaḥ
vor Ajas Entstehung; die grobstoffliche Erlangung innerhalb des Welteneis, so die feste Lehre
tātvikānām bahiḥ ca aṇḍāt sūkṣma-sthūla-āptiḥ iṣyate
für die wahrhaft-sattvigen außerhalb des Welteneis wird feinstoffliche wie grobstoffliche Erlangung angenommen
asaṃsṛṣṭa-śarīrāḥ te aṇḍa-utpatteḥ purā surāḥ
diese Götter haben vor der Entstehung des Welteneis einen unvermischten Leib
aṇḍa-antarāle sarve api saṃsṛṣṭāḥ sthūla-dehakāḥ
innerhalb des Welteneis sind alle mit grobstofflichem Körper vermischt
laye sarve liṅga-baddhāḥ śūnya-kukṣā vasanti hi
bei der Auflösung weilen alle, an den feinstofflichen Leib gebunden, im leeren Schoß
teṣu mukta-itare saṃkhyā niyamāt sṛṣṭi-saṃmatāḥ
unter diesen wird die Zahl der Nicht-Befreiten nach fester Regel zur Erschaffung bestimmt
ye ca tān nikhilān vāsudevaḥ sraṣṭum upākramat
und all diese, insgesamt, begann Vāsudeva zu erschaffen
Die 'leblos' genannte Urnatur, für alle Seelen den feinstofflichen Leib bildend – die im Schoße der Urnatur befindlichen Seelen gelten als mit einem feinstofflichen Leib versehen. Seit anfangsloser Zeit sind die Seelen an den Kreislauf [der Wiedergeburt] gebunden; darin gab es, im unendlichen vorigen Kalpa, Seelen durch rechte Übung, durch gemischte, [und] durch verkehrte Erkenntnis von der Bindung nicht Befreite – und die Seelen waren dreifach, zu Hunderttausenden [und] Millionen. Unter den zu erschaffenden, an den feinstofflichen Leib gebundenen [Seelen] ist der Viergesichtige [Brahmā] der zuerst Erschaffene; nicht zu ein und derselben Zeit [geschieht] die Erschaffung aller, sondern nach Zeitunterschied. Daher entstehen manche früher, [als] die Höchsten, andere danach, geringer [im Rang] – nachdem die 'Auflösung' genannte höchste Zeitspanne, die zur Erschaffung bestimmte, verstrichen ist.
Wort für Wort
jaḍa-ākhyā prakṛtiḥ sarva-jīvānām liṅga-rūpiṇī
die 'leblos' genannte Urnatur, für alle Seelen den feinstofflichen Leib bildend
prakṛteḥ garbha-gāḥ jīvāḥ liṅga-deha-yutāḥ matāḥ
die im Schoße der Urnatur befindlichen Seelen gelten als mit feinstofflichem Leib versehen
anādi-kālam ārabhya jīvāḥ saṃsṛti-bandha-gāḥ
seit anfangsloser Zeit sind die Seelen an den Wiedergeburtskreislauf gebunden
tatra pūrva-ananta-kalpe jīvāḥ sat-sādhanena ca
darin gab es im unendlichen vorigen Kalpa Seelen durch rechte Übung
miśreṇa viparītena jñānena atyakta-bandhanāḥ
durch gemischte, durch verkehrte Erkenntnis von der Bindung nicht Befreite
jīvāḥ ca trividhāḥ āsan śata-koṭi-sahasraśaḥ
die Seelen waren dreifach, zu Hunderttausenden und Millionen
sṛjyeṣu liṅga-baddheṣu pūrva-sṛjyaḥ caturmukhaḥ
unter den zu erschaffenden, gebundenen [Seelen] ist der Viergesichtige zuerst erschaffen
na ca eka-kāle sarveṣām sṛṣṭiḥ sā kāla-bhedataḥ
nicht zu einer Zeit die Erschaffung aller, sondern nach Zeitunterschied
