Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 9

Hymne 9.8 Gerste als Gegengift (Aśvin-Hymnus)

akṣaṇvatā lāṅgalena / padvatā patayiṣṇunā | / lāṅgūlagṛhya carkṛṣur / vṛkeṇa yavam aśvinā ||

Mit dem augenbegabten Pflug, / dem fußbegabten, fliegenden, / den Schwanz packend, pflügten sie / mit dem Wolf die Gerste, ihr Aśvin.

devā etaṃ madhunā saṃyutaṃ yavaṃ / sarasvatyām adhi vaṇāv acarkṛṣuḥ | / indra āsīt sīrapatiḥ śatakratuḥ / kināśā āsan marutaḥ sudānavaḥ ||

Die Götter pflügten diese mit Honig verbundene Gerste / am Sarasvatī-Ufer [im Wasserlauf] hin und her; / Indra war der Pflugherr, der Hundertkräftige, / Kināśa-Bauern waren die Marut, die Wohlgebenden.

hiraṇyayaṃ kalaśaṃ sudānavo / divyayā saraghayā kṛtam | / ava bhṛtam aśvinā yavaṃ / tad yuvaṃ madhu cakrathuḥ ||

Einen goldenen Krug, ihr Wohlgebenden, / hat [man] mit göttlichem Bienenhonig gemacht; / die Gerste habt ihr, ihr Aśvin, herabgeholt: / diesen Honig habt ihr beide gemacht.

kṛśāv etad ajayatam Bhatt. kriśāv / aśvinā sāraghaṃ madhu | / tato yavo vy arohat / so 'bhavad viṣadūṣaṇaḥ ||

In der Pflügerfurche habt ihr, Aśvin, / den Bienenhonig gewonnen; / daraus wuchs die Gerste empor, / und sie wurde die Gift-Verderberin.

yuvārvān saraghāyāḥ / prakhidya madhv ābharat | / (…) || see 4cd

Ihr habt, herzueilend, der Biene / [die Wabe] aufgebrochen und den Honig geholt; / [daraus wuchs die Gerste empor, und sie wurde die Gift-Verderberin.]

yad vṛkaṃ madhupāvānam / avāmayatam aśvinā | / (…) || see 4cd

Als ihr den honigtrinkenden Wolf / krank machtet [?], Aśvin, / [daraus wuchs die Gerste empor, und sie wurde die Gift-Verderberin.]

kairaṇḍā nāma saraso / vṛkasya vamyā adhi | / tato yavo vy arohat / so 'bhavad viṣadūṣaṇaḥ ||

Kairaṇḍa heißt der See, / aus dem Erbrochenen des Wolfes; / daraus wuchs die Gerste empor, / und sie wurde die Gift-Verderberin.

yad asya bharatho madhu / saraghā sathv acchinat | / sadyas tad arvato yuvaṃ / punar ā dattam aśvinā ||

Was ihr beide dem [Wolf] an Honig brachtet, / das die Biene sogleich abschnitt: / sofort gebt ihr das dem Renner (Pferd) / wieder zurück, ihr Aśvin.

yo yavaṃ digdhaviddho / ahidaṣṭa upāsarat | / tīrthe radhram iva majjantam / ut taṃ bharatam aśvinā ||

Wer mit dem Gift-Pfeil getroffen ist / [oder] von der Schlange gebissen, der herankommt: / wie einen im Furt Versinkenden, Schwachen [Gebrechlichen], / zieht ihn heraus, ihr Aśvin.

yaṃ vahanty aṣṭāyogāḥ / ṣaḍyogā yaṃ caturgavāḥ | / sa te viṣaṃ vi bādhatām / ugro madhyamaśīr iva ||

Die Gerste, die acht Gespanne tragen, / die sechs Gespanne, die vier Rinder, / die soll dein Gift vertreiben, / wie der Gewaltige, der in der Mitte Liegende.