Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 9

Hymne 9.21 Zwölf Schalenopfer (Śarāva) für den Odana

yo vā ekaśarāvaṃ nirvaped ekarṣim evānu nir vapet | / eṣa vā ekarṣir yad agniḥ | / ekarṣiṃ caiva lokaṃ cāva rundhe note sandhi -e e- / ekarṣir iva tapaty ekarṣir iva dīdāyaikarṣir ivānnādo bhavati ya evaṃ veda | / sa ya evaṃ vidvān prāśnīyād etām eva devatāṃ manasā dhyāyed / ekarṣes tvā cakṣuṣā paśyāmy / ekarṣes tvā hastābhyām ā rabha / ekarṣes tvāsyena prāśnāmy / ekarṣes tvā jaṭhare sādayāmīti | / sa yathā hutam iṣṭaṃ prāśnīyād evainaṃ prāśnāti ||

Wer eine Ein-Schalen-Gabe (ekaśarāva) darbringt, soll [damit] nur den Einen Ṛṣi (ekarṣi) darbringen. Dieser Eine Ṛṣi ist Agni. Den Einen Ṛṣi gewinnt er und die Welt sichert er sich; wie der Eine Ṛṣi brennt er, wie der Eine Ṛṣi leuchtet er, wie der Eine Ṛṣi wird er ein Speiseesser — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge des Einen Ṛṣi sehe ich dich an; mit den Händen des Einen Ṛṣi ergreife ich dich; mit dem Mund des Einen Ṛṣi esse ich dich; in den Bauch des Einen Ṛṣi setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai dviśarāvaṃ nirvapet prāṇāpānāv evānu nir vapet | / etau vai prāṇāpānau yan mātariśvā cāgniś ca | / prāṇāpānau caiva lokaṃ cāva rundhe / jyog jīvati sarvam āyur eti na purā jarasaḥ pramīyate yaḥ (…) | see 1d / sa ya evaṃ vidvān) praśnīyād etām eva devate manasā dhyāyet / prāṇāpānayos tvā cakṣuṣā paśyāmi / prāṇāpānayos tvā hastābhyām ā rabhe / prāṇāpānayos tvāsyena prāśnāmi / prāṇāpānayos tvā jaṭhare (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Zwei-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur Einatmung und Ausatmung darbringen. Diese beiden, Einatmung und Ausatmung, sind Mātariśvan und Agni. Einatmung und Ausatmung sichert er sich, und die Welt; er lebt lange (jyog), erreicht das volle Leben, stirbt nicht vor dem Alter — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge von Einatmung und Ausatmung sehe ich dich an; mit den Händen von Einatmung und Ausatmung ergreife ich dich; mit dem Mund von Einatmung und Ausatmung esse ich dich; in den Bauch von Einatmung und Ausatmung setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai triśarāvaṃ nirvapet trīṇy eva trikadrukāṇy anu nir vapet | / etāni vai trīṇi trikadrukāṇi yad ṛcaḥ sāmāni yajūṃṣi brāhmaṇam | / brahma caiva lokaṃ cāva rundhe / brāhmaṇavarcasī bhavati yaḥ (…) see 1d / (…) prāśnīyād etām eva devatāṃ manasā dhyāyed see 1e / brahmaṇas tvā cakṣuṣā paśyāmi / brahmaṇas tvā hastābhyām ā rabhe / brahmaṇas tvāsyena prāśnāmi / brahmaṇas tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Drei-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die drei Trikadrukas darbringen. Diese drei Trikadrukas sind: die Ṛc-Verse, die Sāmans, die Yajus-Sprüche [und] das Brāhmaṇa [?]. Das Brahman sichert er sich, und die Welt; er wird reich an brahmanischem Glanz — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge des Brahman sehe ich dich an; mit den Händen des Brahman ergreife ich dich; mit dem Mund des Brahman esse ich dich; in den Bauch des Brahman setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai catuḥśarāvaṃ nirvapec catasra evorvīr anu nir vapet | / etā vai catasra urvīr yad diśaḥ | / diśaś caiva lokaṃ cāva rundhe / kalpante asmai diśo diśāṃ priyo bhavati yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyād etām eva devatāṃ manasā dhyāyed see 1e / diśāṃ tvā cakṣuṣā paśyāmi / diśāṃ tvā hastābhyām ā rabhe / diśāṃ tvāsyena prāśnāmi / diśāṃ tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Vier-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die vier Weiten (urvī) darbringen. Diese vier Weiten sind die Himmelsrichtungen. Die Himmelsrichtungen sichert er sich, und die Welt; die Himmelsrichtungen fügen sich ihm, er wird den Himmelsrichtungen lieb — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge der Himmelsrichtungen sehe ich dich an; mit den Händen der Himmelsrichtungen ergreife ich dich; mit dem Mund der Himmelsrichtungen esse ich dich; in den Bauch der Himmelsrichtungen setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai pañcaśarāvaṃ nirvaped vaiśvānaram eva pañcamūrdhānam anu nir vapet | / eṣa vai vaiśvānaraḥ pañcamūrdhā yad dyauś ca pṛthivī ca mātariśvā cāgniś cājasrā cātapan | see Kim 2014, 377, 379 / vaiśvānaraṃ caiva lokaṃ cāva rundhe / vaiśvānara iva tapati vaiśvānara iva dīdāya vaiśvānara ivānnādo bhavati yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśniyād etām eva devatāṃ manasā dhyāyed see 1e / vaiśvānarasya tvā cakṣuṣā paśyāmi / vaiśvānarasya tvā hastābhyām ā rabhe / vaiśvānarasya tvāsyena prāśnāmi / vaiśvānarasya tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Fünf-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur den fünfköpfigen Vaiśvānara darbringen. Dieser fünfköpfige Vaiśvānara ist: Himmel und Erde, Mātariśvan, Agni und der unaufhörlich Glühende (ajasrā ātapan [?]). Vaiśvānara sichert er sich, und die Welt; er brennt wie Vaiśvānara, leuchtet wie Vaiśvānara, wird wie Vaiśvānara ein Speiseesser — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge des Vaiśvānara sehe ich dich an; mit den Händen des Vaiśvānara ergreife ich dich; mit dem Mund des Vaiśvānara esse ich dich; in den Bauch des Vaiśvānara setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai ṣaṭśarāvaṃ nirvapet ṣaḍ yāvna eva devān anu nir vapet | / ete vai ṣaḍ yāvāno devā yad ṛtavaḥ | / ṛtūṃś