Am Beginn der höchsten Zeitspanne [erfolgt] Ajas [Brahmās] Erschaffung; die der anderen [Wesen erfolgt jeweils] nach [weiterer] Zeit: nach Brahmās Erschaffung, nach hundert [Brahmā-]Jahren, die Erschaffung Vāyus; danach, nach [weiteren] hundert Jahren, [die Erschaffung] der Vāṇī [Sprachgöttin], nach ebenso hundert Jahren die der Bhāratī; danach, nach tausend Jahren, die Erschaffung von Vipaś und Śeṣa [oder einem ähnlichen Paar]; ebenso [die Erschaffung] Nīlas und der Seinen nach ebenso vielen [tausend] Jahren wiederum; danach, nach zehntausend Jahren, [die Erschaffung] Varuṇīs und der Ihren; die Erschaffung Indras und [auch] Kāmas nach [je] zehntausend Jahren; ebenso wurden andere von Hari erschaffen, [nach ihrem jeweiligen Rang,] die Niedrigen von den Nicht-Höchsten [bis zu] den Höchsten – von den wahrhaft-sattvigen bis zu den Puṣkara[-Grenzen reichenden], und ebenso die anderen, nicht-wahrhaft-sattvigen [Wesen].
Wort für Wort
para-kāla-ādime ajasya sṛṣṭiḥ
am Beginn der höchsten Zeitspanne Ajas Erschaffung
danach nach hundert Jahren der Vāṇī, nach ebenso hundert Jahren der Bhāratī
tataḥ sahasra-abdataḥ ca sṛṣṭiḥ tu vipaś-śeṣayoḥ
danach nach tausend Jahren die Erschaffung von Vipaś und Śeṣa
nīla-ādīnām sahasraḥ ca vatsaraiḥ tāvatā punaḥ
ebenso Nīlas und der Seinen nach ebenso vielen tausend Jahren
vāruṇyāḥ āderdaśa-sāhasra-abdataḥ tu tataḥ param
danach nach zehntausend Jahren Varuṇīs und der Ihren
sṛṣṭiḥ indrasya kāmasya api ayuta-abdāḥ tathā apare
die Erschaffung Indras und Kāmas nach je zehntausend Jahren, ebenso andere
sṛṣṭāḥ asyuḥ hariṇā ye ca nīcāḥ te anuttama-uttamaiḥ
wurden von Hari erschaffen, die Niedrigen von den Nicht-Höchsten bis zu den Höchsten
puṣkara-antāḥ tātvikāḥ ca tathā eva atātvikāḥ pare
von den wahrhaft-sattvigen bis Puṣkara, ebenso die anderen nicht-wahrhaft-sattvigen
[?] Namen und genaue Zeitabstände dieser sequenziellen Schöpfungs-Zeittafel im Detail unsicher (Lesarten wie 'Vipaś/Śeṣa' als Paarnamen nicht zweifelsfrei); Gesamtsinn - eine gestaffelte, über Jahrzehnte/Jahrhunderte/Jahrtausende verteilte Erschaffung verschiedener Gottheiten nach Brahmā - klar erkennbar.
Die Anteilslosen, die ewig Gebundenen und die zur Finsternis befähigten Rākṣasas [werden erschaffen], von zehntausend Götterjahren an, nach der jeweils vorausgehenden Ordnung. Diese Erschaffung gilt als zweifach, nach dem Unterschied von fein- und grobstofflich: für alle wahrhaft-sattvigen, [bereits] im [ihnen zukommenden] Rang befindlichen unmittelbaren Schauer erfolgt sie noch vor [der Entstehung] des Welteneis; für die anderen [erfolgt sie] innerhalb desselben. Für die außerhalb und innerhalb des Welteneis geborenen Menschen ist die Erschaffung, gemäß der zuvor genannten Zeit-Regel, der Reihe nach zu verstehen. Wenn aber für den an den feinstofflichen Leib Gebundenen die Erlangung des feinstofflichen Körpers bevorsteht, dann entsteht im Augenblick zuvor im feinstofflichen Leib eine Ungleichheit der Guṇas.
