Quellen der Menschheit

Prakāśa-Saṃhitā

Paṭala 4: Caturtho 'dhyāyaḥ (Paratattvanirṇaya, Prathamaparicchedaḥ) Vierter Adhyāya – Urnatur (Prakṛti/Avyakta), das innere Organ, die Sinne, die Lehre vom Klang, und die Einteilung der Purāṇas

Vierter Adhyāya der Prakāśa-Saṃhitā (Pāñcarātra), gelehrt von Śrī Haṃsa. Beschreibung der Urnatur (Prakṛti/Avyakta/Pradhāna) mit ihren vielen Namen und ihrer Dreiteilung nach den Guṇas (V.1-10); das vierfache innere Organ (Manas/Buddhi/Ahaṅkāra/Citta) mit seinen jeweiligen charakteristischen Fehlern, und der Weg der Reinigung des Citta durch Gurudienst und Schriftstudium zur Entfaltung wesenseigener Erkenntnis und Hingabe (V.11-21); die übersinnlichen wahren Sinnesvermögen und die Lehre vom zweifachen Klang – vergänglicher Geräuschklang (dhvani) und ewiger, substantieller Lautklang (varṇa), worauf die Apauruṣeyatva (Nicht-Menschengemachtheit) der Veden gegründet wird (V.22-28); Abgrenzung der von Menschen verfassten, aber wahrheitsgetreuen Purāṇas, mit der traditionellen Dreiteilung in sechs sāttvika, sechs rājasa und sechs tāmasa Purāṇas (V.29-38, die genannten Werke weichen in Details von der geläufigsten Standardliste ab, [Anm.] vermerkt); Abschlusslehre zur rechten, autoritätsgeleiteten Schrifthermeneutik und zur Hingabe an Hari als Weg zur Befreiung (V.39-42). Ein Vers (V.6) trägt im Quelltext dieselbe Zählnummer wie sein Vorgänger (Zählfehler der Quelle). Quelle: GRETIL prakassu.htm (Sansknet-Projekt, keine benannte moderne kritische Edition – gemeinfrei nutzbar).

sūkṣmaṃ sarvajagadbījaṃ mitaṃ trātaṃ ca viṣṇunā / pradhānamavyaktamiti yadvadanti manīṣiṇaḥ

Der feinstoffliche Same der ganzen Welt, von Viṣṇu bemessen und behütet – das, was die Weisen 'Pradhāna' [Urstoff] [oder] 'Avyakta' [das Unentfaltete] nennen,

Wort für Wort
sūkṣmam sarva-jagat-bījam
der feinstoffliche Same der ganzen Welt
mitam trātam ca viṣṇunā
von Viṣṇu bemessen und behütet
pradhānam avyaktam iti
'Pradhāna' [oder] 'Avyakta' genannt
yat vadanti manīṣiṇaḥ
das die Weisen nennen

mahāmāyetyavidyeti prakṛtirmohinīti ca / triguṇātmakamavyaktaṃ trirūpaṃ tattriśaktimat

– [wird auch] 'Mahāmāyā', 'Avidyā' [Unwissenheit] und 'die verwirrende Urnatur' (prakṛti mohinī) [genannt]; das aus den drei Guṇas bestehende Unentfaltete ist dreigestaltig, von dreifacher Kraft.

Wort für Wort
mahāmāyā iti avidyā iti
'Mahāmāyā' [und] 'Avidyā' genannt
prakṛtiḥ mohinī iti ca
und 'die verwirrende Urnatur' genannt
tri-guṇa-ātmakam avyaktam
das aus den drei Guṇas bestehende Unentfaltete
tri-rūpam tat tri-śaktimat
dreigestaltig, von dreifacher Kraft

avidyākāmakarmādi bījamityapi tāṃ viduḥ / rakṣitaṃ pralaye sṛṣṭāvevāvaṇvanantasvarūpavān

Man kennt sie auch als den Samen von Unwissenheit, Begierde, Karma und dergleichen; behütet bei der Auflösung, [entfaltet] bei der Schöpfung – [so waltet Viṣṇu], von zugleich atomkleiner und unendlicher Wesensnatur.

