Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 9

Hymne 9.15 Brahmajāyā: Die geraubte Brahmanen-Gattin

te 'vadan prathamā brahmakilbiṣe / 'kūpāraḥ salilo mātariśvā | / vīḍuharas tapa ugraṃ mayobhuva / āpo devīḥ prathamajā ṛtasya ||

Die ersten sagten es beim Brahmanen-Vergehen: / der Ozean [Akūpāra], das Wasser, Mātariśvan, / Vīḍuhara, die Glut, die gewaltig Erfreuenden, / die göttlichen Wasser, die Erstgeborenen des Ṛta.

somo rājā prathamo brahmajāyāṃ / punaḥ prāyacchad ahṛṇīyamānaḥ | / anvartitā varuṇo mitra āsīd / agnir hotā hastagṛhyā nināya ||

Soma, der König, als Erster, gab die Brahmanen-Gattin / wieder zurück, ohne zu zürnen; / Varuṇa und Mitra waren die Begleiter, / Agni als Hotṛ führte [sie] bei der Hand ergriffen.

hasteneva grāhya ādhir asyā / brahmajāyeti ced avocat | / na dūtāya prahye tastha eṣā / tathā rāṣṭraṃ gupitaṃ kṣatriyasya ||

Wie mit der Hand ist [sie] zu ergreifen, ihr [die Brahmanen-Gattin] Kummer: / „Brahmajāyā (Brahmanen-Gattin)“, wenn [einer] das gesagt hat; / nicht für einen Boten ist sie zu übergeben [herzugeben] — sie stand fest: / so wird das Reich des Kṣatriya behütet.

yām āhus tārakāṃ vikeśīṃ / ducchunāṃ grāmam avapadyamānām | / sā brahmajāyā pra dunoti rāṣṭraṃ / yatra prāpādi śaśaḥ kalkuṣīmān ||

Die man „die Sternhafte“ nennt, die Zerzauste, / die Übelriechende, [die] ins Dorf Herabkommende: / diese Brahmajāyā versengt das Reich, / wo der Hase mit gefleckter Fellzeichnung sich eingefunden hat.

brahmacārī carati veviṣad viṣaḥ / sa devānāṃ bhavaty ekam aṅgam | / tena jāyām anv avindad bṛhaspatiḥ / somena nītāṃ juhvaṃ na devāḥ ||

Der Brahmacārin geht umher, zitternd, [er hat] Gift [?]; / er wird ein einziges Glied der Götter. / Damit erlangte Bṛhaspati die Gattin, / die durch Soma [weg]geführt [wurde] — [wie] die Götter den Opferlöffel.

devā etasyām avadanta pūrve / saptarṣayas tapase ye niṣeduḥ | / bhīmā jāyā brāhmaṇasyāpanītā / durdhāṃ dadhāti parame vyoman ||

Die Götter sagten es in dieser [Sache] zuerst, / die sieben Ṛṣis, die sich zur Glut niederließen: / „Furchtbar ist die Gattin des Brahmanen, wenn sie weggeführt wird; / sie bringt im höchsten Himmelsraum Unheil (durdhā).“

ye garbhā avapadyante / jagad yac cāpalupyate | / vīrā ye hanyante mitho / brahmajāyā hinasti tān ||

Die Leibesfrüchte, die fehlgehen, / und was die Welt (jagat) verliert, / die Helden, die sich gegenseitig erschlagen: / Brahmajāyā verletzt sie.

sarve garbhāḥ pra vyathante / kumārā daśamāsyāḥ | / yasmin rāṣṭre nirudhyate / brahmajāyā acittyā || Bhatt. acittyā

Alle Leibesfrüchte zittern, / die zehnmonatigen Kinder, / in welchem Reich sie zurückgehalten wird, / die Brahmajāyā, die Unerkannte.

punar vai devā adaduḥ / punar manuṣyā uta | / rājānaḥ satyaṃ kṛṇvanto / brahmajāyāṃ punar daduḥ ||

Wieder gaben [sie] die Götter, / wieder die Menschen, / die Könige, Wahrheit bezeugend, / gaben die Brahmajāyā wieder zurück.

punardāya brahmajāyāṃ Bhatt. yo punardāya; see Kim 2014, 334 / kṛtvī devair nikilbiṣam | / ūrjaṃ pṛthivyā bhaktvā- / -urugāyam upāsate ||

Nachdem sie die Brahmajāyā zurückgegeben / und mit den Göttern schuldlos gemacht haben, / genießen sie die Kraft der Erde / und dienen dem Weitschreitenden (Viṣṇu).