Wort für Wort
niraṃśāḥ nitya-baddhāḥ ca tamaḥ-yogyāḥ ca rākṣasāḥ
die Anteilslosen, ewig Gebundenen und zur Finsternis befähigten Rākṣasas
ayuta-abdāt deva-mānāt pūrva-pūrva-vyavasthayā
von zehntausend Götterjahren an, nach der jeweils vorausgehenden Ordnung
Die Mitte des feinstofflichen Leibes wird als der Rajas-Teil bezeichnet; dort [waltet] die 'Bhū' genannte [Kraft], 'Indirā' [genannt], die tätige, sich als dessen [Herrin] betrachtende. Die die Sattva-Seite berührenden Rajas-[Anteile], die rajasigen Atome zur Seite [des Sattva-Teils gelegen] – zur Zeit der zehnfachen Auflösung aber [befinden sich] die dem Sattva zur Seite gelegenen [Atome] der Erde; am Ende der Auflösungszeit verweilen sie insgesamt dort. Ein rajasiges Atom, das in den sattvigen Anteil gelangt ist, [tut dies] je einzeln, gesondert; zehn solcher [Atome] vereinigt ergeben zwölf Atome; unter den sattvigen [Atomen], zu hundert gezählt, erzeugt es [dann] vollständig rotgefärbte [Atome]. Die von Natur aus zum Sattva-Teil gehörigen [Atome] sind weiß, im Sattva angesiedelt; die roten, zu tausend gezählt, entstehen durch zehn rajasige Atome, [welche] die vom Rajas berührten, dem Sattva zur Seite gelegenen [Atome] zur Zeit der Auflösung [bilden]. So [ist] ein rajasiges Atom [Teil] der linksseitig gelegenen rajasigen Anteile. Vom tamasigen Anteil der Erde herbeigeführt, [macht] ein Hundertstel-Anteil des Tamas, überaus gering, dunkelblau, jene [roten Atome] vollständig zu 'Rot-in-Rot' [d.h. verstärkt rot].
die Mitte des feinstofflichen Leibes wird als Rajas-Teil bezeichnet
bhūḥ nāmaka indirā tatra ceṣṭakā tasya māninī
dort die 'Bhū' genannte Indirā, die tätige, sich als deren Herrin betrachtende
satva-bhāga-spṛṣṭa-rajaḥ pārśva-gāḥ rājasa-aṇavaḥ
die die Sattva-Seite berührenden Rajas-Atome, seitlich gelegen
daśa-pralaya-kāle tu bhūmyā satvasya pārśva-gāḥ
zur Zeit der zehnfachen Auflösung die dem Sattva seitlich gelegenen [Atome] der Erde
bhavanti laya-kāla-ante tatra tiṣṭhanti sarvaśaḥ
am Ende der Auflösungszeit verweilen sie insgesamt dort
rājasa-aṇuḥ sātvika-aṃśa-gataḥ tu ekaikaśaḥ pṛthak
ein rajasiges Atom, das in den sattvigen Anteil gelangt ist, je einzeln
daśa eva tādṛśāḥ ete militāḥ dvādaśa-aṇavaḥ
zehn solcher, vereinigt, [ergeben] zwölf Atome
sātvikeṣu śata-mitān rakta-varṇān karoti alam
unter den sattvigen, zu hundert gezählt, erzeugt es vollständig rotgefärbte
svabhāvataḥ satva-bhāgāḥ śuklāḥ te satva-saṃsthitāḥ
die von Natur zum Sattva-Teil gehörigen sind weiß, im Sattva angesiedelt
raktāḥ sahasra-saṃkhyākāḥ daśabhiḥ rājasa-aṇubhiḥ
die roten, zu tausend gezählt, durch zehn rajasige Atome
bhavanti ca rajaḥ spṛṣṭāḥ satva-pārśva-gatāḥ laye