Wort für Wort
avidyā-kāma-karma-ādi bījam iti
als der Same von Unwissenheit, Begierde, Karma und dergleichen
api tām viduḥ
kennt man sie auch
rakṣitam pralaye sṛṣṭau eva
behütet bei der Auflösung, [entfaltet] bei der Schöpfung
aṇu-ananta-svarūpavān
von zugleich atomkleiner und unendlicher Wesensnatur

[?] Satzbau/Bezug der letzten Zeile unsicher; sinngemäß auf Viṣṇu als Behüter der Prakṛti bezogen.

anādikarmagranthīti bandhobandhakamityapi / ajāmananyavaśagāṃ kalāṣoḍaśasaṃyutām

[Sie wird genannt] auch 'der anfangslose Knoten des Karma', 'Bindung' und 'die Bindende'; 'ungeboren' (ajā), 'keinem anderen [als Viṣṇu] unterworfen', 'mit sechzehn Kalās [Anteilen] versehen',

Wort für Wort
anādi-karma-granthiḥ iti
'der anfangslose Knoten des Karma' genannt
bandhaḥ bandhakam iti api
auch 'Bindung' [und] 'die Bindende' genannt
ajām ananya-vaśagām
'ungeboren', 'keinem anderen unterworfen'
kalā-ṣoḍaśa-saṃyutām
'mit sechzehn Kalās versehen'

tīvraduḥkhātmakāṃ nānāyoniprāpakamīritam / nārikelasamākāraṃ paricchedatrayātmakam

'aus heftigem Leid bestehend', 'die verschiedene Mutterleiber verschafft' – so wird sie beschrieben; [auch beschrieben als] 'kokosnussförmig', 'aus drei [konzentrischen] Umschließungen bestehend',

Wort für Wort
tīvra-duḥkha-ātmakām
'aus heftigem Leid bestehend'
nānā-yoni-prāpakam īritam
'die verschiedene Mutterleiber verschafft', so beschrieben
nārikela-sama-ākāram
'kokosnussförmig'
pariccheda-traya-ātmakam
'aus drei Umschließungen bestehend'

mūrdhnicchidrayutaṃ divyaṃ ratnavadbhāsvaraṃ sadā / viṣṇunā ramayācchannācchidragarbhāvakāśavat

'am Scheitel mit einer Öffnung versehen', 'göttlich', 'stets strahlend wie ein Juwel' – von Viṣṇu gemeinsam mit Ramā verhüllt, gleich einem Hohlraum, dessen [sonst] offener Innenraum verschlossen ist.

Wort für Wort
mūrdhni-cchidra-yutam divyam
'am Scheitel mit einer Öffnung versehen', 'göttlich'
ratnavat bhāsvaram sadā
'stets strahlend wie ein Juwel'
viṣṇunā ramayā ācchannā
von Viṣṇu gemeinsam mit Ramā verhüllt
chidra-garbha-avakāśavat
gleich einem Hohlraum mit [sonst] offenem Innenraum

[Anm.] Im Quelltext trägt dieser Vers dieselbe Zählnummer 'PS_1,4.5' wie der vorangehende (offensichtlicher Zählfehler der Quelle, logisch müsste er '4.6' lauten); hier fortlaufend als Einheit 6 gezählt.

sṛṣṭau laye ramā tasya māninī ca nirantaram / sṛṣṭāveva brahmavāyū sabhāryāvabhimāninau

Bei Schöpfung und Auflösung betrachtet Ramā es [das Unentfaltete] ununterbrochen als das Ihre; allein bei der Schöpfung betrachten [auch] Brahmā und Vāyu, mitsamt ihren Gattinnen, es [in ihrem jeweiligen Bereich] als das Ihre.

Wort für Wort
sṛṣṭau laye ramā tasya
bei Schöpfung und Auflösung betrachtet Ramā es
māninī ca nirantaram
ununterbrochen als das Ihre
sṛṣṭau eva brahma-vāyū
allein bei der Schöpfung Brahmā und Vāyu
sa-bhāryau abhimāninau
mitsamt ihren Gattinnen, es als das Ihre betrachtend

[?][Anm.] Bezieht sich vermutlich auf Brahmā und Vāyu als (neben Rudra) mit-zuständige Gottheiten für Aspekte der Urnatur/Guṇas; Einzelheiten unsicher.

rajaḥsattvatamaḥsaṃjñabhāgatrayasamanvitam / satvabhāgaḥ śuklavarṇaḥ raktavarṇastu rājasaḥ

[Das Unentfaltete ist] mit drei Teilen versehen, genannt Rajas, Sattva und Tamas; der Sattva-Teil ist weißer Farbe, der Rajas-Teil aber rot,

Wort für Wort
rajaḥ-sattva-tamaḥ-saṃjña-bhāga-traya-samanvitam
mit drei Teilen versehen, genannt Rajas, Sattva, Tamas
sattva-bhāgaḥ śukla-varṇaḥ
der Sattva-Teil weißer Farbe
rakta-varṇaḥ tu rājasaḥ
der Rajas-Teil aber rot

nīlavarṇastamobhāga iti bhāgatrayātmakaḥ / jñānakarmendriyakalāḥ rajobhāge vyavasthitāḥ

der Tamas-Teil dunkelblau – so besteht es aus drei Teilen. Die Vermögen der Erkenntnis- und Handlungssinne sind im Rajas-Teil angesiedelt.

