Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 9

Hymne 9.12 Anrufung der Götter um Schutz und Gedeihen

samānam arthaṃ paryanti devā / rūpaṃrūpaṃ tapasā vardhamānāḥ | / yad ādityam abhisaṃviśanti / tad ekaṃ rūpam amṛtatvam eṣām ||

Auf ein gemeinsames Ziel gehen die Götter zu, / Gestalt um Gestalt durch Glut wachsend; / wenn sie in die Sonne (Āditya) eingehen: / das ist die eine Gestalt, ihre Unsterblichkeit.

devo devebhir ā gaman / mahān no atithiṣ pitā | / sa praiti jātavedasam / ekarūpo guhā bhavan ||

Der Gott ist mit den Göttern gekommen, / der große Gast, unser Vater; / er geht zu Jātavedas, / einfarbig, in der Höhle seiend.

ātithyam agniṃ nir apaptad eva / ubhayebhiḥ pitṛbhiḥ saṃvidānaḥ | / mahān nu marya upa bhakṣam āgan see Kim 2014, 305; Bhatt. martya, nāgan / saṃgṛbhyādityā(n) ny aviṣṭa vahniḥ ||

Die Gastfreundschaft — er ließ Agni hinausfliegen, der Gott, / mit beiden Vätern-Gruppen einig; / der Große, der Sterbliche, kam zur Speise, / die Ādityas zusammenfassend, trat der Träger [Agni] ein.

ta ā viśanti puruṣaṃ śayānaṃ / prāṇā niviṣṭā na śasanty enam | / te no rātryā sumanasyamānā / ahnā rakṣanty ahṛṇīyamānāḥ ||

Diese [Lebenskräfte] treten in den schlafenden Menschen ein, / die Hauche, hineingesetzt; sie sprechen nicht zu ihm; / sie, uns wohlgesinnt, / behüten uns bei Nacht und bei Tag, ohne Zorn.

paśubhyo naḥ paśupate mṛḍa / sarva saṃ vṛha āyatām | / mā naḥ prāṇeṣu rīriṣaḥ ||

Für unser Vieh sei gnädig, Herr der Tiere; / rafft alles Herkommende zusammen; / verletze uns nicht an unseren Lebenshauchen.

vāyuḥ satye adhiśritaḥ / prāṇāpānāv abhirakṣan | / saṃ prajā airayad imāḥ ||

Vāyu, im Wahren gegründet, / beschützt Ein- und Ausatem; / er hat diese Geschöpfe zusammengebracht.

devā yattāḥ prajāpatāv / ādityāś ca yemire | / pūṣā raśmiṣv āyata / ādityo viṣṇur ākrame / sa rohaṃ divi rohati ||

Die Götter sind an Prajāpati festgemacht, / und die Ādityas hielten [fest]; / Pūṣan ist an die Strahlen gebunden, / Āditya [ist] Viṣṇu beim Schreiten; / er steigt den Aufstieg im Himmel hinauf.

prajāddevāḥ savituḥ save / tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu | / añjantau madhunā payo / atandraṃ yātam aśvinā ||

Aus den Geschöpfen: die Götter, bei Savitars Antrieb; / Tvaṣṭar soll die Gestalten formen. / Salbend mit Honig die Milch (Kraftsaft), / kommt unermüdlich, ihr Aśvin.

viśve devāḥ pra yātana- / -ādityāsaḥ sajoṣasaḥ | / puraḥ paścāt svastaye ||

Alle Götter, zieht heran, / ihr Ādityas, einmütig; / vorn und hinten, zum Heil.

brahma varma bṛhaspatiḥ / saṃgavo no 'bhi rakṣatu | / devo devaiḥ purohitaḥ ||

Das Brahman [sei uns] Schutzpanzer; Bṛhaspati, / [er], der mit den Kühen, soll uns schützen, / der Gott, von den Göttern als Hauspriester vorangestellt.

maruto vṛṣṭyā na ā gata / satyadharmāṇa ūtaye | / aparāhneṣu jinvata ||

Ihr Marut, kommt zu uns mit Regen, / ihr, die ihr die Wahrheit hütet, zum Beistand; / erfrischt uns an den Spätnachmittagen.

indro rājā divas patir / ahar vimāya tiṣṭhati | / sa na imāḥ kalpayād diśaḥ ||

Indra, der König, der Herr des Himmels, / steht da, den Tag messend; / er soll diese Himmelsrichtungen für uns ordnen.