entstehen, vom Rajas berührt, dem Sattva seitlich gelegen, zur Zeit der Auflösung
evam ekaḥ rājasa-aṇuḥ rājasa-aṃśa-apasavyagam
so ein rajasiges Atom, Teil der linksseitigen rajasigen Anteile
tāmasa-aṃśa bhuvā ānītaḥ sva-śata-aṃśam tu tāmasam
vom tamasigen Anteil der Erde herbeigeführt, ein Hundertstel-Anteil des Tamas
atyalpam nīla-varṇam te rakta-uraktī karoti alam
überaus gering, dunkelblau, macht jene vollständig zu 'Rot-in-Rot'
[?][Anm.] Höchst technische, kaum ohne Kommentar sicher rekonstruierbare Guṇa-Atom-Arithmetik (Verhältnis von Sattva-, Rajas- und Tamas-'Atomen' im feinstofflichen Leib, mit spezifischen Zahlenverhältnissen 10:12, 10:1000 etc.); wörtlich, aber mit erheblicher Unsicherheit übersetzt.
Ein reiner rajasiger Anteil verbleibt, in der Rajas-Abteilung, in der Mitte, auch zur Zeit der Auflösung; diese sind den rajasigen Atomen gleich. Die zur Tamas-Abteilung gehörigen tamasigen Atome, wie sie auch beschaffen sein mögen, [sowie] die zur Zeit der Auflösung dem Sattva-Bereich seitlich gelegenen rajasigen Atome – solcher tamasiger [Atome], vereinigt, [gibt es] zwölf; die rajasigen sind, dem Maß des Zeitatoms nach, überaus geringer als die tamasigen. Dort, vervielfacht, [ergeben sich] hundertzwölf [oder: um ein Zwölftel vermehrt bemessene] [Atome]; mit zehn rajasigen [Atomen] vereinigt werden [daraus] tausend sattvige Atome; diese werden zu Hunderttausenden, [als] für das [Schöpfungs-]Werk verwendbar.
Wort für Wort
ekaḥ śuddhaḥ rājasa-aṃśaḥ paricchede tu rājase
ein reiner rajasiger Anteil in der Rajas-Abteilung
madhye tiṣṭhanti api laye
verbleibt in der Mitte auch zur Zeit der Auflösung
rājasa-aṇu samāḥ ime
diese sind den rajasigen Atomen gleich
tamaḥ-paricchede-gatāḥ tāmasa-aṇuḥ tu yādṛśāḥ
die zur Tamas-Abteilung gehörigen tamasigen Atome, wie beschaffen
laye satva-paricchede pārśva-gāḥ rājasa-aṇavaḥ
zur Zeit der Auflösung dem Sattva-Bereich seitlich gelegene rajasige Atome
tāmasāḥ tādṛśāḥ ete militāḥ dvādaśa-aṇavaḥ
solcher tamasiger, vereinigt, zwölf Atome
rājasāḥ tāmasāt atyalpa paramāṇu-pramāṇataḥ
die rajasigen sind, dem Zeitatom-Maß nach, überaus geringer als die tamasigen
adhikam guṇitāḥ tatra śata-dvādaśa-saṃmitāḥ
dort vervielfacht, hundertzwölf bemessen
daśa-rājasa-saṃyukta sahasra-sātvika-aṇavaḥ
mit zehn rajasigen vereinigt, tausend sattvige Atome
lakṣā bhavanti kārya-upayuktā ete bhavanti hi
diese werden zu Hunderttausenden, für das Werk verwendbar
[?] Fortsetzung der Guṇa-Atom-Arithmetik; einzelne Zahlenverhältnisse (12, 112, 10:1000, Hunderttausende) im Detail nicht zweifelsfrei zu rekonstruieren, wörtlich mit Vorbehalt übersetzt.