Wort für Wort
nīla-varṇaḥ tamaḥ-bhāgaḥ
der Tamas-Teil dunkelblau
iti bhāga-traya-ātmakaḥ
so aus drei Teilen bestehend
jñāna-karma-indriya-kalāḥ
die Vermögen der Erkenntnis- und Handlungssinne
rajaḥ-bhāge vyavasthitāḥ
sind im Rajas-Teil angesiedelt

tamobhāgagatāḥ pañcatanmātrāsaṃjñitāḥ kalāḥ / manaḥ kalā satvabhāgagatā sarvapradhānikā

Die 'die fünf Elementarstoffe' (tanmātra) genannten Vermögen gehören zum Tamas-Teil; das Vermögen 'Geist' (manas), zum Sattva-Teil gehörig, ist das vornehmste von allen.

Wort für Wort
tamaḥ-bhāga-gatāḥ
zum Tamas-Teil gehörig
pañca-tanmātrā-saṃjñitāḥ kalāḥ
die 'fünf Elementarstoffe' genannten Vermögen
manaḥ kalā sattva-bhāga-gatā
das Vermögen Geist, zum Sattva-Teil gehörig
sarva-pradhānikā
das vornehmste von allen

manobuddhirahaṅkāraścittaṃ ceti caturvidham / kāmakrodhamahālobhamadamātsaryamohakāḥ

Manas, Buddhi, Ahaṅkāra und Citta – so [ist das innere Organ] vierfach. [Fehler des Geistes sind:] Begierde, Zorn, große Gier, Hochmut, Neid, Verblendung,

Wort für Wort
manaḥ buddhiḥ ahaṅkāraḥ cittam ca
Manas, Buddhi, Ahaṅkāra und Citta
iti caturvidham
so vierfach
kāma-krodha-mahālobha-mada-mātsarya-mohakāḥ
Begierde, Zorn, große Gier, Hochmut, Neid, Verblendung

dveṣāhaṅkāramamakārerṣyasūyābhayādayaḥ / manodoṣāstadvihīnaṃ manojñānāya sādhanam

Hass, Falsches Ich-Empfinden, das 'Mein'-Gefühl, Eifersucht, Missgunst, Furcht und dergleichen – dies sind die Fehler des Geistes; [ein Geist,] frei davon, ist das Mittel zur [wahren] Erkenntnis des Geistes.

Wort für Wort
dveṣa-ahaṅkāra-mamakāra-īrṣyā-asūyā-bhaya-ādayaḥ
Hass, falsches Ich-Empfinden, Mein-Gefühl, Eifersucht, Missgunst, Furcht und dergleichen
manaḥ-doṣāḥ
die Fehler des Geistes
tad-vihīnam manaḥ-jñānāya sādhanam
frei davon, ist das Mittel zur Erkenntnis des Geistes

manaścaturvidhaṃ nityaṃ jaḍaprakṛtigaṃ matam / tajjanyamapyanityaṃ syāttatra cittaṃ na doṣayuk

Der vierfache Geist [als solcher] gilt als ewig, zur leblosen Urnatur gehörig; das aus ihm Entstandene [seine Einzelregungen] aber sei unbeständig; darunter ist Citta [allein] nicht fehlerbehaftet.

Wort für Wort
manaḥ catur-vidham nityam
der vierfache Geist [als solcher gilt als] ewig
jaḍa-prakṛti-gam matam
zur leblosen Urnatur gehörig, gilt
tat-janyam api anityam syāt
das aus ihm Entstandene aber sei unbeständig
tatra cittam na doṣa-yuk
darunter ist Citta nicht fehlerbehaftet

[?] Genaue Abgrenzung zwischen dem 'ewigen' vierfachen Geist und seinen 'unbeständigen' Einzelregungen im Quelltext knapp/unklar formuliert.

manaḥ svarṇādyanekārthamapekṣāṃ janayiṣyati / buddhirniṣiddhabhogcchāṃ sadāsaṃkalpayiṣyati

Manas wird das Verlangen nach vielerlei Dingen wie Gold hervorrufen; Buddhi wird beständig den Wunsch nach verbotenem Genuss ausdenken.

Wort für Wort
manaḥ svarṇa-ādi-aneka-artham apekṣām janayiṣyati
Manas wird das Verlangen nach vielerlei Dingen wie Gold hervorrufen
buddhiḥ niṣiddha-bhoga-icchām
Buddhi den Wunsch nach verbotenem Genuss
sadā saṃkalpayiṣyati
wird beständig ausdenken

ahaṅkāraḥ pumarthānāṃ ghātakaḥ sottamaiḥ saha / spardhāṃ viṣṇusuradveṣaṃ kalpayatyapi sarvaśaḥ

Ahaṅkāra ist der Zerstörer der [wahren] Ziele des Menschen (puruṣārtha); er ersinnt auch, in jeder Weise, Rivalität mit den Höherstehenden und sogar Hass gegen Viṣṇu und die Götter.

