Als erste hat sie aufgeleuchtet; sie wurde zur milchreichen Kuh bei Yama [Anm.: der Bezug 'bei Yama' ist unsicher und wird unterschiedlich gedeutet]; sie, die Milchreiche, möge uns Jahr um Jahr melken.
Sie eben ist es, die als erste aufleuchtete; unter den anderen Nächten wandelt sie, in sie eingegangen; große Größen sind in ihr; die junge Braut hat gesiegt, die vielfache Gebärerin [Anm.: navagaj janitrī ist textlich und semantisch unsicher].
Die aus Holz gefertigten Presssteine haben Getöse gemacht, das Jahresopfer bereitend; Ekāṣṭakā (Göttin der achten Nacht des Winters), mit guter Nachkommenschaft, mit guten Söhnen mögen wir sein, Herren von Reichtümern.
Wort für Wort
vānaspatyā
vanaspati 'Baum' (vana 'Wald' + pati 'Herr') + -ya → aus Holz gefertigt, vom Baum stammend (Nom.Pl.)
grāvāṇo
Presssteine (Nom.Pl.)
ghoṣam
Getöse (Akk.Sg.)
akrata
haben gemacht (3.Pl.Aor.Med.)
haviṣ
das Opfer (Akk.Sg.)
kṛṇvantaḥ
bereitend (Nom.Pl.Part.Präs.)
parivatsarīṇam
pari- 'rings, ganz' + vatsara 'Jahr' → das ganze Jahr umfassend, jährlich (Akk.Sg.)
ekāṣṭake
eka 'eins' + aṣṭakā 'die Achte' → 'die Eine der Achten' (Vok.Sg., Göttin der achten Nacht)
iḍāyās padaṃ ghṛtavat sarīsṛpaṃ jātavedaḥ prati havyā gṛbhāya ye grāmyāḥ paśavo viśvarūpās teṣāṃ saptānāṃ mayi rantir astu
Die Spur der Iḍā (der Opferspeise-Göttin), schmalzreich, dahingleitend, Jātavedas, nimm die Opfergaben entgegen; die Dorftiere, die vielgestaltigen – der sieben von ihnen sei mir Freude beschieden.
Wort für Wort
iḍāyās
der Iḍā (Gen.Sg., Göttin)
padaṃ
die Spur (Akk.Sg.)
ghṛtavat
schmalzreich (Akk.Sg., Adj.)
sarīsṛpaṃ
dahingleitend (Akk.Sg., Adj.)
jātavedaḥ
jāta 'geboren, entstanden (Wesen)' + vedas (zu vid- 'wissen/besitzen') → 'der alle Geschöpfe kennt' (Agni-Beiname, Vok.Sg.)
prati
entgegen (Präverb)
havyā
die Opfergaben (Akk.Pl.)
gṛbhāya
nimm entgegen! (2.Sg.Impv.)
ye
die, welche (Nom.Pl.)
grāmyāḥ
dörflichen (Nom.Pl., Adj.)
paśavo
Tiere (Nom.Pl.)
viśvarūpās
viśva 'all' + rūpa 'Gestalt' → die vielgestaltigen (Nom.Pl.)
ā mā puṣṭe ca poṣe ca rātri devānāṃ sumatau syāma pūrṇā darve parā pata supūrṇā punar ā pata sarvān yajñānt saṃbhuñjatīṣam ūrjaṃ na ā bhara
Zu mir komm, Nacht, in Wohlstand und Gedeihen; wir wollen in der Gunst der Götter sein; voll, Opferlöffel, flieg fort, wohlgefüllt flieg wieder zurück; alle Opfer mitgenießend, bring uns Speisekraft und Labung.
Ich opfere den Jahreszeiten, den Herren der Jahreszeiten, den Jahresabschnitten und den Jahren, den Zeitspannen, den Monaten – ich opfere dem Herrn des Seienden.
Den Jahreszeiten, den Zeitabschnitten, den Monaten, den Jahren, dem Ordner Dhātṛ, dem Zuteiler Vidhātṛ, dem Gedeihen – dem Herrn des Seienden opfere ich.
Ekāṣṭakā, sich in Glut verzehrend, gebar den Keim, die Größe, Indra; mit ihm bezwangen die Götter die Feinde; er wurde zum Erschlager der Dasyus (feindlichen Unmenschen), dem Herrn der Kraft.
Wort für Wort
ekāṣṭakā
eka 'eins' + aṣṭakā 'die Achte' → 'die Eine der Achten' (Nom.Sg., Göttin der achten Nacht)
tapasā
durch Glut (Instr.Sg.)
tapyamānā
sich erhitzend (Nom.Sg.Part.)
jajāna
gebar (3.Sg.Perf.)
garbhaṃ
den Keim (Akk.Sg.)
mahimānam
die Größe (Akk.Sg.)
indram
Indra (Akk.Sg.)
tena
mit ihm (Instr.Sg.)
devā
die Götter (Nom.Pl.)
vy
aus- (Präverb vi)
asahanta
bezwangen (3.Pl.Impf.Med.)
śatrūn
die Feinde (Akk.Pl.)
hantā
der Erschlager (Nom.Sg.)
dasyūnām
der Dasyus (Gen.Pl.)
abhavac
wurde (3.Sg.Impf.)
chacīpatiḥ
śacī 'Kraft, Macht' + pati 'Herr' → der Herr der Kraft (Nom.Sg., Indra-Beiname)