Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 9

Hymne 9.10 Gegen Gift (Unwirksammachen des Giftes)

jīvātave na martave / śiras ta ā rabhāmahe | / rasaṃ viṣasya nāvidam / udnaḥ phenam adann iva ||

Zum Leben, nicht zum Sterben / fassen wir deinen Kopf an. / Ich habe den Saft des Giftes nicht gefunden, / wie einer, der Wasserschaum isst.

bhūmyā madhyād divo madhyād / bhūmyā antād atho divaḥ | / madhye pṛthivyā yad viṣaṃ / tad vācā dūṣayāmasi ||

Von der Mitte der Erde, von der Mitte des Himmels, / vom Rand der Erde und auch des Himmels: / was inmitten der Erde an Gift ist, / das machen wir mit dem Wort unwirksam.

aśvatthe nihitaṃ viṣaṃ / kapāle nihitaṃ viṣam | / śilāyā jajñe taimātaḥ / prathamo viṣadūṣaṇī ||

Im Aśvattha-Baum liegt Gift, / im Schädel liegt Gift; / aus dem Stein wurde geboren Taimāta, / der erste Gift-Vernichter.

viṣasyāhaṃ vaindakasya / viṣasya dārvyasya ca | / atho viṣasya svaitnasya / samānīṃ vācam agrabham ||

Von Vaindaka-Gift / und von Dārva-Gift, / und auch von Svaitna-Gift / habe ich die gleiche Rede ergriffen.

tad id vadanty arthina / uta śūdrā utāryāḥ | / viṣāṇāṃ viṣvagarthānāṃ / sarvathaivārasaṃ viṣam ||

Das sagen die Bittsteller, / auch Śūdras und Ārya: / Von den Giften, [die] nach allen Richtungen wirken, / ist in jeder Weise das Gift saftlos.

paruṣas tvāmṛtakarṇo / viṣa prathamam āvayat | / yathā ha taṃ nāropayas / tathāsy arasaṃ viṣam ||

Paruṣa, der Unsterbliche-Ohrige, / hat dich, Gift, zuerst heranlaufen lassen [?]; / wie du ihn nicht zum Wachsen brachtest [?], / so sei dieses Gift saftlos.

yad vo devā upajīkā / uddehaṃ śuṣiraṃ daduḥ | / tatrāmṛtasyāsiktaṃ / tac cakārārasaṃ viṣam ||

Was euch, ihr Götter, die Ameisen (upajīkā) / als hohle Erdaufwerfung gaben, / dort [ist] das Unsterblichkeits-Übergossene (amṛtasya āsiktam) — / das hat das Gift saftlos gemacht.

śakuntikā me abravīd / viṣapuṣpaṃ dhayantikā | / na ropayati na mādayaty / arasaṃ śārvīyaṃ viṣam ||

Das Vögelchen sagte mir, / das Giftblüten-Trinkende: / es lässt weder wachsen noch berauscht es — / saftlos ist das Śārvīya-Gift.

aty apaptāma durgāṇi / śārīḥ śakunayo yathā | / ihendrāṇīṃ varuṇānīṃ / sinīvālīṃ krakoḍhyām | / grāhāṃ śūraputrāṃ devīṃ / yācāmo viṣadūṣaṇam ||

Wir sind über die schwierigen Stellen hinweggeflogen, / wie Śāri-Vögel; / hier [rufen wir] Indrāṇī, Varuṇānī, / Sinīvālī, Krakoḍhyā, / Grāhā, die Mutter des Śūra, die Göttin — / um Gift-Verderbnis bitten wir.

ālakaṃ vyālakaṃ vy āvaṃ / jālma jīgīmahe | / jaradviṣaṃ yuvābhiṣag / vayam it sāsahāmahai ||

Ālaka, Vyālaka, Vyāva, / Jālma: wir bitten [euch]; / das Gift, das alt wird — ihr beide seid Ärzte — / wir wollen überwinden.

asthād dyaur asthāt pṛthivy / asthād viśvam idaṃ jagat | / asthur viṣasyāropayo / 'naḍvāhaḥ kriśā iva ||

Der Himmel stand still, die Erde stand still, / diese ganze Welt stand still; / still standen die Aufwuchsstätten des Giftes, / wie Ochsengespanne, ausgemergelt.

yāvat sūryo vitapati / yāvac cābhivipaśyati | / tenāham indradattena / kṛṇomy arasaṃ viṣam | / tad viṣam arasaṃ viṣam / adhobhāg arasaṃ viṣam ||

So weit die Sonne scheint / und so weit sie umherblickt: / mit diesem von Indra Gegebenen / mache ich das Gift saftlos. / Dieses Gift ist saftlos; / abwärts-anteilig saftlos das Gift.