Wort für Wort
ahaṅkāraḥ pum-arthānām ghātakaḥ
Ahaṅkāra ist der Zerstörer der Ziele des Menschen
sa uttamaiḥ saha spardhām
Rivalität mit den Höherstehenden
viṣṇu-sura-dveṣam
und Hass gegen Viṣṇu und die Götter
kalpayati api sarvaśaḥ
ersinnt er auch, in jeder Weise

cittaṃ satsādhanagataṃ karoti puruṣaṃ sadā / satsādhanamahaṅkārakalitaṃ pāpamevahi

Citta lenkt den Menschen beständig zu den wahren Mitteln [der Erlösung]; [doch selbst] das wahre Mittel wird, von Ahaṅkāra durchsetzt, zu nichts als Sünde.

Wort für Wort
cittam sat-sādhana-gatam karoti puruṣam sadā
Citta lenkt den Menschen beständig zu den wahren Mitteln
sat-sādhanam ahaṅkāra-kalitam
das wahre Mittel, von Ahaṅkāra durchsetzt
pāpam eva hi
wird zu nichts als Sünde

ahaṅkāravihīnaṃ taccittaṃ vijñānasādhanam / racite bhārate varṣe yathā mānuṣasattanum

Jenes von Ahaṅkāra freie Citta ist das Mittel zur [wahren] Erkenntnis – so, wie [eine Seele], im Land Bhārata verortet, einen menschlichen Körper [erlangt hat],

Wort für Wort
ahaṅkāra-vihīnam tat cittam
jenes von Ahaṅkāra freie Citta
vijñāna-sādhanam
ist das Mittel zur wahren Erkenntnis
racite bhārate varṣe
im Land Bhārata verortet
yathā mānuṣa-sat-tanum
so wie einen menschlichen Körper [erlangt]

labdhvā gurukulāvāsaṃ kṛtvānekasujanmabhiḥ / kṛtvātmayogyasatkarma labdhasadgurusevayā

...[und diesen] erlangt hat, [nachdem sie] durch viele gute [frühere] Geburten den Aufenthalt in einer Lehrerfamilie (gurukula) erlangt hat, nachdem sie dem Selbst gemäße gute Taten vollbracht hat, durch den so erlangten Dienst an einem wahren Guru,

Wort für Wort
labdhvā gurukula-āvāsam
den Aufenthalt in einer Lehrerfamilie erlangt habend
kṛtvā aneka-su-janmabhiḥ
durch viele gute [frühere] Geburten
kṛtvā ātma-yogya-sat-karma
dem Selbst gemäße gute Taten vollbracht habend
labdha-sat-guru-sevayā
durch den so erlangten Dienst an einem wahren Guru

prasannairupadiṣṭoru sacchāstraśravaṇādibhiḥ / vṛttijñānapradaṃ tacca vṛttibhaktyādi sādhakam

...belehrt von [Lehrern,] die [mit ihr] zufrieden sind, durch ausgiebiges Hören der wahren Schriften und dergleichen – jenes [gereinigte Citta] verleiht die Erkenntnis der [hingebungsvollen] Gesinnung (vṛtti) und bewirkt [wahre] Gesinnung, Hingabe und so fort.

Wort für Wort
prasannaiḥ upadiṣṭā uru
belehrt von den zufriedenen [Lehrern], ausgiebig
sat-śāstra-śravaṇa-ādibhiḥ
durch das Hören wahrer Schriften und dergleichen
vṛtti-jñāna-pradam tat ca
und jenes verleiht die Erkenntnis der [hingebungsvollen] Gesinnung
vṛtti-bhakti-ādi sādhakam
bewirkt Gesinnung, Hingabe und so fort

tābhyāṃ svārūpikajñānabhaktirvyaktirbhaviṣyati / svārūpikaṃ mano nityaṃ tataḥ svārūpikī matiḥ

Durch diese beiden [Mittel] wird die Erscheinung wesenseigener Erkenntnis und Hingabe eintreten; [aus] dem [so gereinigten,] ewig wesenseigenen Geist [entspringt] daraufhin eine wesenseigene Einsicht.

Wort für Wort
tābhyām svārūpika-jñāna-bhaktiḥ vyaktiḥ bhaviṣyati
durch diese beiden wird die Erscheinung wesenseigener Erkenntnis und Hingabe eintreten
svārūpikam manaḥ nityam
der ewig wesenseigene Geist
tataḥ svārūpikī matiḥ
daraufhin eine wesenseigene Einsicht

vyaktā bhavati nityā sā bhaktiḥ svārūpikī tathā / saivānandasvarūpeṇa nityā mukteṣu tiṣṭhati

Jene wesenseigene Hingabe wird [so] offenbar, ewig; und sie selbst, in ihrer Natur der Wonne, weilt ewig unter den Befreiten.