caiva lokaṃ cāva rundhe / kalpante asmā ṛtavo na ṛtuṣv āvṛścata ṛtūnāṃ priyo bhavati yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyād etā eva devatā manasā dhyāyed see 1e / ṛtūnāṃ tvā cakṣuṣā paśyāmy / ṛtūnāṃ tvā hastābhyām ā rabha / ṛtūnāṃ tvāsyena prāśnāmy / ṛtūnāṃ tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Sechs-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die sechs Yāvan-Götter (yāvan [?]) darbringen. Diese sechs Yāvan-Götter sind die Jahreszeiten. Die Jahreszeiten sichert er sich, und die Welt; die Jahreszeiten fügen sich ihm, er wird unter den Jahreszeiten nicht abgeschnitten [?], er wird den Jahreszeiten lieb — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheiten meditieren: „Mit dem Auge der Jahreszeiten sehe ich dich an; mit den Händen der Jahreszeiten ergreife ich dich; mit dem Mund der Jahreszeiten esse ich dich; in den Bauch der Jahreszeiten setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai saptaśarāvaṃ nirvapet sapta ṛṣīn evānu nir vapet | / ete vai sapta ṛṣayo yat prāṇāpānavyānāḥ | / saptarṣīṃś caiva lokaṃ cāva rundhe / jyog jīvati sarvam āyur eti na purā jarasaḥ pramīyate yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyād etā eva devatā manasā dhyāyet see 1e / saptarṣīṇāṃ tvā cakṣuṣā paśyāmi / saptarṣīṇāṃ tvā hastābhyām ā rabhe / saptarṣīṇāṃ tvāsyena prāśnāmi / saptarṣīṇāṃ tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Sieben-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die sieben Ṛṣis darbringen. Diese sieben Ṛṣis sind: Einatmung, Ausatmung, Zwischenatem (vyāna). Die sieben Ṛṣis sichert er sich, und die Welt; er lebt lange, erreicht das volle Leben, stirbt nicht vor dem Alter — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheiten meditieren: „Mit dem Auge der sieben Ṛṣis sehe ich dich an; mit den Händen der sieben Ṛṣis ergreife ich dich; mit dem Mund der sieben Ṛṣis esse ich dich; in den Bauch der sieben Ṛṣis setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vā aṣṭaśarāvaṃ nirvaped virājam evavāṣṭāpadīm anu nir vapet | / eṣā vai virāḍ aṣṭāpadī yad dyauś ca pṛthivī cāpaś cauṣadhayaś ca vāyuś cāntarikṣaṃ ca sūryaś ca candramāś ca | / virājaṃ caiva lokaṃ cāva rundhe / vi rājaty asmiṃś ca loke amuṣmiṃś ca vairāja rṣabha ity enam āhur yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyād etām eva devatāṃ manasā dhyāyed see 1e / virājas tvā cakṣuṣā paśyāmi / virājas tvā hastābhyām ā rabhe / virājas tvāsyena prāśnāmi / virājas tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Acht-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die Virāj, die achtfüßige darbringen. Diese Virāj, die achtfüßige, ist: Himmel und Erde, die Wasser und die Pflanzen, der Wind und der Luftraum, die Sonne und der Mond. Die Virāj sichert er sich, und die Welt; er herrscht (vi rājati) in dieser Welt und in jener; „Virāj-Stier“ nennen sie ihn — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge der Virāj sehe ich dich an; mit den Händen der Virāj ergreife ich dich; mit dem Mund der Virāj esse ich dich; in den Bauch der Virāj setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai navaśarāvaṃ nirvapen nava yāvna eva devān anu nirvapet | / ete vai navayāvāno devā yan māsāḥ | / māsaś caiva lokaṃ cava rundhe / kalpante asmai māsā māsāṃ priyo bhavati yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyād etā eva devatā manasā dhyāyen see 1e / māsāṃ tvā cakṣuṣā paśyāmi / māsāṃ tvā hastābhyām ā rabhe / māsāṃ tvāsyena prāśnāmi / māsāṃ tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Neun-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die neun Yāvan-Götter (yāvan [?]) darbringen. Diese neun Yāvan-Götter sind die Monate. Die Monate sichert er sich, und die Welt; die Monate fügen sich ihm, er wird den Monaten lieb — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheiten meditieren: „Mit dem Auge der Monate sehe ich dich an; mit den Händen der Monate ergreife ich dich; mit dem Mund der Monate esse ich dich; in den Bauch der Monate setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai daśaśarāvaṃ nirvaped iḍām eva dhenum anu nirvapet | / esā vā iḍā dhenur yad yajñaḥ paśavaḥ | / iḍāṃ caiva dhenuṃ yajñaṃ ca lokaṃ ca paśūṃś cāva rundhe / kalpante asmā iḍa iḍāṃ priyo bhavati yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyad etām eva devatāṃ manasā dhyāyed see 1e / iḍāyās tvā cakṣuṣā paśyāmi- / -iḍāyās tvā hastābhyām ā rabha / iḍāyās tvāsyena prāśnāmi- / -iḍāyās tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Zehn-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die Iḍā, die Milchkuh darbringen. Diese Iḍā, die Milchkuh, ist das Opfer [und] das Vieh. Iḍā, die Milchkuh, das Opfer, die Welt und das Vieh sichert er sich, und die Welt; die Iḍā fügt sich ihm, er wird der Iḍā lieb — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge der Iḍā sehe ich dich an; mit den Händen der Iḍā ergreife ich dich; mit dem Mund der Iḍā esse ich dich; in den Bauch der Iḍā setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vā ekādaśaśarāvaṃ nirvaped rohitam evānu nir vapet | / eṣa vai rohito yad indraḥ | / indraṃ caiva lokaṃ cāva rundhe note sandhi -e i- / indriyāvī priya indrasya bhavati yaḥ (…) | see 1d / (…) prāśnīyād etām eva devatāṃ manasā dhyāyed see 1e / indrasya tvā cakṣuṣā paśyāmi- / -indrasya tvā hastābhyām ā rabha / indrasya tvāsyena prāśnāmi- / -indrasya tvā (…) | see 1i / (…) || see 1j

