Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 9

Hymne 9.11 Preis der Gift-vernichtenden Pflanze

mātariśvā sam abharad / dhātā sam adadhāt paruḥ | / indrāgnī abhy arakṣatāṃ / tvaṣṭā nābhim akalpayat ||

Mātariśvan hat [dich] zusammengefügt, / Dhātar hat das Gelenk zusammengesetzt; / Indra und Agni haben [dich] behütet, / Tvaṣṭar hat den Nabel eingerichtet.

bhavas tvā abhy arukṣad / rudras te aṃsum ābharat | / rātrī tvābhy agopāyat / sā tvaṃ bhūte ajāyathāḥ ||

Bhava bestieg dich, / Rudra brachte dir den Spross (aṃśu); / die Nacht hat dich behütet: / als diese wurdest du, Bhūtā, geboren.

dyauṣ ṭa āyur gopāyad / antarikṣam asuṃ tava | / mātā bhūtasya bhavyasya / pṛthivī tvābhi rakṣatu ||

Der Himmel behüte dein Leben, / der Luftraum deinen Lebensodem; / die Mutter des Gewesenen und des Kommenden, / die Erde, soll dich beschützen.

yāṃ tvā devāḥ samadadhuḥ / sahasrapuruṣaṃ satīm | / sā devī tvam asyedam / apāja vy ajā viṣam ||

Die dich, die tausend Männer Wert ist, / die Götter zusammengefügt haben: / du, die Göttin, treibe dieses Gift / weg, jage es fort.

yāḥ purastāt prasyandante / divā naktaṃ ca yoṣitaḥ | / āpaḥ puru sravantīs / tā u te viṣadūṣaṇīḥ ||

Die vorn hervorfließen, / bei Tag und bei Nacht, die Frauen: / die vielen strömenden Wasser: / diese sind dir Gift-Verderberinnen.

ātapas te varṣam āsīd / agniś chāyābhavat tapaḥ | / ulbaṃ te abhram āsīt / sā tvaṃ bhūte ajāyathāḥ ||

Die Hitze war dein Regen, / Agni wurde dein Schatten, die Glut; / die Wolke war deine Nachgeburt (ulba): / als diese wurdest du, Bhūtā, geboren.

gandharvas te mūlam āsīc / chākhā apsarasas tava | / marīcīr āsan parṇāni / sinīvālī kulaṃ tava ||

Der Gandharva war deine Wurzel, / die Apsarasen deine Zweige; / die Lichtstrahlen (marīci) waren die Blätter, / Sinīvālī ist dein Geschlecht.

ajarā devā adadhur / amṛtaṃ martyeṣv ā | / tasyai tad agram ā dade / tad u te viṣadūṣaṇam ||

Die Götter, die Unalternden, legten / Unsterblichkeit in die Sterblichen. / Von dieser habe ich den Anfang genommen; / das ist dein Gift-Verderben.

anabhrau khanamānaṃ / vipraṃ gambhīre apasam | / bhiṣak cakṣur bhiṣak khane / tad u te viṣadūṣaṇam ||

Der Weise, der in der wolkenlosen Tiefe / (mit dem Werk) gräbt: / der Arzt [ist] Auge, der Arzt beim Graben — / das ist dein Gift-Verderben.

yāḥ purastād vitiṣṭhante / gāvaḥ pravrājinīr iva | / amṛtasyeva vā asy / atho hāsy arundhatī ||

Die vorn auseinandergehen, / wie Kühe auf dem Weg fortziehend: / des Unsterblichen gleichsam bist du, / und auch Arundhatī bist du.

yo mayaḥ saraghāyāḥ / prakhāya madhv ābharat | / tato yavaḥ prājāyata / so 'bhavad viṣadūṣaṇaḥ ||

Der Wohltäter, der aus der Biene / durch Aufbrechen den Honig holte: / daraus wurde die Gerste geboren, / und sie wurde die Gift-Verderberin.

yavasyaitat palālino / godhūmasya tilasya ca | / vrīher yavasya daivyena / kṛṇomy arasaṃ viṣam ||

Von dieser Gerste, vom Spreuvollen, / vom Weizen und vom Sesam, / vom Reis und von der Gerste, mit göttlichem [Werk], / mache ich das Gift saftlos.

mahīṃ yoniṃ samudrasya- / -anv avindann ṛtāyavaḥ | Bhatt. and Kim 2014, 302 avindan / tāṃ devā guhyām āsīnāṃ / samudrāc cid ud ābharan ||

Die große Herkunft (Mutterschoß) des Meeres / fanden die Ṛta-Suchenden; / diese, die Verborgene, sitzende, / holten die Götter sogar aus dem Meer herauf.

samudrāc cid udābhṛtya / tām u puṣkara ā dadhuḥ | / asyāḥ pṛthivyā devyāś cakṣur / ākāśyam asi viṣadūṣaṇam ||

Aus dem Meer heraufgeholt / setzten sie sie in den Lotus; / diese Erde, die Göttin: [ist] das Auge [und du bist] / die Himmels-Erscheinung (ākāśya), Gift-Verderberin.