Wort für Wort
vyaktā bhavati nityā sā bhaktiḥ svārūpikī tathā
jene wesenseigene Hingabe wird [so] offenbar, ewig
sā eva ānanda-svarūpeṇa nityā
sie selbst, in ihrer Wonne-Natur, ewig
mukteṣu tiṣṭhati
weilt unter den Befreiten

indriyāṇāṃ golakāni dṛśyānyāhuḥ samagraśaḥ / atīndriyāṇīndriyāṇi jñānakarmamayāni ca

Man sagt, dass die sichtbaren 'Kugeln/Fassungen' (golaka) der Sinnesorgane [nur deren äußere Hülle] insgesamt seien; die [wahren] Sinne aber, der Erkenntnis wie der Handlung, sind übersinnlich (atīndriya).

Wort für Wort
indriyāṇām golakāni dṛśyāni
die sichtbaren 'Fassungen' der Sinnesorgane
āhuḥ samagraśaḥ
sagt man insgesamt [seien nur die Hülle]
atīndriyāṇi indriyāṇi
die übersinnlichen [wahren] Sinne
jñāna-karma-mayāni ca
der Erkenntnis wie der Handlung

śrotratvaṅnetrarasanaghrāṇādyā jñānaśaktayaḥ / vākpāṇipādapāyūpasthāḥ sarve karmaśaktayaḥ

Gehör, Tastsinn, Sehen, Schmecken, Riechen und die übrigen sind die Erkenntnisvermögen; Sprache, Hände, Füße, After und Geschlechtsorgan sind, sie alle, die Handlungsvermögen.

Wort für Wort
śrotra-tvak-netra-rasana-ghrāṇa-ādyāḥ
Gehör, Tastsinn, Sehen, Schmecken, Riechen und die übrigen
jñāna-śaktayaḥ
sind die Erkenntnisvermögen
vāk-pāṇi-pāda-pāyu-upasthāḥ
Sprache, Hände, Füße, After, Geschlechtsorgan
sarve karma-śaktayaḥ
sind, sie alle, die Handlungsvermögen

śrotraṃ śabdagrāhiśabdo dvividhaḥ parikīrtitaḥ / śabdo dhvanyātmako varṇātmakaśceti tadādimaḥ

Das Gehör ist das, was Klang erfasst. Klang wird als zweifach verkündet: Klang, der aus bloßem Geräusch (dhvani) besteht, und Klang, der aus Lauten/Phonemen (varṇa) besteht – von diesen ist der erstgenannte der ursprüngliche.

Wort für Wort
śrotram śabda-grāhi
das Gehör ist das, was Klang erfasst
śabdaḥ dvividhaḥ parikīrtitaḥ
Klang wird als zweifach verkündet
śabdaḥ dhvani-ātmakaḥ varṇa-ātmakaḥ ca iti
Klang, aus Geräusch bestehend, und aus Phonemen bestehend
tad-ādimaḥ
von diesen der ursprüngliche [ist ersterer]

ahaṅkārātsamudbhūtaḥ ākāśotpattikāraṇaḥ / dhvanyātmakastu śabdastu prathamaḥ parikīrtitaḥ

Aus Ahaṅkāra entstanden, die Ursache der Entstehung des Ākāśa (Raum-Elements) – der aus bloßem Geräusch bestehende Klang wird als der erste verkündet.

Wort für Wort
ahaṅkārāt samudbhūtaḥ
aus Ahaṅkāra entstanden
ākāśa-utpatti-kāraṇaḥ
die Ursache der Entstehung des Raum-Elements
dhvani-ātmakaḥ tu śabdaḥ tu prathamaḥ parikīrtitaḥ
der aus Geräusch bestehende Klang wird als der erste verkündet

jñānakarmendriyamanomātrāḥ sūkṣmāhyanādayaḥ / nityāśca pralaye sṛṣṭāvanityāste prakīrtitāḥ

Die Erkenntnis- und Handlungssinne, der Geist und die feinstofflichen Elemente sind [je nach ihrem Grundtypus] fürwahr anfangslos und ewig; [in ihren jeweiligen Einzelinstanzen aber,] bei der Schöpfung [neu] erschaffen, werden sie als unbeständig verkündet.

Wort für Wort
jñāna-karma-indriya-manaḥ-mātrāḥ
die Erkenntnis- und Handlungssinne, der Geist, die feinstofflichen Elemente
sūkṣmāḥ hi anādayaḥ nityāḥ ca
sind fürwahr anfangslos und ewig
pralaye sṛṣṭau anityāḥ te prakīrtitāḥ
bei Auflösung [und] Schöpfung werden sie als unbeständig verkündet

varṇātmakastu yaḥśabdo nityaḥ sarvagato vibhuḥ / dravyamityeva sarveṣāṃ na guṇaḥ kasyacinmate

Der Klang aber, der aus Phonemen besteht, ist ewig, allgegenwärtig, alldurchdringend; er ist, nach [unserer] Lehre, geradezu eine Substanz (dravya), keiner richtigen Lehre nach [nur] eine Eigenschaft (guṇa).