Wer ein Elf-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur den Rohita darbringen. Dieser Rohita ist Indra. Indra sichert er sich, und die Welt; er wird kraftreich (indriyāvī), Indra lieb — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheit meditieren: „Mit dem Auge Indras sehe ich dich an; mit den Händen Indras ergreife ich dich; mit dem Mund Indras esse ich dich; in den Bauch Indras setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.

yo vai dvādaśaśarāvaṃ nirvaped viśvām eva devān anu nir vapet | / ete vai viśve devā yad idaṃ sarvam | / viśvāṃś caiva devām̐l lokaṃ cāva rundhe / kalpante asmai viśve devāḥ priyo viśveṣāṃ devānāṃ bhavati ya evaṃ veda | / sa ya evaṃ vidvān prāśnīyād etā eva devatā manasā dhyāyed / viśveṣāṃ tvā devānāṃ cakṣuṣā paśyāmi / viśveṣāṃ tvā devānāṃ hastābhyām ā rabhe / viśveṣāṃ tvā devānām āsyena prāśnāmi / viśveṣāṃ tvā devānāṃ jaṭhare sādayāmīti | / sa yathā hutam iṣṭaṃ prāśnīyād evainaṃ prāśnāti ||

Wer ein Zwölf-Schalen-Opfer darbringt, soll [damit] nur die Viśve Devāḥ (All-Götter) darbringen. Diese Viśve Devāḥ sind dieses All. Die All-Götter gewinnt er und die Welt sichert er sich; die All-Götter fügen sich ihm, er wird den All-Göttern lieb — wer dies so weiß. Wer dies so weiß und [davon] isst, soll im Geist über eben diese Gottheiten meditieren: „Mit dem Auge der All-Götter sehe ich dich an; mit den Händen der All-Götter ergreife ich dich; mit dem Mund der All-Götter esse ich dich; in den Bauch der All-Götter setze ich dich.“ – so [sagend]. Er isst ihn dann, wie man ein gut Geopfertes, Dargebrachtes isst.