Von der Tamas-Abteilung aber wird die Rajas[-Abteilung] als doppelt so groß überliefert; von der Rajas-Abteilung aber wird die Sattva[-Abteilung] als doppelt so groß überliefert. In jeder einzelnen Abteilung gibt es unendlich viele Zeitatome; dort waltet der Regler, der Ungeborene, dessen Wesen Viṣṇu, Brahmā [und] Śiva [zugleich ist]; Nārāyaṇa, von endlosen Eigenschaften, [und] Śrī, die sich als das weibliche Prinzip betrachtende – sowohl in der leblosen Urnatur als auch ebenso im feinstofflichen Leib gibt es unter ihnen [d.h. den Atomen] die zuvor genannten, das [Schöpfungs-]Werk vollbringenden endlosen Atome. Die zum Sattva-Bereich gelangten rajasigen Anteile nennt man, zur Zeit der Auflösung, 'rajasig-sattvig'; die zum Tamas-Bereich gelangte Rajas-[Substanz nennen] die Weisen 'rajasig-tamasig'; die zur Rajas-Abteilung gehörige [Substanz eben] nennen sie 'rajasig-tamasig' [in einem weiteren Sinn]. Zur Zeit der Auflösung geschieht die Vereinigung [aller Guṇas] durch den Willen Śrī Haris; diesen [Zustand] nennen die Weisen den Gleichgewichtszustand (sāmyāvasthā) von Urnatur und feinstofflichem Leib.
Wort für Wort
tāmasāt tu paricchedāt dviguṇaḥ rājasaḥ smṛtaḥ
von der Tamas-Abteilung wird die Rajas-Abteilung als doppelt so groß überliefert
rājasāt tu paricchedāt dviguṇaḥ sātvikaḥ smṛtaḥ
von der Rajas-Abteilung wird die Sattva-Abteilung als doppelt so groß überliefert
eka-ekasmin paricchede api anantāḥ paramāṇavaḥ santi
in jeder einzelnen Abteilung gibt es unendlich viele Zeitatome
tatra niyantā ajaḥ viṣṇu-brahma-śiva-ātmakaḥ
dort waltet der Regler, der Ungeborene, dessen Wesen Viṣṇu-Brahmā-Śiva ist
nārāyaṇaḥ ananta-guṇaḥ śrī strī-rūpa-abhimāninī
Nārāyaṇa von endlosen Eigenschaften, Śrī, die sich als das weibliche Prinzip betrachtende
jaḍāyām prakṛtau ca api liṅga-dehe tathā eva ca
sowohl in der leblosen Urnatur als auch im feinstofflichen Leib
die zum Sattva-Bereich gelangten rajasigen Anteile, zur Zeit der Auflösung 'rajasig-sattvig'
vadanti tāmasa-gatam rajaḥ rājasa-tāmasam
nennt man; das zum Tamas gelangte Rajas 'rajasig-tamasig'
rajaḥ paricchedagatam santaḥ rājasa-tāmasam
die zur Rajas-Abteilung gehörige [Substanz] nennen die Weisen ebenfalls 'rajasig-tamasig'
vadanti eva laye yogaḥ bhavati śrī-hari-icchayā
zur Zeit der Auflösung geschieht die Vereinigung durch Śrī Haris Willen
sāmyāvasthām budhāḥ prāhuḥ etām prakṛti-liṅgayoḥ
diesen Zustand nennen die Weisen den Gleichgewichtszustand von Urnatur und feinstofflichem Leib
[Anm.] Abschluss der Guṇa-Atom-Arithmetik: das Verhältnis Tamas:Rajas:Sattva = 1:2:4 wird formuliert; Kapitelschluss mit der Lehre vom Gleichgewichtszustand (sāmyāvasthā) der Urnatur bei der Auflösung, in dem Nārāyaṇa/Śrī als gemeinsamer Regler aller drei Guṇa-Bereiche waltet.