Wort für Wort
varṇa-ātmakaḥ tu yaḥ śabdaḥ
der Klang aber, der aus Phonemen besteht
nityaḥ sarvagataḥ vibhuḥ
ist ewig, allgegenwärtig, alldurchdringend
dravyam iti eva sarveṣām
ist geradezu eine Substanz, nach [unserer] Lehre
na guṇaḥ kasyacit mate
keiner [richtigen] Lehre nach [nur] eine Eigenschaft

vedāḥ padādvarṇataśca śabdataḥ svaratastathā / anādinityāste sarvepyapauruṣeyaguṇotkarāḥ

Die Veden sind, dem Wort, dem Phonem, dem Klang und ebenso dem [Vedischen] Akzent nach, allesamt anfangslos [und] ewig, [und] besitzen die Fülle der Eigenschaft des Nicht-von-Menschen-Gemachtseins (apauruṣeyatva).

Wort für Wort
vedāḥ padāt varṇataḥ ca śabdataḥ svarataḥ tathā
die Veden, dem Wort, dem Phonem, dem Klang und dem Akzent nach
anādi-nityāḥ te sarve api
sind allesamt anfangslos und ewig
apauruṣeya-guṇa-utkarāḥ
besitzen die Fülle der Eigenschaft des Nicht-Menschengemachten

viṣṇormāhātmyavijñaptau satprameye ca sādhakāḥ / śāstrāṇica purāṇāni pauruṣeyāṇi kṛtsnaśaḥ

Was aber die Kundgabe von Viṣṇus Größe und [was] als Mittel zum wahren Erkenntnisgegenstand betrifft – [dafür gibt es auch andere] Lehrschriften (śāstra) und Purāṇas, [welche] durchweg von Menschen gemacht (pauruṣeya) sind,

Wort für Wort
viṣṇoḥ māhātmya-vijñaptau
zur Kundgabe von Viṣṇus Größe
sat-prameye ca sādhakāḥ
und als Mittel zum wahren Erkenntnisgegenstand
śāstrāṇi ca purāṇāni
[andere] Lehrschriften und Purāṇas
pauruṣeyāṇi kṛtsnaśaḥ
durchweg von Menschen gemacht

yathārthāni praṇītāni hariṇātha surarṣibhiḥ / nityānyevārthato varṇakramayogādanityakāḥ

...wahrheitsgemäß verfasst von Hari selbst und von den Götterweisen; ihrem Inhalt nach sind sie fürwahr ewig, [doch] durch die [je besondere] Abfolge ihrer Laute/Worte sind sie unbeständig.

Wort für Wort
yathārthāni praṇītāni hariṇā atha surarṣibhiḥ
wahrheitsgemäß verfasst von Hari selbst und von den Götterweisen
nityāni eva arthataḥ
ihrem Inhalt nach fürwahr ewig
varṇa-krama-yogāt anityakāḥ
durch die Abfolge ihrer Laute unbeständig

sātvikāni purāṇāni manvādi smṛtayastathā / yathārtha eva tatroktaṃ grāhyaṃ śrīharitatparaiḥ

Die sāttvika Purāṇas, und ebenso die mit [den Gesetzbüchern] Manus beginnenden Smṛtis – nur was darin wahrheitsgemäß gesagt ist, ist von den Śrī Hari Ergebenen anzunehmen.

Wort für Wort
sātvikāni purāṇāni
die sāttvika Purāṇas
manu-ādi smṛtayaḥ tathā
und ebenso die mit Manu beginnenden Smṛtis
yathārthaḥ eva tatra uktam
nur was darin wahrheitsgemäß gesagt ist
grāhyam śrī-hari-tatparaiḥ
ist von den Śrī Hari Ergebenen anzunehmen

vārāhaṃ vaiṣṇavaṃ pādmaṃ vāyuproktaṃ ca gāruḍam / śrīmadbhāgavataṃ caiva sātvikānīti hi śrutiḥ

Das Vārāha[-Purāṇa], das Vaiṣṇava, das Pādma, das von Vāyu verkündete, und das Gāruḍa, und ebenso das ehrwürdige Bhāgavata – diese, so lehrt fürwahr die Überlieferung, sind die sāttvika [Purāṇas].

Wort für Wort
vārāham vaiṣṇavam pādmam
das Vārāha, das Vaiṣṇava, das Pādma
vāyu-proktam ca gāruḍam
das von Vāyu verkündete, und das Gāruḍa
śrīmat-bhāgavatam ca eva
und ebenso das ehrwürdige Bhāgavata
sātvikāni iti hi śrutiḥ
sind die sāttvika, so lehrt fürwahr die Überlieferung

[Anm.] Die klassische Sechser-Liste der sāttvika Mahāpurāṇas nennt meist Viṣṇu-, Nāradīya-, Bhāgavata-, Garuḍa-, Padma- und Varāha-Purāṇa; hier erscheint statt des Nāradīya das 'von Vāyu verkündete' (vāyuproktam) – Bezeichnung im Detail unsicher, evtl. eigenständige Zählweise dieser Saṃhitā.

brahmāṇḍaṃ brahmavaivartaṃ mārkaṇḍeyaṃ ca vāmanam / bhaviṣyaṃ nārasiṃhaṃ ca rājasāni ṣaḍaiva hi

Das Brahmāṇḍa, das Brahmavaivarta, das Mārkaṇḍeya und das Vāmana, das Bhaviṣya und das Nārasiṃha – diese sechs allein, fürwahr, sind die rājasa [Purāṇas].

Wort für Wort
brahmāṇḍam brahmavaivartam
das Brahmāṇḍa, das Brahmavaivarta
mārkaṇḍeyam ca vāmanam
das Mārkaṇḍeya und das Vāmana
bhaviṣyam nārasiṃham ca
das Bhaviṣya und das Nārasiṃha
rājasāni ṣaṭ eva hi
diese sechs allein, fürwahr, sind die rājasa

mātsyaṃ kaurmyaṃ tathā laiṅgyaṃ śaivaṃ skāndaṃ tathaiva ca / pāśupatasaṃjñikaṃ ceti tāmasāni vido viduḥ

Das Matsya, das Kaurma, ebenso das Liṅga, das Śaiva, und ebenso das Skānda, und das 'Pāśupata' genannte – diese kennen die Kenner als die tāmasa [Purāṇas].

Wort für Wort
mātsyam kaurmyam tathā laiṅgyam
das Matsya, das Kaurma, ebenso das Liṅga
śaivam skāndam tathā eva ca
das Śaiva, und ebenso das Skānda
pāśupata-saṃjñikam ca iti
und das 'Pāśupata' genannte
tāmasāni vidaḥ viduḥ
kennen die Kenner als die tāmasa

[?] 'Pāśupata' als eigenständiges Purāṇa neben Śaiva ungewöhnlich gegenüber der Standard-Liste der 18 Mahāpurāṇas (dort meist Agni statt einer Doppelung von Śaiva/Pāśupata); möglicherweise eine dieser Saṃhitā eigentümliche oder lokale Zählung.

grāhyaṃ sarvaṃ sātvikoktaṃ yojanā bhedatothavā / vedavedānusāreṣu virodhe 'nyārthakalpanā

Alles in den sāttvika [Purāṇas] Gesagte ist anzunehmen, sei es durch [direkte] Verbindung [des Sinns] oder durch Unterscheidung; im Falle eines Widerspruchs zum Veda oder zu dem, was dem Veda entspricht, ist eine andere Bedeutung zu erschließen.

Wort für Wort
grāhyam sarvam sātvika-uktam
alles in den sāttvika [Purāṇas] Gesagte ist anzunehmen
yojanā bhedataḥ athavā
sei es durch Verbindung oder durch Unterscheidung
veda-veda-anusāreṣu virodhe
im Falle eines Widerspruchs zum Veda oder zum Vedakonformen
anya-artha-kalpanā
ist eine andere Bedeutung zu erschließen

itarāṇi viruddhāni pralambhabhramajānyapi / vyāsoktāni purāṇāni sātvikānyapi kṛtsnaśaḥ

Die übrigen, [dem Veda] widersprechenden [Aussagen], die auch aus Täuschung [oder] Irrtum entstehen können, [finden sich] selbst in den von Vyāsa gesprochenen Purāṇas, selbst in den durchweg sāttvika [unter ihnen].

Wort für Wort
itarāṇi viruddhāni
die übrigen, widersprechenden [Aussagen]
pralambha-bhrama-jāni api
auch aus Täuschung, Irrtum entstehend
vyāsa-uktāni purāṇāni
[finden sich] in den von Vyāsa gesprochenen Purāṇas
sātvikāni api kṛtsnaśaḥ
selbst in den durchweg sāttvika

kvacit kvacit purāṇāni prāyojñānakarāṇyapi / āsurāveśavaśataḥ tadanyoktānyanantaśaḥ

Hier und da [enthalten] die Purāṇas auch [Abschnitte,] die vorwiegend [nur weltliches] Wissen vermitteln, [Aussagen,] die endlos oft von anderen, unter dem Einfluss dämonischer Besessenheit, hinzugefügt wurden,

Wort für Wort
kvacit kvacit purāṇāni
hier und da die Purāṇas
prāyaḥ jñāna-karāṇi api
auch vorwiegend [nur weltliches] Wissen vermittelnd
āsura-āveśa-vaśataḥ
unter dem Einfluss dämonischer Besessenheit
tad-anya-uktāni anantaśaḥ
endlos oft von anderen hinzugefügt

śrotrāgrāhyāṇi santyeva apramāṇāni tānyalam / paraśuklatrayoktāni nityaṃ viṣṇvājñayaiva tu

...[solche Abschnitte,] die zwar mit dem Ohr wahrnehmbar, [aber] ohne [schriftliche] Autorität sind, gibt es fürwahr – genug davon! Was aber von der höchsten reinen Dreiheit [der wahren Quellen] gesagt ist, ist ewig, einzig durch Viṣṇus Gebot.

Wort für Wort
śrotra-agrāhyāṇi santi eva
[solche], mit dem Ohr [zwar] wahrnehmbaren, gibt es fürwahr
apramāṇāni tāni alam
[aber] ohne Autorität, genug davon
para-śukla-traya-uktāni
was von der höchsten reinen Dreiheit gesagt ist
nityam viṣṇu-ājñayā eva tu
ist ewig, einzig durch Viṣṇus Gebot

[?] 'paraśuklatrayoktāni' ('von der höchsten reinen Dreiheit gesagt') unklar – möglicher Verweis auf drei als besonders rein geltende Quellen (etwa Veda, sāttvika Purāṇa, Pāñcarātra-Āgama), im Quelltext nicht näher spezifiziert.

atipramāṇāni daityāveśājñānādi varjanāt / badhiratvādayaḥ śrotṛdoṣāstadvarjitendriyaiḥ

[Die wahrhaft maßgeblichen Aussagen sind] von höchster Autorität, durch den Ausschluss von Unwissenheit und dergleichen, die aus dämonischer Besessenheit stammt; Taubheit und dergleichen sind Fehler des Gehörs – durch von solchen Fehlern freie Sinnesorgane [wird die wahre Lehre vernommen].

Wort für Wort
ati-pramāṇāni
von höchster Autorität
daitya-āveśa-ajñāna-ādi varjanāt
durch den Ausschluss von aus dämonischer Besessenheit stammender Unwissenheit und dergleichen
badhiratva-ādayaḥ śrotṛ-doṣāḥ
Taubheit und dergleichen sind Fehler des Gehörs
tad-varjita-indriyaiḥ
durch von solchen Fehlern freie Sinnesorgane

etāni viṣayāṇyāhuḥ śrotavyāni sahasraśaḥ / śabdadoṣavihīnāni grāhyāṇi manasā saha

Diese werden als die [rechten] Gegenstände bezeichnet, die tausendfach zu hören sind; frei von Wortfehlern, sind sie mit dem Geist zu erfassen und anzunehmen.

Wort für Wort
etāni viṣayāṇi āhuḥ
diese werden als die [rechten] Gegenstände bezeichnet
śrotavyāni sahasraśaḥ
die tausendfach zu hören sind
śabda-doṣa-vihīnāni
frei von Wortfehlern
grāhyāṇi manasā saha
mit dem Geist zu erfassen und anzunehmen

tatroktānantasuguṇaṃ nirdeṣaṃ jñeyamīśvaram / gamyaṃ satyaṃ ca sukhacinmayaṃ viṣṇuṃ sanātanam

Darin wird der Herr verkündet, von endlosen guten Eigenschaften, ohne Fehl, erkennbar, erreichbar, wahrhaft, aus Wonne und Bewusstsein bestehend – Viṣṇu, der Ewige,

Wort für Wort
tatra ukta-ananta-su-guṇam
darin wird [er] verkündet, von endlosen guten Eigenschaften
nirdeṣam jñeyam īśvaram
der Herr, ohne Fehl, erkennbar
gamyam satyam ca
erreichbar, wahrhaft
sukha-cit-mayam viṣṇum sanātanam
aus Wonne und Bewusstsein bestehend, Viṣṇu, der Ewige

ātmeśvaraṃ hariṃ bhaktyopāsyamuktā bhavanti hi / kuśāstreṣūktadurmārge heyatā buddhisaṃyutam

...das Selbst [und zugleich] der Herr – Hari, der durch Hingabe zu verehren ist; [die ihn so verehren,] werden fürwahr befreit, [und bleiben dabei] ausgestattet mit der Einsicht, dass der in schlechten Lehrschriften gelehrte Irrweg zu verwerfen ist.

Wort für Wort
ātma-īśvaram harim
das Selbst [und zugleich] der Herr, Hari
bhaktyā upāsyam
der durch Hingabe zu verehren ist
muktāḥ bhavanti hi
werden fürwahr befreit
kuśāstreṣu ukta-durmārge heyatā
dass der in schlechten Lehrschriften gelehrte Irrweg zu verwerfen ist
buddhi-saṃyutam
ausgestattet mit [dieser] Einsicht

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